Annäherungen an ein Theater

Fast ein Beitrag zum Thema #theaterimnetz

#tl;dr:
Ich war am 3.3. in „Wovon wir träumten“ im Theater Felina-Areal und es gefiel mir gut. Dazu eine Gedankenkette, wie es dazu kam und die Welt doch klein ist. Zum Schluss noch ein Ceterum Censeo, das hier wohl noch öfter erschallen wird!

Die Musik zur Lese- und Schreibebegleitung: „Felina by Night“ von Alexandra Lehmler. Auf Spotify nachhörbar. (Ich hörte von CD)

Eingangstür des Theaters im Felina-Areal, Mannheim. (Klick zur Website)

Die Saxofonistin Alexandra Lehmler wohnt und arbeitet hier auf dem Gelände des Felina-Komplexes und hat diesen Titel dort auch komponiert, sagte sie beim Realese-Konzert, was passte also besser. :))
Das wird wohl ein längerer Post. Dabei verwies ich schon so vielen Zwischengedanken hinaus auf den Gedanknfriedhof. Ich muss meine Gedankenwindungen auch für mich selbst ganz ausbreiten um diese scheinbar unzusammenhängenden Gedankenketten zu entwirren und neu zu straffen.
Letzten Sonntag sendete die ARD ihren Tatort Ludwigshafen „Babbeldasch“ (Mediathek ab 20:00 #tss) aus der Hemshofschachtel und auch mit deren Personal. Das war kein Krimi, aber sehr eindrucksvoll als Film, mit lupenreinem Dialekt. Einer der wenigen Tatorte, die ich je zu Ende sah.

Hier alternative zum nachhören die Playlist des Babbeldasch-Tatorts.

Und so ganz leicht kam mir der Gedanke mich mehr mit der freien, lokalen Szene in der Kurpfalz auseinanderzusetzen und nicht immer nur zum Nationaltheater in Mannheim zu rennen. Ich war noch nie in der Hemshofschatel, das ist mir zu sehr als „Weck, Worscht und Woi“ beschrieben, obwohl Mundartschreiber-Kollege Kupferschmitt da auch als (Laien-)Autor mitmischt. Wir standen ja auch schon zusammen auf dem Treppchen. Mal sehen. Zeitraumexit habe ich auch lange vernachlässigt. Das neue Tig7 spielt derzeit nix, was mich locken könnte. Ins Theater Oliv möchte ich nach diesem „Werk“ noch nicht wieder. Dann purzelte ein Tweet von Nachtkritik.de in die Timeline


Mit den Kulturfritzen verbindet mich ja unter anderem die Blogparade #theaterimnetz
Und hatte u.a. das zur Folge 🙂


(Erklärungen hier)
Und es klapperte im Gehirn! Manchmal braucht es nur eine leicht gestrickte Website, um mich zu fangen. Und nicht eine Kampagne, keine Konferenz, keine Meta-Debatten in Berlin, wobei das natürlich auch seinen Platz hat.

Also, alles auf Anfang.
Ich ging in Rente, suchte und fand Bindungen ohne mich binden zu müssen. Ich näherte mich meiner alten Liebe Theater wieder an.
Kann man hier nachlesen.
Trotz meines Rants zu „Theater der Welt“.
Zugleich suchte ich eine Lesebühne für meine Texte. Kein Verein, keine Gruppe, die mich bindet. Das hatte ich schon, dafür tauge ich nicht. Und ich fand die Spätlese. Unermüdlich und liebevoll gepflegt und veranstaltet von Angela Wendt.
Zunächst in der Stadtbibliothek..
Dann irgendwann im Theater-Areal Felina..


Einige Zeit später saß ich zufällig in den Sofas vor der alten Feuerwache und ein junger Mann gegenüber fragte was ich denn so gerne machte und er erzählte, er würde morgen den Orlando im Felina geben…
Siehe hier „Wie es euch gefällt“.

Bilder gab es hier.
So kannte ich das Felina. Schauspielschule. Für den Marketingclub hatte ich ja schon nach Theater-Blogs recherchiert. Und fand den des Tham.

Screenshot des Blogs der Schauspielschule Mannheim

Für mich war das also eine Schauspielschule. Ist es ja auch. Aber auf dem Gelände der Felina gibt es noch mehr. Die Reste der Firma, die ihre deutsche Geschichte durchlief: Gründerzeit, Weltmarktführer, arisiert, wieder aufgebaut, verkauft und die Produktion verlagert. Büstenhalter kann man in diesem unseren Land nicht mehr kostenneutral produzieren.
Auf diesem Areal sind jetzt auch allerhand Ämter der Stadt untergebracht und eben das Theater in der ehemaligen Schreinerei. Ich las schon einige Male bei der Spätlese mit..


Guckte auch schonmal da:


Irgendwann verlinkte Angela nicht nur auf die Facebookseite der Spätlese, sondern auf die Seite des Felina-Areals, dem Spielplan. Die Spätlese war Teil des Spielplans geworden. Und bämm!

Was es da alles gibt! Das Theater ist nicht nur Auftrittsort für die Schauspielschule, sondern auch eine Bühne, wo freie Kompanien produzieren. Zum Beispiel das Neue EnsembLe, keine Amateure, gestande Profis. Tanz. Zur Enstehung hier entlang!

…..bis wir schließlich vor der ehemaligen Schreinerei der Felina-Werke in der Mannheimer Neckarstadt-Ost stehen. Vor der Tür erwartet uns schon Sascha Koal, der frisch gebackene Theatervater.

Alles ganz nach meinem Geschmack. Und ich pilgerte jetzt also auch dorthin. Hatte einen neuen Ort der Kunst gefunden.
Ich besuchte „Feste im Freien“ Also Tänzer aus den großen Häusern der Region. Genial. Zum Teil hatte ich sie ja schon mit ihren Kompagnien tanzen gesehen. Jetzt auf diesser kleinen Bühne, die direkt am Zuschauerraum grenzt, man den immer schwerer werdenden Atem hört, den Schweiß auf der Haut sieht. Tanz ist Höchstleistungssport und wirkt doch, selbst in der Nähe, so luftig leicht.
Ich sah „Himmel in der Haut“, ein Stück des Mexikaners Edgar Chías. Mit einer choreografierten Inszenierung. Wird wohl gerade Mode.Kosminski macht das mit seinen Schimmelpfenning-Stücken am NTM auch.
Meine Twittkritk: (Ich mache das machmal)


Dann zuletzt „Jáchymov – Die Macht aus der Tiefe (UA). Tanzmonument für einen vergessenen Ort“

Progarmmheft „Wovon wir träumten“.

