Schutzschilde hochgefahren.


Quelle: http://giazilo.blogspot.de/
So viele unglaubliche Dinge passieren gerade wieder. Diese widerlichen Kriege in den ehemaligen Sowjet-Republiken, immer noch Afghanistan, in Syrien und Kurdistan, in Nigeria und und und und.. Das alles jenseits aller Konventionen, archaisch brutale Gewalt mit modernsten Waffen und den Parolen der ausgehenden Antike. Versklavung, Vertreibung, Vergewaltigungen, Enthauptungen, Propagandakriege dazu im Netz, auf Facebook, auf Twitter. Man weiß gar nicht wovor man sich zuerst ekeln soll. Auch nur die Nachrichtenflut zu fassen. Jetzt auch noch die Morde in Frankreich, direkt in einer Redaktion. Ich weigere mich dazu Terror zu schreiben. Ich weigere mich auch das der Religion von Hafiz zuzuordnen. Ich verstehe das alles nicht. Nicht wirklich. Die Bilder prasseln auf mich ein und ich muss meine Schutzschilde hochfahren um nicht emotional mit unterzugehen. Ich bin auch nicht der Typ, der sich Erleichterung durch Aktionen holen kann. Demos, was weiß ich. Nein, nein, macht das ruhig, das ist wohl auch notwendig, aber nicht mein Fall. Mich macht es z.B. ganz dusselig, wenn da auf einmal der Wagner in diesem Hetzblatt auch je suis ist und wenn dann noch die Kandesbunzlerin mahnende Worte… Ich kann auch das Geschrei und Gegengeschrei zu diesen Brüllern in Dresden und ihrerm politischen Arm der AFD nicht mehr lesen. Dieser ganze öffentliche Krieg im Netz und all das wohlfeile Wissen, das dann sofort in die Welt gesetzt wird, inklusive Verschwörungstheorien. Natürlich werden mir dann auch alle Kristdumpfbacken von Uhl bis Steinbach eingespült. Natürlich hat die CSU nichts besseres im Kopf als die Vorratsdatenspeicherung herbeizuschreien. Wer von denen ist denn da wohl bei wem beteiligt, der daran verdient?

Ich höre ja schon auf. Nein, ich weiß keinen Rat. Gar keinen und muss das wohl aushalten. Wie immer. Wir kleinen Leute immer. Und dann denke ich, dass ich in diesem brutal-anarchen Mittelalterland Saudi Arabien wohl für dieses Gejammere ausgepeitscht würde. Vielleicht. Im Jahre 2015 wird ein Blogger im Lande Mekkas, dem Ursprung des Islam, wegen Verunglimpfung dieser Religion mit Dosen á 50 Hieben, zu 1000 verurteilt, wohl zu Tode gepeitscht.

Ich bemitleide Raif Badawi . Mehr kann ich nicht tun. Bei Amnesty gemailt hab’ ich schon lange. Hier!

Die Geschäfte mit den brutalen Beherrschern der Saudis gehen gut. In welchen Firmen genau sind sie in Deutschland beteiligt?

Wie gesagt, ich weiß keinen Rat. Und doch lebe ich. Weiter und wie! Sagt ruhig Egoist zu mir! Je suis mois.

Wann hätte es je geholfen

Mahnwachen
Kerzengelichter
Menschenketten
Gebetstreffen
Avatare schwenken
Bildchen fleißen
Tränen schleifen

Wann hätte es je geholfen

and a one and a two
and ä Äpplewoi

Lieder will ich schreiben
Lieder aus tiefgefrorener
Wut Rotz und Zungenkuss

Sanft streicht meine Stirn
über mein Gemüt wischt
den Schweiß und
lacht mich aus

and a one and a two
and ä Applwoi

(So könnte das was werden, mit einem neuen Stück. Wäre das nicht ein prächtiger Anfang?)

