Ohne Titel 59 Komma Acht

frisch gelaunt
opfert Fansite
30 follower
dem Gott der
frühen microsofts

ach wärst Du doch
Andrea Berg
oder doch so halb
so weit hat es
kommen müssen

Ich kiffe Nische
drogenlos
täglich bis

das Paradies
discountet
für
79 cent

Kaffee und Gurken

(ein Mini aus dem Jahr 2003/4? aber er passt heute so gut)

Kaffee und Gurken. Seit Jahren schon Kaffee und Gurken. Sie wartete darauf, daß etwas geschah, mindestens etwas mit ihr geschah, noch besser sie etwas geschehen ließe. Etwas mehr als Kinder sich verzeugen und gebären, Männer lieben, Diamanten durch die lauen Lüfte funkeln. Sie hasste Kaviar, diese dröge Fischlaichmarmelade. Seit Jahren schon ging sie jeden Donnerstag zu Aldi und kaufte Gurken und Kaffee, sonst nichts, man musste schließlich bei seinen Standards bleiben. Keiner ihrer Kinder, Männer, Cliquenweiber hatte es bisher bemerkt, wo denn der Kaffee herkäme, wo sie die göttlichen Gurken erstand. Es wäre ihr auch egal gewesen. Man hätte gelacht und es wäre 3,45 Tage hipp gewesen bei Aldi einzukaufen, aber nur in der Bromchtalwälder Strasse. Also kaufte sie weiter jeden Donnerstag Kaffee und Gurken bei Aldi und wartete, bis etwas geschah. Und es geschah. Ein Mann schraubte vor ihrem Auge ein Glas Gurken auf, setzte sich zu Boden und aß Gurken. Sie setzte sich neben ihn und zusammen aßen sie Gurken, bis die Essigbrühe die Kinnlade entlang lief. Ich bin schwanger sagte er, ging in die Kammer des Filialleiters und raubte die Kaffeemaschine in dem er ihn mit dem neuesten PC paralisierte, der Linuxversion. Sie öffnete jedes der 324 Kaffeepfünder und entnahm ihm eine Winzigkeit Kaffee, den sie in die Filtertüte aus dem Regal rieselte. Er rinnsalte Mineralwasser aus 234 Petflaschen Schlückchen weise in die Kanne. Und ein schwangerer Mann und eine saure Frau tranken Kaffee aus den Angebotstassen und aßen Gurken bei Aldi. Endlich war etwas passiert, hatte sie passieren lassen, hatte sie passiert. Kaffee und Gurken sagte er, nickte und verschwand, es war nicht weiter wichtig, denn sie wusste sie würde ihn immer lieben, samt ihrem Kind.

Däumling

Pfade
gehauen gelegt
getrampelt geschnitten
es wuchert wieder
Gestrüpp
über Dich

Schritte
daumen durch Pforten
geblättert
getrippelt
geraden
unendliche Schnitte

Aus meinen Zickzack
kurven Worte
aus Nichts gerundet
in Reihen und Glieder
Grün quillt Sehnen
welk in die Nebel

Bild enstanden mit der HDR-App für Android im Schlossgarten Schwetzingen, siehe hier

Sträßchen

Eigentlich nur eine Notiz an mich selbst, damit ich mich erinnern kann. Dieses Sträßchen von Schwetzingen nach Heidelberg-Grenzhof ist etwas ganz besonderes. Genau da kann man die gesamte Bergstrasse sehen, von dem Anstieg aus dem Kraichgau bei Leimen über Heidelberg, das Schloss in der Abendsonne angeklitzert, Dossenheim, die Strahlenburg zu Schriesheim dann die Wachenburg in Weinheim schemenhaft nur noch, die Starkenburg in Heppenheim im Dunst zu weit weg und ganz hinten thront der höchste Berg, der Melibokus mit der versteckten Burg Auerbach, fast schon in den Vororten von Darmstadt. Und fast sieht man nur den Wald, oben an den Hängen, die hässlichen Wunden der Porphyrwerke und nicht die Massen in der Ebene. Luftig leicht sieht das aus, so in 5 km Entfernung. Dabei ist das eine Großstadt von bestimmt 300000 Einwohnern, in 2 Bundesländern und x Gemeinden, mit 2 Weinanbaugebieten. Doch, dieses Sträßchen ist einzigartig. Den Geist geleert, frisch aufgefühlt, die Seele im Schlossgarten von Schwetzingen gebaumelt, der Garten ist für mich meditativ erlaufbar wie ein überproportionierter Kreuzgang, doch ich habe schon in Häusern mit solchem gelebt. Und nach diesem Sträßchen, diesem besonderen, in Edingen gleich an den Neckar und am Treidelpfad entlang in mein pittoreskes Ladenburg, der übernächsten Nachbarstadt,in dem ich jetzt diesen Text schreibe, in der Abendsonne, ein Bier. 3 Stunden früher Feierabend gemacht und gefühlt 2 Tage Urlaub verlebt. Vor der Pseudo-Moschee in Schwetzingen ins Netbook gedichtet. Doch. Aber dieses Sträßchen hat was. Versteckt in der Ebene, von hinten befeuert von den Türmen des Großkraftwerkes in Mannheim, auf der S-Bahn-Brücke nach Edingen der direkte Blick in die andere Richtung auf den Vikoriaturm am Mannheimer Hauptbahnhof, die Schlöte der BASF erahnend. Aber das sieht man da nahe dem Grenzhof nicht, weil der Blick nach rechts zu Ruine am Neckar geht, dem Glanz der Kurpfalz, nach dem Garten des Kurfürsten. Doch, das hat was. Auf der Heimfahrt gleich, werde ich 500 m vor meiner Wohnung die Grenzsteine passieren, zwischen Baden und Hessen, sie tragen die Wappen der ehemahligen Großmächte Kurpfalz und Kurmainz. In der Abendsonne werden auch sie glänzen, was bedeutet eitler Ruhm des gestern. Gerade steiegn im Osten alte Mächte wieder zur Weltgeltung auf, aber wen interessiert das im Augenblick?

ungefiltert Gedicht-Fragmente vor der Moschee entstanden..

