Literatur-Döner

In unregelmäßigen Abständen möchte ich literarische Orte zeigen. Nur so. Mal Landschaften oder Architektur, die in literarischen Werken eine Rolle spielen, in denen Literatur entstand oder gar verlegt wurde. Sowas halt. Heute: Literarischer Döner! Das Bild zeigt einen Döner-Laden in Mannheims Döner-Hochburg in H1, den Quadraten zwischen F,G,H und Jungbusch und drumherum. Einem der aktivsten und auch szenischten Stadtteil-Teil. (Die legendäre Pop-Akademie steht dort auch umher). Was ist so besonderes an diesem Döner-Laden, außer dem hervorragenden Kebap? Nun, im Nebenhaus, der grauen Nicht-Archtiktur, befand sich einst die Schwan’sche Buchhandlung. Diese Buchhandlung war DER literarische Treffpunkt zu Schillers Zeiten, dort wurden die „Die Räuber“ als Theaterstück geboren und wohl auch erstmals aus dem Selbstverlag weg verlegt, wie auch „Kabele und Liebe“ und der „Fiesco“ gedruckt. Die Tochter des ehrbaren Buchhändlers bekam das hungerleidenede Genie allerdings nicht. Ich esse gerne einen Döner da. Ehrlich und summe ganz leise Freude schöner Götterfunken, solange das Fladenbrot aufgebacken wird und die Fleischstückchen vom Messer gefällt auf dem Teller landen. Mit allem, ja! Nein, die Glocke lassen wir weg, denke ich. Eine Tafel am Haus erinnert den Esser von heute, dass man auch als Genie nicht sofort auf die Denkmäler festgeschweißt wird. Vorher darf man schon noch leben.