Räubr
21.05.2013 22:40:00Vom 13.04.2008 Aus aktuellen Gründen neu datiert! vielleicht werde ich auch gekauft. So äh ZichZehntausende würden ja schon genügen!
Und weil nachher um 11:00 Matinee ist und ich wieder lesen werde, habe ich den Eintrag neu verzeitet. Doch, Frau Krieger, das geht! ;-)
Und eigentlich müsste ich das umschreiben: Es geht inzwischen bei Flickr/Yahoo aufeinmal auch um AOL, Murdoch und eine feindliche Übernahme. Wie soll man bei solchen Themaen und dem Tempo literarisches Kabarett schrieben? Seufz. ![]()

Nun, genau jetzt, da B2 hier diesen Eintrag frei schaltet lese ich da diesen Text. Er ist sehr Mannheim-Affin, deshalb stelle ich ihn hier als pdf ein. Ach so ja. Die Bildchen im pdf halte ich vor meinem Bauch hoch und trage das alles mit offenem rotem Regenschirm vor.
Möge die Lektüre zum Vergnügen gereichen. Hier der Link zum pdf.
[update2)Ganz schön aktuell das Räubr-Ding!
[update 2013] Yahoo kauft tumblr
Traumhandlung
21.05.2013 13:21:00Ich hatte einen irren Traum. Ein StartUp in Viernheim. Theke. Das Projekt hieß Theke. Eine Theke für Getränke und Speisen, klar, riesig, rund vor Glasfenstern. Im Hintergrund Buch-Scanner und 2 Digitaldrucker und 1 3D Drucker.. Kleine Zweiertische. Auf den Tischen Pads mit den weltweiten Angeboten aus eBooks, Printbooks, Musik, Video, Kunst und allen Zwischenformen. Meine mitgebrachten oder bestellten Print-Bücher werden im Hintergrund gescannt und auf meinen Reader übertragen, die Musikdownloads auf das Handy übertragen und als backup auf CD gebrannt. Ich suchte in den neuesten elektroBüchern und lies 2 für Tante Else ausdrucken, sie las lieber auf Papier. Und neben den BarKeeperInnen Fachkräfte, die mich auf Wunsch beraten. Die kannten sich aus! Kannten den Buchmarkt und / oder Musikmarkt, wussten um Filme und die neuesten Kreationen der 3D-Künstler. Klar konnte man im Shop auch Eintrittskarten buchen und Bahntickets bestellen, die Reisebürofachkräfte halfen auch gerne. Im Online-Bio-Laden bestellte ich nebenbei die Lebnsmittel, die dann ich dann in einem Körbchen an die Theke oder gegen Aufpreis nach Hause geliefert bekam. Ich debattierte heftig über Radfahr-Routen mit Bahnbegleitung, zerfledderte genüsslich mit meinem Nebenmann den neusten Gähn Brown (Danke an Peter Hellinger, für diesen Ausdruck!)
Alles in angenehmer Atmosphäre. Tageskarte: 40 € , die Stunde für 10 €, Beratung inklusive, die Dienstleistung zu fairen Preisen (Zusatzpreise für Downloads etc..). Ab einem Umsatz von 300€ gab es 50% Rabatt auf den Eintritt & Co, ab 1000€ war das alles frei.
Ach so ja, es gab auch Nerds, die wegen der Technik-Bestellungen berieten, welche für Haushaltsgeräte, ich konnte gar nicht alles testen und ganz hinten in der Ecke gab es noch Beichstühle & anderes für konfessionelle/antikonfessionelle Beratung.
Ich war sehr zufrieden zunächst. Als ich durch die verwaiste Innenstadt nach Hause hüpfte war das aber schon komisch.
Grüne Meere
20.05.2013 20:03:00Animiertes Gedicht. Zum ansehen, auf Start-Knopf klicken.
Wortschau 19 , Streetview mit Namen
16.05.2013 20:56:00Die Wortschau Nr. 19 ist da. Nicht erschienen, sondern per Post gekommen. Bücher erscheinen übrigens auch nicht, sie werden gemacht und verkauft! Ich bin albern heute.
