Zweiter Feiertag

[update aus 2009]

Zweiter Feiertag nur. Das höre ich jetzt schon seit es mich gibt. Der 26.12. ist nur der 2. Feiertag. Selbst meine Cousins zu Ostern und Pfingsten sind keine 2. Feiertage, da der Festtag dort immer ein Sonntag ist. Ich bin nur der 2. Feiertag. Das kleine Schwarze hängt auf dem Balkon zum lüften, zu Mittag gibt’s die Reste der letzten 2 Tage, alles hängt herum und selbst der Baum beginnt zu nadeln. Das hat mich schier zum Wahnsinn getrieben, bis mir die Erleuchtung kam.
Morgens in aller Frühe ist es über all ruhig, die Autobahnen summen weniger, alles schläft, nur der mikel wacht, der STILLE Morgen ist am 2. Feiertag, versteht Ihr? Am 2. Feiertag kann man ganz unhehre Dinge wieder tun, keiner verlangt, man solle feierlich oder gar GEMÜTLICH sein. (Was genoss ich die x.te Wiederholung der Hoppenstetts von Loriot…. ) Jeder darf tun und lassen was er will, bis auf die armen Würstchen im Dienstleistungsbereich.
Nur auf den Autobahnen spät wird es ungemütlich. Da wird zurückgerast. Weihnachten ist doch das Fest der Familie, da muss man sich doch besuchen und wenn es nur auf den endlosen Staus unserer Verkehrskriegsplätze wär, Mobilität ist alles, wir haben doch den mp3/4/dvd-Player on board. Ich frage mich immer wieder, wie viele Kleinkinder Weihnachten hassen werden, nur weil sie schon im Wickelalter beständig hunderte von Kilometern von Opa zur Oma fahren mussten.
Ich bin der 2. Feiertag, der eigentliche. Die Kinder spielen mit dem neuen Spielzeug, Papa auch, Mama erholt sich vom 10-Gänge-Menü und die älteren Kinder können endlich auch mal wieder, weil die Anwesenheitspflicht gelockert ist. Jeder kann endlich feiern, wie ihm der Sinn steht, was ersie denn unter Feiern versteht austoben, aber pssttt… veraten Sie’s niemand, sonst wird auch das zur Tradition und alle müssen machen, was sie wollen, ob sie wollen oder nicht. Das ertragen die wenigsten. Glauben sie nicht, warum braucht sonst die Menschheit im Urlaub Animateure ?
Ich bin der Animateur-freieste Tag des Jahres, der zweite Feiertag. Ich überlasse den ganzen feierlichen Käse gerne dem 1. samt dem ach so heiligen Abend davor. Com’n babe, ich bin der 2. Feiertag, let’s dance and shout and write.

Living Christmas

Living Christmas geht dieses Jahr Montag los.
Langsam kommt die Truppe zusammen. Wir machen das jetzt schon seit 3 Jahren. Living Christmas. Wie Big Brother nur live, im Stall meines Bruders, der nach der letzten Schweinepest die Landwirtschaft aufgab und jetzt ein Landautorenschule führt. In 2 Wochen zum fertigen Landroman.
Dabei sah es nicht gut aus, bis zur letzten Minute war unklar, ob wir das Projekt auch dieses Jahr durchziehen sollten. Wir haben nämlich ein Forum. Sie wissen schon so ein Dings im Internet zum Diskutieren. Wie in jedem Forum, fast jedem, gab’s Knatsch. Gabriel wollte dieses Jahr als Hl. Geist auftreten und mich real
schwängern, das heißt nicht wirklich schwängern aber mit mir öffentlich schlafen. Sagte ich schon, dass ich Maria heiße und Maria spiele?
Ich wurde bissig. Spukte und trat. Ich dachte nicht daran jemals wieder mit Gabriel zu schlafen, ob als Engel oder Geist getarnt, das war vorbei, all over now
baby blue. Ich liebe Josef und ich liebe ihn, wie ich will, so oft ich will, wann ich will, von mir aus auch im Stall, aber dann wäre doch die Story am Arsch, oder?
Sagte ich schon, dass mein Mann Josef heißt und Josef spielt? Ich musste sehr grob werden und Gabriel raten, er solle sich seine Flügel anziehen und Vöglein
vögeln, wenn er denn könne. Er wurde abgelenkt, ich nehme an eine der Hirtinnen hat ihn abgelenkt, wir haben keine Hirten, wir haben Hirtinnen im gleichen kurzen Gewand und bloßen Schultern und manchmal mehr, Sex sells.  Als ob wir wirklich Theater wären. Genderkram halt.