Übersetzer

(Bittgebet eines Agnostikers zum Tage)

Übersetzer

Wir, die wir keinem Gott
anhängen weil wir vielleicht
keinen gefunden haben
also wir, wir, könnten
vielleicht übersetzen
damit sie einander verstehen
oder zum Grill einladen
gerne auch vegan und
wir werden schon etwas
finden, was uns allen schmeckt
und was halt allen erlaubt ist
zunächsteinmal
Wir könnten auch zusammen
singen und tanzen
dichten und trinken
was auch immer
wir möchten
manche vielleicht
auch küssen und mehr
Wir könnten dann die Liebenden
beschützen vor dem Missmut
könnten wir alles tun
und aufhören uns zu fürchten
dass sie uns zu ihrer Gottheit
zwängen oder schlimmeres
könnten wir tun
und trauern um Charlie
aber sorry, ich brumme lieber
summt doch mit:
je suit mois

Mythen, immer nur Mythen. Zum Wohle am Rheine die Pfalz.

Unverlangte, irrelevante Bemerkungen zu einem Artikel der Rheinpfalz. (Ich weiß nicht, wie lange die Rheinpfalz Artikel online hält.)

Isch mään jo blouß.

(Vorab: Die Berichterstattung der Gazetten und Rundfunkanstalten zu Tweets von #tatort oder dem Fußballgetöse ist oft, aber nicht immer, wirklich lästig, schleimend. Aber über einen Tweet des Tages abgedruckt würden sich auch Frankenthaler oder Deidesheimer freuen. Und die Patreien können in Deutschland immer noch nicht damit umgehen, gelassen, cool, das machen die Agenturen und das merkt man!)

Die Rheinpfalz hat es ganz genau ermittelt. Twitter ist ein Mythos. Nun.
Sie hat das an den Daten anhand der Betwitterungen der Landespateitage von CDU und SPD in Rheinland-Pfalz ermittelt, wissenschaftlich genau. Professoral bestätigt. Mit Zahlen das Monstrum Twittermythos erschlagen. Oder, für Ludwigshafen passender, in seiner eigenen Säure erstickt. :)

Ich bin immer noch amüsiert. Landesparteitage der Volksparteien sind Inszenierungen. Das Wichtigste dabei wird vorher und hinter den Kulissen verhandelt. Was gibt es da zu twittern? 98,8 % der Wahl des Notenwartes oder wie auch immer. Das Ereignis selbst ist uninteressant, spannungslos. Ich war noch nie dort, ich vorurteilte diese Dinge. Und so wird es vielen gehen. Um die Auswirkungen von Twitter auf die Politik zu beobachten, sind Landesparteitage daher eher ungeeignet. Solange Malu Dreyer nicht während der Parteitage (bitte interessante, intelligente, scharfzüngige) Twitter-Gefechte mit Frau Klöckner austrägt und das mit allem Hilfspersonal, bleibt das auch dabei. Das mangelnde Twitterinteresse liegt an der Art von Politshow, die als nicht relevant betrachtet wird. Es sind Insider-Veranstaltungen und werden es bleiben. Ich glaube auch nicht, dass Berichte darüber in den Gazetten wirklich gelesen werden, außer von den Insidern und dazu gehören eben auch die Journalisten. Es ist eine geschlossen Runde. Sie will auch gar nicht aufgebrochen werden. Der ganze Tenor des Artikels lässt die Angst der Redaktionen überall durchdringen. Alles halb so wild, nichts passiert. Wir sind immer noch die Reichweite, wir sind die Relevanten. Natürlich ist Twitter in dieser Situation unwichtig. Als ob das jemand bezweifeln würde. Isch mään jo blouß.

Aber!!

myth1

Ich folge seit einiger Zeit, von der @wortratgeberin öfter retweetet, Michael Konrad als @saachbloos, einem der Autoren des Artikels, seiner Dialekttweets und Kolumnen willen, obwohl ich die Rheinpfalz sehr kritisch beurteile, auch ein altes Vorurteil :). Und ja, ich las auch seine Tweets von den Parteitagen. Und ja, ich erhielt dadurch tatsächlich einen Überblick, was da verhandelt wurde, nahm es zur Kenntnis, mehr als ich es als Hesse sonst getan hätte. Twitter hat Auswirkungen unter anderem diesen Post hier. Ich weiß, das ist keine Reichweite, das bringt keine Werbekunden oder 45 Abos mehr. Aber es erzeugt etwas. Auf Dauer. Von Twitter ausgehend. Die Rhein-Zeitung weiß so etwas :) Isch mään jo blouß