Die Wortschau Nr. 19, die dritte, die Texte von mir enthält (siehe 1 und 2) mit den Werken von Streetview I II III IV (siehe die Links, ich berichtete)
Hier der Link zum Projektblog von Eva Wal, hier zu den Soundcloud-Dateien. ( Ins Netz gebraucht von Oliver Kehrt, samt den FB-Posts, Twitter-Posts, der Logistik.., Ehemann von Eva und mehr
)
Die Wortschau gibt es hier käuflich zu erwerben.
Erstaunlich. Ganz erstaunlich dieses Projekt. Finden sie es nicht auch erstaunlich, dass es in Herxheim/Pfalz eine Redaktion für eine Literaturzeitschrift aus Bad Bergzabern gibt? In der tiefsten Südpfalz, dort wo die ehemaligen Ministerpräsidenten wachsen und man nach Frankreich notfalls laufen kann. Eine Literaturgazette, in der Literatur steht und keine Literaturkritik oder sonstiges? Erstaunlich, aber es gibt genau dies doch. Zudem in bester graphischer Gestaltung, der Thorsten Keller kann was. Und die Redaktion dieser Literaturzeitschrift begibt sich auf die Minipressenmesse nach Mainz, der Refinanzierung und der Vernetzung wegen und trifft dort auf Eva Wal. Die Bonnerin Eva Wal trifft auf die Kölner Szene und die Wortschau trifft das Gutenberg-Museum. So. Nun gibt es ein erstes Projekt. Wortschau 12. Aber das habe ich ja schon hier besprochen. Ich stieß zu der Truppe eigentlich weil ich Michael Bauer heiße und auch Dialekt schreibe, wie der Michael Bauer aus Herxheim und zum xxxxten Male verwechselt wurde, eigentlich. Erstaunlich das alles.
Und dann hat Eva eine Idee, setzt sie um und wir treffen uns 4 mal, ganz ohne langes Palaver und Projektmanagement-Getöse um zu schreiben um dann, ohne langes Bearbeiten oder gar Lektorat in die Sound-Cloud zu lesen. Und jedes Mal hat es funktioniert. Es kamen Texte zustande! Und was für welche! Es war doch sehr erstaunlich. Die letzte Session war sogar eine Silvesterparty. Doch!
Klingt eigentlich eher nach Berlin, wo sie heute alle hin rennen, die Schreiberlinge. Nein, das geht auch so. Soll ich Euch das Geheimnis verraten? Mainz, Bonn, Köln und Bergzabern / Pfalz Viernheim/Kurpflaz, der Sprache nach, in der Oberrheinischen Tiefebene.
Es ist eine Rhein-Connection, Freunde der Worte und der Kunst.
Und dann fallen noch Worte in den Biografien (kauft Euch die Wortschaft, wenn ihr wissen wollt wo
) wie Konstanz, Freiburg, Karlsruhe , Mannheim, Koblenz, da kommen locker 600 Rheinkilometer zusammen.
Als Beteiligter mag ich hier nichts über die Qualität der Texte sagen. Nur, dass sich sie erstaunlich finde. Erstaunlich gut, angesichts der Entstehung, ich liebe spontane Literatur.
Am erstaunlichsten aber finde ich die Metamorphose der handgeschriebenen Literatur, die vorgelesen wurde zur gedruckten. Ich kenne ja die Umkehrung, wenn meine Texte zum Lied werden, aber andersherum kannte ich das noch nicht. (Textarbeit wie die dahingeschiedene Gruppe 47 lehnte ich seit der Erfindung des PC ab, mit ein Grund, warum ich bei den Räubern 77 wieder ausstieg.) Ich hatte die Texte ja live gehört, mir auf Soundcloud mehrmals angehört und doch sind sie als gedruckte Version anders. ( Das wäre bei einem eBook auch so) Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen hören und lesen! Doch! Und jetzt weiß ich nicht mehr, was mir besser gefällt.
Auf jeden Fall freue ich mich auf die Lesung in Mainz zur Minipressenmesse (die Idee kommt heim) und auf die Lesung in Bonn am 13.9.2013 (ich werde rechtzeitig berichten). Ich wollte schon immer einmal den Bonnern etwas über Bonn erzählen.
