Welterben und andere Radfahrer

Heute war ich als dritte Etappe zur Saisoneröffnung in Lorsch. Überall glitzerte es, als ob in der Ebene längs der Weschnitz neue Seen entstanden wären, dabei spiegeln nur die Spargelfolien. Dem Schild links begegne ich oft, ohne jemals ganz herausgefunden zu haben, wie genau die Streckenführung denn sein soll. Auf jeden Fall radelt man halt nicht ganz so einfach durch die Gegend. Gemacht hat das wohl die Kurpfalztouristik. Ein seltsamer Verein. Legt seine Webdaten unter „webdata-Musterseiten“ ab. Tss, tss. Und benutzt das eindeutig bayrische Wort „radln“. Ich meine wer fährt auch von Lorsch über Weinheim nach Ladenburg? Und überhaupt, wenn schon Welterbe Lorsch, Speyer, Maulbronn, da fährt man aber anders. Von Lorsch nach Lampertheim, dann Worms, links-rheinisch nach Speyer, von dort dann nach Schwetzingen und den Kraichgau nach Maulbronn. Auf jeden Fall ist es erhebend zu wissen, dass man da auf der Fährte der Welterben ist. Tja, und dann waren die Pulks unterwegs. Warum eigentlich scheint vielen Menschen Radfahren nur dann erlebenswert, wenn man im großen Haufen fahren kann, laut grölend sich unterhalten, zu zehnt nebeneinader fahrend? Aber der Hit war der Sportsfreund, durch seine Kleidung eindeutig als Nachfahre der doping-essenden Rennfahrer ausgezeichnet, der auf seinem Rennrad freihändig fuhr, rauchte und telefonierte. Sein Sturz war absehbar und er landete leider nur am Wegesrand, unlädiert und nicht im tief mit Wasser gefüllten Entwässerungsgraben. Überhaupt, rauchen und telefonieren: Zu Pferd scheint das auch in Mode zu kommen. Ich traf heute zwei Reiter, beiderlei Geschlechtes, die diese Sportart beherrschen. Aber schön wars in Lorsch, neben dem Paradies. Da gibt es normalerweise guten Käsekuchen, aber wozu die Radfahrerei, wenn man unterwegs die weggetretenen Pfunde mit Kuchen wiederbelebt? Seufz. Kaffe und Wasser, wie üblich am Paradies. ;-)