Wir sind Mittwisser in diesem #theatherimnetz

Ich war in „Mitwisser“ von Enis Maci Premiere: Sa, 29. September 2018 Deutsche Erstaufführung, am Nationaltheater Mannheim, endlich ergatterte ich eine Karte.

Vorab mein Twitter-Thread, fabriziert direkt anschließend im Casino Werkhaus.


Alda, was für ein Hammer, diese „Mitwisser“ am @NTheaterMA . Die körperliche Arbeit des Ensembles alleine ist bemerkenswert, die Sprache fließt, hakt, staut. Das muss sich setzen. Ich werde bloggen müssen..21:49 – 16. Feb. 2019>

Seltsam, dass ich kurz vorher zu Hause über Rheingeschichten bloggte und der Fluss im Stück eine große Rolle spielt. Es ist übrigens ein starkes Stück #theaterimnetz

Auch dieses mal gab es Nebel, aber der hatte Sinn und Verstand, kam aus dem Reich des Orakels. Übrigens Tweeties, im Stück wird das Internet definitiv.erklärt. 😃

Lustig: Beim Hinausgehen spekulierten einige Herren über die Chance des Stücks bein den Mühlheimer Gedingsen gegen die Jelinek. Stay tuned. Mehr im Blog., demnächst.

Der Trailer vom Theater!

Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

Soweit alles gut. Ein Stück wie an der Leine gezogen, ohne Dialoge, nur Chor und Soli, als ob es ein Konzert wäre, ein Essay in Zierart mit einer gewaltigen, leisen, erhobenen Sprache, wechselnd von Takt zu Takt -Seit ich Tala Al-Deen in Endstation Sehnsucht singen hörte warte ich immer darauf, sie würde damit beginnen-. Von einem Ast zum nächsten. Die Schauspieler immer in Bewegung, als ob es Ehrenurkunden für die Bundestheaterspiele gäbe. Sie klettern über die Stellwände der Kulisse, sind fast nie außer Sicht, auch backstage werden sie von Kameras verfolgt, die Videowand ist immer on, wie im Netz.

Wir sind Mitwisser.

Frau Arbeiter (Die Agierenden sind namenlos) aus dem Ensemble konnte sich beim Schlussapplaus nicht verbeugen, hoffentlich ist nichts passiert. Waren deshalb die Chöre nicht mehr ganz syncron?

Drei Fälle werden abgehandelt. Echte Fälle, bekannte. Der Mord der Nevin Yildirim an ihrem Vergewaltiger, Vorsicht, ich habe die Links nicht alle geprüft.

Der Mord an seinen Eltern von Tyler Hadley in Florida.

Die Radikalisierung von Nils Donath aus Dinslaken hin zum IS. Achtung die ersten Links führen zur Bildzeitung. Wissen Sie schon Bescheid.

Aber ich fand die Links. Wird später wichtig in diesem Blogpost.
Der „Plot“ folgt keinem genauen Plan, scheint es. Die Orte werden in GPS-Kordinaten an die Wand gebeamt. Für Port St. Lucie (FL) 27° 16′ 22.977″ N 80° 21′ 29.614 z.B. Jeder Ort auch mit Adresse, also Ort und Straße. Die Orte wechseln gen Ende immer schneller, werden beliebiger, sind auch einmal Weimar oder Friedrichshafen.

Wie beim Surfen hangelt sich die Story von Link zu Link, meist an Worte geknüpft. Als ob James Joyce Pate gestanden hätte, von einem zum anderen sich verlierend. Beispiel?
Eingeschoben ein Interview mit Hooligans und bekannt blöden Nazi-Sprüchen in Kapzuen, die dann singen „Wir sind Deutschland“ und per angeklebten Bärtchen zu Gartenzwergen mutierten und dann eine Einführung ins Sisha-Rauchen geben und als Beurteilung „Langweilig“ angeben, übrigens eines der witzigsten Szenen des Stückes, fast Kabarett. Dann nimmt das Stück die Langeweile auf und verkündet, dass all diese gelangweilten jungen Männer das Übel der Gewalt brächten. Hoffentlich schließt niemand daraus Zwangsbespaßung daraus machen zu müssen.

Fast ergreifend die Beschreibung der Emscher, in Dinslaken, wo dieser IS-Mann haust. Ich musste auch erst googeln. Von der Gelsenkirchnerin Maci  Betrachtungen am kanalisierten Vater Rhein folgend.

Dann das Internet, mal als „System mit intelligent vernetzten realen und virtuellen Objekten sich selbst steuernden Ökosystem“ in der Zeppelin UniversitätFriedrichshafen., dann wieder an der Wand das Statement „Das Internet ist (Facebook??) Tumblr, Youtube.

Pythya, inzwischen auch im Boot, sucht bei Youtube um zu orakeln, in Delphi, wir alle sind Orakel in Person oder als Chatter*innen. Es ist wirklich ein Stück im Netz #theaterimnetz.

Ein Wahnsinn, was auf einen einprasselt, ohne Halt und Aufschub, wie im Leben mit dem Netz auch.

Aber!

Warum sieht man vom Netz nichts auf der Bühne, nur ein Schild, darauf „Internet“ steht, eine Tür zu einem Raum? Sic!
In einer Nachtkritik zu der Wiener Uraufführung der Satz: „Unaufführbarkeit der Vorlage…. Ganz abgesehen von den gedankenschleifigen, in der Bühnenfassung größtenteils gestrichenen Regieanweisungen und dem auf Links basierenden Quellenverzeichnis.“ Hhhm. Die Aufführung hätte ich jetzt gerne gesehen. Aber Quellverzeichis? Hhhm. Im Theaterverlag ein Abdruck. Print.