Ich twitterte nichts. Ich wollte bloggen. Wie immer nicht rezensieren. Nur erzählen, wie ich es empfand, was ich empfand, was es mit mir machte. Es geht um Japanische Picture-Brides und ihrem nicht einfachen Leben bis hin zur Deportation in Lager nach Kriegsbeginn nach 1941. Es gibt keine Charaktere, wie wohl im Buch auch. Sprachchor herrschte vor, man hätte den Damen 2 Proben mehr zur Abstimmung gegönnt. Sehr schön immer wieder „Es waren die Frauen… von Shumona Sinha. Im düsteren Raum, durch ein Andreaskreuz aus Folie getrennt. Davor abwechselnd Einschübe in schnell übergezogene Anzugjacken. Von Hannah Arendt und…. Übergänge zu unserem Heute, mit Akten in der Hand, das verwaltete Elend. Konsequent aus weiblicher Sicht. „Die schwachen Männer“. Die Männer die gezwungen wurden politische Gründe zu erfinden, vor den Augen der Einwanderungs-Beamtin. Die Beamtin, die weiß, dass sie von den asylsuchenden Macho-Männern nicht akzeptiert wird, als Frau, aber es nicht zeigen dürfen. Das Gebashe der Mutter-Theresa-Frauen war mutig. Ein starkes Stück von Rainer Escher (Textfassung, Regie und Bühne) und der Dramaturgin Angelika Wendt (sic) über die Unmöglichkeit von Kommunikation. Das Ensemble trat beherzt auf, varierte das Spiel, was nicht einfach sein dürfte, wenn es keine Namen oder Personen gibt. Ich war beeindruckt und bedrückt.
Ich konnte nicht gleich bloggen, irgedwie zogen die Kissen und so wurde das eben auch ein Posting über den Wert eines Links und der Vernetzung im Analogen.

Kommen wir zum Fazit: Ich hätte das Felina-Theater als Profi-Kunstort früher entdeckt wenn….
Ceterum Censeo es noch soetwas wie den Meier gebe. Online. Für die Vernetzung! In meinem Post zu Bloparade „Digitale Kulturvermittlung“. Tennisbloggen , alla hopp! Im Zweiten Teil, nach unten scrollen)..

Jetzt langt’s aber, gell?

Im Netzwerk der Kühlschränke

Ich kann mir nicht helfen. Das musste ich schreiben. Die Kulturfritzen veranstalten für die Schaubude Berlin auf Twitter & Co ein

#THEATERDERDINGE – DIE SCHAUBUDE BERLIN UND DIE DIGITALISIERUNG

Symbolbild Kühlschrank

Symbolbild Kühlschrank


Der Dinge?“ Das Internet der Dinge wird in Berlin auf der IFA gefühlt seit Jahrhunderten beschrieben als der sich selbst und Waren bestellende Kühlschrank. Es ist interessant, dass es scheinbar mehr als zwei Theater in Berlin gibt, glaubt man gerade den Kommentaren von http://nachtkritik.de Lesen sie nun ein Verbindungsprotokoll aus einem natürlich fiktiven Theaterkühlschrank (es gibt ja nur 2 Bühnen). Es fehlt Bier.

Protokoll an
shakehands
connected
Refrig Theatre OnTheSpree
Order on

Order!
„3 Kisten Bier“
Order denied
What?
Order denied!
What the fuck?
Benimm dich, hier ist nicht die Bühne!
Ich brauche Bier, wir haben Vorstellung!
Mit Pause!
Schenk Schaumwein aus, wie alle.
What the…. Habt ihr sie nicht mehr alle?
Theatre-Contingents for Bear dissipated!
Was? Was soll denn das?
All Theater Beer delivered to Volksbühne.
Kunst geht vor!
Was, wieso Kunst, es geht um Bier!!!!
Neues Stück! „Fick dich Senat“
Hä?
Der Intendant schmeißt Flaschen ins Publikum
auf eine Gummipuppe und die Fahne Berlins.
Ja und?
5 Stunden lang. Das verbraucht alle Kapazitäten.
Alle bekloppt.
Nachtkritik und der Tagesspiegel feiern mit.
Zusatzprotokoll shakehands connectet
Refrig Schiffbauer @Theatre OnTheSpree
Problem solved
Intendant bringt Nachschub von uns
per Boot.
Thanks, die Weigel sei mit Euch.
Protokoll hands off
Disconnected

Zusatz von Zentrale:
Das Problem ist bald gelöst.
Wir übernehmen.
Lang lebe die Künstliche Intelligenz!
Alle: Venceremos.

#mozpark twitteramus

[update] Ich hab‘ das auf #burger verbloggt [/update]

Sonntag, 17.7.2016 14:00 Schlosspark Schwetzingen. Ich denke das wird einfach den Parkeintritt kosten.


Nein, das ist kein Aufruf zu einem Tweetup. Einfach eine Mitteilung. Am nächsten Sonntag um 14:00 findet im Rahmen des Mannheimer Mozartsommers „Mozart im Park statt“. Siehe hier, auf der Website des Nationaltheaters. Ich gedenke dieses Jahr ‚mal dorthin zugehen. Wer weiß, was nächstes Jahr ist, wenn der neue Intendant das plant. Ich werde versuchen um spätestens 14:00 bei den Hirschen zu #lustwandeln und mich durch den Park tweeten, immer mit dem #hashtag #mozpark. Wer Lust hat zu kommen, der komme. Ich werde den #hashtag #mozpark verwenden. Wir müssen uns noch nicht einmal persönlichen treffen, obwohl das natürlich immer wonniglich ist, wenn man sich trifft. So einfach ist das. Notfalls twittere ich eben alleine. Kann ich, doch und Wolferls Musik ist ja auch da und wer weiß was für Offliner auch. 🙂
Ansonsten habe ich für den Mozartsommer Karten zur B-Premiere des Idemoneo Die Nachtmusiken reizen mich ja auch, aber die sind immer um 22:00. Jazzer arbeiten sich an Mozart ab. Mal sehen, ob ich Lust habe, auf jeden Fall nach dem Idemoneo.
Ich werde wenn, unter #mozjazz twittern.

#wirsinddasnetz, Männerspielerin!

Wie cool ist das denn?