Eva hält in der Wortschau das Projekt offen, winkt mit Zaunpfählen...
Und dann schlage ich die Ortserweiterung vor.
4 Treffen, das erste gleich in Mainz. Das nächste in Evas neuem Heim, das dritte in der Südpfalz, am liebsten im Herbst, wenn es Neuen gibt, noch eines in der Kurpfalz Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen und der Abschluss im heiligen Köln. Wär das was?
Rhein-View?
Natürlich können wir auch eine Streetview in Berlin machen. War ich gerade, ist schön dort, gäbe es ordentlich was zu schreiben.... der Hauptstadtlinie entlang![]()
Blütenrausch
16.05.2013 15:20:00Das Wetter ist natürlich nicht so gut, aber gerade explodiert die Natur und versetzt den Besucher des Weinheimer Hermannshof in einen wahren Blütenrausch. ICH kann das mit dem Handy gar nicht so gut einfangen, aber ihr vielleicht?
Sogar Taschentuch-Bäume gibt es da
und chinesische Glycinien..
Also ab mit Euch! Infos gibt es hier.
Der kleine Rasenmäher hasst das Internet
11.05.2013 23:41:00[Danach war mir gerade, mal sehen, ob die Stories vom kleinen Rasenäher noch weitere Fortsetzungen finden werden, klick hier ]
Es war einmal ein kleiner Rasenmäher und der hatte Kummer. Seine Kumpelin war umgebaut worden. Er traute sich immer noch nicht, sie Freundin zu nennen, obwohl er zu gerne ihren Tank mit seinem Diesel gefüllt hätte, aber das wusste sie ja nicht. Sie hatte jetzt bluetooth und wLan, Linux und Android, die Apples in Kalifornien wollten ja nix mit Rasenmähern zu tun haben.
Der kleine Rasenmäher fragte seinen Papa erst gar nicht, ob er denn auch umgebaut werden könnte. Der schnitt glatt durch die Rosenbeete, wenn er das Wort „Internet“ nur hörte. Er fand, dass nackte Tanks von Rasenmähern und offenen Kabel nichts für ordentliche Geräte wären und außerdem die gedruckten Kataloge von Rasensamen von amerikanischen Gangsterkonzerne in Dateien verwunschen würden, von diesen bösen Zauberern, die sich in BarCamps ihren Hexenmessen hingäben und eine neue re : publica errichten wollten, wo es keine Arbeit für Rasenmäher mehr gäbe. „Die“ wollten wieder alles mit der Hand sicheln.
Und so stellte sich der kleine Rasenmäher vor, wie er zusammen mit ihr virtuell den Vorplatz des Touch-Mahalls mähen könnten, oder Präriegras in Texas durchdieseln, fast schämte er sich seiner oktuellen Gedanken.
Da hörte er laute Hilferufe,
SIE!
Und er war ungetankt! Seine Zündkerzen standen senkrecht, er konnte sich nicht beherrschen.
SIE!
Und dort drüben standen die jungen Rotzer mit ihren Smartphones, mit bluetooth und wLan und lenkten SIE im ZickZack durch den verwunschen Vorgarten von Tante Angela, den seit Jahren niemand pflegte, dort wo wir einmal unseren eigen Rasen in die Wildnis mähen wollten. So dachte er sich die Sache in seinen gedieselten Träumen. Und hätte er jetzt auch wLan könnte er diese Typen zurücktrollen, in ihren Twitterhöhlen bekämpfen ihr Fatzebuch zerstören.
Er begriff, dass dies gar keine Hilferufe waren, sondern Juchzer. Und dann fuhr SIE 'rüber zu diesen Typen und retweete sie, likte den Anführer und er hatte kein Diesel.
Ich respektiere meinen Vater, den Mähdrescher und meine Mutter die Elektrosense. Sie haben Recht. Die wLan-Welten sind nichts für anständige Rasenmäher. Es fehlt noch, dass es Piraten gäbe im Reich der grünen Rasen und wir Anker entmoosen müssten.....
