#openbutsafe und anderes mehr

Meine 5 Cent dazu:
Aufruf von Jörn Brunotte zur Blogparade #closedoropen – Sollen die Museen wieder öffnen? Was sagen die Museen? Was die Besucher*innen? Was sind Eure Erfahrungen?
tl;dr Keine wirkliche Antwort darauf! Stattdessen: Opa erzählt vom Corona-Kultur-Dingens.

Jörn Brunotte hatte mich eingeladen, aber ich wusste nicht, ob ich mitmachen sollte, könnte. Seit Monaten ist mein Mobilitätsbereich orthopädisch leicht gestört und Kulturdinge schlecht möglich. Aber langsam wird das wieder. Meine erste Erkundung brach ich ab. Einer Idee zur Corona-Aktion zu #closedbutopen der Herbergsmütter und der Staatlichen Kunsthalle folgend wollte ich eine Idee zu einem Theaterstück nachgehen, in Folge einer Corona-Aktion des Wiener Burgtheaters.

Theater, Salat und Tivoli – Prolog


Ich wollte vor Ort gehen, nach Worms, aber das Leben sprang mich mit der Realität an. Fast fand ein Mord statt. Die Museen in Worms blieben unbesucht. Da hatte ich keine Lust mehr.

Heute Morgen dann der Tweet und meine Antwort:

Hhhm. Ich habe keine Ahnung, wie Museen von Innen funktionieren. Also das ohne Kunst. Das Unternehmerische. Die Entscheidung, ob das Budget so etwas zulässt, der eingeschränkte Modus kostet vielleicht mehr, als das einbringt! ETC. Ich formuliere um:
„Wann und warum gehe ich als Besucher in ein wieder eröffnetes Museum“
Als erstes Kriterium, auch zu „normalen“ Zeiten ist für mich die Umgebung wichtig.
(Siehe Titelbild)
Gibt es etwas zu futtern, zu trinken, zumindest in der Umgebung, ist das eigene Cafe offen? Informationen die man sich zumeist ergoogeln muss. In diesen Zeiten noch viel mehr. Kann ich das mit etwas verbinden? Dinge, die vernetzt sein sollten, seufz, aber das liegt in den Budgets der Häuser wohl nicht drin. Das Draußen vor dem Tor ….
Ich war Neugierig, was mein „Hausmuseum“, die Kunsthalle Mannheim macht. Ich würde etwas zu futtern finden. Der ÖPNV funktionierte wieder, wie gewohnt, angenehm leer.

Aus dem Fenster der OEG das Mannheimer Schloss geknipst. Die Uni. Next Stop dann Kunsthalle.

Neugierig war ich auf die Ausstellung „Walker Evans revisited“, die man sehr gut im Web erleben kann, als Teil der „Biennale für aktuelle Fotografie“. Neugierig war ich wegen der Digitalen Veranstaltungen, während der Schließung. (Siehste Anke!) Urplötzlich fuhr die Kunsthalle ein Digitales Programm hoch, das ich verfolgte. Da sprangen alle quasi ins Kalte Wasser. Voran der Direktor, omnipräsent wie immer, als Schnellsprecher manchmal kaum verständlich, Mitarbeiter, die dieses Zoom nicht wirklich beherrschten, furchtbare Hacks, Menschen, die ihre Englischkenntnisse überschätzten. In der Hektik vergessen, das man vielleicht auch die anderen Museen hätte beteiligen können. Aber trotzdem. Im Nachhinein: Respekt, es versucht zu haben. Das musste alles aus dem Homeoffice gemanaget und auch durchgeführt werden!
Für die Museum geschrieben:
– Digitale museumspädagogische Arbeit, jenseits der Online-Bilder, wirkt! (Bei mir wenigstens)
– Digitale museumspädagogische Arbeit sollte beibehalten werden und unhektisch durchdacht und geübt werden. (Meine ich)

Der Besuch war angenehm, kaum Beeinträchtigungen. Aufgeräumt, die Uhr läuft wieder. Die Litfaßsäule lachte und spiegelte, siehe oben.