Ok, von vorn, soviel Content muss sein. Es gab da eine Blogparade zum Thema #theaterimnetz. Und ich schrieb einen Post dazu. „Lasset uns die Theater benetzen“. (Und irgendnwie wächst die Klickzahl davon immer weiter, ohne Bots feststellen zu können, täglich). Kennt ihr! Marc Lippuner, der Kulturfritz fing nun an, genau das umzusetzen. #theaterimnetz. Als Regisseur für Portfolio inc inszeniert er „Die Männerpielerin“ im Theater unterm Dach Berlin. Er lud unter dem Hashtag #ichbinnin ein mitzumachen in den Social-Medias ein. Dazu (unter anderem) legt er auch ein sehr beachtliches Tumblr an. Für das ganze Stück die Männerspielerin. Ich beteilige mich auch, Marc hat einiges in den Tumbrl übernommen und wohl auch in die Inszenierung selbst. Hier im Blog war #ichbinich als Animation zu sehen und genau davon prangt jetzt da oben ein Screenshot auf einer Berliner Bühne. #tusch.
Ist das nicht eine Story? Aber das geht ja noch weiter. Dieses #ichbinnin, die Selbstinszenierung hatte ich ja die ganze Zeit schon als Thema bei #ichbinhier der Blogparade der Kunsthalle Karlsruhe, samt Tweetup dazu . Es ist DAS Thema scheinbar überall. Und jetzt die Assoziationskette: Wibke Ladwig, die Webrangerin wurde auch zu Nin und nun ja, also, so als Mann, wie sollte ich da Nin sein und dann fiel mir ein dass „Ich bin“ bei mir hieß „Ich bin der König der Nacht“ in dem Musical „Singe beim Babbln‚, das ich mit Rainer Emese 1983 schrieb, inszenierte und den Impressario spielte. Und das Bild da oben zeigt mich genau bei diesem Satz. Vom Viernheimer Bürgerhaus 1983, als das Netz noch DFÜ hieß= Datenfernübertragung und die Telekom noch die Bundespost war und das Theater unter dem Dach noch in der „Zone“ lag 🙂 Zeitgleich beschäftige ich mich im hier und heute mit Dada und werde dazu auch in Leipzig lesen. Ihr wisst das ja. Ich bin mir immer noch nicht sicher was diese „Lost Generation“ um Miller, Nin mit dem Dada zu tun hatte. Marc hat auf jeden Fall ein Foto von Man Ray, dem New Yorker Dadadist mit Nin und Miller, mit übernommen und ja so ging das mit dem Swish-Ding da…. Ja also, so war das und ist das noch. In Berlin spielen sie gleich wieder die Männerspielerin, gerade, da ich das schreibe. Cool, oder? Was ich eigentlich sagen wollte: #theaterimnetz muss man machen. Einfach nur machen. Danke Marc, ein Schritt nach vorn! Cool und soweit die Zeit reichte. Wenn die Welt gut mit mir ist komme ich im April oder Mai vorbei! Man muss das machen, keine Konferenzen dazu abhalten! Obwohl…:) Ach immer dieses elend lange Storytelling, von Opa und seinen äh, nein keine Kriege, #vernetzen ist viel besser.

Der Hugo, der ein Gutsl war

Gutsl, ausgeteilt bei "Das Leben des Anderen"

Gutsl, ausgeteilt bei „Das Leben des Anderen“

Also ein „Gutsl“ ist ein Bonbon, aber mir war nach Heimatlichem. Aber von vorn …

Ich war in „Das Leben des Anderen“ von und mit Boris Ben Siegel, dem Chef des Theater Oliv, aber aufgeführt im Technoseum Mannheim, warum auch immer. Im Rahmen der Blogparade #theaterimnetz sprachen wir darüber und Mathias hatte einen Link, als er über das Theaterfestival Schwindelfrei bloggte. Ich war gespannt. Es sollte ja alles via Whatsapp laufen, was aber nur im Fatzebuch stand, die Telefonnummern wurden am Kassentischchen für einen Gruppenchat erfragt und ich staunte, wie viele da mitmachten. Die Phonnummer an Wildfremde herausgeben. Nun ja. Es ging ja um die Sicherheit der Handys. Aber ich benutze ja #ausgründen kein Whatsapp. Es konnte mir egal sein.

Tatsächlich ein Smartphone auf der Bühne, der vermeintliche Homescreen auf eine Leinwand gebeamt und es begann gut. Der Sprachtext des Einmannstückes, genau abgestimmt mit dem Text auf dem Handy mitsamt den Schwierigkeiten mit den dicken Fingern auf der Tastatur und dem Kampf mit der Autokorrektur. Ich lernte später, dass wir „nur“ die „Webapp“ von Whatsapp sahen, im Browser von einem Laptop auf eine Leinwand gebeamt. Nun ja, auch gut.

Also die Handys waren getauscht, siehe den Text in der Ankündigung und des ging los. Ein Sexist vs. Ausbeuter in der Textilbranche. Tatsächlich. Bestimmt verhandeln die Investoren in neue Fabriken über Whatsapp im Flugzeug über die Standorte und die Geldfreigabe. Bestimmt. Aber ich will nicht zu viel Spoilern. Jedenfalls endete der „Kampf“ bald und Herr Siegel leitete seine Gruppe sanft in einen Chat, der eigentlich ein Anmachspielchen war. Aha. Dazu ist also das Netz da. Ah ja. Wie immer. Und ja, die Handys der Gruppe klingelten lautstark, wenn eine neue Nachricht ankam. Ich twitterte ein paar Mal, aber es passierte ja nicht viel. Irgendwann lief der Chat dann auch ohne den Chef und der sprach nun zu uns als Mensch, nicht als Christian, den Protagonisten. Ich dachte jetzt, da käme jetzt endlich Theater, aber nein. Es kam die deutsche Moralkeule. Klammheimlich. Was der gute Mensch doch sah, im realen Leben, ohne Handy. Die Idioten chatten ja immer noch. Er trank mit einer Dame in der ersten Reihe Dosen-Hugo, warum auch immer. „Pestdramatik“, sagten sie dazu im Nationaltheater dazu, bei „Leonce und Lena“.


Uns anderen wurde als Hugo-Ersatz Gutsl ausgeteilt, die hinteren Reihen auch regelrecht damit bombardiert. Ich dachte schon daran zurückzuwerfen, von der anderen Seite der 4. Wand, aber ich war zu müde. Dann auch noch die Kritikerschelte, wegen irgendeiner Ibseninszenierung, die Herrn Siegel zu unpassend für das 19. Jahrhundert war. Ich hätte mich ja gemeldet, aber es wurde ja nur nach jemand von der Zeitung gefragt. Wie immer.
Zum Schluss, via Sprache und Text, die Frage was man von solchem (Ibsen) und dem gerade laufenden Stück halten solle. Es gab verhaltenen Applaus und als Zugabe sozusagen Hänschenklein nach einiger Browserfummelei von Youtube gekitschstreamt. Was man halt von seinem Publikum so hält und diesem Internet. So deutsch, wie gesagt.

Ich habe aber durchaus gelernt (für meine Projekte):
Text und Sprache auf der Bühne gleichberechtigt kann funktionieren, so das Publikum in der letzten Reihe das auch sehen kann und wenn man das inszeniert so will. Nur größer müsste der Text sein. Ich liege meiner Flash-Programmierung richtig.

Das hätte ein gutes Stück werden können, wenn man nicht einfach nur einen Sketch moralisiert aufgebläht hätte. Schade! Vielleicht doch den Nussknacker tanzen? 🙂

Auf ein Storify verzichte ich und blende die paar Live-Tweets hier händisch ein. Der Chat mit dem Technoseum dazu kam gut. :))


Weiterlesen

Lasset uns die Theater benetzen!

WeiweiWasser über die Theater gefuchtelt als Teil der Blogparade #theaterimnetz, ausgerufen von… Anne Aschenbrenner, Marc Lippuner, Michael Stacheder und Reinhard Widerin … im Blog der Kulturfritzen.