Berlin Hauptbahnhof, Preußens Protz in der Pfalz geboren.
07.05.2013 19:29:00Zum ersten mal Berlin Hauptbahnhof. Ein menschenverachtendes Gebäude. Riesig, kalt, arrogant. Kein Restaurant, in dem man gemütlich speisen könnte. 3 Ebenen, die Schließfächer in den Parkdecks der Automobile.
Umsteigen im 10 Minuten, für alte Säcke und Cougars die Hölle. Sollen sie doch Auto fahren. 3 Ebenen.
Wer solche Bahnhöfe baut ist noch nie mit 4 Koffern und 2 Kindern zur Oma gefahren, weil Mama im Krankenhaus ist. Sollen sie doch Auto fahren.
Der Blick hinaus auf einen riesigen Platz, ohne Funktion. Nur um die Distanz aufzuzeigen zum dem breitärschigen Kanzleramt, jenseits der Spree, verbunden mit einem Laufsteg nur für die Beamten, Sekretäre und Minister, die Kanzler fliegtschraubt ja vom eigenen Landeplatz, damit die politische Klasse nicht mit gewöhnlichem Volk in Berührung kommt. Denkt an Preußens Herrlichkeit, seht nur die Moltke-Brücke dort drüben.
Immer schön extra bleiben, die PolitdramatikerInnen, schön auf Distanz. Ein großer, großer Platz dazwischen und die Spree, kommt uns ja nicht zu Nahe. Fahrt schön euren Rolltreppchen entlang, fresst von den Burgerdiscountern, kauft, kauft, kauft. Sollen sie doch Auto fahren.
Als ob der Schinkelsche Klassizimus nicht schlimm genug wäre, diesen Bahnhof hätte man den armen Berlinern nicht auch noch zumuten müssen. Ok, das mit dem Schinkel ist meinem minderwertigen Geschmack zuzuordnen, aber den Weinbrenner in Karlsruhe mag ich auch nicht.
In Zukunft werde ich wieder in Spandau aufschlagen und mit der U-Bahn nach Mitte fahren, Halligalli machen, wen interessiert die Kälte dieser politischen Ölite, die in diesem Bahnhof prachtvollst dargestellt wird.
Und doch das Kanzleramt ist auch eine Scheußligkeit. Preußischer Protz, in Oggersheim geboren. Der Sitz zum aussitzen. Christlich demokratisch pfälzisch oder so.
Unser einhelliges Fazit im Zugabteil, von einander völlig Fremden: Und Stuttgart 21 wird noch schlimmer werden. Ok., eine aktive Stuttgarter Wutbürgerin (75) war auch dabei.
Aber natürlich komm ich wieder nach Berlin. Es ist ja nicht überall ohne jeden Trost. ![]()
Siehe auch meine Bonner Bemerkungen dazu: "Gegenkanzler".
Indie-Tweetup
02.05.2013 21:48:00(ich bitte um Verzeihung für den Titel, aber ich konnte ihn mir nicht verkneifen, bitte mit "Individueller Museumsbesuch mit Live-Getwittere" übersetzen) ;-)
Am Sonntag dem 12.5.2013 ist internationaler Museumstag. So weit so gut. Die Kulturkonsorten organisieren dazu ein bundesweites Tweetup. Das heißt sie fordern Museen auf solche Ereignisse zu organisieren, Leute einzuladen, Führungen dazu anzustiften, wie ich es bei meinen Followern aus Köln las.
Das ist toll, wenn Museen sich neue Besucherschichten erschließen wollen und neue PR-Wege gehen. Toll für Frankfurt, toll für Köln.
Aber, nebenbei: Brauchen wir Twitterer extra Einladungen um über etwas zu twittern? Eigentlich nicht. Also ich twitterte auch schon aus dem Städel in Frankfurt, der Schirn oder der Kunsthalle in Mannheim, diversen Kunstvereinen so ganz für mich alleine und dann blogge ich da auch noch darüber, schreibe Lyrik, spontane als #twly zumeist. Ich bin nämlich gerne alleine in Museen. Nur ich und die ausgestellten Werke zählen dann.