Corona-Litfaßsäule aus der Kunsthalle Mannheim. Ich hätte gerne gewusst, welcher*in Designer*in das so gestaltet hat.

Natürlich waren die Original-Bilder wirkungsvoller als all die Webbilder. (Btw. haben Fotografieren auch eine Aura?) Aber ohne das Wirken im Web wäre ich nicht gekommen, könnte nicht innerlich nacharbeiten.

So als nächstes sind die Frankfurter dran. Liebighaus und Schirn. Die Bahn fährt wieder, wenn sie denn fährt, zu futtern finde ich, der Bahnhof ist ja nah. Digital sind die ja immer top, mit ihren Digitals. :)

KKW am Rhein #wastingtimewithart – abgebrochen

Selbstgeknipst das Titelbild: Plakat zur Ausstellung „AKKU – junge figurative Malerei aus der Sammlung Paschertz“ im Museum Heylshof 2017, war gut, die Ausstellung! Passte grad so gut.

Die rheinische Linie KK Karlsruhe-Köln ergänzt, dazwischen gesetzt: Worms. Auch ein Dom im Ort. Und was für einer!
Ich hatte einfach genug und wollte wieder raus, aus meiner Coronahöhle. Radfahren geht kreuzweise immer noch nicht. Also ÖPNV. Ging gut. Maske auf und ab. Mir war nach Meer, dieses Jahr. Hatte ich vor. Nun ja, was erzähle ich Euch. Dann wenigstens Wasser. Ladenburg, wie so oft schon. Nun, 10 km, geht doch noch , oder? Einfach auf einer Bank sitzen und dem Neckar zusehen, wie er das Wasser gen Rheine schiebt und in den Niederlanden ins Meer. Dösen, sinnieren, alte Männer ohne Maske von der Bank abweisen, das Anti-Corona-Geschwurbel wegwischen. Man kann mit diesen Kleinföpsen nicht diskutieren.


Sinnieren. Staunen ob der vielen Radfahrer. In der Masse kenne ich das dort nicht. Viele, viele Pendler dabei. Es wird Zeit, dass der Radschnellweg von Heidelberg nach Mannheim gebaut wird. Sinnieren. Geschichte wirken lassen, an meine Geschichte mit den Nibelungen denken. Ihr kennt das ja.

Illegales Theater am Brückentag #WastingTimeWithArt


War da nicht was mit Worms? Den Nibelungen dort? Ok. Ladenburg ist die Nachbarstadt unseres südlichen Nachbardorfes und Worms die westliche. Mit noch mehr Wasser, dem Rhein. Und die Nibelungenstadt, wie eine jeder* weiß. Ladenburg, eine römisches Kartell, Worms, uralt, war schon eine keltische Stadt, als die Römer kamen, mit ihnen der Wein am Rhein. Und! Die Wormser Bischöfe residierten in Ladenburg. Krach mit den Bürgern dort. War Sitte am Rhein. Speyer in Bruchsal, Mainz in Aschaffenburg, Köln in Bonn. Könnte man auch mal Betrachtungen anstellen. Wenn die Bibliotheken wieder offen sind. Dann beschloss ich Worms zu besuchen, mit dem Bus, der fährt von uns aus direkt. 26 km in 59 min. Mit dem Rad wäre ich fast genauso schnell. In der Rheinstraße ausgestiegen. Das wird noch wichtig. Hinunter an die Rheinpromenade, die Snippets ausgepackt und das erste Bild für meine Nibelungenspiele.


Eigentlich wollte ich im Hagenbräu (sic!) etwas essen, aber ein Massenpulk an Rädern kreischte heran, es klang nach reichlich Aperol, gespritzt. Sowas ertrage ich nach der Ruhe der Isolation noch nicht.
Der Backfischfest, das auch ausfällt umgebaust zum Autokino. Seltsames Aussehen. Na ja, sogar das NTM spielt dort den Urfaust als Singspiel. Hhm.
Also lief ich zur Stadt hoch, der Rheinstraße entlang, in einer Seitenstraße eine große Ansammlung von großen Männern, mit grimmigem Gesicht, als ob Söldner warteten. (Sic!)
In der Fußgängerzone, die an einem Samstag kaum besucht war, dabei hat Worms 80000 Einwohner und ein riesiges Rheinhessisches Hinterland. Der Winzerbrunnen.


