Über den Feuern der Pandemienwüsten schmilzt die Zeit zu Fett

… tropft in die leeren Kessel der Fritteusen, erstarrt zu Sockeln für vergötterte Kunstherren, zum Daraufstellen, um sie aus dem Verkehr zu ziehen, damit sie nicht wieder Dummheiten basteln, wie es nach Instawalks gelehrt. Was waren sie so herrlich provokant, sintemals, in allen Oberseminaren heute bejubelt.
Nur die unbeschulten Kinder und Postabiturern kratzen an den Sockeln, veranstalten Fettballschlachten und lachen unter den Masken. Löcher bohren sie um alle fetten Mäler, denken außen ‚rum, stecken Teakholzbeine hinein, lassen sie wachsen, begossen aus den Tränen der Mütter aus den Zuumtälern der Heimbürostuben.

Der neue Herrscher hinter den salzigen Wassern schickt seine Hofpoetin im gelben Mantel aus Prata, begleitet von den Drohnen der wilden Jagd, die alle Übersetzer und Innen blendet und zum Schweigen streichelt. Genüsslich parliert sie auf den Hügeln, zwischen den Rieslingen. Die Dichterfürsten steigen von den Sockeln, als wäre sie Gretchen und schlachten das Fett mit ihr in den Bällen, die Musikherrscher patschen und quatschen samt Sockeln hinterdrein, neue Noten zu haschen, fischen kleine Largos aus den Fritteusen und schmieren Bässe auf die Stäbe der Dirigentlein der Rundfunkorchester.

Aus den Himmeln schütteteln die Götter Relevanzen, über Sub- und Oberstkulturell*innen. Still löscht die Wüste aus Pandimien alle Feuer und lässt Rosen duften, aus leeren Döschen der Geimpften gewachsen.

Alle Kulturmini-Mister*essen verordnen sich selbst eilig Ferien und singen, „Lockt down, Fette lockt“

Zum 100.ten Joseph

Macken im Paradies?

Ach nee, Macke ohne n.
Ich geh‘ ja schon mal gerne ins Museum. Zur Zeit eben online, alleine..
Dieses mal gab es eine Einladung dies gemeinsam zu tun. Das (Hessische Landes-) Museum Wiesbaden startete seine „ComMuWity“ zur Ausstellung :

Screenshot der Website des Museums Wiesbaden. (Klick zur Site)

Ich hatte sowieso vor dorthin zu fahren, auch um Wiesbaden wieder einmal zu erleben, besonders unten am Rhein in den Vorstädten, bei den Nassauern. Nur Museum ist langweilig, oder? (Mikel, zur Sache!)
Es ist faszinierend diese Zeit vor der dem 1. Weltkrieg und darüber hinaus, aus der Sicht der Kunst nachzuvollziehen, aber bitte nicht verklären, schließlich gibt es auch andere Zeiten, z.B. geht die Gründung des Museums auf eine Anregung Goethes zurück, nicht wahr?
Man muss uns immer erzählen, wie schockierend Bilder, wie die von Macke, auf seine Zeitgenossen waren, na gut DaDa wird heute oft auch noch nicht verstanden, z.B.

Dabei ist Macke omnipräsent.
Googelt doch mal nach seinen Bildern, er behauptet sich gut in der Kunstdruck-Industrie und das meine ich nicht ironisch, populär zu sein heißt nicht populistisch und damit dumm, und …

Screenshot einer Google-Suche nach Bilder von August Macke vom 4.2.2021

Lieber mitleiden, wie sich dieser Krieg auswirkte, alles unterbrach, natürlich nicht nur die Kunst. Mich treibt immer die Wut, wenn ich die Frechheit der Kriegstreiber höre, die heute wieder Ansprüche stellen. Nein, kein Preußen-Bashing heute, es sind ja nur die Hohenzollern. (Bleib beim Thema Mikel!)

