KK #WastingTimeWithArt

Der Reihe nach:
Die Rheinische KK:
Die Karlsruhe-Köln-Achse. Seit Coronären Wochen schon verschönerten die Herbergsmütter einzeln und in Serie ihre Timelines mit Snippets aus Kunstwerken der Kunsthalle Karlsruhe. Nach dem Motto: „Wenn zu Hause die Kunst einzieht“. Guckt hier, die Damenschaft bloggt ja auch.

Wenn zuhause die Kunst einzieht: #wastingtimewithart #kunsthalleathome


Ich hatte den Post noch nicht gelesen, als ich schüchtern, ihr kennt das ja, fragte, was das soll und erhielt die Antwort:

Screenshot aus Twitter

Kunst zu Hause? Ich träume schon immer von Dingen wie dem ArtBeamer. Kunst einfach zu Hause an die Wand geworfen, gerne auch gegen Gebühr. Am liebsten vom Künstler direkt.
Ja und jetzt baten die Herbergsmütter die Internetbevollmächtigte (ah, welch eine Wortkreation) mir auch solche Snippets zu schicken. Per Schneckenpost, klar, sonst funktioniert das nicht.
Ich habe Post aus Karlsruhe!

Was tun nun? Snippets? Nein, ich soll nix programmieren.
Das Blog verliert nichts! Da war doch noch was mit der KK-Konnektion und mir. Genau: #wirziehnfallera

Unter den Himmeln so frei.


Jetzt also zu Hause? OK. Echte Kunstwerke, wie in den Museen kann ich mir nicht leisten, wollte sie auch nicht in Panzerschränken verstecken, also hängen bei mir echte Plakate, von Ausstellungen, die ich besuchte und bebloggte, wie hier:

Nicht blinzeln – #cezanders


Ich wollte ja auch eine neue Serie anfangen.

Theater, Salat und Tivoli – Prolog


Ich lasse mich also von dem Narren aus der Kunsthalle im Plakat von „Cézanne. Metamorphosen“ per #wirziehnfallera-Rahmen an die Arbeit schicken. Hoffentlich klappt das auch!
Das hab ich also zu Hause! Gut, gell? Die Snippet-Aura (klingt gut, oder) im Wohnzimmer blüht und gedeiht.

Ich will aber meine Leser nicht im Unwissen lassen. Die Kunsthalle Karlsruhe ist nicht nur per Community-Blogger-SoMe-Bindung eines der führenden Häuser, nein auch die Digitalisierung ist vom Feinsten. Das Werk ist in der Online-Sammlung zu bewundern. „Ein Narr mit Narrenzepter“ von Franz Isaac Brun.
Wir lesen uns!

Theater, Salat und Tivoli – Prolog

Ein einfacher Tweet geht mir nicht aus dem Kopf!


Was war gescheh’n?
Das alterwürdige Burgtheater in Wien legte (als ältestes deutschsprachiges Theater (so sagt man)) ein Stück #theaterimnetz vor. Twittertheater! „Vorstellungsänderung: Der unheimliche Eindringling“ Also das Publikum sollte sich ein Stück selbst zusammentwittern.
Eingeladen waren Twitterati, weltweit! Natürlich musste ich dabei sein und definierte „meinen“ Eindringling vorab, um mit ihm die Bühne zu entern. Und da war er ja.


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Ritter wir sind unter den Masken, vernetzt und ungenäht.

Wie die meisten Dinge entstand es aus dem Nichts, vielleicht auch dem Alkohol, anderen berauschenden Dingen oder dem Frust nicht ausgelebter Sexualität junger Menschen. Es wurde gemunkelt, dass es während sogenannter Coronapartys zusammengesponnen wurde, seriöse Forscher bezweifelten dies. Früher nannte man diese in den Gazetten „Wie amerikanische Wissenschaftler …“, aber das ist nun wahrhaftig schon lange her, nur auf Twitter frotzelt man in den Nachttimelines noch manchmal darüber. Der coole Andy wusste es besser, er war dabei, schweigt aber immer noch und grinst heimlich im Heimatofficium, das große Latium juckte zwischen den Ohren. Es war in einer Whatsappgruppe. (Welch ein Wort!)