Der Drache mit der Traube im Maul. Hat mir schon immer gefallen, die Idee. Unblutige Fantasy.
Ich hatte Hunger, weiter, weiter.
Natürlich Luther-Hier-stehe-ich. Ich bin gespannt, was nächstes Jahr abgeht. 500 Jahre Reichstag. Das Museum im Andreasstift will das kritisch würdigen. Gut so. Entmystifizieren. Das Museum hatte schon zu. Man kann nicht alles haben.
https://www.instagram.com/p/CA0SqTIIz5Q/
Dann der Dom. Am Tor mit Barbarossa-Bild, dem original Standort des Streits der Königinnen aus dem Nibelungenlied.


Er war trist und leer, Domplatz. Worms nach seiner Zeit gebeutelt in twölfzig Kriegen, keine Kaiser mehr und jetzt von Corona. Die Nibelungenfestspiele abgesagt.
Ich fand dann noch ein Thai-Kiosk zum speisen, beschloss Nicht ab Rheinstraße, sondern ab HBF den Bus zu nehmen. Am Bahnhof mittelstarke Polizeipräsenz. Irgendwie gereizte Stimmung. Im Bus überlegte ich, aus Soldidarität mit den Wormsern meine Nibelungenspielchen auszusetzen. Verschob die Entscheidung auf den Pfingstmorgen, vielleicht erhielt ich geistige Erleuchtung.

Am Pfingstmorgen dann diese Meldung:
Bei Auseinandersetzungen vor einem Gastronomiebetrieb in der Rheinstraße in Worms sind am Samstagnachmittag mindestens 8 Personen verletzt worden

Nein, da lief ich an einem Beihnahe Mord vorbei, ohne es zu bemerken und jetzt wollte ich den Mord an Segfried veralberlich bloggen? Nee, geht gar nicht.
Vielleicht fällt mir für #wastingtimewithart noch etwas anderes ein!

Illegales Theater am Brückentag #WastingTimeWithArt

Was bisher geschah..

KK #WastingTimeWithArt


Sie riefen mich kurz nach Mitternacht an. Alte Bekannte. Keine Namen. Corona-Frustierte. In diesem Fall Corona-Theaterfrustrierte. Kein Theater spielte, nirgendwo. Nur Streams, Streams, Streams. Menschen, die auch nicht in ihren Autos sitzen wollten um ein Livestream auf Parkplätzen zu sehen. In einem alten Forum hatten sie sich getroffen und wollten dann eben selbst Theater spielen. Heimlich, illegal, auf einer offenen Bühne. In der Dämmerung, die ja auch in diesen schrecklichen Virenzeiten so spät einsetzt. Improvisieren wollten sie, vor Ort den Plot erarbeiten. Ihren Kindern hatten sie die Spielzeugautos weggenommen, wollten vielleicht sogar Autokino spielen. Klappte nicht wirklich. Es waren zu viele gekommen. Weit über 50, in diesem unseren kleinen Park. Einige der Frustigen erinnerten sich an mich, dass ich vor Unzeiten Theater schrieb und inszenierte, sogar spielte. Für Amateure. „Das war vor mehr als 30 Jahren“, murmelte ich. Nebenan wohnte. Als Rentner wohl verfügbar sei. Bügerbühnen erfahren.

Also jetzt: Ich als König der Nacht in: „Singe beim Babbln“
Klick zu Blogbeitrag.

