Risikogruppe, ach.

Barzahlung

ich zahle bar
sprach der Tod
und nahm mich mit
das Geld auf dem Tisch
reicht für die Zeche und
morgen

Das ZDF schreibt speziell für seine Zielgruppe (Wenn das denn stimmt), Göttin Corona huldigend:
Für Personen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Verlauf stetig an. Senioren sind nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht empfänglicher für das Virus als andere Altersgruppen, haben aber ein höheres Risiko, schwerer zu erkranken.
Meint: Auch das Sterberisiko ist höher. Nun, das ist auch sonst so. Über Jahre hinweg schrieb ich:

Zumeist lyrische Texte zum älter werden der Zeit

Ich setze mich gerade damit auseinander, mir einzugestehen in Hirn und Bauch, dass ich alt bin. Punkt. 68 ist alt. Suche Kontakte zu meiner Zielgruppe vor Ort. Wie auch immer das ausgeht, ich werde berichten.
In der Zwischenzeit spielt Igor Levit, so lange Corona wütet, für uns alle jeden Abend ein Konzert.

Ich wollte auch etwas tun, nicht dass ich mich mit ihm vergleichen könnte, aber vielleicht macht Kleinvieh auch Mist.

Weil wir ja alle -meine Risikogruppe und viele andere- jetzt und hienieden, zurecht, örtlich eingeschränkt sind und vielleicht was zu lesen suchen, für daheim ‚rum, poste ich die Texte noch einmal hier im Blog. Und zum Schluss für Kindle, EpubReader zum Download und als PDF für die Anderslesenden zum Drucken. Für lau.

Michael Bauer
Zumeist lyrische Texte zum älter werden der Zeit Risikogruppe, ach. weiterlesen

Auf Socken ins Museum im Digital

(Nein, nicht schon wieder ins Städel. Das Plakat gefällt mir eben. „Making Van Gogh“ hatte ich ja gebloggt.)
Ich will hier nicht über Corona bloggen. Das Netz ist voll davon. Aber gestern Abend spielte Igor Levit, einer der großen Pianisten, via Twitter die Waldsteinsonate. Gestreamt aus seinem Wohnzimmer. Als Akt der Solidarität mit uns und sich, die wir auch aus Solidarität zu Hause bleiben, #coronaAura sozusagen . Er hätte auf seine CD verlinken können, aber er wollte uns nahe sein, wir waren nahe bei ihm daheim. Das berührte mich sehr. Kann man noch nachhören.


(Klick ins Bild, um zu hören, im Augenblick klickten das mehr als 200000 Menschen.)
Auf Spotify kann man die gesamte Einspielung anhören.
Zu meiner Verblüffung und Erheiterung spielte er in Socken. Schließlich war er ja zu Hause.
Heute morgen dann sah ich ein Reetweet von @sufloese. Anne, die Kulturfritzin, sie ist ja keine Unbekannte im Blog, aktuell für die Online-Aktivitäten des Burgtheaters zuständig (#theaterimnetz wirkt) twittert von der vertanen Zeit von Kulturinstitutionen in Sachen Digitalisierung. Man könnte das jetzt gebrauchen, um sich zu zeigen, wenn alles geschlossen ist. Wie immer muss frau sich verteidigen, dabei hatte es Igor bereits vorgemacht.


Ich will das jetzt nicht ausbauen. Hab mich schon genug ereifert.

Ich bin ja so banal, ich bin die Unkunst.

Weil es geht? Ok. W Auf Socken ins Museum im Digital weiterlesen

250. Geburtstage 2020

Je nach Zustand meines Rückens und der Wetterlage will ich die 250. Geburtstage am Philosophenweg in Heidelberg zelebrieren. In der Hölderlinanlage.


(Dicke Finger beim tippen, sorry)
Stammt aus diesem Beitrag auf #burger.

Moi Herz, moi Herz, in Heidelberg, moi Herz

Dies hier von Hölderlin lesen:

Heidelberg

Lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust,
Mutter nennen und dir schenken ein kunstlos Lied,
Du, der Vaterlandsstädte
Ländlichschönste, so viel ich sah.

Wie der Vogel des Walds über die Gipfel fliegt,
Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
Leicht und kräftig die Brücke,
Die von Wagen und Menschen tönt.

Wie von Göttern gesandt, fesselt‘ ein Zauber einst
Auf die Brücke mich an, da ich vorüber ging
Und herein in die Berge
Mir die reizende Ferne schien,

Und der Jüngling, der Strom, fort in die Ebne zog,
Traurigfroh, wie das Herz, wenn es, sich selbst zu schön,
Liebend unterzugehen,
In die Fluten der Zeit sich wirft.

Quellen hattest du ihm, hattest dem Flüchtigen
Kühle Schatten geschenkt, und die Gestade sahn
All’ ihm nach, und es bebte
Aus den Wellen ihr lieblich Bild.

Aber schwer in das Tal hing die gigantische,
Schicksalskundige Burg nieder bis auf den Grund,
Von den Wettern zerrissen;
Doch die ewige Sonne goß

Ihr verjüngendes Licht über das alternde
Riesenbild, und umher grünte lebendiger
Efeu; freundliche Wälder
Rauschten über die Burg herab.