Aber auch!
Das war zu spröde, zu sporadisch eben, nicht twittertypisch. Ich fand es gut, dass auch die Rheinpfalz auf den Twitterzug aufspringt, aber der Umgang damit hat Luft nach oben. Was wäre das ein Spaß gewesen, wenn @saachbloss pälzisch getwittert hätte! Die Rheinhessen hätten das schon noch verstanden und die Moselfranken vermutlich auch.
Es brachte vor allem keine Reichweite, weil niemand mittwitterte, es keinen Austausch gab, jenseits der Parteien und Gazetten. Warum nicht mit den Kollegen der Mainzer Allgemeinen und der Rhein-Zeitung, des Volksfreunds und wie sie alle heißen in RP, im Dialog twittern und mit ihren Lesern, sie dazu auffordern? Mehr Favs, mehr Retweets. Natürlich darf ein Journalist nicht mit einem Politiker (m/w) tweeten, wenn er noch kritisch distanziert berichten will. Aber: Warum setzt die Rheinpfalz nicht einen Praktikanten hin (oder Rentner, oder sonst wen) und lässt ihn (rotz)frech mittwittern und misst dann die Reichweite? Die Online-Kollegen der Rhein-Neckar-Zeitung betreiben dies ab und an recht erfolgreich. Und nein ich kenne das nur vom mitlesen, habe keine Zahlen, aber Heidelberg kann man von Ludwigshafen aus via 4 und 5 (Symbollinien) des RNV erreichen :) Isch mään jo blouß.

Wie immer bei Social Media gilt: (Dank an @sinnundverstand für diesen Spruch irgendwo auf Facebook, ich finde es nicht mehr!)
Der ROI als „Return of Invest“ ist wohl nie ganz zu bestimmen, aber das „Risk of Ignoring“ ist groß!

Wollte ich nur bemerkt haben, und ich bin immer noch amüsiert, wie sich die Journalisten in meiner Timeline darüber unterhalten. Also ob Twitter NUR ein Nachrichtenportal sei.

Isch mään jo blouß.

Krieg, Geliebter!

Wieder der Gang
zu den Maschinen
Gewehren und dem Tod
aus Millionen Gebeten
zertreten im Sand
gerotzter Worte
auf Straßen
Hass mein Hase
ist noch geiler
als Sex grölt
die Liebe und
schält Sonnenbrillen
aus dem Geblubber
der Agitprop und
den Gesängen
dummgeiler Götter
die es nicht gibt

Rattatatta rumms
holder Knabe
dein lockiges Haar

Weihnacht ist, Kinder herbei.

Die Sonne peitscht den Regen durch den Schnee, fährt ihre Krallen aus und verschluckt den Mond als Hauptgang, die Sterne hat sie schon. In dieser Menschenkälte, die selbst die Wölfe heullos lässt, schlittern die Strahlen durch gengetunte Eisblumen. Dein Hauch hat sich dem Kitsch ergeben, wie der Rest. Kristallkerzen auf den Ikeakränzen aus diesem asiatischen Teil von Schweden, den die Horden des Khan nie erreichten, rote Bäckchen auf den Skulpturen, die Beuyses Bäcker aus Senfgläsern schuf und Schleifchen auf dem Klo für Sie und Ihn. Düfte aus Backmischungen und Gelingen schleifen Dosen voller schöner Essen um Papierservietten im Stil von Panasonic oder war’s gar Sony? Moxzart trifft Maffei und nuschelt mit Grönchenmaier aus den Boxen, auf denen Putten sich streichelnd thronen. Auf den Zapfen, die ich meinem Baum stahl, der nach Australien wanderte, schlaf ich mit Nadeln, die verduften in den Himmel aus Erdbeerbrei. Weihnacht ist, Kinder herbei.

Aus Dezemberliebe.

Namen, oder wie heißt der Feind?

