Einfach da sitzen. Vergilbt sozusagen. Am Rhein. Nein, der liebe Gott ist kein guter Mann. Kein Mann. Wenn überhaupt. Worms RK 444. Früher war das der erste Ritt mit dem Rad an den Rhein, zur Nachbarstadt der Nachbarstadt. Heute mit dem Bus. Rheinpromenade heißt die Haltestelle. Nur ein paar Schritte zum Hagenbräu. Angespargelt.

2 Stunden. Einfach aufs Wasser sehen. Den Schiffen hinterher sehen. Heute nur Tanker unter niederländischer Flagge. Meist Gas. Vor allem Gas. Im 2 Minutentakt. Schwer schiebend bergauf. Aus Amsterdam oder von wo. Einmal ein Othello. Doch. Leichter bergauf, hier die Hera.

Als ob die Götternamen helfen. Schiff ohne Zollstationen, keine Blockaden. Hier. Nur der Hagen, der Fiesling, der den Siegfried meuchelte und damit den Völkermord an den Burgundern auslöste. Krimhild ye know, die Hunnen und alles. Nein kein Wagner für mich. Das Lied, selles Lied.
“Uns ist in alten mæren wunders vil geseit
von helden lobebæren, von grôzer arebeit,
von fröuden hôchgezîten, von weinen und von klagen,
von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen.”
Einfach am Rhein sitzen ohne Gedankenschinken geht nicht mehr. Die Nachrichten im Kopf labern mit.
Sonst alles wie immer. Blüten und mehr.
Ach so ja angespargelt ist.