Also am 12.5. ist eine General-Tweetup in Schland.
Nun dann fordere ich jenseits der organsierten Tweeterati alle zu einem Indie-Tweetup auf. Geht in das Museum, den Kunstverein Eurer Neugier und twittert. Der Hashtag ist #imt13 Und bevor jemand schreit: Hashtags sind frei!
Unser örtliches Heimatmuseum in Viernheim wird gerade aufgemöbelt und ist geschlossen, schade, aber:
Letztes Jahr war ich zu zwei Lese-Gigs zur Überwälder Traumnacht http://www.museen-in-aktion.de/ 2012 engagiert. (Ich berichtete) Kleinst-Museen, mit Herzblut geführt in Klein-Gemeinden im Odenwald.
Am Sonntag werde ich in die Busse und Bahnen steigen und aus diesen Museen twittern, so sie denn offen sind. Vielleicht auch ersatzweise aus dem Weinheimer Stadtmuseum, oder was mir sonst noch einfällt.
Und Leute, TwitterantInnen. Was hindert Euch daran, einfach in Euer Museum zu spazieren und dorten zu twittern? Es gibt so viele Einrichtungen, jenseits der Metropol-Einrichtungen, EUER Museum ist auch twitterabel...
lit.streetview Gutenberg-Museum Mainz
02.05.2013 12:31:00Samstag, 01.06.2013 11:00
Im Rahmen der 22. Mainzer Minipressen-Messe
Druckladen des Gutenbergmuseum Mainz
Die AutorInnen von lit.streetview (ich berichtete) lesen aus und vom, nun gedruckten, Literatur-Format Streetview Bonn. Die Extra-Ausgabe der Literatur-Zeitschrift Wortschau wird bis dorthin mit diesen Texten verfügbar sein. Mithin lese ich damit zum zweiten Mal mit der Wortschau in Mainz, im Gutenbergmuseum. (Ich berichtete.) Ich freu mich d'rauf. Kommet zu Hauf! Und hier die Einladung:
Der Hexen Maiandacht
29.04.2013 21:16:00der Hexen Maiandacht
auf den Autobahnen
gedroschen die Besen
ach wir fliegen
doch nicht ach was
zu Beltane lachen
nur Feuerchen in
Kreuzberg und so
der Folklore wegen
Tag der Arbeit
kollegenkollegin
Kleine Phrasen
dicker engerling
brumm und brumm
engerling
flieg flieg flieg
Bucht das Bier
23.04.2013 10:08:00dem Welttag des Buches und dem Tag des Bieres gewidmet
von Duschen
vernichtet
der erste Schluck
dem Durst geopfert
zischendes Bier
branded und dann
die letzten Seiten
dieses Buches
das ich ungelesen
im Regal fand
gestern als ich
alte Zeiten
suchte und
Neues fand
und doch so alt
noch ein Schluck
die Welt
schönt auf
transponiert
20.04.2013 11:12:00ursprünglich erstellt: 05.11.2007 23:53:26
worte lagern
entlang den bahnen
aus nerven und
gebrauchtem blut
reiben sich an
kapillaren
ringen um luft
transponiert
in flügeln
organe
geschwollen
zur fort
Pflanzung
keuchen sich frei
und klingen wie
immer und es
sind diese worte
drei als ob
keine anderen
gäbe es
gelagert
häuten sich nie
Wehe, ihr amselt!
14.04.2013 21:40:00Freie Sterne hinter dem Mond. Keine versklavten Sonnen mehr! Milchstraßen! Ich sag' nur Milchstraßen! Pssst, kein Wort mehr! Die Universen toben! Schwarze Löcher überall und kein Geld zum stopfen. Und die Planeten toben, weil Pulsare kleine Monde...
Es reicht! Hör mir auf mit Titeln, es ist einfach unsere Pflicht!
Dann spielst du also Gott diese Äon,von mir aus, aber beende das gefälligst dann alleine.
9.8.7.. und ihr kennt das, das war dann der Urknall und es ward Morgen und Montag und die Straßenbahn hatte keine Verspätung.