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Online-Pappmaché

Auf der Milchstrasse der grau-blauen Unken schnuppen Wildschwein-Clones Rosen-Sternchen aus Online-Pappmaché in die Sonneneruptionen der Windrädchen, die ein Suppen-Kasper-Interface aus gebrauchtem Twitter-Code von den Servern der Kongressbibliothek schnitt, dort wo unsere Worte ruhen und von unseren Fingerkuppen träumen, die sie in die Touchscreens und Tastaturen streichelten, sie feuchten, hauchen, sehnen sich zurück in unsere Zellen. #hashtags braten Fliegen über offenen Retweets, blöken Mutterschäfchen in den Schlaf der Gorgonzola-Tiger. Kastanienbäume kerzen Flashmobs in die Zeitflüsse des Charon, dort wo der Styx im Nebenfluss des Neckars moselt, rhein so rhein, das Wasser der ungesüßten Lebenspender, die uns Verlängerungen zwischen die Tage nächten. Graffiti singt Lieder aus gecracktem Beton in die Rinden der Nasenbunker. Dada tapeziert kreuzfidel C++ in die Semikolons der php-Dateien, kreischt Stille in die divs der teuflischen Css dadadadad, Geschosse aus sandgestrahltem html küssen die Knoten im Utrus der Paltinen-Busse. Festplatten stülpen Urlaub in die Ruinen der kalbsfüßigen Ruinen alter Floppy-Reader. Engelshaar kreuzt die Realität mit den Zyniken des politischen Betriebs auf Alpha Cenaturi, dort, wo die graublauen Unken schlafen, wenn die Milchstrasse von den Facebook-Ameisen gemolken wird. Ein Tag flattert über dem Mond, sichelt Gänsefüße „““““““““““ aus den Iden des Vormärz. Dadadadada, ich liebe, ach was.

Sie kann nicht reiten (Der Tag nach Walpurgis)

Sie kann nicht reiten. Doch. Eigentlich nicht zu glauben. Seit Tagen erzählt sie mir im Bett nach den abendlichen Turnübungen, in allen esoterisch einwandfreien Positionen, sie sei überlebende Hexe in 6. Generation, soweit ich das in dem Geschmatze richtig mithörte, als ich mir dann aber in ihrer Abstellkammer den Besen holte und mit ihr noch zum Italiener fliegen wollte, kreischte sie etwas von folkloristischem männlichen Dummfug, Hexen wären nie geflogen, das wäre eine sexistische Lüge der Inquisition. Es wäre schade um die Körperlichkeit zwischen uns, aber es reichte. Als ob etwas dabei wäre auf Besenstielen zu fliegen. Ich meine Staubsauger ist schwierig oder dieses moderne Plastikzeug zum Wischen, aber Besen? Hallo, das kann schon mein kleiner Bruder, ohne Zusatzbeharzung. Ich schwang mich also auf den Besen und flog ein wenig durch die Wohnung, landete im Klo und erleichtert mich aus der Luft, ein Kunststück, das mich einst die große Lucretia lehrte, sie wissen schon, die Borgia. Nicht DIE, ihre nachgeborene Cousine Jahrgang 67. Um mich aufzuwärmen sprach ich noch drei Libellen selig, luftig leicht, schwerelos. Ihr wisst schon, die light-Variante, die keine Zaubereien extra verlangt, einfach nur um schöne Flugbahnen zu benedeien. Und dann kam meine Landung auf’s Bett, sie hatte die ganze Zeit nur gestarrt. Punktlandung, genau dorthin, ich meine ich muss das jetzt nicht erläutern, wo vielleicht alte Leute mitlesen und sich schämen, die Kinder wissen eh Bescheid, zu was haben wir Internet. Total baff. Das hatte sie noch nicht, diese Art Reitunterricht. Sie kann halt nicht reiten, sowas nennt sich Hexe. Und dann kam er der Schrei: „Verbrennen sollte man Dich“. Hexerich. Ich schlug sie hart, ins Gesicht. Das einzige Mittel, das wirklich hilft wenn man überleben will, seit Jahrhunderten bewährt. Nein ich mache das nicht gerne, aber es hilft wirklich nichts anderes wenn die Auto da Fes einberufen werden. „Hexenkannibalin“ schrie ich und verschwand in der Nacht nach Walpurgis, wenn wir fliegen dürfen. Reiten, in die Wolken der Ignoranz und darüber, dort wo auch für uns Männer Sonnen scheinen auf Besenstiele. Sie kann nicht reiten, ich fasse es nicht.

Entstanden gerade auf dem Marktplatz in Ladenburg, wo wahrscheinlich, trotzt des Alters der Stadt nie Hexen brannten, das war in der Kurpfalz verpönt. Auf den Ohren dabei: Miles Davis, Bitches brew….