Ich sollte ihnen helfen. Vielleicht einen Parcour erstellen im Park, mit Stationen, wie es die Profis für die Amateurtheater gerne produzieren, ihr kennt das ja. Wie früher in den Stationsspielen im Zeltlager.
Nur mit einem Traingsanzug über dem Pyjama rannte ich ‚rüber, hatte meine Snippets dabei, warum weiß ich nicht mehr, sah die Meute und erfasste sofort, dass wie üblich die Corona-Spinner dabei waren, braune Spinner mittendrin und schrie laut: „Flieht, ihr Narren“, die Kontrolleure kommen. „Närrinnen“, rief sie, ihr wisst schon wer. Und sie flohen. Einer verlor sogar seinen Schuh, samt unbenutzter Maske. Meine Snippets fielen mir aus der Hand und bildeten das Beitragsbild. Der Frauenschuh lag auf dem Männerschuh. Ich staunte. „Flieht, Närrinnen und Narrhalesen“, flüsterte ich.
„Flieht ihr Narren“ Oh. Närrinnen. Mit dem Frauenschuh aus der Kunsthalle Karlsruhe. Klick ins Bild zum Original.

Ich grölte vor Lachen, kam runter. „Schalt dein bescheuertes Forum ab“, sagte ich dem Anrufer, der nicht geflohen war. „Geht nicht“, sagte er, „da ist mein Chef und ihr Hausarzt mit dabei, du kennst sie ja, bitte mach was, die rasieren mein Nerven.“ Ich sah ihn an, an ihm vorbei und da war dieses Brücklein über nichts, das früher in seligen Tulpenschauzeiten ein künstliches Bächlein überspannte. Ich hatte einen neuen Siegfriedsbrunnen gefunden. „Wir werden Nibelungenspiele abhalten“, sprach ich mehr zu mir, „die echten in Worms fallen ja auch aus. Mord am Brückentag“. Ich nickte, pfiff das Tulpenlied ,ging und nahm die Snippets mit. „Frauenschuh“, winkte ich, lief ‚rüber. Der Schlaf fiel schnell in dieser Nacht.

KK #WastingTimeWithArt

Der Reihe nach:
Die Rheinische KK:
Die Karlsruhe-Köln-Achse. Seit Coronären Wochen schon verschönerten die Herbergsmütter einzeln und in Serie ihre Timelines mit Snippets aus Kunstwerken der Kunsthalle Karlsruhe. Nach dem Motto: „Wenn zu Hause die Kunst einzieht“. Guckt hier, die Damenschaft bloggt ja auch.

Wenn zuhause die Kunst einzieht: #wastingtimewithart #kunsthalleathome


Ich hatte den Post noch nicht gelesen, als ich schüchtern, ihr kennt das ja, fragte, was das soll und erhielt die Antwort:

Screenshot aus Twitter

Kunst zu Hause? Ich träume schon immer von Dingen wie dem ArtBeamer. Kunst einfach zu Hause an die Wand geworfen, gerne auch gegen Gebühr. Am liebsten vom Künstler direkt.
Ja und jetzt baten die Herbergsmütter die Internetbevollmächtigte (ah, welch eine Wortkreation) mir auch solche Snippets zu schicken. Per Schneckenpost, klar, sonst funktioniert das nicht.
Ich habe Post aus Karlsruhe!

Was tun nun? Snippets? Nein, ich soll nix programmieren.
Das Blog verliert nichts! Da war doch noch was mit der KK-Konnektion und mir. Genau: #wirziehnfallera

Unter den Himmeln so frei.


Jetzt also zu Hause? OK. Echte Kunstwerke, wie in den Museen kann ich mir nicht leisten, wollte sie auch nicht in Panzerschränken verstecken, also hängen bei mir echte Plakate, von Ausstellungen, die ich besuchte und bebloggte, wie hier:

Nicht blinzeln – #cezanders


Ich wollte ja auch eine neue Serie anfangen.

Theater, Salat und Tivoli – Prolog


Ich lasse mich also von dem Narren aus der Kunsthalle im Plakat von „Cézanne. Metamorphosen“ per #wirziehnfallera-Rahmen an die Arbeit schicken. Hoffentlich klappt das auch!
Das hab ich also zu Hause! Gut, gell? Die Snippet-Aura (klingt gut, oder) im Wohnzimmer blüht und gedeiht.