Wehe ihr amselt!
Abendrötchen
09.04.2013 21:02:00Zerschnitten die Luft
ich atme Zäune
tanze Mauern aus
Schattenlosen
Münzen zählen
ungeschminkte Lippen
unter dem Schirm der
Gedankenfreier
Zwischenspeicher
für ungelegte Küsse
schnäbeln meine
Schuldigkeit
zu Markte
Altstadt April 2013
09.04.2013 20:01:00Gewidmet diesem Frühling, der ein Winter war
zwischen Neubebauten
Fachwerk quietscht
Keinhaus röhrt
in Zwischengassen
Motoren blasen Laubgebäck

Glanz kauft Gloria
und diese Zigarren
die Opa ärmelschonte
und Oma schänkenhäkelt
Maria an der Wand
Regina und ungewickelte
Putten Jesus so fern
Ein Glöckchen
zu Röckchen
kleine Nazis
händeln Halleluja
Streußel bienen
Burg
Verpackt als ob
die Zeder den
Mammut vögelte
heidlich wenn der
geheime Rat Minna
den Arsch sohlte
oder so und die
Butzen scheibten
Santana grölt
black & magic
ach woman
Pflaster ziehen
blank in
Regen
In der Nähe
hier eingekeilt
zwischen die Euros
und Vermögen
aus gekalktem
Overlay
Gang 7 und
Dolce und die
Sehnsucht nach
Ludwigshafen
samt
Dreck
Gestank
und Sand
Kein Frühling soweit
24.03.2013 20:28:00barmherzige Steine
zu Kerzen geseufzt
über die Stufen
zu mir dort
drinnen und
draußen die Kännchen
lachen im Schnee
Männer bauen
Mist und lachen
im Wind
Kein Frühling so weit
keine blauen Bänder
zwingen zum Grill
Buchmesse Leipzig, so kalt, so kalt
17.03.2013 13:48:00Es war einfach viel zu kalt, als dass es Spaß gemacht hätte Leipzig zu erkunden.
Aber dies hier ist ja kein Wetterklage-Blog. So wird mir Leipzig in Erinnerung bleiben als die Stadt mit chronisch verstopften Straßenbahnen, sorry, sie sagen ja Tram. (Und was vermisste ich die S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt, samt meinem eigenen Bett apré Mess, dafür ein Vorteil für Leipzig: Ich sah weder Roger Willemsen noch Sascha Lobo alle 20 Minuten durch die Gänge hasten.
Vor allem genoss ich es sehr, das Programm „Leipzig liest“. Wenn ich träumen dürfte, bitte mit einer App, die nicht nur die Veranstaltung (Ich habe nicht Event geschrieben, gell!) beschreibt sondern mir via GPS anzeigt wie ich zur nächsten Lesung komme, zu Fuß, mit der Motorkutsche oder dem ÖPNV.
Besonders die lange Lesenacht in der Moritz-Bastei. Unaufgeregt, entspannt, aber doch konzentriert. Keine Beweihräucherung der heiligen Literatur, sondern schlicht Texte, vor allem von Neulingen. Lyrik neben Regional-Krimi http://www.leipzig-liest.de/veranstaltungen/4586, den ich aus den kostenlosen „PR-Kostenlos-Aktionen bei Amazon“ schon kannte. Nein, kein “selfpublisher“, auch Verlage nutzen dieses Marketing-Instrument.
Eine witzig nachdenkliche Veranstaltung von Sach- und Lachbüchern zur DDR, nein kein Tellkampismus. Vor allem „Eisenkinder“ hatte es mir angetan.
Später am Abend las dann doch Marah Woolf, die den autoren@leipzig Award gewonnen hat. Urban-Fanatsy gibt es bei „Mannheims lesen.hören“ nicht oder der „Lit-Colgne“. Der Gott der Literatur-Kritik bewahre. Ich war den Tag darauf bei der Preisverleihung.