Nach allerlei Gefechten zwischen den Alphaweibchen und -männchen befahl die Republik die Allgemeine Maskenpflicht. (Was der Autor dieser Chronik durchaus gutierte und erstaunte ob der unvermuteten Weisheit dieser Gruppierungen.)

Auf jeden Fall tippte sich diese Gruppe in den Serverdschungeln des Heiligen Whatsupper die Finger wund, wegen diesen Masken, dem Abstandporn, unsozialen Distanzen und dann kam natürlich Darth Wader mit „Ich bin Eure Mutter“ in die Arena und das Gegröle wurde lauter. Die Damen derweil bemerkten, dass es wohl auch mit Schals ginge, das Bedecken von Nase und Mund, die Muslimas kicherten bekifft. Ritter wir sind unter den Masken, vernetzt und ungenäht. weiterlesen

Online-Lesung

Eine lyrische #schlössersafari als Zeitreise, scrolldown follower.


Es ist Coronazeit. Alle Welt und selbst der Papst zieht sich ins Netz zurück, es bleibt beim Kontaktverbot nichts übrig. Ich bin sehr froh darüber. Bei manchen Einrichtungen wirkt das bemüht, hektisch, unbedarft. Andere mussten nichts tun, sie waren schon im Netz. Mit steigender Dauer gibt es immer mehr Kritiker, die dagegen sind. Wie schon immer. Mit den Armen fuchteln und „Internet halt“ schreiben. Geht mir auf den Geist, als ob Direktoren und Intendanten ihre Konsumenten mit der Peitsche in die Virtualität trieben. Ich wollte meine uralten Lesungen in hier erwähnen, aber das ging nicht. Tja, lest selbst.
Eine erdachte Lesung auf einer Burg, ausgedacht 2003, mit Gedichten und Sound, damals auch gesprochen. Ich dachte, ich brauche so etwas, weil es bald alle haben werden, aber was schreib ich da. Die Lesung war geflasht, wie die ganze Homepage siehe oben, niemand dachte damals auch, diese Amazone könnte einmal so gefährlich werden, für die Lokalen hier. Aber die heutigen Browser spucken ja Blut und Feuer, wenn sie Flash darstellen sollen. Es war wohl gefährlich, wie dieses Virus heute, niemand will damit in Kontakt treten. Der Sentimentalität wegen neu erstellt, weil ich schon dunnemals solche Dinge machte, die in diesen Coronatagen am Karfreitag 2020 für viele Neuland sind, als Ansporn. Das Bild im Hintergrund aufgenommen beim #lustradeln zu den 4 Burgen in Neckarsteinach. Hier die (bewohnte) Mittelburg.
Die Texte wild gemixt in Kleinschrift, ordentlicher Schrift, (Kur)Pfälzisch, im Standarddialekt. Es ging chaotisch zu, damals.
Also dann:
So sah die Eröffnung ursprünglich aus. Ich hatte geplant mit dem ersten Gedicht „Hymne an die Liebe“ weiter unten, von 1983, erstellt zu meinem zweiten Musical „Singe beim Babbln“ auf der Minneburg am Neckar zu lesen, machte das aber nie. Warum auch immer, es blieb Onleine. Dafür war die Frau @odenwälderin dort.


Online-Lesung weiterlesen

Es war einmal ein kleiner Rasenmäher.

Hab ich ja auch noch, vielleicht sucht doch noch jemand etwas zum vorlesen.
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher. Beinahe-Märchen für nicht mehr ganz so kleine Leute.