Ich will aber meine Leser nicht im Unwissen lassen. Die Kunsthalle Karlsruhe ist nicht nur per Community-Blogger-SoMe-Bindung eines der führenden Häuser, nein auch die Digitalisierung ist vom Feinsten. Das Werk ist in der Online-Sammlung zu bewundern. „Ein Narr mit Narrenzepter“ von Franz Isaac Brun.
Wir lesen uns!

Theater, Salat und Tivoli – Prolog

Ein einfacher Tweet geht mir nicht aus dem Kopf!


Was war gescheh’n?
Das alterwürdige Burgtheater in Wien legte (als ältestes deutschsprachiges Theater (so sagt man)) ein Stück #theaterimnetz vor. Twittertheater! „Vorstellungsänderung: Der unheimliche Eindringling“ Also das Publikum sollte sich ein Stück selbst zusammentwittern.
Eingeladen waren Twitterati, weltweit! Natürlich musste ich dabei sein und definierte „meinen“ Eindringling vorab, um mit ihm die Bühne zu entern. Und da war er ja.


Theater, Salat und Tivoli – Prolog weiterlesen

Ritter wir sind unter den Masken, vernetzt und ungenäht.

Wie die meisten Dinge entstand es aus dem Nichts, vielleicht auch dem Alkohol, anderen berauschenden Dingen oder dem Frust nicht ausgelebter Sexualität junger Menschen. Es wurde gemunkelt, dass es während sogenannter Coronapartys zusammengesponnen wurde, seriöse Forscher bezweifelten dies. Früher nannte man diese in den Gazetten „Wie amerikanische Wissenschaftler …“, aber das ist nun wahrhaftig schon lange her, nur auf Twitter frotzelt man in den Nachttimelines noch manchmal darüber. Der coole Andy wusste es besser, er war dabei, schweigt aber immer noch und grinst heimlich im Heimatofficium, das große Latium juckte zwischen den Ohren. Es war in einer Whatsappgruppe. (Welch ein Wort!)

Nach allerlei Gefechten zwischen den Alphaweibchen und -männchen befahl die Republik die Allgemeine Maskenpflicht. (Was der Autor dieser Chronik durchaus gutierte und erstaunte ob der unvermuteten Weisheit dieser Gruppierungen.)

Auf jeden Fall tippte sich diese Gruppe in den Serverdschungeln des Heiligen Whatsupper die Finger wund, wegen diesen Masken, dem Abstandporn, unsozialen Distanzen und dann kam natürlich Darth Wader mit „Ich bin Eure Mutter“ in die Arena und das Gegröle wurde lauter. Die Damen derweil bemerkten, dass es wohl auch mit Schals ginge, das Bedecken von Nase und Mund, die Muslimas kicherten bekifft. Ritter wir sind unter den Masken, vernetzt und ungenäht. weiterlesen

Online-Lesung

Eine lyrische #schlössersafari als Zeitreise, scrolldown follower.


Es ist Coronazeit. Alle Welt und selbst der Papst zieht sich ins Netz zurück, es bleibt beim Kontaktverbot nichts übrig. Ich bin sehr froh darüber. Bei manchen Einrichtungen wirkt das bemüht, hektisch, unbedarft. Andere mussten nichts tun, sie waren schon im Netz. Mit steigender Dauer gibt es immer mehr Kritiker, die dagegen sind. Wie schon immer. Mit den Armen fuchteln und „Internet halt“ schreiben. Geht mir auf den Geist, als ob Direktoren und Intendanten ihre Konsumenten mit der Peitsche in die Virtualität trieben. Ich wollte meine uralten Lesungen in hier erwähnen, aber das ging nicht. Tja, lest selbst.
Eine erdachte Lesung auf einer Burg, ausgedacht 2003, mit Gedichten und Sound, damals auch gesprochen. Ich dachte, ich brauche so etwas, weil es bald alle haben werden, aber was schreib ich da. Die Lesung war geflasht, wie die ganze Homepage siehe oben, niemand dachte damals auch, diese Amazone könnte einmal so gefährlich werden, für die Lokalen hier. Aber die heutigen Browser spucken ja Blut und Feuer, wenn sie Flash darstellen sollen. Es war wohl gefährlich, wie dieses Virus heute, niemand will damit in Kontakt treten. Der Sentimentalität wegen neu erstellt, weil ich schon dunnemals solche Dinge machte, die in diesen Coronatagen am Karfreitag 2020 für viele Neuland sind, als Ansporn. Das Bild im Hintergrund aufgenommen beim #lustradeln zu den 4 Burgen in Neckarsteinach. Hier die (bewohnte) Mittelburg.
Die Texte wild gemixt in Kleinschrift, ordentlicher Schrift, (Kur)Pfälzisch, im Standarddialekt. Es ging chaotisch zu, damals.
Also dann:
So sah die Eröffnung ursprünglich aus. Ich hatte geplant mit dem ersten Gedicht „Hymne an die Liebe“ weiter unten, von 1983, erstellt zu meinem zweiten Musical „Singe beim Babbln“ auf der Minneburg am Neckar zu lesen, machte das aber nie. Warum auch immer, es blieb Onleine. Dafür war die Frau @odenwälderin dort.


