Kategorie: Mannheimer Sommermusik
Bach-Disco
06.06.2010 11:31:46
Das war hübsch gestern abend, herrlich entspannend. Doch, es hat sich also schon dafür gelohnt als Webmaster die "Mannheimer Sommermusik" zu begleiten. Die I Danzatori Palatini aus Hockenheim hatten ein lockeres Programm zusammengestellt und tanzten, Herr Bach hielt Einzug in die "Capell" der Mannheimer Residenz. Von Hannes Wader (Tagtraum / Melodie von: Oh Haupt voll Blut und Wunden sic!)über Air aus der bach'schen Orchestersuite Nr. 3 D-Dur bis zu Jethro Tulls Bourrée. Die tanzten tatsächlich zu Bach! (...und Telemann und auch Johann Christian gleichen Namens, der in Mannheim eine Oper debütierte) Das war keine große Kunst (im Sinne der hochverehrten Feuilletons von den nicht berichtenden Gazetten
), nein, aber großartige Unterhaltung, liebevoll erarbeitet und lukullisch umrahmt mit "Wechmarer Backwerk" und dem Komponisten gewidmeten heimatlichen Thüringer Bratwürsten, deretwegen es eine extra-lange Pause gab, weil erst noch das Gas für den Grill von Hockenheim nach Mannheim geschafft werden musste.

Eine "coole" und doch warmherzige Atmosphäre, wie ich sie wirklich nur von der Schlosskirche in Mannheim kenne.
's ist mal bei mir so Sitte
06.07.2009 13:06:59
Das Bild ist direkt vom Flickr-Account des Winzerbloggers eingefügt. Merci!
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Die Titel-Melodie des Blogbusters "Der dritte Mann" arrangiert für Flöte und Orgel? Kuschelflöte? Doch, das klang gut, auch der kleine Gardeoffizier von Stolz und das Schwesterlein der Fledermaus, neben Salieri, Mozart und Schubert. Doch das geht und es ging GUT. Ich gebe es ja zu, ich war skeptisch. Solche Aktionen neigen leicht zum Kitsch, aber mitnichten. Ich war herrlich entspannt, genoss einfach Musik in ungewöhnlichen Arragements (nein, nicht außergewöhnlich, genau das macht aber den Charme) an dafür nicht vorgesehenem Ort. Wer es schafft das Ave Maria, nein, die Altkatholiken sind keine absoluten Marien-Verehrer wie die Cousins, wer es also schafft das mit den Capri-Fischern (doch auch Kirchenorgel und Flöte) als Top-Zugabe zu kombinieren ohne dass die Fußnägel rollen, der kann etwas. Gekonnt moderiert, was liebe ich das Hoch-Neckarstädtisch, das sich nicht versteckt! Mit spanisch kombiniert? Aber gerne, ja. Eine altkatholische Gemeinde, die zur Kirchweih' ihre exclusiven Räumlichkeiten bei brennender Osterkerze so weit öffnet für perlende Lebensfreude und augenzwinkernde säkulare Musik, nur leicht sakaralisiert via den gewohnten Instrumenten, ist zu beglückwünschen, welch eine Feier!
Geisterspiele und Violinen
30.06.2008 17:16:45
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Eigentlich wollte ich den Sonntag mittag zu Hause verbringen. Nach einem Fahrradritt nach Mannheim (steht alles dort!) und dann sah ich dieses Plakat in der Schlosskirche hängen. Dingler, Dingler, Dingler? Genau, das war die junge Dame, die vor 2 Jahren per Mail ihren Bruder bei den Kurpfalznotizen promotete und deren (my)Blog ich eine Weile mitlas. (Sie hat es passwort-geschlossen). Also blieb ich und habe es nicht bedauert. Gar nicht. Auf ihrer Homepage sind zwei Musikbeispiele für Charles Dancia, dessen Duo Brilliante auch am Sonntag das Konzert eröffnete. Hört selbst! Nun bin ich kein Musiker, der all die Feinheiten eines Konzertes beschreiben könnte, ich kann nur beschreiben, was Musik in mir auslöst.
Das habe ich eingeschlossen. Im hintersten Winkel meines Hirns und irgendwann wird es frei werden und in Worte münden. Heute jedoch nicht. Das Fußballspiel liegt noch dazwischen. Ich war auf jeden Fall beeindruckt. Schwer beeindruckt. Vor allem gefiel mir, dass lebende Personen, junge Komponisten gespielt wurden.
De kurpelza Klong
28.06.2008 10:23:24(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!)
Den Menschen, die das Uhne Ferz Konzert (deren Hauslyriker ich bin) besuchten schien es gefallen zu haben. Beurteilungen überlasse ich natürlich anderen, aber ich wollte schon immer 'mal schreiben, wie das ist, wenn Texter Texte hört, deren Entstehung man selbstverständlich noch im Kopf hat, zu einem großen Teil sogar die Gefühlswelt beim Schreiben, die Überlegungen, Gedankengänge, all das was im Text auch weggeschnitten ist.