Vorgestellt:In den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts, das auch im letzten Jahrtausend lag,führte ich eine Tradition fort, die ich bereits in den Achzigern kultiviert hatte: Geschichten erzählen zur guten Nacht und die kleinen Menschen durften das Thema frei wählen. Ich hätte sie aufschreiben sollen, aber zu-meist war ich froh dieser Pflicht entledigt wieder dichten zu können oder das eigen Bett rief, ja das auch. Genau das. In den Neunzigern nun hieß das Thema immer und immer wieder „vom kleinen Rasenmäher“.
Beispiel:
Der kleine Rasenmäher und rotes Gras
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher und täglich half er mit seinen kleinen Messern brav seinem Papa das Gras nicht höher als vier Zentimeter wachsen zu lassen. „Gibt es eigentlich auch rotes Gras?“, fragte er unvermittelt. Papa rauchte langsam, nein, nicht wie Eurer, er rauchte wegen des leicht erhitzten, billigen Schmieröls im Tank. „Das ewige Grün im Sommer und das Ocker-Gelb im Winter ist sooooo langweilig“, quengelte der kleine Rasenmäher. Papa qualmte gemütlich noch ein düsteres Wölkchen und schipperte auf die hölzerne Gartenhütte zu. „Hier“, sagte er nur und überreichte dem staunenden Sohn Farbe und Pinsel, „streich’s doch“. Der kleine Rasenmäher war Feuer und Flamme.Er strich mit leichten Pinselschwüngen Halm für Halm rot an, aber er war ja wirklich noch ein kleiner Rasenmäher, der ohne seinen extra Schuss Hochoktan noch nicht so lange in der Sonne ackern konnte. Nur einen halben Quadratmeter hatte er gepackt, als er kläglich aufgab und unter den schattigen Kirschbaum fuhr. „Halme streichen ist schlimmer, als ich dachte“, seufzte er laut und schlummerte schon fast, als sich Papa bereits im Endspurt vor dem Häxler den Grasfang entheute. „E sgibt kein rotes Gras, mein Junge“, es sei denn Du willst das WIRKLICH, aber eigentlich ist das viel einfacher und schwerer zu gleich“. Der kleine Rasenmäher ahnte böses, gleich würde Papa philosophieren und das nur, weil er mal etwas Abwechslung wollte. „Eigentlic hist solch ein Rasen bunt, wenn das Gras höher wachsen dürfte und eine Wiese wäre“,flüsterte Papa. Er seufzte und blickte in den wolkenlosen Himmel. „Aber für eine Wiese mit bunten Blumen braucht man keine Rasenmäher.“ Der kleine Rasenmäher träumte trotzdem laut von bunten Wiesen, mit kleinen Rasen dazwischen für kleine Rasenmäher,sein Papa schluckte stolz und nahm zur Feier des Tages zwei Schluck Super mehr.
Weiter im PDF.

Risikogruppe, ach.

Barzahlung

ich zahle bar
sprach der Tod
und nahm mich mit
das Geld auf dem Tisch
reicht für die Zeche und
morgen

Das ZDF schreibt speziell für seine Zielgruppe (Wenn das denn stimmt), Göttin Corona huldigend:
Für Personen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Verlauf stetig an. Senioren sind nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht empfänglicher für das Virus als andere Altersgruppen, haben aber ein höheres Risiko, schwerer zu erkranken.
Meint: Auch das Sterberisiko ist höher. Nun, das ist auch sonst so. Über Jahre hinweg schrieb ich:

Zumeist lyrische Texte zum älter werden der Zeit

Ich setze mich gerade damit auseinander, mir einzugestehen in Hirn und Bauch, dass ich alt bin. Punkt. 68 ist alt. Suche Kontakte zu meiner Zielgruppe vor Ort. Wie auch immer das ausgeht, ich werde berichten.
In der Zwischenzeit spielt Igor Levit, so lange Corona wütet, für uns alle jeden Abend ein Konzert.

Ich wollte auch etwas tun, nicht dass ich mich mit ihm vergleichen könnte, aber vielleicht macht Kleinvieh auch Mist.

Weil wir ja alle -meine Risikogruppe und viele andere- jetzt und hienieden, zurecht, örtlich eingeschränkt sind und vielleicht was zu lesen suchen, für daheim ‚rum, poste ich die Texte noch einmal hier im Blog. Und zum Schluss für Kindle, EpubReader zum Download und als PDF für die Anderslesenden zum Drucken. Für lau.