Ich bin nur ein kleines Theaterbesucherlein, kein Theatermacher, das als Rentner so seinen Senf dazu gibt, manchmal.
Foto von Alice Scheerer, der @bogenfenster (Danke!) vom #schiller2go Twittern von der Bühne des Schauspielhauses im Nationaltheater Mannheim.
mikel_twittert
Ich hatte hier kommentiert, beim Vorgängerpost der zur Blogparade führte, aber man solle dann doch den Blog paraden. Bitte schön.. Ich weiß also nix wirklich, denke halt so meinen Teil und lasse Gedanken schnellen. Wenn also alles ganz anders ist, ja nun… Also ich teile meine hohlen Bauchansichten. Wenn ihr was gebrauchen könnt…

Es tat sich schon was, früher… Vom Tweetup #relup im @Theat_Heilbronn

Weiterlesen

Missionen, digitale…. Part II

stempel_pflaster
(Eine ausufernde Antwort auf den Kommentar zum Blogpost Missionen, digitale…. Das reicht auch für einen eigenen Beitrag, wenn schon, kostet nix und hält bei guter Laune!)

„Schade, dass Sie in Ihrem Beitrag nicht auf Ihre Erfahrungen der Partizipation im Theater eingegangen sind, bestimmt hätte das die Diskussion und den Erfahrungsaustausch noch weiter angeregt. Vielleicht haben Sie bei Gelegenheit hierzu noch Ergänzungen für den Austausch zur #BesucherMacht.“

Schreibt das Blog „Marta Herfort“ an das Ende eines Kommentars zu meinem Beitrag der Blogparade #BesucherMacht aus gleichnamigen Museum. Siehe hier: Missionen, digitale…

Na dann! Als passiver Altersteilzeitler mit schleichendem Übergang in die Rente wollte ich meine alte Liebe zum Theater wieder aufnehmen und fand im Nationaltheater unserer Nachbarstadt Mannheim in 20 min Straßenbahnnähe interessante Dinge. Das Theater leistet sich eine ganze Sparte zur Partizipation: „Die Bürgerbühne.“ Man nimmt das wirklich ernst, als theatrale Komponente, nicht als sekundären Anhang, als pures Marketing-Objekt oder Pädagogik! Finde ich immer noch mutig. Siehe die Linkliste der Website!

Screenshot der Website des Nationaltheaters Mannheim.

Screenshot der Website des Nationaltheaters Mannheim.


Bürgerbühne bedeutet dort: Laie trifft auf Profi und sie machen etwas zusammen.
In Workshops, Spielclubs kann man tanzen, spielen, gemeinsam Stücke ansehen und besprechen, alles spartenübergreifend, auch für Kinder und Jugendliche. In den Inszenierungen der Bürgerbühne gibt das Theater ein Thema vor, man sucht dazu Menschen, castet und führt Regie. Nämlich: Die Story aus dem Leben der „Darsteller“, vom Regieteam in literarische Sprache gebracht, dramatisch umgesetzt und hier auch als Inszenierung im Spielplan des Schauspiels verankert und verkauft, wie den Schiller oder Verdi auch. Oder aber von der Oper & spartenübergreifend das Geräuschorchester. Der erste Versuch „Geräuschorchester #1″ – Mannheimer Bürgerbühne“ war durchaus beeindruckend siehe hier den Trailer auf Youtube. Das ergibt dann durchaus „Theater“, ich besuchte eben gerade die laufende Produktion „High-Voltage“, bei der ein „Kollege“ aus dem Marketing-Club mitmacht. Das ist sehr ordentlich gemacht! (Empfehlung!).
Das ist geerdetes Theater mit Anspruch! Community-Bildung, letztendlich auch Kundenbindung. Win-Win. Da gibt es keine postdramatischen Halbgötter, die Abonnenten durch die 4. Wand zerren um sie auf der Bühne mit Brecht zu Shakespeare remixen, es ist eine theatralische Annäherung von beiden Seiten der 4. Wand.
Worauf ich hinaus will! Das Besondere daran: Man macht etwas zusammen! Da gibt es keine „Besuchermacht und Kämpfe“, die Deutungshoheiten im Theater intern kann ich nur ahnen …
Das ist alles Top-Down, aber wer weiß, vielleicht gibt es auch einmal Bottom-up? Nein, über Aufführungspraxis würde ich mich ungern streiten oder im Museum über „Ist das Kunst, oder kann das weg?“. Nein, nein.
[Off topic: Um das einmal ironisch an die vielen medialen Sozialisten in meinen Timelines zu melden, die sich mühen müssen für ihre Kunden: Das Theater hat Contentmaschinen (man nannte sie früher Autoren) seit Jahrhunderten und Storytelling? Hahaha, Theater ist seit Jahrtausenden multimediales Storytelling, mal daran gedacht? Die Auszubildenden von DM machen irgendwie Theaterworkshops mit z.B. …Ähm, sorry, geht ja schon weiter.]
Deren Bürgerbühnen, Volksbühnen & Cie gibt es viele und also gab es in Mannheim das 2. Bürgerbühnenfestivalsiehe Nachtkrikik.de („Ermächtigung als ästhetische Praxis“ 🙂 . Konsequent lud die Marketingabteilung zu einem Marketing-Club (die Originallinks des Theaters sind wohl im Relaunch der Seite ertrunken), der da hieß: „Club der Mouseclicker- und Face-to-Face-Blicker“. Ja, das ist ein Name 🙂
Meine Erfahrungen habe ich direkt anschließend hier beschrieben. Gilt nachzutragen, dass für die Marketing-Profis das Gehetzte in das nächste Festival bereits begonnen hatte und doch zwei zauberhafte #schiller2go Walk & Music bereitstellte. Längst vor dem Städel hier bereits die Idee nicht nur Twitter, sondern auch Facebook, Instagramm & Co mit einzubeziehen. Ein Schillerfestival im Social Media, wenn das nix ist. Und ja, den Club, den ich für diese Spielzeit gebucht hatte, hier lyrisch verortet, verließ ich dramatisch wegen Inkompatibilitäten mit anderen Mitgliedern. Die Kritiken des Abgangs waren nicht immer gut. 🙂 Ich erwähne das nur, damit mir klar ist, dass solche Dinge gruppendynamisch nicht immer einfach sind. Also Warnung für das Kommende.
Ja, Tanja, der Hinweis auf den Link hätte genügt, aber ich hatte urplötzlich Ideen, als der Kommentar von „Marta Herford“ kam. Übrigens sehr gelächelt über die unkonventionelle Namensgebung. Das sind unangeforderte, selbstfahrende Ego-Brainstormings:)

Assoziation 1:
Meine erstmalige eigene, nicht verschulte Begegnung mit Kunst hatte ich überwältigend als Grundwehrdienstler in Kassel während der Dokumenta 5., siehe hier. Die Orangerie in der Kasseler Aue war damals ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, wie es sie zu Tausenden in der alten Republik gab, mit Matratzen & @all. In einer dieser spontanen Diskussionen zur Dokumenta, ob sie denn revolutionär genug wäre oder doch nur eine Ausgeburt des reaktionären und imperialistischen über dreißigjährigen Establishments sagte ein Mädchen (11. Klasse sintemals). „Für mich sind Museen Wohnzimmer für alle, wo auch den Werktätigen, wie uns (ihr Vater war Prof. 🙂 ) Kunst zugänglich ist. Freier Eintritt für alle!“ … Wohnzimmer!

