Stellungen

(Ein amateurhafter Vergleich zweier Skulpturen-Kurationen im Kunstforum Ingelheim und der Kunsthalle Mannheim)
Beitragsbild: „Dan Graham (*1942) Two Intersecting Sine Waves“ 2017 Eine Auftragsarbeit für den Eingangsbereich der Kunsthalle Mannheim, bezahlt aus den Einnahmen des Museumsshops, den das Werk jetzt verdeckt :). Inzwischen liebe ich dieses Werk, wie Mannheim selbst ja auch erst mit dem zweiten Blick Schönheiten frei gibt. Je nach Wetter und Tageszeit spiegelt es die Umwelt anders. Am 12.08.2018 16:36 spiegelt sich mein Rad vor dem Friedrichsplatz mit Straße und im Hintergrund das Jugendstilensemble, das Atrium der Kunsthalle spiegelt den Wasserturm, dahinter lockt die Kunsthalle selbst in Mesh gehüllt (Video).
Ich leistete mir für die Kunsthalle eine Jahreskarte, im Vorverkauf für 25 €. Jetzt fühlt sich das an, wie in London. Ich kann rein, wann ich will und so oft ich will. Nein, ich muss das nicht jedes mal bloggen. Bereits gebloggtes von der (neuen) Kunsthalle findet ihr hier. Am Freitag war ich zur Bloggerführung in Ingelheim. Siehe den letzten Beitrag.
Im Gespräch kamen wir auf die Art der Präsentation und ich fühlte mich dort wohl und äußerte auch, dass die Skulpturen in Mannheim doch wesentlich wilder, nur so umher, stünden. Das musste ich überprüfen. Dank der Jahreskarte entdecke ich die Kunsthalle langsam. Den Kentridge-Kubus hatte ich ja schon verbloggt. Die Kuben 2 und 4 – die mit den Skulpturen- nur durchschlendert. Also gut!
Die Präsentation in Ingelheim (Beispiel).

Im Köpfe-Saal

Und Kubus 2 in der Kunsthalle Mannheim.
Skulpturen in der Kunsthalle Mannheim.

Sieht wild und zufällig aus, ist es aber nicht. Wie gesagt, in Mannheim immer auf den zweiten Blick. Die Stellungen bilden Menschengruppen. Gemäß dem Motto der Direktion: Stadt in der Stadt. Wie sagte Ulrike Lorenz, die Direktorin der Kunsthalle noch, im Blog MusErMeKu „Wir sind nicht die Nationalgalerie, wir sind kein Tempel der Kunst. Bei uns wird Kunst nicht zelebriert, sondern zur Diskussion gestellt.“
Dann passt das. Ich lief wohl 20 Minuten umher. Tatsächlich bezieht auch die Mannheimer Ausstellung die Umgebung mit ein, der Friedrichsplatz mit Wasserturm ist integrativer Teil. Genau solche Menschenansammlungen sieht man durch die Fenster unten im Wasserturmpark umherstehen und wandeln. Noch mehr in der nahen Fußgängerzone, den Planken. Gruppen vor dem Konzerthaus Rosengarten direkt gegenüber, im Foyer des nahen Nationaltheaters.
Nehmen wir Rodins Eva. In Ingelheim steht ein der 8 Abgüsse aus dem Städelmuseum in Frankfurt. Ich fotografierte sie nicht. Schön präsentiert! Im Städelblog kann man das nachvollziehen. In der Online-Sammlung der Kunsthalle Mannheim auch. Guck!. Tatsächlich steht sie in Kubus 2 so:
„Eva“ von Auguste Rodin in der Kunsthalle Mannheim.

Dunkel vor der Hitze strahlenden Stadt, als ob sie sich der Welt da draußen schämt. Verstärkt wird der Eindruck durch Kristof Kinteras Revolution direkt daneben. Ein Rabauke, der beständig seinen Kopf an die Wand schlägt. Für mich DAS Kunstwerk, das meinen Zustand angesichts der Weltlage im Augenblick am ehesten beschreibt.
Screenshot von Instagram. Klick ins Bild führt zu dem Filmchen.