Und dann geht es Montag wieder los. Wir versammeln uns im Stall und spielen die Weihnachtsstory bis zum 24. Live improvisiert. Verkündigung (das
macht Gabriel sehr anzüglich und mit hämischen Gesichtsausdruck zu Josef hin, SUPER macht er das).
Diskussionen ob wir heiraten sollen oder nicht, Eifersuchtsszenen, die dämliche Volkszählung und der schwule Herold, dem sich Josef fast nicht erwehren
konnte, die Reise nach Jerusalem, mit Stühlen, so als Gag, die Herbergssuche, die Geburt ohne Kreißsaal, die heiligen 3 Könige, samt Gefolge. Außer Gabriel, Josef
und mir sind das alles Komparsen aus diesem unsäglichen Kaff hier und keine KINDERARBEIT, wir verwenden eine Christmas-Barbie aus Hongkong.
Und die Viecher stammen aus den Restbeständen meines Bruders. Living Christmas. Das bringt’s.
Ernährt uns schon 3 Jahre lang. Nachts kostet der Eintritt sogar 35 €. Bezahlen die Spanner, die sehen wollen, was denn Josef mit Maria wirklich treibt.
Das ist hart, nix zu treiben 24 Tage lang. Aber wir haben ja auch 2 Stunden zu am Tag, zum Duschen und so. Von 11-13 Uhr pausiert living Christmas, bis zum 24. Kommt ihr auch? Dann singen wir auch, begleitet von Puremaff. Halleluja.
Es soll dieses Jahr Döner auf dem Felde geben. Von den Lämmern der Hirtinnen und am 23.12. Kamelbraten

Dammbruchargument

ist eine mögliche Deutung für Slippery Slope, sagt Wikipedia.
tl:dr.

Ich war im Theater. “Slippery Slope” Nationaltheater Mannheim, das immer noch saniert wird, also auf Franklin. Zweimal. Erst in der Sneak. Ich berichtete auf Bluesky, meinem Ersatz für Twitter.

Theatercafé. NTM im Alten Kino.Warten auf die Sneak.

mikelbower (@mikelbower.bsky.social) 2025-11-05T17:18:58.775Z

 

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In die Sonne gebohrt, Port25

Wieder wurde ich aus dem Haus getrieben, es wurde gebohrt und drüben legten sie Glasfaser. Das Wetter sollte regenfrei bleiben also wollte ich zum Port 25 im Jungbusch, bei der Popakademie, an der Teufelsbrücke. Da geht der 61er Bus direkt vor die Tür. Ich muss lernen auch die Busse zu benutzen. Immer der Hafenstraße entlang. Die kenne ich aus einem anderen Leben, aber das ist eine andere Geschichte.
Wieder hatte der Kunstblog Mannheim vorgelegt.
https://www.kunstblog-mannheim.de/2025/09/16/michael-volkmer-mannheimer-midcareer-award-fuer-bildende-kunst-port25-mannheim/ In die Sonne gebohrt, Port25 weiterlesen

Die Nachrichten gibt es nur noch im Stehen

Worte klappern aus Tasten. Was tippen Schauspieler in die Serien, filmen sich? Niemand sieht es und der Publi:kum denkt. Sich. So viele Worte, Unsinn. All diese Worte. Tasten. Dann braucht es eine Grafik. Die Nachrichten gibt es nur noch im Stehen. Im Umherwandeln. Ja, ja, der Wandel allerorten. Vor, neben, hinter riesigen Tischen. Alles ungeheuer bedeutend. Was steht wirklich auf den Karten mit den Senderlogos? Die Liste der Seepferdchen-Inhaber in der Redaktion? Niemand weiß es genau. Ich schreibe mit Füller auf meine Karten. Laufe schwafelnd in die Küche. Verkünde den unbehandelten Zitronen die Gedanken der Landschraten und Kandisbunzler. Auf der Karte steht ein Rezept zum Vorschäumen von angebrannten Hummer. Zwei Pfund Kohlen, unglühbar. Neue Karte, neues Glück. Lich. Immer Lich. Was bitte ist Gemütlichkeit? Mein Gemüt auf Karte 3. Gewälzt in Tannenbaumkrokant. Leere Karten. Was will ich mir damit sagen? Ob ich bis zum Ende noch so viele Karten brauche? Werden solche Karten an der Börse gehandelt? Die Leeren abstoßen? Der KI schenken? Braucht die KI meine Karten? Mein Staubsauger saugt auch KI aus meinem Bett.
Welche Karten halten Schauspieler im Bett? Mein Füller ist leer. Bald gedichte ich auf meine Karten. Gibt es schon Rezensionen zu den Kartenlogos? Alle Designer kleckern hoch, hoch, hoch.
Ich lebe. Doch. Noch.

Samstags Kunst fressen und shoppen

Ein Protokoll. In der Nachbarstadt ist auch Heimat, gell.

