verlangte die Dame am Ticketschalter des Schwetzinger Schlosspark. Irgendwo muss es einen influezischen Hinweis gegeben haben, eine Masse an Senior*innen wälzte sich durch das Eingangstor. Ungewöhnlich. Schon in der S-Bahn ab Rheinau begleiteten mich Menschen gen Schloss. Egal.
Ich hatte im Blühbarometer geschnuppert und gesehen, dass die Japanischen Kirschblüten voll aufgeblüht waren. Nix wie hin. Ja, der Museumspass musste Gassi gehen.
Tatsächlich, schon von weitem sah man die Kirschen japanisch blühen, zwischen den winterlichen Wegbäumen, siehe oben.
Tatsächlich hatte ich die “Bäume” noch nie so voller Pracht gesehen. Die Wege so voller Menschen.

Kategorie: StadtLand
Die Weltwunder von Hessen
Beim Blick aus dem Fenster fallen mir die Sendungen gestern im HR ein. Als ob die Weihnachtsgutsel ihren Weg in die Vorgärten gefunden hätten blühen die Mandeln. Nein, ich muss dazu nicht nach Gimmeldingen fahren. Gestern abend zappte ich durch die Kanäle und suchte irgendetwas zu unseren Kommunalwahlen. Doch, wir sind auch Hessen. Also nix gefunden. Immer nur das absurde Getrete und Gejaule der schwäbelnden Alphamännchen, quasi vor den Pseudoruinen von Stuttgart 21, sorry, das wird wohl 2041. Von der weltweiten Politik und Kriegern nicht geredet. Und dann lief tatsächlich genau da die Sendung vom “hessischen” Welterbe des Oberen Mittelrheingraben. Vom HR reißerisch “Weltwunder” genannt. #hüstel. Und ja, da waren die Bilder von der Weinernte in Rüdesheim, direkt an den Steilhängen vor Burg Ehrenfels.

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Künstlisch
Bild: Die abgerissenen Kühltürme des AKW Biblis.
Vergnügt patschen die Minister jedweder Couleur beim Digital-Kipfelchen in ihre Händchen. In einem Geheimlabor der kurpfälzischen Supersoftware mit den 3 Buchenstaben in Cooperation mit dem 4 Buchstaben Dax, war es gelungen, durch eine supergeheime Datensammlung von Zitaten des ehemaligen Kandesbunzelers aus Oggersheim gefüttert, („Soze un Bimbes“ genannt) ihre eigene KI zu ermächtigen auch Pfälzische Texte zu generieren. KI. Endlich auch hier, KI. In der Sprache des Carl Theodor und seinem schillernden Dalberg! Die Gemeinderäte tanzen Charleston um den Capricone von Max Ernst in der Kunsthalle Mannheim und grölen „Sachlichkeit“, in Paris schon 1925 surreal verachtet. Dädä tönte es aus der Hauptstädt des Ländes. Gagä. Bäm Bäm.
Was werden die Beämten erst sagen, dass die Schreibwarenfabrik Mikelsoft in ihrer Zynigkeit den Strom für die hauseigene KI, äh AI, ausgerechnet vom AKW Three Mile Island in Harrisburg bezieht? Da hängt sich keiner die Windows hinaus. Wäm. Kernschmelze im Word?
Der lesende Autor hier wäscht seine Hände in dieser Unschuld des Pilates. Schon 1983 schrieb er auf seiner Susi (einer Reiseschreibmaschine) Texte für sein Stück „Singe beim Babbln“ in dem einem Mann die “Träume der Nacht” vorgestellt wurden. Zuerst das Lied der Computerelfe. Inspiriert von einem Prozessrechner der AEG, 6010, blinkend und mit gerissenem Lochstreifen, im Radio das Lied der NDW “Ich düse im Sauseschritt”. Keine Sorge, dieser Traum wurde empört vom jugendlichen Held abgelehnt. Künstlisch weiterlesen
Träume im Barock und ein wenig Protz
Ich war im Schlossmuseum Mannheim und war doch überrascht. Matratzenlager im Eingang? Selbstverwaltetes Senioren-Museum? Linksrutsch bei Kurfürsts?
Aber nein!