Mir gefällt der Rechtsruck, der dieses unser Land erfasst gar nicht. Er überrascht mich aber nicht. Dieses dumpfe Gefühl beschissen zu werden ist allgegenwärtig. Die Bankenkrise, die Zocker an der Börse, der Staat der „die da oben“ immer rettet. Die Verschwörungstheorien sind alt, überall hörbar. Das feine Gespür dafür manipuliert zu werden im immer engeren Geflecht von Lobby, Staat und Journalismus. Ich kenne das schon lange. Die Filterbubble der Fernsehanstalten und der Presseorgane verheimlichten dies immer. Die „Talkshow-Demokratie“ ist und war eine Farce.

Aber! Hilft es denn diese Dinge, die sich aus dem Sumpf auf die Straße brechen beständig mit „Nazi“, „Faschismus“ zu vergleichen? Zu benennen? Es ist etwas Neues. Natürlich gibt es Parallelen. Aber es ist neu. AFD, die Dresdner Marschierer und all die Typen in den „regulären Parteien. Allen. Von Grün bis Rot und natürlich schwarz. In Frankreich schon lange Le Pen. In der Schweiz die SVP mit dem Griltex-Milliadär, in Österreich kann man sich die Namen schon nicht mehr merken und wie heißt der Typ in den Niederlanden?

Es ist etwas Neues. Und wenn wir intelligent … äh, ich meine wir (wer sind wir überhaupt) etwas dagegen tun wollen sollten uns zunächst einen Namen für dieses Phänomen überlegen. Und nein, all das Gedümpel über Antifaschismus und anders Mus und die Gegendemos ist nicht zielführend.

Mein Opa erzählte mir immer über die Straßenschlachten der KPD vs NSDAP …

Wie heißt der Feind und wie heißen wir?

Nicht zu bestimmen? Eben! Es ist kompliziert.

Der doppelte Degas

Putzig! Zeitgleich zur Ausstellung „Degas – Klassik und Experiment“ der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe gibt es in der National Gallery of Art in Washington eine Ausstellung “Degas’s little dancer”

Vom Tweetup #degas_SKK in Karlsruhe berichtete ich hier.
Gestern gab es Washington ein #degasTweetup. Ich konnte nicht live mitlesen, weil ich im Theater war, davon wird auch noch zu berichten sein. Aber es gibt ein Storify zum #DegasTweetup. Wer lieber die Tweets direkt lesen möchte kann das hier bei Twitter tun. Dort findet man auch der kurze Tweet-Austausch zwischen der SKK und mir :) Nämlich, dass ich hier bloggen werde…
Also der große Unterschied: Ich jedenfalls finde auf der Website der NGA keinerlei Hinweis auf das Tweetup. Nur auf Facebook finde ich eine Einladung. Ein klares Plus für die Karlsruher, deren Website klare Informationen zur Ausstellung und den Aktivitäten dazu auf einer Website gibt. Ob die Amis wirklich ganz auf Facebook setzen, um ihre Community zu kommunizieren? Aber es gibt wohl auf der HP der NGA ein Menü-Punkt “Members”. Vielleicht tut sich da intern etwas, “behinde the scence”, in DC ist man ja gerne etwas geheimer… :)

Ansonsten? Ich muss bei Storifys von Museums-Tweetups immer lächeln. Ein Haufen Menschen, vor (berühmten?) Kunstwerken, mit hängenden Köpfen auf Smartphones starrend. Die Tweets selbst ähneln sich sehr. Bilder von Werken mit den Bemerkungen der Kuratorinnen. Bewunderung und der Tanz um das Hauptwerk, der “Kleinen Tänzerin”. Die Sprache der Tweets scheint mir leicht steifer zu sein. Eigentlich nicht typisch amerikanisch, kaum Gefrotzel o.ä. Interessanterweise spricht das NGA von “Discussions” statt “Führung” und Tweetup. Aber ansonsten ähnelt das Tweetup, von außen gesehen, mit einem Atlantik dazwischen unsere, doch sehr. Ich finde so ein Tweetup zum Nachlesen vermittelt eine Ausstellung doch sehr. Ich habe es auf jeden Fall gerne gelesen, wie ich in Karlsruhe gerne dabei war.

Ach ja, die Amis haben keine Nutellabrote, keine Mettbrötchen, keine Getränke gepostet. Entweder man macht das in der Haupstadt nicht, oder es ging trockener zu, als in Karlsruhe :))