Kurpfälzischtes in Mannheim, Mozart-Krieg und Violinen-Duos via StudiVz.

ich war sammstag am allerheiligen tag in der kapelle in Hochammt. das orchestre ist sehr gut und starck,

Quelle!

schrieb das Wolferl und was für Mozart gut ist, kann für mich ja nicht schlecht sein, also wallte ich zum Gottesdienst am Sonntag in die Schlosskirche in Mannheim. Zwei Pfarrer gleich waren dafür aufgeboten, eine Pfarrerin der Evangelischen Kirche und der ansässige altkatholische Pfarrer, statt Hofkapelle gab es Joyful Voices, aber dies ist ja kein Kirchen-Watch-Blog (obwohl das bestimmt auch spaßig zu lesen wäre).
Eigentlich war ich ja wegen Mozart da und Herr Wischniewski ließ dann auch nicht lange bitten. Vorher aber gab es Auszüge aus der Zauberflöte an der Orgel und dann was aus KV 301, der Kurfürstin-Sonate, einer DER Wolfer-Hits, (hier von jemand anders gespielt auf meine Tube) in Mannheim entstanden und gewidmet der Kurfürstin Maria Elisabeth von der Pfalz. Ratet mal, wer am Klavier sitzt! Die Briefe von Mozart wurden verlesen und ehrlich, die waren mir lieber, als die Paulus-Briefe von vorher, aber ich weiß, im Gottesdienst nur Musik vom Genie. Lol.
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Die Deckengemälde wurden erklärt. Der Drache soll der Protestantische Rat in Heidelberg sein und die Lichtgestalt Karl Philipp. Dessen Wappen (aufgenommen in der Sakristei) ist auf dem Bild da links oben. Nein, ich werde jetzt nicht die Wittelsbacher Linien erklären und warum Düsseldorf damals von Mannheim aus regiert wurde. Die Schlosskirchen-Führungen gibt es jeden letzten Sonntag im Monat um 11:30, da könnt ihr ja mal nachfragen.

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Und dann ging es ab in die Gruft. Da liegt er der Karl. Schlosserbauer! Einbalsamiert in seinem Sarg. Samt seiner Ehefrau zur linken Hand, eine Thurn und Taxis war nicht standesgemäß für einen Churfürsten. Ja, ja, was hatten sie für einen Krakel, kein Wunder, dass der Schiller viel später „Kabale und Liebe“ da in Mannheim aufführen lies! Hei, der war ja Generalfeldmarschall in den Türkenkriegen, Respekt, hat dafür das goldene Vlies am Hals, samt dem Hubertus-Orden. Im Museumsraum gibt es ein Bild, weil die Särge mal aufgebrochen wurden, von Grabräubern (ja, ihr lest richtig GRABRÄUBER in Mannheim, 1946) und da musste die Kripo doch mal fotografieren. Besonders für Damen interessant: Seine Schuhe! SOLCHE Absätze. Überhaupt, das muss man sich einmal geben: Der Typ hat sich ein Schloss bauen lassen, nur damit er eine Chapelle als Grabgelege hat, weil ihn der Kaiser nicht die Protestanten in Heidelberg aus der Heiliggeistkirche vertreiben lies. Und vorher war da eine protestantische Pfarrerin mit einem altkatholischen zu Gange und nachher ging ich einen Döner verspeisen. Es ist halt alles anders heute, Herr Fürscht!

Heutzutage geht es ja friedlicher zu. Selbst der Mannheimer Mozartkrieg wurde fair beigelegt. Hängt an der Jesuitenkirche
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doch ein Schild, dass Mozart DORT am Schillerplatz zur Kirche gegangen wäre, aber die Mozart-Gesellschaft hat das schon klar gestellt: Ist falsch! Wissenschaftlich erwiesen: Das war in der Schlosskirche, beim Karl Theodor.Jetzt hängt an der Schlosskirche ein Schild, das die Sache richtig darstellt und das Schild mit der wissenschaftlichen Falschaussage hängt auch noch.
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Tätlichkeiten stehen keine zu erwarten, so von Barockkirche zu Barockkirche ist man ja nicht so. Obwohl, wenn ich mir überlege, wer die Spenden für den Hochaltar da in B1 zusammentrieb, nun der Herr aus Oggersheim, DER Spendensammler der Nation. Räusper, zur Sache, gell. Keine Verschwörungstheorien hier!

Also der Underground von Mannheim hat es in sich. Ach so: Auf dem Sarg von Karl fehlt was. Die beiden Engel hielten wohl etwas und das halten sie im Reiss-Engelhorn-Museum unter Verschluss. Nicht ausgestellt, sondern irgendwo im Archiv. Also Jungs im REM, lasst uns das doch einmal sehen, Stellt es aus oder gebt es zurück. Nein, ich spreche jetzt auch nicht von Beutekunst.

Ganz schön was los in Mannem, gell?

Ja und dann wollte ich heim, nur noch heim. Prinz Poldi lockte am Abend, aber dann sah ich dieses Plakat. War da nicht was? Genau. Die Frau Dingler hatte doch mal ihren Bruder promotet in den KN hier. Genau! Eine Bloggerin geigt. Da MUSS Blogger doch auch hin oder?

Was das jetzt alles mit StudiVZ zu tun hat? Nein, Don Fonsi war nicht zugegen, aber lest doch bei mir weiter, da steht doch alles, samt Kommentar der Künstlerin, ich schreib doch nicht alles zweimal, sonst ernennen sie mich doch noch zum kurfürstlichen Hofblogger mit Pressebüro in der Kirche, oben in den Logen, nur weil ich ein paar mal was gebloggt habe. Gell.

Ach so ja, der Mozart hat in Mannheim noch viel mehr komponiert. Z.b. KV 313, Konzert für Flöte und Orchester. DAS will ich da auch mal hören. Herr Wischniewski spielt Flöte? Nun ja, passt doch. ;-)