Intensiv erlebt hatte ich Macke und Co schon öfter, besonders sintemals im Hack-Museum. „Stimme des Lichts“, zu der ich im Museum Wiesbaden während eines Tweetups eingeladen wurde. Community-Meetups lohnen! Auch für Teilnehmer :).

Orphismus, Lyra, Laterne und eine Disc [Update I, II, III]


Mit den Farbkreisen dort, ich arbeitete Jahrzehte mit dem CIE-Farbraum.
Daher fazinierte mich auch der Farbkreis von Macke in der Ausstellung. Ich finde das Bild gerade nicht. Laura Krautkrämer (war auch gestern dabei, wie auf vielen Meetups) hat ihn auf Instagram gepostet, ja, sie weiß es.


Von wegen, er hat nicht abstrakt gemalt:)
Es war ein sehr schöner Abend, mit vielen Teilnehmern, die ich schon kannte, aus dem Netz und daraus abgeleitet im indigitalen Leben, mit einer warmherzigen, kompetenten, aufmerksamen, unaufgeregten und sich selbst nicht in den Vordergrund drängenden Anke von Hyle, der @kulturtussi. Ich habe den Eindruck, sie beginnt zu einer der führenden Persönlichkeiten der digitalen Museums- und Vermittlungsszene zu werden! #weitersagen!
Ich traf sie letzthin in Persona in Mannheim und heute quasi bei ihr daheim. :)

Anke von Heyl ein Zoom-Meeting moderierend, Screenshot.

So ein Gezoome kann tatsächlich sehr anheimelnd sein. Ungehackt. (Ich war da bei Dingen dabei. tss) Die verantworlichen Damen des Museums immer in der Nähe, nicht im Vordergrund. Im übrigen waren sie überrascht über den Ansturm zur Online-Führung und dass ihr Server in die Knie ging. Allerdings mit glänzenden Augen, das bedeutet ja Aufmerksamkeit, Besucherzahlen. Die URL direkt zu Youtube kam schnell. Google (die Mutter von Youtube) hat mehr Platz auf seinen Servern, die meist direkt an Kraftwerken liegen. Nicht vergessen: Die Digitalität hat auch dunkle Seiten. Bitte nicht verdrängen!
Screenshot der Führung zu „Paradies! Paradies? des Museums Wiesbaden. Kurator Dr. Roman Zieglgänsberger vor Mackes „Paradies“ Man beachte die Teilernehemerzahl, die bald noch höher wurde. Rechts der Chat.

Roman Zieglgänsberger konnte mitchatten, da die Führung aufgezeichnet war, also nicht interaktiv, was manche der Damen bedauerten, aber was wäre das für ein Geqassel geworden bei über 900 Begeisterten. Das war eine angenehme Führung. Kurz und knackig, alles bedenkend, in einem Stück aufgenommen, kompetend und nicht protzend. Eingestreut Nahaufnahmen der Bilder, siehe Beitragsbild. Ich guckte gerne zu. Oft sind ja Kuratorenführungen bemüht, als ob sie selbst gemalt hätten. Nicht hier, gut gemacht, auch die anschließende Q&A Sitzung war angenehm ruhig und nie langweilig. Auch wir Teilnehmer, finde ich.
Zoom Screenshot mit Roman Zieglgänsberger vom Museum Wiesbaden.

Dann kam der Bastelwebshop, den ich sogut wie nicht mitmachte. Sorry, aber ich mag das nicht. Ich freute mich, still vor mich hinlächelnd, an den Aufnahmen der Teilnehmer oben im Bild. Nur die Köpfe gesenkt, was sie da werkelten sah man nicht, wie auch? Da waren ja keine Handkameras zu Gange. Zuvor gab es ein Brainstorming zum Thema „Mein Paradies“. Wo ist mein Paradies? Ich hatte eine irre Assoziation. Ich fühlte mich wohl, in meinem Wohnzimmer, mit all den Leuten auf dem Schirm, aber wo waren die Leute wirklich? Youtube und Zoom sind amerikanische Firmen, also wahrscheinlich auf einer US-Serverfarm, die zu irgend einer cloud gehört. Blitzschnell sah ich vor einem Macke’schen Hintergrund mit einer Blumentür eine Serverfarm, wie von Macke gemalt. Wie bitte sollte ich das basteln, mit meinen zwei linkischen Händen? Ok. Ich hatte kurz etwas gezeigt, damit man mich nicht des Platzes verwies.