Sträuche blühten herab, bis wo im heitern Tal,
An den Hügel gelehnt oder dem Ufer hold,
Deine fröhlichen Gassen
Unter duftenden Gärten ruh’n.

Dazu Beethoven auf den Ohren. Weiß noch nicht was. Je nach Laune will ich dort auch schreiben.
Twitter feiert jetzt schon #beethoven250

So ganz privat. Was brauch ich große Feiern.
Obwohl. Nach Bonn fahren und am Rhein Hölderlin lesen hätte auch was. Das Neckarwasser ist da ja auch dabei. :)

Mudda, Vadda, Bischbaschbroch

(Zum Tag der Muttersprache, ursprünglich gepostet 2018)

Isch hebb koa Mudda
des is moi Mamma
Koan Vadda net
de Babba war des
Desweje hewwisch e
Mammababba-Schbrooch
Die Duden-Sprache
hewwisch vum Schullehra
gelernt sellemols
Des is die Schullehraschbroch
Englisch hewwisch vun de Amis
gelernt die vun newedroa
mit Jimbimm, Ice Cream un AFN
Des is moi Bob-Dylan-Schbroch
Un imma die Frog, wie
de Sigges un die Krimhild
in Worms driwwe
gebischbad hewwe
wura doch net vun do waa
sondern aus Xanten
jo, aa oam Rhoi
und was
wohl de Drache ghaße hod

Un du Herzbobblsche
Loss misch bischban
in moinere doinere
Mommababba-Schbroch.

Zum Teufel damit, hör auf zu piensen.

Damit ihr es wisst!
Nur für das Protokoll, eigentlich eher intern. Aber ich wollte das für mich aufschreiben.
Seit Juli letzten Jahres plagen mich Zipperlein. Ok. Nach Arthrose im Knie, dann Bandscheiben-Kram und Rippenprellung, kann ich mich nicht recht bewegen, aber das wird wieder. Hörst du? das WIRD. Ich werde das schon packen. Laut Statistischem Bundesamt habe ich noch 17 Jahre zu leben. Sagt die Zeit.
Also, es gibt reichlich Zeit etwas zu tun. Und wenn mir morgen ein Blumentopf auf den Kopf fällt? Nun denn, dann ist das so.
Eigentlich wollte ich dieses Blog löschen, meine SoMe Accounts auflösen. Zum Teufel damit. Da waren doch noch Theaterprojekte und eine Hexameter Challenge und sell und jenes.
Und irgendwann werde ich auch wieder Rad fahren! Jawoll. Und wenn es ein Dreirad wäre. Scheißegal, wie das aussieht. Ja, ich werde eine Wohnung im Betreuten Wohnen ansteuern. Also eigene Wohnung in einer Community. Die Dialekt-Sonette, weißt Du, Mikel? Und die Museen? #yepp

Van Gogh einmal ganz nah sein

versprach das Städelmuseum.
Stilgerecht im Blog. Doch, das ist eine echter WordPressblog, wie dieser hier auch, erzählt der Seitenquelltext.Ganz nah zu sein, ja, wie immer bei solchen Socials, das Museum ist ja leer,aber diese Ausstellung rückt ihm auf den Pelz. Als Mensch. War er verrückt? Ja. Was stimmt an den Geschichten um ihn, was ist Marketing? Warum war ausgerechnet Deutschland bahnbrechend für seinen Ruhm, obwohl das militarisierte Kaiserreich ihn ablehnte, das konservative Bürgertum als „Franzosen“ ablehnten? Nehmen wir das Bild „„Bildnis des Dr. Gachet“. Es gehörte dem Städel. Der fette Nazi-Göring stahl es und verkaufte es, wie so viele andere. Irgendwie verschwand es. Keiner* weiß wo es ist. Dem Hype folgend macht das Städel jetzt auch Podcasts. Podcast Finding Van Gogh Auf der Suche nach dem legendären „Bildnis des Dr. Gachet“. Man sieht: Kunst ist in gewissen Kreisen nur Geld. Wir besprachen auch seine seltsame Darstellungen von Bauern, die Verniedlichung der Natur. Natürlich sind das trotzdem hervorragende Bilder, aber was zeigen sie? Man könnte meinen, er wäre in englischen Gärten unterwegs. Nein, nein, nicht nur Gemecker. Diese Farben und die Pinselstriche, die sich beim ganz nahe ansehen in Pixel auflösen, fantastisch. Monika Fritsch zeigt die Bauern, wie sie von Anna erläutert werden.

Screenshot Twitter / Monika Fritsch / Anna und Van Gogh im Städel.
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Annel

Wer warst du
in deinem Kopf
67 gemeinsame Jahre
verbracht von deinen 91
Als dich die Ewigkeit holte
und ich dich ansah ganz nah
von weit her da liegend
wie Milliarden vor dir
am Ende, wie ich irgendwann
auch.

Wer war ich in deinem Kopf
in dir empfangen und
in die Welt gesetzt und dann?
Ich kannte dich dachte ich
aber was war ich in deinem
Kopf wenn niemand hinsah,
noch nicht einmal du?