Es wurde “Leben 23” vorgestellt, das Kulturprogramm der Gartenschau. Das klingt sehr interessant. Jedenfalls besser als der ewige “Jäger aus Kurpfalz von ’75”. Die Vorstellung quasi unter der Schirmherrschaft von Carl Philipp, quasi, dem Schlosserbauer. Dazu gab es wohl ein “Traumkonzert” des Kurpfälzischen Kammerorchesters. Das klingt dann so.
Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.
Natürlich startend mit Mozart, der in Mannheim auch komponierte und seine Frau kennenlernte.
Ich war geflasht. Ob ich mal zu so einem Konzert gehen soll?
Dabei war ich nur einkaufen und wollte meinen Museumsnpass besser amortisieren. Außerdem stand der Besuch seit 5 Jahren aus. Hier schrieb ich auch schon was mit dem Protz.
Heute also im Schlossmuseum. Man darf da auch hin, wenn man kein Tourist ist!
Das hat die Schlösser und Gärtenverwaltung Baden-Württemberg gut hinbekommen.
Auch wenn da nix wirklich alt ist. Das Schloss war, wie fast ganz Deutschland und Österreich, kaputt.
Das Bild hängt in der Ausstellung. Wie sagte Marvie Hörbiger, eine kluge Frau: “Ein Erbe kann man ausschlagen, das Kulturerbe nicht.” Auch das ist unser Kulturerbe. Ein scheußliches.
Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

Das ist ein klug kuratiertes Museum, umfangreicher, als ich vermutete. Mit interaktiven Schnipseln, kurz und prägnanten Wandtexten. Großartig gestaltete und ausgemalte Räume.

Dem interaktiven Raum zur “Mannheimer Schule”
Die hört sich im Original so an:
https://www.youtube.com/watch?v=B3TDdLmcaz4
Sogar Leihgaben aus den Pinakotheken. Als die Wittelsbacher den Münchner Thron besetzten holten sie eben ihre Sammlung aus Düsseldorf, Innsbruck und Heidelberg/Mannheim in die Bayrische Gemäldesammlung. Man wollte sie doch ab und an selbst anschauen.

Noch viel, viel mehr gibt es dort. Sogar ein Sichtapparat um zu sehen, wie es draußen aussah, als der Blick auf den Rhein unverstellt war.

So nämlich, mit Schlossgarten.

Da muss ich unbedingt nochmal hin, vorallem die interaktiven Spielchen näher ansehen. Nach der Bibliothek und der Kunsthalle ist dies nun mein dritter Ort, an dem ich im Winter dank der Karten abhängen kann. Zwischen all dem studentischen Volk dort. Vielleicht werde ich darüber berichten. Hier oder auf Insta. Man wird sehen.
250. Geburtstage 2020
Je nach Zustand meines Rückens und der Wetterlage will ich die 250. Geburtstage am Philosophenweg in Heidelberg zelebrieren. In der Hölderlinanlage.
https://twitter.com/mikelbower/status/748858794126499841
(Dicke Finger beim tippen, sorry)
Stammt aus diesem Beitrag auf #burger.
Dies hier von Hölderlin lesen:
Heidelberg
Lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust,
Mutter nennen und dir schenken ein kunstlos Lied,
Du, der Vaterlandsstädte
Ländlichschönste, so viel ich sah.
Wie der Vogel des Walds über die Gipfel fliegt,
Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
Leicht und kräftig die Brücke,
Die von Wagen und Menschen tönt.
Wie von Göttern gesandt, fesselt‘ ein Zauber einst
Auf die Brücke mich an, da ich vorüber ging
Und herein in die Berge
Mir die reizende Ferne schien,
Und der Jüngling, der Strom, fort in die Ebne zog,
Traurigfroh, wie das Herz, wenn es, sich selbst zu schön,
Liebend unterzugehen,
In die Fluten der Zeit sich wirft.
Quellen hattest du ihm, hattest dem Flüchtigen
Kühle Schatten geschenkt, und die Gestade sahn
All’ ihm nach, und es bebte
Aus den Wellen ihr lieblich Bild.
Aber schwer in das Tal hing die gigantische,
Schicksalskundige Burg nieder bis auf den Grund,
Von den Wettern zerrissen;
Doch die ewige Sonne goß
Ihr verjüngendes Licht über das alternde
Riesenbild, und umher grünte lebendiger
Efeu; freundliche Wälder
Rauschten über die Burg herab.
Sträuche blühten herab, bis wo im heitern Tal,
An den Hügel gelehnt oder dem Ufer hold,
Deine fröhlichen Gassen
Unter duftenden Gärten ruh’n.
Dazu Beethoven auf den Ohren. Weiß noch nicht was. Je nach Laune will ich dort auch schreiben.
Twitter feiert jetzt schon #beethoven250
So ganz privat. Was brauch ich große Feiern.
Obwohl. Nach Bonn fahren und am Rhein Hölderlin lesen hätte auch was. Das Neckarwasser ist da ja auch dabei. :)
Denken, Pressen, Gartenschau
(Bild: Eingang zum Betriebswerk in Heidelberg zum Denkfest” der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
4.6.2019 – 5.6.2019 Vom ICH zum WIR!? – Kunst und Kultur in Zeiten der Digitalisierung)
Was früher Urlaub gewesen wäre fühlte sich auf einmal fast wie Arbeit an. Nix mehr gewöhnt, der Rentner. In Mainz war Minipressen-Messe. Wolfgang Allinger, der Verleger und Mit-Herausgeber der Wortschau betrieb wieder einen Stand und war alleine, also eilte ich zu Hilfe, wie schon in Leipzig, sintemals. In unmittelbarer Nähe der Rheingoldhalle fand ich kein Hotel, auf die Schnelle, also pendelte ich 3 Tage mit der Fahrkarte zur Weiterfahrt DB. Das ist eine nette Strecke entlang der Weinhügel und dem Rhein. Ich bin aber froh, dass ich das nicht jeden Tag machen muss. Ich kenne die Minipresse seit 2001, aber am Stand war ich noch nie. Interessant. Die Messebesucher ungeniert beobachten zu können, die Gespräche am Stand, vor allem die Mitautoren der Wortschau. Begegnungen mit den Kollegen aus Wortschau 19, die ihre eigenen Stände hatten. Noch mehr alte Bekannte mit Ständen. Das Erstaunen, wenn Wolfgang mich vorstellte als “..der macht alles im Netz”, da macht man doch nur PR und Marketing. Der Exot zu sein, fühlt sich auch 2019 noch gut an.