Aber natürlich hatte ich das „Paradies“ schon geschrieben, to whom it may concern. 2011. Im Zoom-Chat hatte ich das auch. Diese Chats sind übrigens schlimm programmiert. Kann aber das Museum nix für. Danke für die Einladung Museum Wiesbaden und @kulturtussi. Ihr sagtest es schon: Aus der Nummer kommt ihr nicht mehr ‚raus. :) Wir lesen uns!

Paradies

Die Tage
eingemacht
eingefroren
gepökelt
gesalzen
eingeschweißt
genäht
halten
nicht
nie
nur die
eingebrannten
geräucherten
zerbombten
ich küsse
dich
jetzt
nur das

[update]
Wibke bloggte auch: Sehnsucht nach Kunst, Begegnung mit Kunst
Dagmar bloggte auch, mit interessanten, kritischen Randbemerkungen:
„Während Kulturbürger-Erinnerungen an die liebsten Macke-Gemälde ausgetauscht wurden … )
„Doch eine Frage beschäftigt mich seit diesem Abend: Wie wäre die Veranstaltung verlaufen, wenn nicht mindestens zwei Drittel der Teilnehmer:innen in der Kunst- und Kulturbranche arbeiten würden? Ich mag es gerne herausfinden.“ Und! Sie dichtete auch! Ich sollte sie inspiriert haben. Welch Ehre!
Kulturtussi: „Das Paradies vor Augen“.

Theaterchens Himmelfahrt – Eine #wunschvorstellung

Titelbild: Screenshot der Google-Suche am 21.12. zu #wunschvorstellung. Natürlich muss ein Riesentheater auch bei TikTok mitmachen :)

Ein Stück ohne Akte, Pausen und Aufzüge im Advent der Coronalen Sonntage.

Prolog
Ich weiß, dieses Drecksvirus trifft alle und alles, die Welt steht still, nichts geht, alles leidet, aber dies soll ein Text zum Theater sein. Das fehlt mir sehr, doch, sonst ein Trost in diesem, unseren Jammertal. Mir ist die Reihenfolge der Relevanzen dabei egal. Doch, natürlich, essen und trinken, die Haare schneide ich mir selbst und bleibe zu Haus.

Nun also, auch den Theatern wurden die Bühnen geschlossen. Bumm. Was jetzt? Hechelnd näherte man sich dem Netz. Wie Schulen, Unis und Kinos. Waren doch bisher die Social-Media-Accounts nur der PR gewidmet, dem Ticketverkauf untergeordnet eher lästig, verhelfen sie doch gar nicht zu einer Einladung zum Theatertreffen oder so. Natürlich gab es sofort auch Gestreame, aber abgefilmtes Theater ist wahrhaftig nicht neu. Als es nur ein Programm im TV-Land gab, sah ich bei den Großeltern schon das Ohnsorgtheater.
Wer dieses Blog kennt weiß, dass „Theater im Netz“ ein Anliegen ist. Siehe hier.
Zum Beispiel hier ein Tweetup im Opernhaus des Nationaltheaters Mannheim.

Super Flu – was? Aber Hallo! #grooveup


Aber ich wartete gespannt. Auf ein Format, das nur im Netz funktionierte und auch jenseits der Verbote funktionieren könnte.

Eine Twitter-Theater-Woche #ttw13 gab es ja schon 2013, von Twitter angeregt, aber das war nicht so toll. Ich bloggte das.

#ttw13

Ich erwartete es schon früher aus der Richtung der Kulturfritzen. Guckt. Ein Mitmachprojekt von Marc Lippuner.
#ichbinnin
Ich bloggte:

#wirsinddasnetz, Männerspielerin!