Kannte ich dich?
Kanntest du mich?
Kenne ich mich?
Wer sind wir in unseren Köpfen?

Wer warst du?

Du.

Mein Tier, mein Wildtier, mein Einhorn

Die Wortschau Nr. 34 ist erschienen.
Herausgeber und Redaktion: Johanna Hansen und Wolfgang Allinger
Wortschauverlag Neustadt/Weinstraße
Hauptauotor: Sascha Kokot (Leipzig)
Bildende Künstlerin: Angelika Freitag, Düsseldorf.
Bestellen in der Buchhandlung ISBN 978-3-944286-27-3
Bestellen beim Verlag: wolfgang.allinger@wortschau.com, johanna.hansen@wortschau.com
Mein Beitrag:

Der Beitrag im Blog.

Träume aus Kategorien, Code und die Kunst #fbm19 2

Das letzte Laufband für dieses Jahr durchmessen, kurz vor dem Ausgang Torhaus zur S-Bahn. Nicht U-Bahn, gell, S-Bahn-Messe kann man bei der DB durchbuchen. Dort auf dem langen Weg zur Frischluft wusste ich wie ich den zweiten Tag anbloggen wollte. Anbloggen! Ha!
Ich war kurz eingenickt. Im Frankfurt Pavillon kurz vor der Vergabe des Bubla. Er wurde in 4 Kategorien vergeben 2019. Ich hatte einen heftigen, ganz kurzen Traum.
Ich saß ganz weit oben in der ehemaligen Commerzbank-Arena, die längst Goethe-Wald-Stadion hieß. Unten eine See aus Ebblwoi, auf den Nominierungs-Schüsseln umherschwammen, gefüllt mit Griener Sos, auf den Rändern sitzend fröhliche Menschen, sogenannte „Nominierte*“, die auf Ihren Blogger-Award-Richtung warteten. Buchblogs, Kinderbuchblogs, Gemüsebuchblogs, Theaterblogs, Jazzbuchblogs, Wanderblogs, Radblogs, Blogsblogsblosgs. Moderiert von Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein, die aber lieber die Juries interviewten oder Pele. Denis Scheck schwamm im Ebblwoi und winkte. Ich erwachte, sah Dagmar in der hinteren Reihe und wechselte den Platz.

Ich kannte keines der Blogs, nun ja, ich bin halt ein alter Mann, schnaufte kurz, als Suhrkamps Blog nominiert war. Das wird wohl alles Mainstream. Sagte ich doch schon in Teil 1. Gewonnen hat das Blog „Nacht und Tag.“ Die restlichen Gewinner*innen kann man hier nachlesen. Das dauerte eine halbe Stunde, bis das verliehen wurde. Ob ich da je wieder hin will?
Aber ich traf da Leut*innen. Es war alles gut.

Die Buchmesse wandelt sich. Neben den klassischen Ständen der Verlage mit ihren Büchern greift die Messe mehr und mehr auch nach anderen Themen. Dieses Jahr mit B3 / THE ARTS+ 2019 auch Film. Ich streifte nur kurz über die Ausstellungen.
Der Freitag setzte auf bewusste Begegnungen. Tatsächlich zuerst im Art+ – Bereich. Desiree hatte genewslettert, wir kennen uns seit 2012. Ihr Buch zu der Ausstellung „Eldorao“ wurde von ihr am Stand von John Gerard präsentiert. John Gerard hat das Papier geschöpft, auch für das Cover, das Desiree bedruckte. Zu sehen von oben auf der Website von Desiree.

Künstlerbuch zur Ausstellung „Eldorado“ von Desiree Wickler, gezeigt auf der #fbm19

Entgegen der Wucht der Totentänze hat Desiree die 12 Figuren der Ausstellung filigran in Papier gesetzt, die man im Gegenlicht bewundert. Sehr. Träume aus Kategorien, Code und die Kunst #fbm19 2 weiterlesen

Velkommen #fb19

Ich werde alt.

„>Den ganzen Thread kann man hier nachlesen.
Die Zeichen /fk bedeuten hier Frank Krings (PR Manager der Buchmesse)
Das ist nicht überall üblich, hat mich gefreut und zeugt von einer prima Social-Media-Kultur von Frank und damit der Messe.
Der Tweet und die erhaltene Karte hat mich zum Nachdenken gebracht. Über das bisschen Einschränkung meiner Mobilität. Was geht es anderen so lausig. Ich muss mich arrangieren und ausprobieren, wie ich Messen, Museen etc auch weiterhin besuchen kann, Social-Media-Events erleben kann. Ich habe ja, so der*in-wer-auch-immer will, einige Jahre vor mir. Und tata. Der Gehstock hilft wirklich. Gerade beim lange Umher-Stehen. Mein Selfie im Spiegelsaal des Norwegischen Gastlandes. Der Stand war weitläufig, diskret und gefiel mir gut. Leider las gerade niemand Lyrik im Original, hätte ich gerne gehört.
Velkommen #fb19 weiterlesen