Wagnerferz?
27.06.2008 17:35:57(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!)

von der Website der Stadt Mannheim unter Bühne für heute...
Musiktheater im Nationaltheater von Herr Wagner
Kleinkunst in der Kirche mit Texten von mikelbower
*grinst
Und so schnell geht das
24.06.2008 22:42:26(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!)
hin und her... SO müsste Presse, äh, wieso eigentlich Presse, Netzarbeit aussehen.

genauso, hin und her...
He's just a man
24.06.2008 10:56:00
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I'dont know how to love him. Aus Webbers Schmonzette von 1971 „Jesus Christ Super Star“ sangen die RosaKehlchen in der Schlosskirche, bei der Sommermusik, gekonnt, beschwingt, beflügelt vom Ambiente, frei vorgetragen, (die Notenbücher blieben in der Sakristei), mit bestechend genauer Intonation, wohltemperierten Kehlchen (warum nur will ich immer Kelchen schreiben?), nein kraftvollen Männerstimmen, die mühelos den Raum füllten (es herrschte Fussballeuropa zu der Zeit, man muss zwangsläufig von Räumen-Befüllen sprechen, auch wenn gerade der TrainerDirigent seine Leute mit einem Augenzwinkern in die Mitte zum Einzelchor-Singen schickt, als ob Elfmeterzeit sei), mit Lust am Singen und einer gehörigen Portion Können und ganz großen Arrangements. So weit so gut, es war ein tolles Konzert und?
Tja, der Titel war vom Moderator angekündigt als zweiflerisches Lied eines Mannes an seinem Märchenprinzen, was dieses Lied der Maria Magdalena an Dschises, wie wir ihn seit dem zu nennen erlaubt sind, ohne eine Silbe zu ändern, in vollkommen neuem Lichte erscheinen lässt. He's a man, just a man, I don't know how to love him. Und das ganze von einem schwulen Männerchor! Es waren Choräle, doch, doch, meist klang es sehr madrigal, auch wenn es Soultitel waren, aber einmal anders, merci dafür!
Counter, Farinelli, Händel und Kastraten
15.06.2008 11:54:34
(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!) (Für die Nerds unter uns: Es geht hier NICHT um neue Zähler für Webseitenaufrufe)
Nein, "Eviva il contello" - "es lebe das Messerchen", braucht niemand mehr zu rufen, auf die Gefahr hin, dass man die einmalige Stimmlage eines Kastraten nie mehr zu hören bekommt. Countertenöre, die Alt- oder sogar Mezzo-Sopranhöhen und Stimmen in voller männlicher Pracht und Keimdrüse durch spezielle Singtechniken erreichen, sind mehr als Ersatz, wenn es darum geht uns Barockmusik nahe zu bringen. Wie gestern Abend Gerard Roscoe in der Schlosskirche zu Mannheim, meinem zweiten Besuch eines Konzert des Festivals Mannheimer-Sommermusik. (Ich berichtete)
Witzige, anrührende, melancholische, informative und engagierte Texte entführten uns in die Welt des Barock, der Entstehungszeit der italinischen Oper, die mit dem DeutschenSachsen G.F Händel in England einen ersten Höhepunkt fand. Was schwätzen sie die heute alle über Globalisierung, hä?
Es war ein emotionaler Abend, im Kerzenlicht, in die Vergangenheit geführt, ohne Glorifizierung, aber mit Respekt vor der musikalischen Leistung der Altvorderen, locker leicht erzählt und mit Glanz und Gloria gesungen.
Ars Vocalis, La Dolce Vita
08.06.2008 20:46:03
(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!) Das war Sommermusik vom Feinsten!
...da gab ich aalzeit den tasten bazln. ich war in meinem besten Humor. Wolferl Amadeus an seinen trés cher Pére, berichtend von seinem Auftritt in der Schlosskirche Mannheim am 4.11.1777.
Und so war auch das famose Concert des Kammerchors Ars Vocalis im Rahmen der Sommermusik Mannheim. Habt ihr schon einmal Eßt mehr Fisch von Heinz Erhard vertont gehört? So dass man meinen könnte, das wäre ein Madrigal? Ich schon und ich war entzückt. Und der "Sonntagnachmittagkaffee" von Wilhelm Killmayer formvollendet in Szene gesetzt, hei das war Spitze! Ausgereifte Stimmen, klug aufeinander abgestimmt, berstend vor Lust am Singen. Immer mit einem Augenzwinkern in Szene gesetzt ohne aufdringlich choreographiert zu wirken. Es wurde eingezogen, als ob der Pfarrer käme und mit dem Kanon "Caffee, Caffee" in die Sakristei zum Pausen-Vesper (es war halt fast 5 da, gell, Vesperzeit) gelockt, von der altkatholischen Gemeinde gemanagt. Sommermusik vom feinsten war das, locker und leicht, schwebend, doch mit Niveau und GEKONNT, nicht nur gewollt. Die ausgefallenen Schloßfestspiele sind vergessen, ob solcher Konzerte und hei, Kids, das wäre durchaus einen Alternative zur auch ausgefallenen Arena of Pop.
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