Wie gesagt ein professionell-liebenswürdiger Lesemarathon, der Literatur sehr weit fasste, wie ich das liebe. Dazu eine ausgezeichnete Gastronomie, ohne lange Schlangen, mit gutem und schnellen Hol-Service. An die Moritz-Bastei könnte ich mich gewöhnen. Wenn Lesungen für die Branche immer wichtiger werden, könnte sie da 'mal was lernen. Ich werde das Management der „Alten Feuerwache“ in Mannheim 'mal vorbeischicken, falls es mir mal über den Weg läuft, früher kannte ich da noch alle, man wird alt, seufz.
Vor allem: Keine Krügers und Reinikis um die Ecke, die mir ihren Literatur-Kanon als alleindaseinsberechtigt ins Hirn stampfen wollen, keine Stirn runzelnden Literaturkritiker der „wichtigen-Bücher-die-neue-deutsche-Gegenwartsliteratur-ist-ohnebelang-Sorte“. Und ich begann einen weiteren Aspekt der Amazon-Beliebtheit zu erahnen. Dem online-Händler ist es egal, welches Buch ich bestelle. Kein Nase rümpfender Buchhändler blickt mir traurig ins Auge, während seine Kollegin mit spitzen Fingern die ISBN eintippt. Sollte der Buchhandel einmal darüber nachdenken.
Noch einige Lesungen auf den Leseinseln auf der Messe nahm ich mit, viel besser organisiert, als in Frankfurt. Hier eine Lesung vom Poetenladen. Und mit monfou (insider
hab' ich auch gesprochen. Die alten Leselupenzeiten.
Und dann fragte ich mich, ob man das alles nicht auch ohne die Messe haben könnte? Dieses elende Geschiebe nicht enden wollender Menschenmassen. Dies kleinen Stände, in die höchstens 3 Leute hinein passen. Wie soll man da in ein Buch hineingucken können?
Und ich begann zu träumen, wie ich das gerne organisiert hätte.
Von meinem Buchhändler zu Hause hätte ich gerne eine App (für die Andersgläubigen gerne auch einen gedruckten Bestellzettel), mit der ich gesichtete Titel via BarCode / QRCode auf einem Merkzettel speichern könnte (die ISBN vom Buchrücken abschreiben). In einer ruhigen Minute
dann die Auswahl, samt Kassengang, man kennt das ja von allen Online-Händlern und am nächsten Werktag wären dann die Bücher beim Händler zum abholen oder auf den Reader downgeloadet. Wär' doch was. Ginge auch bei den Lesungen. Nur so als Anregung, die niemand lesen will, ich weiß.
So war die Messe eben wie immer organisiert. Mal durfte man Bücher direkt kaufen, mal nicht, wer genau das System durchschaut ist unbekannt. Auf der Messe gab es nur Bücher, eBooks wurden nur unter der Hand und so weiter, wenigstens wenn man einfach so dahin schlendert. Der neue Tolino-Reader der Branchengrößen war nirgends zu sehen. Hhhm. In der Abteilung für Pädagogik gab es auch nix elektronisches, nur gedruckte Bücher, die Kinder kennen ja keine Pads oder Smartphones, wissen nicht, wie man die handhabt. Am Stand: „Wie vernetzt? Ich habe hier meinen Rechner, da kann ich ihnen unsere Datenbank zeigen.“ Alles bestens soweit. Kein Feind zu sehen, irgendwo.
Natürlich traf ich Menschen, viele Menschen, vor allem Twitteranden/innen, die mir lieb sind, erneuerte uralte Kontakte, besprach künftige Ereignisse, tauschte Bücher von Autor zu Autor. Hier mit Chrizz B. Reuer, mit dem ich demnächst in Mainz aus der Wortschau lesen werde.
Aber was machen all diese Massen von Menschen in den Hallen? Was genau machen eigentlich diese Cosplayer in ihren Kostümen genau und wo, warum auf der Messe, im Chaos? Ich weiß es nicht, es läuft immer alles an einem vorbei. Und dann hab ich die verpasst und den. Dauernd waren wir irgendwo anders.
Und so kalt war es, keine Freigelände-Aufenthalte, es sei denn für die Raucher. Nie mehr geh' ich auf eine Buchmesse, nie mehr. Ich doch nicht, das tu' ich mir nicht an. Die in Frankfurt ist übrigens vom 9.-13.Oktober 2013. Schon mal in Kalender eintragen.