Die Kulturfritzen sammelten das treiben schon im März im Netz. Kultur in Quarantäne

Tatsächlich dann im ersten Lockdown: Anne Aschbrenner, die Wiener Kulturfritzin, war inzwischen die Onlinerin des Burgtheaters. Also das Burgtheater machte den Anfang. Das größte deutschsprachige Sprechtheater und wohl auch das älteste.

Was war der radikale Gedanke? Ganz einfach. Unsere Bühnen sind zu? Dann machen wir eine Bühne im Netz auf. Kostengünstig auf Twitter, zusammengehalten über einen #hashtag und wir streamen nicht, sondern laden Besucher dazu in diesen Nichtbühnenraum ein, wie sonst auch. Die Twitteracountler*innen waren gehalten das Stück selbst zu gestalten, zu schreiben. Bottom up, partipizierend, auf gleicher Ebene. Es funktionierte. Ausgezeichnet! Der Marke „Burgtheater“ konnten viele nicht wiederstehen, wie ich auch.

Im Mai der Erstling „Vorstellungänderung“
Das ist von Anne längst in den geheiligten Schriften des Böllinstituts verewigt worden im „Netztheater“ (PDF, freier Download)
Die Nachtkritik berichtete, ja ich komm auch drin vor. „Baby-Elephanten im Hochmoor“
Es war sehr erheiternd mitzumischen. Wir brachten zwar kein Stück zusammen, wie auch, so viele Teilnehmer, die sehr aneinander interessiert waren, man brauchte ja keinen Abstand und wenn es doch auf die Bühne ging, waren es zich Varianten, die man verpasst hatte, so schnell kamen die Tweets. Es wurde klar: Das Tool Twitter war ideal, nichts lief linear, das war geordnetes Chaos, Hauptstränge, Nebenstränge, beste Unterhaltung.

Es gab für mich überraschend das erste mal eine Twitter Schnellkritik. Sonst mach ich das doch immer.

Dann im zweiten Lockdown. An allen 4 Adventsonntagen, sorry, in Österreich Adventsonntagen „#wunschvorstellung“

Anne twitterte im Vorfeld des 4. Durchgang

Irgendwann guckte ich auf dem Blog zur Produktion nochmal nach und erschrak.

Screenshot der Website des Burgtheaters mit Twitterwall
Nein, man hatte mich nicht extra erwähnt. Da fragte man einfach die #hashtags ab. Hat aber was. :)

Es lief wie schon im Mai. Nur kam dieses mal mehr auf die Bühne, getrieben von den Ensemble-Mitgliedern und Mitarbeiten. 4 mal die selbe Vorgabe und wie immer auch Seitenstränge.

Ich hatte Angst, dass es kein Ende gäbe, aber das Theater selbst hob sich einfach ab.

Mich wunderte auch, wie die Stars des Burgtheaters, die man auch aus Film und Serie kennt munter mitmachten, ohne Allüren. Anrührend nach Ende: Mavie Hörbiger zitiert ihren Großvater mit einem Lied über das Theater

Übrigens war #wunschvorstellung immer auch in den Twittercharts in Österreich und Deutschland.

Auf Youtube gab es dann immer auch Zusammenfassungen, gelesen von Ensemble-Mitgliedern, auch erstaunlich, finde ich großartig. Ohne Zusammenahng kommt das aber sehr Dadaistisch an, oder? Es ist immer wieder schön, wenn Profis lesen. Auch die eigenen Texte.

1 Martin Schwab


Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

2 Stefanie Dvorak

Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

3 Dietmar König

Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

4 Dorothee Hartinger

Verbindung zu Youtube erst nach dem Klick.

