Als der Vollmond weinte

In deinen Granit
auf den ich nie biss
meiseln wir Runen warens
nicht Hyroglyphen
ganz sachte gezeugt
in jener Nacht als der
Vollmond weinte
und die Sonne schrie
weil Merkur
Kometen gebar
aus den Rippen der Venus

Wen interessiert das Gemeisel
die Runen sind los
Wir schreiben und schreiben
und meiseln in sanftes Moos

was

bin isch frouh, dass isch vännemarisch schreiwe koann und net de Blödzeidung , dem dabbische Schbiegel un de brotzische Faz ausgeliffad bin, wie isch jezad schreiwe soll. Die dede noch ferdischbringe isch meesd wie moin Oba noch Zelat sache zum Salad orre de Budda schdadd die. S’is ned zu glaawe, was die Glouwe alles zommeschreiwe, blouß weilse zu faul zum lerne sin. Isch heed gud lache mit moim Vännemarisch, all gut…..

Rich Mens World

das Blattgold
von den Bodenplatten
aß ich zum Frühstück
wer liegt mit mir
auf Luzis Grabtuch
In den Feuern der Vorstadtaktien
brat ich das Schwein
das man mich nannte
wer baut schon Paläste
wenn er Hütten haben kann
ich rolle leere Zigaretten
nach Kuba libre nebenan
die Bodennebel steigen
in mein Wolkenkukusheim

Schläfriger Sommerabend mit lästigen Gedankenfliegen

Urlaub

Drei Etagen unter dem Wind
küssen sich die Notizen
auf den Zetteln

Bad

Ich schenke Dir mein Mehr zum baden
Das Du trinkt Dich am Ufer
Uboote schwirren unter Leinen

Jagdsaison

Während ich gähne fliegt mein Schlaf
mit dem Turmfalken droben im Fenster
über das Dach des Längsschiffes
Tauben jagen wir und Küsse
aus Sehnsuchtsspinnen geturtelt

Urtraum

Die Lust trieb mir ein Lied
auf die Schenkel waren es Lippen
oder doch nur ein Gedanke
den der Wind einst in Kusch
oder war es doch Ur
aus rosaroten Wolken sog

Angesichts

Angesichts unpassender Sommer
schlechter Regierungen torlosem Fußball
und gen-gesteuertem Wein
trink ich langsam ein Bier oder zwei
freu mich auf morgen mein Bett
wer singt mir das Tandaradei

Dichter am Berg II

Dichter am Berg

Monika fängt an hier über ihr Lesefest zu berichten. Sie hat dort ihren Erstling vorgestellt. „Bittersüße Fühlgedichte“ und dabei Menschen eingeladen, die sie zu einem großen Teil nur durch das Netz und die Literatur-Communities kennenlernte (wen alles steht auf der Seite im Link oben). Es war wie immer sehr bewegend Menschen zu „sehen“, die man nur von Foren, Mails, Homepages, Blogs oder Chat kennt. Und das in DER Umgebung. Monika wohnt auf 1000 m Höhe mit freiem Blick auf das Panorama des Millstädter Sees. Umwerfend. Und dort zu lesen war das ebenso. Besonders gefreut hat mich, daß Michi auch da war. Michaela Gruber ist aus Villach also um die Ecke von Monika und hatte ihre Bilder mitgebracht. Bilder die zum Teil schon Jahre virtuell neben Gedichten von mir bei Thyla stehen. Das ist wirklich fast noch seltsamer als die Menschen kennenzulernen. Monika wird sicher noch einiges dort auf ihrer Seite berichten, ich möchte nur ein Bild von Gertraud Schubert hier vorstellen. Denn dort lasen wir aus unseren Lyrologien in drei verschiedenen Dialekten. Das war unser Wettbewerbsbeitrag in 2002 für „Digitale Literatur“ von t-online und DTV. Gibt es nur ein Wort: Geil wars.

Von Links nach Rechts: MGV Afitz, Gertraud Schubert, Monika Wegscheider, mikel, MGV Afitz.

Das schrieb ich Monika ins „Lesungsbuch“

Power to the People
( Reminiszenz an Monika und Gschriedt)

Ein Netz aus Mondsichelfetzen
verzaubert drei Steine zu Worten
was brauch ich
Kraft ruft der Berg
läßt die Sätze
zwischen den Zeilen
baden drunten
im Sonnenspiegel
aus rotflüssigem Goldstaub
sag nicht immer See
mein Schatz

Und die Verse flitzten…

Danke für die Einladung Monika und die „Beherbergung“

Posted by: mikel on Jul 29, 04 | 4:26 pm |