Screenshot von Theaterverlag.de zur Bestellung eines Scripts von „Mitwisser“ Klick ins Bild führt zur Website)

Ich wollte schon. 15 Euro geht ja, aber das dauert dann mit der Schneckenpost und Links im Print? Abtippen wie zu Listing-Zeiten? Nein.
Ich fand genügend Links, siehe im Text. Was tun sprach Zeus?
Also hätte man nicht zu den Ortsangaben Links an die Wand projizieren können?
Die gerade vorgesprochenen Wikieinträge an die Türen? Nicht zum mitlesen, als Kulisse, damit „Netz“ vermittelt wird. Die Seekuh am Bodensee, die ein Mähboot ist.

Ein Chatverlauf irgendeiner App.

Chatverlauf, erzeugt mit Fakechats

Eine Stichwort-Wolke mit Schlüsselworten.

Erzeugt mit Wortwolke.com

Twitter (Wie bei Trump)

Nur ein Bild!

Irgendsowas. Nur um zu zeigen: Dies ist ein Stück, das im Netz spielt und auch hier. Die Wechselwirkungen. #ichmeinjanur
Könnte die Regie ihren Personen ein normales Verhalten geben und sie in Abständen nach dem Smartphone greifen ließen? Doch das ist inzwischen normal.

Als Zeichen der Transparenz eine Linkliste. Von der Dramaturgie. Es muss ja nicht die ganze Linkliste vom Verlag sein. Bei anderen Stücken auch gerne eine Song-Playlist. In einem Blog vielleicht? Einfach Bonusmaterial nennen. Für dieses Stück besonders.
Unverschämt der Kerl. Ich weiß! :)

Ach so ja: Der Mühlheimer Dramatikerpreis wurde die letzten 2 Jahre von Hausautoren des Nationaltheaters Mannheim gewonnen.
2018 von Thomas Köck.
2017 von Anne Lepper.
2019 ist dieses Stück nominiert, in der Version der Uraufführung.

Endstation Pienssucht

Als Beitragsbild hängt oben ein Screenshot von Twitter. Mein Kommentar, direkt nach dem Ende von „Endstation Sehnsucht“ im Nationaltheater Mannheim.
Ich lief schnell ins Theatercafé um den Tweet abzusetzen, bevor ich mich in das Gewühl der Premierenparty stürzte. Ich mach das gerne, ist ja ohne Belang, wer bin ich schon. Drei Tische weiter saß der Chef der Kulturabteilung des Mannheimer Morgen und tippte in sein Notebook. Fand ich cool. Nachtkritik lokal, oder so. Mich beschlich allerdings das Gefühl, da würde ein Verriss geschrieben. Nun denn.
Längst zu Hause las ich den Tweet des Intendanten, der sehr aufmerksam alles registriert, was um sein Theater herum vorgeht. Seismographisch. Und ich antwortete. Twitter halt. Endstation Pienssucht weiterlesen

Das Mädchen und der Kaiser Episode 2

(Die Episode 1 findet sich hier.)
tl:dr
Ich besuchte das Historische Museum der Pfalz für zwei Ausstellungen.
Valentinian I und die Pfalz in der Spätantike 16.9.2018 – 11.8.2019
Marilyn Monroe – Die Unbekannte 16.12.2018 – 16.06.2019
Ich nutzte dazu das Angebot des Museums für Blogger. Das ist immer noch nicht üblich und selbstverständlich. Danke.

Screeshot der Website des Historischen Museums Speyer

Beim schreiben gehört: Spotify: „Marilyn Monroe 50th Anniversary Album“
/tl;dr Das Mädchen und der Kaiser Episode 2 weiterlesen

Das Mädchen und der Kaiser Episode 1

(Die Episode 2 befindet sich hier.)
tl:dr
Ich besuchte das Historische Museum der Pfalz für zwei Ausstellungen.
Valentinian I und die Pfalz in der Spätantike 16.9.2018 – 11.8.2019
Marilyn Monroe – Die Unbekannte 16.12.2018 – 16.06.2019
Ich nutzte dazu das Angebot des Museums für Blogger. Das ist immer noch nicht üblich und selbstverständlich. Danke.

Screeshot der Website des Historischen Museums Speyer

Beim schreiben gehört: Spotify: „Marilyn Monroe 50th Anniversary Album“
/tl;dr

Vorsicht Heino! Kennen Sie das Lied „Als die Römer frech geworden“? Als Kind setzte sich das fest. Arminius vertrieb die Römer aus unserer Heimat. Quatsch. Es dauerte sehr lange, bis ich begriff, dass unsere „Gegend“ beidseits des Oberrheins schlicht Römische Provinz war. Unterschiedlich lange, bis in die Spätantike. Hier setzt auch die Ausstellung an.

Geknipst: Animierte Darstellung der römischen Standorte am Oberrhein. Historisches Museum der Pfalz. Ausstellung „Valtentinian I, und die Pfalz in der Spätantike“ / Historisches Museum Speyer.
Ich wählte bewusst dieses Bild zum Beginn, weil ich es begrüße, dass hier in dieser Ausstellung und wie ich später sah, im ganzen Haus, das Multimediale immer mehr in den Vordergrund geholt wird. Das ist gut so, wirkt belebend. Vielleicht könnte sich das Museum entschließen solche „Filme“ online zu stellen. Sie wurden ja schon erstellt. Zusammen mit den Wandtexten aus der Pressmappe, die sind ja auch da. Könntet ihr mit „Digitalisierung“ punkten! Vielleicht in einen Blog einbinden? Nur mal so. Dann könnte ich das hier verlinken. Das Mädchen und der Kaiser Episode 1 weiterlesen