Ich halte das alles für ein hervorragendes Experiment, fühlte mich wohl dabei und harre der Dinge, die da kommen sollen. Ich empfehle allen Theatern ihre Online-Strategie zu überdenken, vielleicht eine eigene Sparte daraus zu machen, Theater online neu zu denken nicht nur als PR sondern als Produktionsmedium. Das kann man auch vernetzt machen! Wenn die Orte im Netz liegen ist es egal, wer was macht. Ja und über Bezahlung müsste es laufen. Doch. Netzabo oder so.

Ach braucht ihr Vorschläge? Machte ich schon 2014.

Twitter-Theater

Update: Anne hat bei den Kulturfritzen gepostet.
#wunschvorstellung, retrospektiv

Mammae und der Geist der Weihnacht

(Zur Erklärung des Titelbilds hier entlang)

Der Geist der Weihnacht schwebte über ihr, aber sie kannte sich aus.

Sofort öffnete sie ihre Bluse und zeigte ihre Titten. Der gesamte Aufsichtsrat klotzte. Die Mammae wirkten. Es überraschte die Herren immer wieder, dass auch Quotenfrauen, wie die halbe Weltbevölkerung, Brüste hatten. Sie hob ihr einziges Kind aus der Krippe und stillte es. Nur eine Krippe zur Ablage stand man ihr zu. Die Verweigerung der industriellen Nahrungstechniken in zwölfmillionsten Varianten, musste sanktioniert werden.

Es blitzte, die Sterne lachten und kreischten in den Monitoren der Seifenoper-Industrie.

Der Geist schwebte und war voll beladen. Er hatte einen Auftrag. Es war seltsam. Die vorgeschriebene Warnung hatte Verspätung, ach was Engel. Was wusste er schon. Eine Jungfrau, die stillte?

Der Geist schwebte, er war autonom, KI-autonom. Er entschied und befruchtete. Nicht die Frau mit Kind, aus tausenden Bildern der Museen bekannt.

Er kam. Virtuell, klar, rein geistig und schnell.

Verkopft die Herren, ohne Uterus und all dem Kram, empfingen im Hirn. Sie wussten um Zeus und Athene. Mann war ja gebildet. Und sie wehrten sich auch. Dachten an den Heiligen Dax und ihre selige Offshore-Konten.

Aber der Geist lies nicht locker. Tausende Handelskammern hatten ihn geschaffen. Jungmänner im Hirn waren dran. Emanzipiert. Sie empfingen und bewahrten die Gefühle im Herzen. Sie gebaren ein jeder aus seinem Kopf einen hell erleuchteten Rentierbullen, ein hell erleuchtetes Reh und den Wasserfall aus hell leuchtenden LEDs. Es schmerzte nur leicht, die Frisuren hielten. Alle Liberalen der Erde wedelten Luft mit ihren Aktien, die Chöre des Dax sangen Lieder aus digitalen Weisen. Nur die Quotenfrau ließ ihre Brüste im Freien, zum Schutz vor diesem Geist, viele Millionen Frauen taten es ihr gleich.

Auch die Ministerpräsidentin, die mit zwei Ministerpräsidenten den Aufsichtsrat besuchte um die heiligen Geburten anzubeten. Ihre Geschenke würden erst geliefert werden, wenn der jeweilige Nachtragshaushalt beschlossen worden wäre.

Aber der Geist der Weihnacht war erregt, nein nicht sexuell, er hasste die Brüste der Frauen und befruchtete die Köpfe der Männer immer wieder, immer heftiger. In nicht übersehbarer Menge quollen die LEDs in die Welt, eroberten Windows und Balkonen, die Nadelbäume in den Gärten und Wäldern, die Kakteen in den Wüsten , die Eiszapfen an tausenden schmelzender Gletschern.

Die Menschheit fürchtete sich sehr, kleine Puppen, rot gewandet, kletterten umher, versuchten die LEDs zu fressen, aber nichts half.