Orangen zu Krampf / Haut zu Ader
02.03.2013 22:02:00Den letzten Rest Schnee
ums Maul geschmiert
gegen den Schweiß
unter den Mänteln
Sonnen zerbrillen
cremen schultern
das Weiß rasiert als ob
die Welt zerglatzt
Haare ach Haar, unten eben auch
Der Lauwind auf
Haut so schwer erkauft und
ich will kein blaues Band
nur fliegen mit den Drohnen
für neues Wachs
Beine, weißt DU
enthaart und den letzten
Rest Schnee ums Maul
bevor wieder nur die Jungen
Mea Culpa mea culpa mea maxima culpa
02.03.2013 20:43:00In unserer Gier nach Fleisch haben wir kollektiv alle Schimmel und die entsprechenden Pilze in Futtermittel geleert. Früher war noch nie Maisfutter verschimmelt. Nie. Und weil wir so viele Eier fressen, muss irgendwer die armen Hühner quälen. Eigentlich sollten wir uns alle autark ernähren, ohne dass Jauche, Krach oder so etwas entsteht. Aber dann sind wir ja wieder Geiz_ist_geil Typen, die kein Geld ausgeben wollen. Wir sollen sparen, etwas zurücklegen, aber nicht so viel, wegen der Wirtschaft. Und schon wieder hat unsere Gier 16% mehr Umsatz geschaffen, nächstes Jahr aber bitte 32%. Wir liegen im internationalen Vergleich weit, weit hinten. PISA ist überall, kauft Schulbücher, aber doch nicht digital. Die Kinder sollen nicht so viel schleppen, aber doch keine Pads, da mutiert das Hirn zu Sachen, wie sie Hochwürden früher für das Masturbieren androhte. Unseres natürlich. Quod licet Jovi and all.
Und weil ich eBooks verkaufe, auch noch selbst gemachte, bin ich eine Killing-Machine für die Kultur der Buchhändler, sagt wenigstens der Herr Professor in Heidelberg, während er Blümchen um Kafka-Texte malt, oder was auch immer diese Editiererei für das gemeine Volk einbringt.
Confiteor, Deo, (den es vielleicht gar nicht gibt) omnipotenti, Journallie, Politikklasse, Blümchen-Professoren, beatae Mariae semper Virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Joanni Baptistae, sanctis Apostolis Petro et Paulo, omnibus Sanctis, et vobis, fratres
Mea Culpa, mea culpa... (ich kann das immer noch auswendig
)
Ich bin an allem Schuld. Weil ich bin, wie ich bin. Immerdar.
Wisst ihr was? Ich kann es nicht mehr hören und lesen. Sucht Euch dümmere.
0,87 mm über Grund
24.02.2013 20:09:00Ich will nicht fliegen. Ganz und gar nicht. Nur schweben. Nicht hoch, bewahre. Nur 2 Millimeter, oder von mir aus 0,87. Es muss gar niemand merken. Einfach schwebend laufen. Vor sich hin trotten. Schweigend. Alleine unter Vögeln, Meerschweinchen, Eseln, Kamelen, Pferden und Unmassen an Menschen. Ganz langsam laufen, schlurfen, 0,87 mm über Grund. Leise atmen und nichts denken. Gar nichts. Nur laufen, Fuß vor Fuß, durch die Welt. Auf breiten Trampelpfaden die verschlungenen Pfade finden. All die Ziele küssen und streicheln, mich an sie pressen, schwebend bis wir eins sind oder meinetwegen auch zwei oder eben 0,87 mm über Grund. Die Arme weit ausgebreitet, als ob. Tanzen 0,87 mm über Grund. Grundlos. Sich freuen, dass man sich bewegen kann, schweigen kann, alleine sein kann. 0,87 mm lang, das Smartphone um den Hals baumelnd, es stört nicht. Alleine in all der Masse, in den Netzen, schweigend, twitternd. Ich will nicht fliegen, warum auch?

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