Assoziation 2:

Jacques Outin, begnadeter Lyriker und Mensch, mit dem ich im gleichen Verein auch schon las, vermacht seine Sammlung der Kunsthalle Mannheim (der medial gebeutelten, wg. Direktor, Loch und Neubau) und im Vorgriff darauf gab es eine doppelt kuratierte Ausstellung. Ein Teil Jacques, ein Teil der Kunsthallen-Moderator. Für mich eine faszinierende Ausstellung, weil eben auch die Distanz zum Privaten gebrochen war, ein nicht-bildender Künstler auch sein Ego mitkuratierte …. privat und museumskuratiert.

Assoziation 3:

Mir geht es dabei, wie so oft, vor allem um die Gespräche über Kunst und zu Kunst, mit Künstlern etc., auch von Nichtprofis. Das täte allen Premierenfeiern und Vernissagen gut, wo zu meist nur in den eigenen Kreisen geredet wird, kaum durchmischt wird. Was sagt man auch zum anwesenden Künstler, außer „Gefällt mir, #iLike“ oder gar zu einer noch ausgepumpten Schauspielerin? Das hat so oft den Geschmack von „Elternabend“ …#ächzt

Ihr wisst, was jetzt kommt. Mein Vorschlag und ich weiß noch nicht einmal, ob der neu ist. Das muss nicht Bürgermuseum heißen. #besuchermacht wäre für meine Begriffe dann ein ganz hervorragender Slogan. Einfach ‚mal machen, sich trauen. Ein Wohnzimmer in einer Ausstellung, ZUSAMMEN kuratiert, von gecasteten „Bürgern“ und den Profis. Wenn ich die Gesellschafterliste des Marta so durchlese, gäbe es ganz transparent auch die Möglichkeit das „Wohnzimmer“ mit zu designen. #zaunpfahl. Lokal und vor Ort. Theater und Museum eint, dass da Mensch hingehen muss, um das Original zu erleben. Keine digitale Sammlung, kein Livestream wird es wirklich wiedergeben können, was nicht heißt, man solle das nicht machen, das ist als Ergänzung bestimmt sehr nützlich. #besuchermacht als Prozess, einmalig zu einer bestimmten Ausstellung, als wandelnde Dauerausstellung und innerhalb des Museums als etablierte, budgetierte Abteilung, oder wie das da heißt.

Nur so mein Senf …

Und wegen der Digitalität: Warum gibt es keine Online-Abteilung eines etablierten Museums, das angekaufte Online-Kunst als Exponate im Netz und vielleicht im Museum zeigt? So viele Videokünstler und andere es gibt! Möge die Macht mit ihnen sein oder das Auftragswerk … :))

Foyer

Foyer des Nationaltheaters Mannheim 2008

Foto-Quelle: Wikimedia Commons

Kugeln aus Zeit vergoldet
zu tausend Stimmen aus dem Off
noch nicht gespielter Stücke
Leuchten im Unquadrat
Verschlossene Türen
dahinter die Bühnen
für das Theater
auch des Lebens
Marmor geschliffen von
Millionen Füßen
Sessel gähnen zum Pausensekt
Keine Pelze am Haken heute
Aufgänge zählen
die Stufen des ABCD
Mein Bier tropft Schweiß
auf das Draußen
aus Straßen und Bahn

(Lyrische Gedankenwinden zu einer Aufgabe des Clubs der Artivisten an der Bürgerbühne des Nationatheaters Mannheim. Live dorten geschrieben zu einem Pils einer Mannheimer Brauerei)

#schiller2go #walk

fresh
Mein 3. Theater-Tweetup. Quasi zu Hause, dieses Mal. Zum Einsatzpunkt hätte ich die 4,5 km fast laufen können. Das war aber ein Event des Nationaltheaters Mannheim und ergo war das nicht einfach ein Tweetup, sonder ganz nachpostmodern ein „Schiller-Mashup aus Instameet-Tweetup-Bloggerwalk“ und das ganz legal! Zu Ehren der 18. Mannheimer Schillertage. In Kooperation mit den Instagramers Mannheim. Und das hat Maren Rottler und ihre Damen vom Theater-Marketing gekonnt ausgelotet und unaufgeregt gemanagt. (Danke, danke!)
Im Gegensatz zu den beiden Theater-Tweetups in Heilbronn und Koblenz keine Probenbeobachtung einer Produktion, was sicher auch seinen Reiz hat, sondern wirklich ein „Walk“. Vier Stunden und einige Kilometer lang, mit viel Zeit sich zu unterhalten, warum auch die Vorstellungsrunde ausfallen konnte.
Zuerst die Spielstätten in der ehemaligen Ami-Kaserne Benjamin Franklin Village, die aufgegeben der Konversion harrt. Eine Geisterstadt, als ob die Aliens die Menschen dort abgesogen hätten. Interessant wie ganz anders die „Instagrammer“ sich Themen im Livestream wirklich bildlich näheren, der Text dahinter verschwindet. Ein gemächliches Gelaufe auch an meinen Erinnerungen (ich berichtete) entlang, als das Gelände fast offen war, an die „Ami-Messen“ dort, die NCO-Clubs, den Whiskey und die Kippen aus der PX. Dann die Fahrt mit der 5, formerly known as „OEG“, eigentlich mein ganz alltäglicher Weg in die Innenstadt. Wirklich interessant eingeführt und wegbegleitet von einer der Dramaturginnen des Festivals Lea Gerschwitz, klar, verständlich, kompetent. Nie vergessen: Alle DramaturgInnen sind Nachfolger Schillers, gell. Von ihm geführt worden zu sein wäre bestimmt anstrengender gewesen, bei all dem Genius! 🙂 Bermerkenswert auch die Beiträge aus Weimar, Recklinghausen (vom Schnawwl) und Berlin, siehe das „Storify“, unten verlinkt. Und so kamen Castorfs Räuber auch zum tragen…dank der Kulturfritzen und ihrem Guerilla-Marketing.

Und in diesem Schreibmoment hat Julia ihren Blogpost auf Facebook angekündigt und dem habe ich wenig hinzuzufügen, also lest bei ihr doch gerne weiter!