Erst als dieses Lied der Heimkommwilligen erschallte, das die Radiosender on Air und im Netz kabelten, ließ das Kind in der Krippe ein Schrei erschallen, griff magisch nach dem Geist und töteten seine Algorithmen auf dem inneren Board, schleuderten all die Gebete der letzten zweitausend Jahre, gespeichert im Herzen seiner Mutter in dessen diabolische Speicher. Ein heiteres Rauschen erquickte den Urbi samt Orbi. Die LEDs dampften in die Himmel, fütterten die Sterne und Monde.

Dankbar packten die Frauen ihre Brüste wieder ein, hörten auf zu frösteln, zwinkerten sich zu und tranken das Wasser der Vernunft.

Die Ministerpräsident*innen taten, wie üblich, als ob nichts gewesen wäre und schliefen mit ihren Presseerklärungen, ließen prüfen, in Ruhe.

Der Aufsichtsrat entließ den Vorstand und befahl dem neuen die Entlassung von 10000 Mitarbeiter*innen.

Das Kind in der Krippe schloss wieder die Augen und wusste es würde seine Kräfte noch brauchen, denn im galaktischen Nebel eines neuen Dezembers wuchs wieder ein Geist.

Seine Mutter beschloss ihn vorsorglich zu stillen. Der Aufsichtsrat bemerkte es nicht.

Weihnachten live! Auch der Stream abgesagt.

… geht dieses Jahr Montag los. Langsam kommt die Truppe zusammen. Wir machen das jetzt schon seit 3 Jahren. Living Christmas. Wie Big Brother, nur live, im Stall meines Bruders, der nach der letzten Schweinepest und der Butterkrise alles hinschmiss und eine Landautorenschule führt. In 2 Wochen zum fertigen Landroman. Land ist in!

Dabei sah es nicht gut aus, bis zur letzten Minute war unklar, ob wir das Projekt auch dieses Jahr durchziehen sollten. Im Netz, gestreamt, live. Via Fatzebuch, Simsta oder Utube.

Gabriel wollte diesmal als hl. Geist auftreten und mich real schwängern, das heißt nicht wirklich schwängern, aber mit mir öffentlich schlafen, pädagogisch, mit Gummi.

Sagte ich schon, dass ich Mary heiße und Maria spiele?
Ich wurde bissig. Spukte und trat. Ich dachte nicht daran jemals wieder mit Gabriel zu schlafen, ob als Engel oder Geist getarnt, das war vorbei, all over now, baby blue. Ich liebe Josef und ich liebe ihn, wie ich will, so oft ich will, wann ich will, von mir aus auch im Stall, aber dann wäre doch die Story am Arsch, oder?

Sagte ich schon, dass mein Mann Josef heißt und Joseph spielt? Ich musste sehr grob werden und Gabriel raten, er solle sich seine Flügel anziehen und Vöglein vögeln, wenn er denn könne. Er wurde abgelenkt, ich nehme an, eine der Hirtinnen hat ihn abgelenkt, wir haben keine Hirten, wir haben Hirtinnen, nein das ist nicht feministisch, im gleichen kurzen Gewand, wie in den Standard-Krippenfiguren, bloßen Schultern und manchmal mehr, Sex sells.

Und dann geht es Montag wieder los.

Wir versammeln uns im Stall und spielen die Weihnachtsstory bis zum 24. Live improvisiert. Verkündigung (das macht Gabriel sehr anzüglich und mit hämischen Gesichtsausdruck zu Josef hin, SUPER macht er das).
Diskussionen ob wir heiraten sollen oder nicht, Eifersuchtsszenen, die dämliche Volkszählung und der schwule Herold, auch im Laientheater muss ein Schwuler dabei sein! Die Reise nach Jerusalem, mit Stühlen, so als Gag, die Herbergssuche, diesmal als Beherbergungsverbot getarnt, die Geburt ohne Kreißsaal, die heiligen 3 Könige, samt Gefolge, der Kaspar natürlich ungeschminkt, alles mit Kamel von einem Zirkus zurückgelassen. Die Geburt natürlich abseits hinter dem Heu, nur verbal.