Kulturzentrum -guckuck
tldr;
Geplapper über: Tweetup mit den Schwetzinger Festspielen, Autorenlesung mit Thomas Köck, Cole Porter, Barbiere, Mädchen in Not, #twoper, Body & Language, Brandner Kaspar, Maniera, Hannah Höch, Betrachtungen zu Künstler und Geld, wofür ich auch keine echte Lösung weiß.

Schattenwinde aus goldenem Frust
Übersättigte Wolken aus Langeweile
drehen sich in diesen Kreisen kreisend
kulturvernaschend zentrumsweise
(Aus 02/2002, Bild: Johann Bauer)
Manchmal sollte man sich selbst stellen. Hhmm. Bin ich jetzt soweit? Gehöre ich auch zu denen? Oder war das damals nur Neid? Ich fürchte ja. Das ist alles eine Frage der Zeit, der Lebenszeit und der Zeit die man zur Verfügung hat. Tagtäglich, befreit vom Brotberuf und der beständige Gedanke, wie viel Lebenszeit noch bleibt. Man irgendwo hin kann, ohne die eng bemessenen Wochenenden, den Urlaub.
Und also mache ich, was mir in den Sinn kommt. Doch, doch, ich habe ausreichende Schreibzeiten, aber da ist nichts, was meinen Ansprüchen genügen würde, noch nicht, aber ich muss ja nicht.
Warum das alles? Nun, Ute Vogel hat ihre Berliner “Kultur-Erlebnisse” gebloggt und ich hab sie dafür auf Facebook gelobt. Doch, man kann da mehr machen als Sinnbilder posten und Hass verbreiten.
Mir fiel dann ein, dass ich da nachlässig war. Da gibt es einiges zu berichten. Genau! Alles ist Kulturzentrum! Mir egal, wie das klingt, oder ob das Ferienaufsätze hier sind. :) Meine Ausflüge nahm ich wieder auf, hab’s hier aufgeschrieben, aber dieses Wetter lässt nicht viel zu, schon eine ganze Weile nicht. Kulturzentrum -guckuck weiterlesen
Monnem fickt alles !
So könnte Wahlkampf aussehen, oder Stadtmarketing!!!

statt dessen:

Ok. Wolfgang scheint beides zu beherrschen. Trotzdem: Genau so sollte Wahlkampf aussehen. Aus der Szene geboren, dort zu Hause, wo die Wähler wohnen. Hier halt in der Neckarstadt. Sie rappen drüben vor dem alten Bahnhof jetzt schon die ganze Zeit. Und eigentlich höre ich mehr Monnem und Neckarstadt, als sonst. Die Texte beziehen sich auf all das Leid dieser Welt und sie ficken auf alles, das sagt man halt so unter Hip-Hoppern, aber sie strotzen vor Lebenslust, reimen auf Teufel komm ‘raus, stabreimen und sprühen.
Und sie kommen, die Jungen, die niemand sonst anspricht..

aber, es wird, es wird…

Ach, SOOOOO werden die grünen Wahlplakate aussehen, nächstes Mal!

Peace, mal zwischen drin
1930

1945

2007

Kriege sind fast immer eine Scheißidee!
Texte neben Graffit

Der Künstler: basco