Kubus 2 ist für mich eine sehr politische Kuratierung, wie so oft in diesem neuen Haus, ohne marktschreierisch Ideologie zu vermitteln. Hier im Kubus.
Also beliebig ist das nicht. Man versucht Geschichten zu schreiben. Was soll ich dagegen haben, so als Krixler.
Aber der Giacometti und seine Kollegen in Ingelheim wirken auch. Cooler. Distanzierter. Das Hirn auf die Kunst bezogen.
,Giacometti und Co in Ingelheim

Die Kunsthalle schloss bald, ich hatte Hunger und dürstete.
Ich fuhr dieses mal den Kilometer an den Neckar, der durch die Stadt fließt, der Rhein nur daran vorbei um zu sinnieren und twitterte.
Screenshot Twitter

Fazit: Beide Kurationen haben was, regen mich zum denken an, bereichern mich. Warum soll alles gleich sein? Das Leben und die Kunst sind so reich an Varianten. Ich fühlte mich wohl am Neckarstrand und ein Gedanke grinste mich.
Nein, das wird nie geschehen, aber mir würde das gefallen: Eine Sonderausstellung in der Kunsthalle Mannheim mit Werken der Mannheimer Galerie der Münchner Pinakotheken. Die Sammlung der Wittelsbacher Mannheimer Kurfürsten. Das Schloss zur Sammlung liegt ja auch um die Ecke. Das wäre auch politisch. Und wie. :)

Kunst, Dubbe und das Recht

Oben zu sehen mein Weg von der Haltestelle „Kunsthalle“ (in Mannheim wer hätte das gedacht) zum Eingang, vorbei am Jugendstilbau, dem Neubau hin gen Wasserturm.
Ich war tatsächlich bereits schon wieder #kunstwandeln!

#kunstwandeln in Kuma.art


Ich wollte meine Jahreskarte abholen und die Schriftlichkeiten zur DSVGO hinter mich bringen. Auch die Kuma braucht die Erlaubnis mir Newsletter und anderes zu schicken. DSVGO??! Ich wollte auch noch ein neues Filmchen drehen, für das kommende Blogposting zur #kentridge Ausstellung im Liebieghaus. (Kommt bald.) Hatte ich doch erstaunliches gelesen.
Aus dem Blog „MUSERMEKU: „Wie kommen Nicht-Besucher ins Museum?“

Zitat:
Die Direktorin der Kunsthalle Dr. Ulrike Lorenz im Gespräch.
„Uns ist bewusst, dass es den Menschen wichtig ist, Fotos zu machen und diese in Social Media zu teilen. Wir ermutigen sie sogar dazu. Deshalb ist es Teil unserer digitalen Strategie, mit der VG Bild-Kunst eine Sondervereinbarung zur Frage der Bildrechte der Künstler zu schließen, so dass wir in der Lage sind, unseren Besuchern das Fotografieren und das Veröffentlichen der Fotos zu ermöglichen – auch bei Werken, auf denen Bildrechte liegen. Das wird mit der Eröffnung des Museums möglich sein, so dass wir hier mit Volldampf in eine neue Ära gehen“, berichtet Ulrike Lorenz begeistert.

An der Kasse wusste man nichts davon. Auf der Website der Kuma fand ich auch nix. Ich bat an der Kasse die Damen das doch weiterzugeben und auf Twitter bat ich auch darum. Auf meinem Weg zu Garderobe dann das.

Kartons mit Dubbegläser in der Kunsthalle Mannheim zum Deutschen Anwaltstag 2018. „Das ist kein Kunstwerk, keine Installation,“ lachte der Caterer.

Ich mag Dubbegläser, Kunst, Dubbe und das Recht weiterlesen