Online-Lesung weiterlesen

Es war einmal ein kleiner Rasenmäher.

Hab ich ja auch noch, vielleicht sucht doch noch jemand etwas zum vorlesen.
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher. Beinahe-Märchen für nicht mehr ganz so kleine Leute.

Vorgestellt:In den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts, das auch im letzten Jahrtausend lag,führte ich eine Tradition fort, die ich bereits in den Achzigern kultiviert hatte: Geschichten erzählen zur guten Nacht und die kleinen Menschen durften das Thema frei wählen. Ich hätte sie aufschreiben sollen, aber zu-meist war ich froh dieser Pflicht entledigt wieder dichten zu können oder das eigen Bett rief, ja das auch. Genau das. In den Neunzigern nun hieß das Thema immer und immer wieder „vom kleinen Rasenmäher“.
Beispiel:
Der kleine Rasenmäher und rotes Gras
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher und täglich half er mit seinen kleinen Messern brav seinem Papa das Gras nicht höher als vier Zentimeter wachsen zu lassen. „Gibt es eigentlich auch rotes Gras?“, fragte er unvermittelt. Papa rauchte langsam, nein, nicht wie Eurer, er rauchte wegen des leicht erhitzten, billigen Schmieröls im Tank. „Das ewige Grün im Sommer und das Ocker-Gelb im Winter ist sooooo langweilig“, quengelte der kleine Rasenmäher. Papa qualmte gemütlich noch ein düsteres Wölkchen und schipperte auf die hölzerne Gartenhütte zu. „Hier“, sagte er nur und überreichte dem staunenden Sohn Farbe und Pinsel, „streich’s doch“. Der kleine Rasenmäher war Feuer und Flamme.Er strich mit leichten Pinselschwüngen Halm für Halm rot an, aber er war ja wirklich noch ein kleiner Rasenmäher, der ohne seinen extra Schuss Hochoktan noch nicht so lange in der Sonne ackern konnte. Nur einen halben Quadratmeter hatte er gepackt, als er kläglich aufgab und unter den schattigen Kirschbaum fuhr. „Halme streichen ist schlimmer, als ich dachte“, seufzte er laut und schlummerte schon fast, als sich Papa bereits im Endspurt vor dem Häxler den Grasfang entheute. „E sgibt kein rotes Gras, mein Junge“, es sei denn Du willst das WIRKLICH, aber eigentlich ist das viel einfacher und schwerer zu gleich“. Der kleine Rasenmäher ahnte böses, gleich würde Papa philosophieren und das nur, weil er mal etwas Abwechslung wollte. „Eigentlic hist solch ein Rasen bunt, wenn das Gras höher wachsen dürfte und eine Wiese wäre“,flüsterte Papa. Er seufzte und blickte in den wolkenlosen Himmel. „Aber für eine Wiese mit bunten Blumen braucht man keine Rasenmäher.“ Der kleine Rasenmäher träumte trotzdem laut von bunten Wiesen, mit kleinen Rasen dazwischen für kleine Rasenmäher,sein Papa schluckte stolz und nahm zur Feier des Tages zwei Schluck Super mehr.
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