Ritter wir sind unter den Masken, vernetzt und ungenäht.

Wie die meisten Dinge entstand es aus dem Nichts, vielleicht auch dem Alkohol, anderen berauschenden Dingen oder dem Frust nicht ausgelebter Sexualität junger Menschen. Es wurde gemunkelt, dass es während sogenannter Coronapartys zusammengesponnen wurde, seriöse Forscher bezweifelten dies. Früher nannte man diese in den Gazetten „Wie amerikanische Wissenschaftler …“, aber das ist nun wahrhaftig schon lange her, nur auf Twitter frotzelt man in den Nachttimelines noch manchmal darüber. Der coole Andy wusste es besser, er war dabei, schweigt aber immer noch und grinst heimlich im Heimatofficium, das große Latium juckte zwischen den Ohren. Es war in einer Whatsappgruppe. (Welch ein Wort!)

Nach allerlei Gefechten zwischen den Alphaweibchen und -männchen befahl die Republik die Allgemeine Maskenpflicht. (Was der Autor dieser Chronik durchaus gutierte und erstaunte ob der unvermuteten Weisheit dieser Gruppierungen.)

Auf jeden Fall tippte sich diese Gruppe in den Serverdschungeln des Heiligen Whatsupper die Finger wund, wegen diesen Masken, dem Abstandporn, unsozialen Distanzen und dann kam natürlich Darth Wader mit „Ich bin Eure Mutter“ in die Arena und das Gegröle wurde lauter. Die Damen derweil bemerkten, dass es wohl auch mit Schals ginge, das Bedecken von Nase und Mund, die Muslimas kicherten bekifft. Ritter wir sind unter den Masken, vernetzt und ungenäht. weiterlesen

Online-Lesung

Eine lyrische #schlössersafari als Zeitreise, scrolldown follower.


Es ist Coronazeit. Alle Welt und selbst der Papst zieht sich ins Netz zurück, es bleibt beim Kontaktverbot nichts übrig. Ich bin sehr froh darüber. Bei manchen Einrichtungen wirkt das bemüht, hektisch, unbedarft. Andere mussten nichts tun, sie waren schon im Netz. Mit steigender Dauer gibt es immer mehr Kritiker, die dagegen sind. Wie schon immer. Mit den Armen fuchteln und „Internet halt“ schreiben. Geht mir auf den Geist, als ob Direktoren und Intendanten ihre Konsumenten mit der Peitsche in die Virtualität trieben. Ich wollte meine uralten Lesungen in hier erwähnen, aber das ging nicht. Tja, lest selbst.
Eine erdachte Lesung auf einer Burg, ausgedacht 2003, mit Gedichten und Sound, damals auch gesprochen. Ich dachte, ich brauche so etwas, weil es bald alle haben werden, aber was schreib ich da. Die Lesung war geflasht, wie die ganze Homepage siehe oben, niemand dachte damals auch, diese Amazone könnte einmal so gefährlich werden, für die Lokalen hier. Aber die heutigen Browser spucken ja Blut und Feuer, wenn sie Flash darstellen sollen. Es war wohl gefährlich, wie dieses Virus heute, niemand will damit in Kontakt treten. Der Sentimentalität wegen neu erstellt, weil ich schon dunnemals solche Dinge machte, die in diesen Coronatagen am Karfreitag 2020 für viele Neuland sind, als Ansporn. Das Bild im Hintergrund aufgenommen beim #lustradeln zu den 4 Burgen in Neckarsteinach. Hier die (bewohnte) Mittelburg.
Die Texte wild gemixt in Kleinschrift, ordentlicher Schrift, (Kur)Pfälzisch, im Standarddialekt. Es ging chaotisch zu, damals.
Also dann:
So sah die Eröffnung ursprünglich aus. Ich hatte geplant mit dem ersten Gedicht „Hymne an die Liebe“ weiter unten, von 1983, erstellt zu meinem zweiten Musical „Singe beim Babbln“ auf der Minneburg am Neckar zu lesen, machte das aber nie. Warum auch immer, es blieb Onleine. Dafür war die Frau @odenwälderin dort.


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