Vielleicht nur soviel: Unser „Schillerexperte“ Alexander Wischniewski ist zertifizierter Mannheim-Stadtführer, oder wie man das nennt und auch Theatermitarbeiter. Die Vielfalt an Talenten im Marketing des Nationaltheaters ist bemerkenswert! 🙂 Und irgendwie hatte das alles etwas von „Vanitas“. Der morbide Charme der verlassenen Kasernen und dann der Gang durch Mannheim. Die Wohnsitze des Herrn Schiller sind fast alle unbekannt, er war ja auf der Flucht vor seinem schwäbischen Herrn. Die „Zuneigung“ der Mannheimer zu der jetzigen Hauptstadt Stuttgart nahm wohl da ihren Anlauf. Und ja, wie immer der Hinweis von Alexander an fast jedem Ort: „Zerstört im 2. Weltkrieg“, wie ganz Mannheim und da rennen wieder Narren durch die Gegend und heben den Arm. :(( Ja, das Nationaltheater war auch zusammengebombt und wurde über einem Luftschutzbunker neu aufgebaut. Bleibt wie immer die Frage, warum bauten die Mannheimer ihre Schillerbühne am Goetheplatz? Aber gut ist jetzt. Am Montag gibt es den 2. Teil #schiller2go #music. Ich werde berichten.
Das Theater hat auch ein Storify erstellt, bitte folgt uns doch nach, wie viele live , wir waren zwischendurch sogar „TTT“: Twitter-Trending-Topic.
story_walk

Stadt = Mannheim

schill2go Am Mittwoch bin ich beim „Schiller-Mashup aus Instameet-Tweetup-Bloggerwalk in Mannheim“ dabei. Ich bin teuflisch gespannt. So etwas hat es, meines Wissens, in der Theaterlandschaft Deutschlands noch nicht gegeben. Das NTM wagt sich weit in das Neuland ( :))) ) hinein. Macht Theater im Netz. Der Treffpunkt ist Käfertal-Wald, um das nun geschlossene BFV zu besuchen. Und dann dämmerte mir, dass hier im Blog ein Artikel schlummert, der genau dort beginnt. Aus 2005, als der Platz der Freundschaft noch beflaggt war, das Leben dort brauste, mein dann baldiger Schwiegersohn dort noch wohnte und arbeitete. Eine Reise, wie wir sie unter ganz anderen Gesichtspunkten fast genauso wieder starten werden. Ich begann damals meine Ausflüge bewusst auch zu beschreiben. Um auch die Schönheiten des Alltags wiederentdecken zu können. Das Miese drängt sich von alleine auf! Und was sich schon alles verändert hat in den letzten 10 Jahren! Also voila hier: (Sieht ganz nach einem Storify aus, obwohl da noch niemand daran dachte. Und die Handybilder waren auch noch kleiner…)

[vom 5.8.2005]
Es war ein Dokument für die Steuer nachzureichen, also fuhr ich mit dem Fahrrad eben nach Mannheim, sind ja nur 12 km. Warum soll ich das jetzt hier beschreiben? Einfach, weil ich in diesen zwei Wochen Urlaub alltägliches mit neuem Blickwinkel sehen will, d’rüber schreiben will. Mannheim ist mein Akronym für Stadt.
Wenn man an Amerika

in Käfertal vorbei ist dann kommen alle anderen Wörter nach, die Mannheim bedeuten.

Der Fluss (Der Neckar, der Rhein ist hinter dem HBF versteckt)

Weiterlesen

#waschtag

(Aus der Reihe Twittertheater #unvollendetfurchtbar)
Ein Pro log.
Und jetzt @all, freaks, folks, Arschlöcher, Frauen, Männer und @Euch Normalos für heute nochmal: „Die luschdigen Weiber von Windsor“, Oper! Da wird nicht mitgeklatscht. Keine Sternenspritzer, die Kripo wacht!
Der #hashtag lautet #waschtag Mit dubble u. Ach Jungspunde, das Ende von VW, am Anfang, der cashtag war gestern! Merkt euch das, ihr habt das auch via WhatsFrapp bekommen und wtf sonst wo. Also das ist eine SM-Theaterproduktion. Die Tweetup-Groupies kommen noch, die Instagramer seilen noch zwischen die Vorhänge. Vorsicht, dort hat der Wagnerverband immer noch Heckendrohnen aus dem Ring versteckt. Irgendwo verkauft der Castorfclone Anstecker für den BaalFaustRichard, den er unter der Bettdecke schrieb. Der ausgestopfte Peymann ist desinifiziert und kann auch von Kindern wieder benutzt werden. Und wer nicht tweetet fliegt ‚raus. Retweets gelten nur im 10-er Pack. Facebook muss man nicht extra bemühen, alles wird automatisch dorthin gepostet, wo es Zuckerman will, vielleicht lest ihr euch ja mal selbst, dann sagt uns Bescheid. Fax Nummer steht im Impressum, ihr könnt mich und hallo das Introjingle, mein Gott jetzt sagt die Dirigentin wieder Over-Türe statt Intro. Sie hat schon wieder den #hashtag vergessen. Wisst ihr was? Ich schmeiße hin.

Vergessen Sie nicht ihr Handy wieder einzuschalten!

(Aus der Reihe Twittertheater #unvollendetfurchtbar)
Vergessen Sie nicht ihr Handy wieder einzuschalten. Hat Sie je irgendwer daran erinnert? Dauernd und überall werden wir daran erinnert es auszuschalten. Damit nix klingelt, nichts dröhnt, damit im Halbdunkel der Bühnen und Säle die Kunst alleine schwebt und küsst, drangsaliert, damit alleine alles von oben kommt, dort droben, wo die Kunst alleint und uns teilhabt an der Muse und dero Anapage. Und niemand sagt, dass wir es danach wieder einschalten dürfen. So lange es keine Apps gäbe, die es uns erlaubten, an der Gaderobe, kurz danach, im Rausch der Sinne, Karten, oh Verzeihung, gnäfrau, Tickets für das nächste Ding online booken könnten, wo wir wieder das Handy ausschalten müssen, weil es doch stört.
Und dann wird auf den Bühnen wieder gefochten und aus Musketen geschossen. Bomben fallen nie auf den Bühnen, es sei denn die echten. Aber das sind dann Angriffe auf die Kultur, barbarisch.
Es finden auch nie Feuergefechte statt, aber gerne Degen-Gedingse. Die Laser-Schwerter der Yedi-Ritter im Atomgestöber des Todesterns sind so Theater mit Video.
Vergessen Sie nicht nicht ihr Handy wieder einzuschalten. Es könnte sein, dass Wagner anruft, weil ihn Mozart küssen wollte. Und keine Nachtkritik via Twitter & Co. Das kennt der Peymann nicht oder was es der Paymen? Vergessen Sie nicht ihr Handy wieder einzuschalten und es zu benutzen. Gleich sofort. #hashdentag

BüBü

(Ein internes Theaterkürzel, das mir als Wort gefällt…bübü…)
Mein Resümee zur Reise in die Tiefen der Bürgerbühnenwelt
Meine Spaziergänge durch die Welten der Bürgerbühne nahmen mit der furiosen Jazz-Karaoke der Abschlussparty beim 2. Bürgerbühnenfestival ihr vorläufiges Ende. Es gab eine Preisverleihung vorher, aber da sag ich entgegen ersten Verlautbarungen vor Ort nichts dazu. Das bekomme ich nicht gedrechselt. Irgendwie haben halt alle oder ein paar gewonnen oder so. Man freut sich, siehe hier.
Ich sagte ja schon, dass ich mich vom Theater sehr weit entfern hatte und wenn ich diese Bürgerbühnen-Erfahrung nicht gemacht hätte, würde ich jetzt wieder weit wegrennen, dieses Gewese um seine göttliche Hoheit Castorf und der Bildzeitungscheffe Döpfner soll im Darmstädter Staatstheater spielen…aber zu Sache Herr Bauer!
resum1