Außer Gabriel, Josef und mir sind das alles Komparsen aus diesem unsäglichen Kaff hier und keine KINDERARBEIT, wir verwenden eine Xmas-Puppe aus Vietnam. Im Background singt der gemischtreligiöse Kirchenchor ein Weihnachtsoratorium.

Die Viecher stammen aus den Restbeständen meines Bruders, auch die Hühner und Gänse, samt Kamel.

Living Christmas. Das bringt’s. Ernährt uns schon 3 Jahre lang. Nachts kostet der Eintritt sogar 35 €. Bezahlen die Spanner, die sehen wollen, was denn Josef mit Maria wirklich treibt.
Das ist hart, nix zu treiben 24 Tage lang. Aber wir haben ja auch 2 Stunden am Tag, zum Duschen und so. Von 11-13 Uhr pausiert living Christmas, bis zum 24.12.
Guckt ihr? Ist für lau, der örtliche Christbaumverleih sponsert das Ding? Dann singen wir auch, Halleluja.

Im Foyer sollte es dieses Jahr Döner auf dem Felde geben. Von den Lämmern der Hirtinnen und am 22.12. Kamelbraten. Aber das geht virtuell ja nicht, besorgt es doch selbst, für zu Haus.

Wie, was. Verschärfung? Wir haben doch Masken und Abstand und wir streamen doch. Trotzdem. Jetzt fällt Weihnachten auch noch aus.

Dann halt eine Passion zu Ostern. Live! In einer Kirche. Gar im Dom?

Meerkatze, Corona und Albino Christkind. Advent im Museum I.

Sound auf den Ohren beim bloggen: Weihnachts Jazz Café.
Zum Titelbild: (Der deutsche Meister, Plakat zur Dürerausstellung mit Kerzchen, eingebaut). Huch! Das ist ja unbezahlte, nicht verlangte Werbung. Dies ist keine #digkv, nur einfach ein kommentierter Amateur-Besuch!

Tweetup #duerer im @staedelmuseum

Es weihnachtet sehr. Es wird gestritten, wieviele Menschlein nun dürfen oder auch nicht, oder ob überhaupt. ManFrau kann sich dem kaum entziehen, selbst die Kanzlerin warnt, zu recht, wie mir scheint. Aber wohin mit dem gelockten Hintern? Der Kitsch rinnt in breiten Strömen aus den Christmas-Filmelein der Streamer, kübelt tonnenweise Deko ins Hirn. Wie immer schert sich niemand* um den eigentlichen Sinn des ganzen. Geflüchte gibt es nicht. Weltweit, sag ich euch, weltweit. Alles ist zu, einsam grinst der Grinch in die Ruh. Mir kam da eine Idee beim Bloggen. Hier fügte ich Bilder aus der Online-Ausstellung der Pinakotheken ein:

Fußball, Tussis, Angelus


Warum also nicht auch andere Online-Sammlungen besuchen, die viele ihrer Bilder unter CC BY-SA 4.0 lizensieren, damit ich sie Euch hier zeigen kann. Es gibt viel zu sehen, dort, auch die Werke, die gerade nicht ausgestellt sind oder ausgeliehen. Keine Sorge, die Aura geht nicht kaputt und ihr dürft alles ganz alleine betrachten. Lasst den Kunstvermittler*innen ihren Feierabend. Also fürchtet Euch nicht.
Die Digitale Sammlung des Städelmuseums:

Screenshot von der Webside des Städel. Click ins Bild zur Sammlung
Meerkatze, Corona und Albino Christkind. Advent im Museum I. weiterlesen

Ungeleugnet. Das Protokoll. Tag 16.

