Es war einmal ein kleiner Rasenmäher.

Hab ich ja auch noch, vielleicht sucht doch noch jemand etwas zum vorlesen.
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher. Beinahe-Märchen für nicht mehr ganz so kleine Leute.

Vorgestellt:In den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts, das auch im letzten Jahrtausend lag,führte ich eine Tradition fort, die ich bereits in den Achzigern kultiviert hatte: Geschichten erzählen zur guten Nacht und die kleinen Menschen durften das Thema frei wählen. Ich hätte sie aufschreiben sollen, aber zu-meist war ich froh dieser Pflicht entledigt wieder dichten zu können oder das eigen Bett rief, ja das auch. Genau das. In den Neunzigern nun hieß das Thema immer und immer wieder „vom kleinen Rasenmäher“.
Beispiel:
Der kleine Rasenmäher und rotes Gras
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher und täglich half er mit seinen kleinen Messern brav seinem Papa das Gras nicht höher als vier Zentimeter wachsen zu lassen. „Gibt es eigentlich auch rotes Gras?“, fragte er unvermittelt. Papa rauchte langsam, nein, nicht wie Eurer, er rauchte wegen des leicht erhitzten, billigen Schmieröls im Tank. „Das ewige Grün im Sommer und das Ocker-Gelb im Winter ist sooooo langweilig“, quengelte der kleine Rasenmäher. Papa qualmte gemütlich noch ein düsteres Wölkchen und schipperte auf die hölzerne Gartenhütte zu. „Hier“, sagte er nur und überreichte dem staunenden Sohn Farbe und Pinsel, „streich’s doch“. Der kleine Rasenmäher war Feuer und Flamme.Er strich mit leichten Pinselschwüngen Halm für Halm rot an, aber er war ja wirklich noch ein kleiner Rasenmäher, der ohne seinen extra Schuss Hochoktan noch nicht so lange in der Sonne ackern konnte. Nur einen halben Quadratmeter hatte er gepackt, als er kläglich aufgab und unter den schattigen Kirschbaum fuhr. „Halme streichen ist schlimmer, als ich dachte“, seufzte er laut und schlummerte schon fast, als sich Papa bereits im Endspurt vor dem Häxler den Grasfang entheute. „E sgibt kein rotes Gras, mein Junge“, es sei denn Du willst das WIRKLICH, aber eigentlich ist das viel einfacher und schwerer zu gleich“. Der kleine Rasenmäher ahnte böses, gleich würde Papa philosophieren und das nur, weil er mal etwas Abwechslung wollte. „Eigentlic hist solch ein Rasen bunt, wenn das Gras höher wachsen dürfte und eine Wiese wäre“,flüsterte Papa. Er seufzte und blickte in den wolkenlosen Himmel. „Aber für eine Wiese mit bunten Blumen braucht man keine Rasenmäher.“ Der kleine Rasenmäher träumte trotzdem laut von bunten Wiesen, mit kleinen Rasen dazwischen für kleine Rasenmäher,sein Papa schluckte stolz und nahm zur Feier des Tages zwei Schluck Super mehr.
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Risikogruppe, ach.

Barzahlung

ich zahle bar
sprach der Tod
und nahm mich mit
das Geld auf dem Tisch
reicht für die Zeche und
morgen

Das ZDF schreibt speziell für seine Zielgruppe (Wenn das denn stimmt), Göttin Corona huldigend:
Für Personen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Verlauf stetig an. Senioren sind nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht empfänglicher für das Virus als andere Altersgruppen, haben aber ein höheres Risiko, schwerer zu erkranken.
Meint: Auch das Sterberisiko ist höher. Nun, das ist auch sonst so. Über Jahre hinweg schrieb ich:

Zumeist lyrische Texte zum älter werden der Zeit

Ich setze mich gerade damit auseinander, mir einzugestehen in Hirn und Bauch, dass ich alt bin. Punkt. 68 ist alt. Suche Kontakte zu meiner Zielgruppe vor Ort. Wie auch immer das ausgeht, ich werde berichten.
In der Zwischenzeit spielt Igor Levit, so lange Corona wütet, für uns alle jeden Abend ein Konzert.

Ich wollte auch etwas tun, nicht dass ich mich mit ihm vergleichen könnte, aber vielleicht macht Kleinvieh auch Mist.

Weil wir ja alle -meine Risikogruppe und viele andere- jetzt und hienieden, zurecht, örtlich eingeschränkt sind und vielleicht was zu lesen suchen, für daheim ‚rum, poste ich die Texte noch einmal hier im Blog. Und zum Schluss für Kindle, EpubReader zum Download und als PDF für die Anderslesenden zum Drucken. Für lau.

Michael Bauer
Zumeist lyrische Texte zum älter werden der Zeit Risikogruppe, ach. weiterlesen

Auf Socken ins Museum im Digital

(Nein, nicht schon wieder ins Städel. Das Plakat gefällt mir eben. „Making Van Gogh“ hatte ich ja gebloggt.)
Ich will hier nicht über Corona bloggen. Das Netz ist voll davon. Aber gestern Abend spielte Igor Levit, einer der großen Pianisten, via Twitter die Waldsteinsonate. Gestreamt aus seinem Wohnzimmer. Als Akt der Solidarität mit uns und sich, die wir auch aus Solidarität zu Hause bleiben, #coronaAura sozusagen . Er hätte auf seine CD verlinken können, aber er wollte uns nahe sein, wir waren nahe bei ihm daheim. Das berührte mich sehr. Kann man noch nachhören.


(Klick ins Bild, um zu hören, im Augenblick klickten das mehr als 200000 Menschen.)
Auf Spotify kann man die gesamte Einspielung anhören.
Zu meiner Verblüffung und Erheiterung spielte er in Socken. Schließlich war er ja zu Hause.
Heute morgen dann sah ich ein Reetweet von @sufloese. Anne, die Kulturfritzin, sie ist ja keine Unbekannte im Blog, aktuell für die Online-Aktivitäten des Burgtheaters zuständig (#theaterimnetz wirkt) twittert von der vertanen Zeit von Kulturinstitutionen in Sachen Digitalisierung. Man könnte das jetzt gebrauchen, um sich zu zeigen, wenn alles geschlossen ist. Wie immer muss frau sich verteidigen, dabei hatte es Igor bereits vorgemacht.


Ich will das jetzt nicht ausbauen. Hab mich schon genug ereifert.

Ich bin ja so banal, ich bin die Unkunst.

Weil es geht? Ok. W Auf Socken ins Museum im Digital weiterlesen