Das Bürgerbühnenfestival fand ich erfrischend, belebend, qualitativ besser, als ich erwartete. Aber das habe ich im einzelnen ja bereits besprochen. Da könnte auf Dauer wirklich etwas entstehen. Da wird Menschen Kreativität angeboten und letztlich das Theater geerdet, damit es im Nirwana der „Hochkultur“ nicht entschwebt, sich nicht in den Gefilden der walkürlichen Elysien verharrt, nicht dem Ego alter Männer verfällt, die ihr eigenen Egotrip-Denkmäler für das einzig wahrhaftige Theater halten und bekrawelen #hurz.
resum0Ich sah während der Vorstellungen ein waches Interesse der gesamten Theaterleitung, aufmerksame Verfolgung durch das Ensemble, das zahlreich bei den Vorstellungen die laientlichen Kollegen beobachtete. Da gärt etwas, so scheint mir. Ich bin gespannt, was sich entwickelt, wohin die Reise geht oder ob das Budget irgendwann nicht mehr reicht, wie sich die Politik dazu stellt, der Souverän, der das letztlich bezahlt.

Ich selbst habe aber keinerlei Bedürfnisse entwickelt, selbst spielen zu wollen. Das habe ich ausgelebt und außerdem, ob ich es schaffte mich willig einer Regie zu unterwerfen? 🙂 Aber zusehen würde ich schon gerne. Ja, ich werde die Tickets lösen, wenn denn die nächsten Stücke in den Spielplan tickern.

Der Mouse-Clicker-Marketing-Club hat mir, trotz mancher zäher Momente, sehr gut gefallen. Weiterlesen

Hey Jude

schilgen_lobbyIch bitte um Entschuldigung für den etwas albernen Titel, aber ich mag es, wenn Songs in Zusammenhängen ganz andere Bedeutungen annehmen. So hier dokumentiert, wenn RosaKehlchen „He’s a man, just a man“ singen. Gestern Abend sangen beim sehr amüsanten Jazz-Karaoke Mitglieder des „Mischpoke“-Teams mit Hingabe den Beatles-Song „Hey Jude“. Und wenn das Stück, das sie gerade spielten „Eine jüdische Chronik von damals bis heute“ gedeutet ist, dann gewinnt der Titel eben auch eine andere Bedeutung. Die Jazz-Kombo war übrigens sehr prominent und wird in Teilen als Dirk Schilgens Jazzgrooves im Theatercafé am 18.5 ihre neue CD vorstellen. Ich spar schon mal, die anderen CDs hab ich schon 🙂

Das letzte Stück im Reigen des 2. Bürgerbühnenfestivals:

Mischpoke
27.3.2015 20:30 im Werkhaus des Nationaltheaters Mannheim.
Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden | Regie David Benjamin Brückel | Text und Dramaturgie Dagrun Hintze | Bühne und Kostüm Jeremias Böttcher | Musik Ketan Bhatti, Vivan Bhatti | Mit Nataliya Berinberg, Nichame Eselevskaya, Thomas Feske, Joshua Lautenschläger, Faina Lyubarskaya, Felix Lehle, Thomas Pfüller, Ehud Roffe, Katja Schindler, Guliko Zimmering

Das Staatsschauspiel hat das hier auf Facebook gepostet und ich das mal ganz frech eingebunden..

Unsere Bürgerbühnen-Mischpoke war gestern Abend zu Gast beim 2. Bürgerbühnenfestival — Ein deutsch-europäisches…

Posted by Staatsschauspiel Dresden on Freitag, 27. März 2015

Das war ein sehr bewegendes Theaterstück. Dresdner Juden spielten sich und ihre Geschichten. Auf einer umgekehrten Drehbühne, quasi, rollende, verbundene Wände, wie im Aufklappbilderbuch dekoriert, trennten die Kapitel. Zu Anfang war der jüngste Schauspieler auf das Dach gestiegen, dort war er auch einmal der „Fiddler on the roof“ und zwischendrin tanzten die israelischen Techno-Rabbis. „586 v. Chr hat die Kacke doch angefangen. Babylonische Gefangenschaft und so“, tönte Ehud Roffe und meinte damit die jüdische Diaspora. Weiterlesen

Hast du mich gerade fett genannt?

THEATER ÜBER KÖRPERBILDER heißes medium:polylux Künstlerische Leitung Nora Graupner Dramaturgie Melanie Hinz
Musikalische Betreuung Stephanie Krah Assistenz/Technik Maria Gebhardt Produktionsleitung Maike Tödter
NTM 26.03.2015

Ich würde hier nie im Leben über dicke Frauen posten. Aber das war ein Stück im Rahmen des 2. Bürgerbühnenfestivals. Ja, ja ihr kennt die Url schon. Die Damen aus Hildesheim sind wohl nicht auf Twitter, sonst hätten sie den „running gag“ meines Post-Titels in ihre Show mit eingebaut. Das war eine hübsche Revue, von mutigen Frauen, mit ihren Pfunden wuchernd. Und ich twitterte:


Ich will ehrlich sein. Das war der schwächste Beitrag im #buefest, den ich sah und doch habe ich mich 75 Minuten lang nicht eine Sekunde gelangweilt. Das hatte was und doch träume ich….. das könnte man doch mit Bulemie-Frauen, fetten Männern und den Schwarzeneggers (dessen Muskeln die Damen küssten) mischen. Die waren so gut d’rauf die Frauen und sie spielen doch gerne Theater. Das könnte man doch als 2. Staffel? Jetzt stellt euch vor, diese tollen Frauen und spitzentanzende Bodybuilder und all der ernsthafte Hintergrund, wenn sich Frauen, die nicht essen können mit den „Dicken Frauen“ im Club…. Man wird doch träumen dürfen…oder? Sie dürfen dann wieder fette Chips ins Publikum werfen, dass auch die hintern Reihen, hey ich hab nix abbekommen! „Hast du mich gerade fett genannt“ wäre doch ein Titel. Gibt es da in Hildesheim nicht auch so eine Staatsbühne. Hallo, rüttel…

Lücken

(oder die Rückkehr der Gretchenfrage)
(Keine Rezension, wie schon gesagt, sonder die Beschreibung meiner Wanderung durch die Welt der Bürgerbühnen, meine innere Theaterimmigration öffnend. Mehr davon gibt es hier.)
Vorgestern im Nationaltheater Mannheim im Rahmen des 2. Bürgerbühnenfestes „Die Lücke“ vom Schauspiel Köln.
EIN STÜCK KEUPSTRASSE VON NURAN DAVID CALIS Schauspiel Köln. Ein Stück mit eigenem Blog, auf der Website des Theaters, da scheint sich einiges zu tun in Köln, zwar mit nur wenigen Einträgen, aber immerhin!
Meine Begeisterung musste ich natürlich gleich meiner Twitter Timeline mitteilen.