Draußen das Grau schränkt sich ein, kein Nebel soweit. Ich schränke nur noch in diesem. Jene mit den Sommerhemden schränke ich ein. Die langen Unterhosen weinen, sie werden wohl auch in diesem Winherbst 4.5 keine Haut unter sich spüren. Gleichmütig ziehen die Tage aneinander vorbei. Nichts wirbelt, schlängelt unter die Betten. Im Netz brüllt mir das Leben entgegen, angeblich, ich leugne es fast. Zu sehr wirkt es als ob es ein Stück von Shakespeare wäre, antepostdramatisch. Unfähig die Regie, falsch besetzt die Maskierten. Undeutlich, als ob.
Das Grauen gerinnt in die Kontaklosen der Einsamen Lotterie der schwingenden Singellinge*lings.

Ich koche, ich esse, ich schlafe.

Morgens, wenn die Autobahnen erwachen und Treibstoffe entpusten, katalysiert, laut ins Universum, mich kein*er erhöht, erhört, hüpfe ich die Gänge entlang, auf die Betten, zwischen die Stühle. Nichts lockt mich down. Die Fenster lächeln grau-sam und zählen, entlang der Straßen, die Nasenbären und Kinnschützer, wie es das Gesetz der Nazis und Leugner befiehlt.

Hier drinnen keine Kämmchen.

Alle ¾ Stunde spiegle ich im Großen, vor dem eingeschränkten Dreitürer. Er spöttelt: Ja es gibt dich noch, Gott, den es vielleicht gar nicht gibt, sei Dank und deinen kranken Nachbarn auch.

Morgen suppe ich wieder und kuschle mit Übermorgen, die kleinen Masken toben. Ob sie mich Gassi führen werden?

Laut singe ich dem Radio vor, es spielt mich zurück.

Die demogratisch-autarken Direktorintendanten entanalogieseren sich, spezeln das System, stampfen den Gleichschritt in die digitale Relevanz, wieder, bis zum nächsten Heirassadei.

Ich schränke sie ein. Zu all den Kontakten, vergraben in den Tiefen meiner festen Platte.

Platt bin ich und satt, dass Grau nebelt noch immer nicht in den Lichterketten, die sich noch verstecken.

Nezsefix wimmert Barbaren in linguam latinam. Dies ist der Weg.
Per omnia saecula saeculorum.

Fußball, Tussis, Angelus

tl;dr: Alter weißer Mann parliert zu Erinnerungskultur für Frauen und fragt sich, ob das je jemand zu Ende liest. Viel zu lang, nix wirklich Neues. E-gal.
Titelbild: Bodenplatte im Speyrer Mariendom.

Mein Beitrag zur Blogparade #femaleheritage

Blogparade #femaleheritage der Stadtbibliothek München
Was fällt Euch spontan zu Frauen und Erinnerungskultur ein? An welche prägenden Frauen erinnert Ihr Euch? Welche weibliche Persönlichkeit ist vergessen und sollte Eurer Meinung nach wieder aktiv erinnert werden? Wir von der Monacensia im Hildebrandhaus laden Euch zur Blogparade „Frauen und Erinnerungskultur #femaleheritage“ (Laufzeit: 11. November bis 09. Dezember 2020) ein. Gemeinsam mit Euch möchten wir Frauen in der Erinnerungskultur präsenter machen und das Bewusstsein für ihr Werk und ihr Wirken stärken. Rückt ihre Leistungen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft in den Fokus, löst Euch dabei von den gängigen, binären und polarisierenden Weiblichkeits- und Männlichkeitsklischees. Wir freuen uns auf Eure Sicht zum Thema!

Was mir spontan einfällt?
Was zum Teufel, äh, für die Genetzten „wtf“, ist „Erinnerungskultur?“ Vor allem wie und wo findet sie statt? Nur in akademischen Zirkeln, in Zeitschriften und Archiven? Dort, wo die Kanons nicht gesungen, sondern in Aktenordnern (und sei es elektronischen) versenkt werden? In den Backlists der geheiligten Verlagswelt, den Archiven der Museen? Erinnerungskultur? #femaleheritage, weibliches Erbe? Im Alltag? Jenseits der offiziellen Archive? Allgemeine Erinnerungskultur. Gibt es. Dies soll mein Thema sein. Fußball, Tussis, Angelus weiterlesen