Ich war schon lange nicht mehr Samstags in Monnem unterwegs, als Rentner ist Werktags mehr gatting. Aber im Haus tobte ein Kindergeburtstag. Es war gut voll in den Planken und Umgebung am 27.9.25. Zuerst das Mittagessen vor der Zentrale in N4, dort standen schon die Waldhof-Fans 3 Stunden vor Beginn des Hochrisikospiels und glühten vor und wie. Letzte Woche nach der Csárdásfürstin im der Opal bemerkte ich in der Straßenbahn, wie angenehm dagegen die Eishockeyfans sind. Die Operette muss ich nicht noch einmal sehen, btw. Ich hatte etwas vor. Erst Impressionisten gucken in C4, im REM. Dann Expressionisten betrachten in der Kunsthalle am Friedrichsring.
Alles dicht an dicht, Straßenbahnhopping. Morgens schon den Museumspass verlängert, dehoam. Der Online-Pflicht genüge getan. Samstags Kunst fressen und shoppen weiterlesen

Heimat ist ein Gefühl? Was weiß ich, was Heimat ist.

In Weinheim finden derzeit die letzten Programmpunkte zu den Heimattagen 2025 im Landesfest BaWü statt.
Motto: Heimat ist ein Gefühl. Nun. Äh. Ja. Eigentlich haben sie ja recht. Könnt ihr da angucken. Ich kenne durchaus einige Gefühlsmenschen persönlich. Ich arbeitete ja 40 Jahre in Woinem. Als Hesse. 7 km bis hin.


Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

Besonders: Peitsche. “Heimat, des is e Gefiehl” #hüstel

Es gibt ja Sonntag auch einen Festumzug. Bleib ich weg. Da wird Heimat wohl wieder auf Trachten reduziert, die nicht immer richtig recherchiert sind. Warum soll Heimat Brauchtum sein?
Der Minischterpräsident ist wohl auch da. Der Grüne aus Stuttgart, der Benz und Porsche liebt. #seufz

Aber was ist Heimat für mich? Hab ich bereits 2013 im Rahmen einer Blogparade beschrieben. Füg ich einfach hier ein.

Was weiß ich, was Heimat ist?
Heimat ist ein Gefühl? Was weiß ich, was Heimat ist. weiterlesen

Neie Feddan

Gebabbld:

ned ausm Bobbes
vun de Gäns gerobbd
gekaafd in sellem Lade
wus Pornos fa Lyriker
gibt im Fillafenschda
Oigschriwwe
uf Babier gekratzt
Gedudl haldas
Iwwazwersch
Gedudl fa die Sunne
Blume Gedudl
Sunneblume DudlDudl

Driwwe ausm Ferseh
newam Blumefenschda
leefd Blud aus de Ponza
Grinse Se im Goldrausch
durschs Ovale Büro

Isch Dudl mim Filla
Filla Filla Filla
Yeah Yeah Yeah

(Imma, woann isch ga nix me vaschdei un aa noch Kuldur-Philista ma sache wolle, wie isch zu babbln heed und zu schrei:we, nemm isch hald moi Baba un Mama Schbroch, do krawwld aa ko KI erum.)

In einem anderen Land

Banal eigentlich. Ich wollte nicht kochen, essen gehen. Ein lauer Sommertag. Mir war nach Wasser, Möwen, Rhein. Das Zollamt in Bingen. Da war ich schon oft. Eine Grübelfahrt sollte es werden. Diverse Texte spuckten durchs Hirn, sollten wachsen dürfen. Deshalb die längere Anfahrt. Quer durchs Land. Mit dem 644er Bus nach Worms, dann mit der RB 35 via Alzey nach Bingen (Stadt). Ich las nicht, schaute nur aus dem Fenster. Träumte von einst. Geht Euch nix an. Die Strecke kannte ich schon seit den späten 70igern, man nannte das Deutscher Herbst, nicht für mich.. Fahrten nach Bad Kreuznach, sellesmol. Nein nicht wg der, äh, dieser Fahnenverbieterin, es gab und gibt gibt dort sonst viele nette Frauen da in Rheinhessen, . In den Fenstern die sanften Hügel mit dem schier endlosen Rebenmeer, wie einst. Nur heute stehen die Rebstöcke wie die Soldaten genau in Reih und Glied, die Erntevollernter erwartend. Hügelauf, hügelab. Keine imposanten Steilhänge, keine Lagen für die gehobenen Verkostungslyriker. Meist für den Durst. Mein Gott, Gau-Algesheim. Ja, ich dachte gerade nicht an Wein.

Reben zwischen Worms und Alzey. Im fernen Hintergrund die heimische Bergstrasse.
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