Michael Bauer
Zumeist lyrische Texte zum älter werden der Zeit Risikogruppe, ach. weiterlesen

Auf Socken ins Museum im Digital

(Nein, nicht schon wieder ins Städel. Das Plakat gefällt mir eben. „Making Van Gogh“ hatte ich ja gebloggt.)
Ich will hier nicht über Corona bloggen. Das Netz ist voll davon. Aber gestern Abend spielte Igor Levit, einer der großen Pianisten, via Twitter die Waldsteinsonate. Gestreamt aus seinem Wohnzimmer. Als Akt der Solidarität mit uns und sich, die wir auch aus Solidarität zu Hause bleiben, #coronaAura sozusagen . Er hätte auf seine CD verlinken können, aber er wollte uns nahe sein, wir waren nahe bei ihm daheim. Das berührte mich sehr. Kann man noch nachhören.


(Klick ins Bild, um zu hören, im Augenblick klickten das mehr als 200000 Menschen.)
Auf Spotify kann man die gesamte Einspielung anhören.
Zu meiner Verblüffung und Erheiterung spielte er in Socken. Schließlich war er ja zu Hause.
Heute morgen dann sah ich ein Reetweet von @sufloese. Anne, die Kulturfritzin, sie ist ja keine Unbekannte im Blog, aktuell für die Online-Aktivitäten des Burgtheaters zuständig (#theaterimnetz wirkt) twittert von der vertanen Zeit von Kulturinstitutionen in Sachen Digitalisierung. Man könnte das jetzt gebrauchen, um sich zu zeigen, wenn alles geschlossen ist. Wie immer muss frau sich verteidigen, dabei hatte es Igor bereits vorgemacht.


Ich will das jetzt nicht ausbauen. Hab mich schon genug ereifert.

Ich bin ja so banal, ich bin die Unkunst.

Weil es geht? Ok. W Auf Socken ins Museum im Digital weiterlesen

250. Geburtstage 2020

Je nach Zustand meines Rückens und der Wetterlage will ich die 250. Geburtstage am Philosophenweg in Heidelberg zelebrieren. In der Hölderlinanlage.


(Dicke Finger beim tippen, sorry)
Stammt aus diesem Beitrag auf #burger.

Moi Herz, moi Herz, in Heidelberg, moi Herz

Dies hier von Hölderlin lesen:

Heidelberg

Lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust,
Mutter nennen und dir schenken ein kunstlos Lied,
Du, der Vaterlandsstädte
Ländlichschönste, so viel ich sah.

Wie der Vogel des Walds über die Gipfel fliegt,
Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
Leicht und kräftig die Brücke,
Die von Wagen und Menschen tönt.

Wie von Göttern gesandt, fesselt‘ ein Zauber einst
Auf die Brücke mich an, da ich vorüber ging
Und herein in die Berge
Mir die reizende Ferne schien,

Und der Jüngling, der Strom, fort in die Ebne zog,
Traurigfroh, wie das Herz, wenn es, sich selbst zu schön,
Liebend unterzugehen,
In die Fluten der Zeit sich wirft.

Quellen hattest du ihm, hattest dem Flüchtigen
Kühle Schatten geschenkt, und die Gestade sahn
All’ ihm nach, und es bebte
Aus den Wellen ihr lieblich Bild.

Aber schwer in das Tal hing die gigantische,
Schicksalskundige Burg nieder bis auf den Grund,
Von den Wettern zerrissen;
Doch die ewige Sonne goß

Ihr verjüngendes Licht über das alternde
Riesenbild, und umher grünte lebendiger
Efeu; freundliche Wälder
Rauschten über die Burg herab.

Sträuche blühten herab, bis wo im heitern Tal,
An den Hügel gelehnt oder dem Ufer hold,
Deine fröhlichen Gassen
Unter duftenden Gärten ruh’n.

Dazu Beethoven auf den Ohren. Weiß noch nicht was. Je nach Laune will ich dort auch schreiben.
Twitter feiert jetzt schon #beethoven250

So ganz privat. Was brauch ich große Feiern.
Obwohl. Nach Bonn fahren und am Rhein Hölderlin lesen hätte auch was. Das Neckarwasser ist da ja auch dabei. :)