Das war wirklich großes Theater! Eine hervorragende Arbeit von Nuran David Calis. Muss ich mir merken, den Namen. Er steht auf der Website des NTM nicht als Autor, sondern als Regisseur, tritt zurück hinter das Text schaffende Kollektiv. Partizipatorisches Theater. Es war erregend zuzusehen, wie das Schauspieler-Dreigestirn sich auf die Keupstraße begibt und lernt. Zuletzt die Wut der Keupstraßenbewohner teilt, sie vorantreibt, schier verzweifelt an der staatlichen Dummheit, Borniertheit, dem Rassismus in Staatsanwaltschaft und Polizei, der unglaublichen Arroganz des BI, der früher die RAF verteidigte, der Verzweiflung an dem Staat im Staate der vielen Geheimdienste, die scheinbar nicht von der Politik kontrolliert werden können. Die Lücken in der Erinnerung der Geheimdienstler vor Gericht, der Lücke in den Akten, die geschreddert wurden, die Angst, dass angesichts diese absurden realen Dramas um die NSU-Morde, die nach 10 Jahren noch gefühlt zwölfzig Untersuchungsausschüsse beschäftigt, die im Nichts wühlen, dass das große Vertuschen auf eine viel breitere Bewegung schließen ließe. Man hat da in Deutschland ja eine eindeutige Vergangenheit. Weiterlesen

Ich bin Baal in Mannheim, Barmherzigkeit Schwestern, Karlsruhe my love.

ntm_bandAm Bürgerstammtisch des Werkhauscasions war nur der Wimpel mein Kumpel, im Theatercafé des Nationaltheaters waren Plätze für die Spieler reserviert, die da der Theatermächtigen harrten, aber nach 3 x Theater war ich einfach zu müde, obwohl ich zu gerne herausbekommen hätte, wer für das Schauspiel Dortmund da twitterte… Ich rede immer noch vom 2. Bürgerbühnenfestival im Nationaltheater Mannheim.

Wie hier schon erwähnt auf dem Suchen nach der Bürgerbühne meine nächsten tapsigen Schritte….

Sorry Volkstheater Karlsruhe.. ich sah nur ein paar von den 100 Dokumenten 2 Stunden (verteilt an 2 Tagen) von 24, das Finale zuletzt und nun ja, vielleicht lag es auch daran, dass ich nach der Qualitätskontrolle und vor dem Baal nichts damit anfangen konnte. Eine tolle Idee war es auf jeden Fall. Dem MM hat es wohl gefallen. Ich hätte vielleicht nachts kommen sollen, aber so. Naja und der KSC hat auch verloren… 🙂

Aber dann Baaaal vom Toneelgroep Oostpool. Rotzfrech und jung, so alt die DarstellerInnen, wie der Brechtebert sintemals, als er es schrieb. Sehr episch, wie der Herr es später für sein Theater befahl. Die Regie mit der Jugend der Darsteller spielend, sie dem Text gegenüberstellend, der fast „altklugen“ Sprache Brechts. Spöttisch die Vorabentschuldigungen wegen der sexistischen Inhalte, das Beklatschtwerden zu Anfang. Den Woyzeck im Brecht relativierend, man goss den Schnaps über den Kopf, keiner/in soff wirklich, niemals hätten die Darsteller irgendjemandin vergewaltigt oder „geschwangeret“. Zu was auch, man wundert sich körperlich, hei, das geht doch eigentlich auch im Einvernehmen, was hatten die aber auch Probleme so kurz nach Weltkrieg 1. Regen aus dem Sprengler und aufgehängte Zelte, ein großes Bühnenbild. So viele Vorhänge hat das Schauspielhaus, man sieht sie ja beim offenen Bühnenwahn sonst nur noch selten. Es gab deutsche Übertitel zum niederländischen Geschehen. Irgendwann schaute ich nicht mehr hin, lauschte der Sprache, ohne genau zu verstehen und hörte den Rhythmus von Brecht, sich selbst suchend, lyrische Epik. Das war auch gut geschauspielert. Sehr gute verkaufte Abendunterhaltung! Doch das war Theater! Würde ich mir gerne noch mal ansehen. Ja! Was heißt eigentlich Bürger auf Holländisch?

Und jetzt der Trailer zu „Komm in meinen Wigwam“. Genau hinsehen, das ist lustig, darauf hatte ich mich soooo gefreut.

Und das war es dann auch. Es gab Bravi für ein tolles Darstellerteam. Für grandiose Kostüme, süffisante Choreografie, trotz einer arg dünnen Textgrundlage, seltsamer Dramaturgie. Die Gags ungefähr auf dem Niveau der bespöttelten katholischen Wortakrobatik. Sorry, das Popelding war einfach ….. blöd. Leute, da waren keine Experten des Alltags zu Gange, das war spätpubertärer Sakristeischwulst. Unreflektiert. Confiteor: Ich war Obermessdiener und Jungscharführer, Zeltlagerleiter und bin heute Heidenkind, eine Karriere, wie es sie zu Zigtausenden gibt. Ich kannte diese Schriften aus eigener Erfahrung und glaubt mir: Das war alles noch viel furchtbarer, die Schriften! Die Dia-Vorträge nicht vergessen.
Das war aus den 50igern und ihr habt das mit dem James Last der 70iger gemischt. Ich weiß, in Dortmund gerne mal digital und so gemixt…
Wie in der Kirche selbst wurde alles nur angedeutet, ein paar seltsame Pornoplakate waren peinlich, nichts wirklich angepackt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Das war Theaterkarneval, so irgendwie. Leute, in den 60igern nahmen wir Messdiener das Leuchtfeuer zum Grill anzünden und für die Joints. Der Kaplan war mit seiner Freundin dabei, mit 5 Flaschen geklautem Messwein und Sir Jagger brüllte bei der Messdienerrunde nach seiner Satisfaction. Sorry, das passte nicht zu meinen Erinnerungen und ja, der Sacro-Pop, den ihr da belächeltet, war auch aus den 70igern…und warum war da jetzt genau die Augsburger Puppenkiste schuld? Ach so ja, das mit dem Lattenpeter verwurstelte ich schon vor 30 Jahren in einer szenischen Büttenrede.. Gab es den rheinischen Katholizismus in Dortmund nie?

Hhhm? Wenn ihr mit der gleichen Truppe und anderer Regie spielt, sagt Bescheid. Ich käme dann noch einmal.

Auf Twitter hätte ich wohl Folgendes gesagt: Eine Bürgerbühne aus Dortmund, die den BVB nicht erwähnt kann ich nicht ernst nehmen. #buefest

Ich habe es unterlassen zu twittern. Mea maxima Culpa.

Jetzt kommt dann noch die Lücke, dicke Frauen und die Mischpoke. Ich halte euch auf dem Laufenden.