Meerkatze, Corona und Albino Christkind. Advent im Museum I.

Sound auf den Ohren beim bloggen: Weihnachts Jazz Café.
Zum Titelbild: (Der deutsche Meister, Plakat zur Dürerausstellung mit Kerzchen, eingebaut). Huch! Das ist ja unbezahlte, nicht verlangte Werbung. Dies ist keine #digkv, nur einfach ein kommentierter Amateur-Besuch!

Tweetup #duerer im @staedelmuseum

Es weihnachtet sehr. Es wird gestritten, wieviele Menschlein nun dürfen oder auch nicht, oder ob überhaupt. ManFrau kann sich dem kaum entziehen, selbst die Kanzlerin warnt, zu recht, wie mir scheint. Aber wohin mit dem gelockten Hintern? Der Kitsch rinnt in breiten Strömen aus den Christmas-Filmelein der Streamer, kübelt tonnenweise Deko ins Hirn. Wie immer schert sich niemand* um den eigentlichen Sinn des ganzen. Geflüchte gibt es nicht. Weltweit, sag ich euch, weltweit. Alles ist zu, einsam grinst der Grinch in die Ruh. Mir kam da eine Idee beim Bloggen. Hier fügte ich Bilder aus der Online-Ausstellung der Pinakotheken ein:

Fußball, Tussis, Angelus


Warum also nicht auch andere Online-Sammlungen besuchen, die viele ihrer Bilder unter CC BY-SA 4.0 lizensieren, damit ich sie Euch hier zeigen kann. Es gibt viel zu sehen, dort, auch die Werke, die gerade nicht ausgestellt sind oder ausgeliehen. Keine Sorge, die Aura geht nicht kaputt und ihr dürft alles ganz alleine betrachten. Lasst den Kunstvermittler*innen ihren Feierabend. Also fürchtet Euch nicht.
Die Digitale Sammlung des Städelmuseums:

Screenshot von der Webside des Städel. Click ins Bild zur Sammlung
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Ungeleugnet. Das Protokoll. Tag 16.

Draußen das Grau schränkt sich ein, kein Nebel soweit. Ich schränke nur noch in diesem. Jene mit den Sommerhemden schränke ich ein. Die langen Unterhosen weinen, sie werden wohl auch in diesem Winherbst 4.5 keine Haut unter sich spüren. Gleichmütig ziehen die Tage aneinander vorbei. Nichts wirbelt, schlängelt unter die Betten. Im Netz brüllt mir das Leben entgegen, angeblich, ich leugne es fast. Zu sehr wirkt es als ob es ein Stück von Shakespeare wäre, antepostdramatisch. Unfähig die Regie, falsch besetzt die Maskierten. Undeutlich, als ob.
Das Grauen gerinnt in die Kontaklosen der Einsamen Lotterie der schwingenden Singellinge*lings.

Ich koche, ich esse, ich schlafe.

Morgens, wenn die Autobahnen erwachen und Treibstoffe entpusten, katalysiert, laut ins Universum, mich kein*er erhöht, erhört, hüpfe ich die Gänge entlang, auf die Betten, zwischen die Stühle. Nichts lockt mich down. Die Fenster lächeln grau-sam und zählen, entlang der Straßen, die Nasenbären und Kinnschützer, wie es das Gesetz der Nazis und Leugner befiehlt.

Hier drinnen keine Kämmchen.

Alle ¾ Stunde spiegle ich im Großen, vor dem eingeschränkten Dreitürer. Er spöttelt: Ja es gibt dich noch, Gott, den es vielleicht gar nicht gibt, sei Dank und deinen kranken Nachbarn auch.

Morgen suppe ich wieder und kuschle mit Übermorgen, die kleinen Masken toben. Ob sie mich Gassi führen werden?

Laut singe ich dem Radio vor, es spielt mich zurück.

Die demogratisch-autarken Direktorintendanten entanalogieseren sich, spezeln das System, stampfen den Gleichschritt in die digitale Relevanz, wieder, bis zum nächsten Heirassadei.

Ich schränke sie ein. Zu all den Kontakten, vergraben in den Tiefen meiner festen Platte.

Platt bin ich und satt, dass Grau nebelt noch immer nicht in den Lichterketten, die sich noch verstecken.

Nezsefix wimmert Barbaren in linguam latinam. Dies ist der Weg.
Per omnia saecula saeculorum.

Fußball, Tussis, Angelus

tl;dr: Alter weißer Mann parliert zu Erinnerungskultur für Frauen und fragt sich, ob das je jemand zu Ende liest. Viel zu lang, nix wirklich Neues. E-gal.
Titelbild: Bodenplatte im Speyrer Mariendom.

Mein Beitrag zur Blogparade #femaleheritage

Blogparade #femaleheritage der Stadtbibliothek München
Was fällt Euch spontan zu Frauen und Erinnerungskultur ein? An welche prägenden Frauen erinnert Ihr Euch? Welche weibliche Persönlichkeit ist vergessen und sollte Eurer Meinung nach wieder aktiv erinnert werden? Wir von der Monacensia im Hildebrandhaus laden Euch zur Blogparade „Frauen und Erinnerungskultur #femaleheritage“ (Laufzeit: 11. November bis 09. Dezember 2020) ein. Gemeinsam mit Euch möchten wir Frauen in der Erinnerungskultur präsenter machen und das Bewusstsein für ihr Werk und ihr Wirken stärken. Rückt ihre Leistungen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft in den Fokus, löst Euch dabei von den gängigen, binären und polarisierenden Weiblichkeits- und Männlichkeitsklischees. Wir freuen uns auf Eure Sicht zum Thema!

Was mir spontan einfällt?
Was zum Teufel, äh, für die Genetzten „wtf“, ist „Erinnerungskultur?“ Vor allem wie und wo findet sie statt? Nur in akademischen Zirkeln, in Zeitschriften und Archiven? Dort, wo die Kanons nicht gesungen, sondern in Aktenordnern (und sei es elektronischen) versenkt werden? In den Backlists der geheiligten Verlagswelt, den Archiven der Museen? Erinnerungskultur? #femaleheritage, weibliches Erbe? Im Alltag? Jenseits der offiziellen Archive? Allgemeine Erinnerungskultur. Gibt es. Dies soll mein Thema sein. Fußball, Tussis, Angelus weiterlesen

Thomas Klauder traut sich, hurra!

Titelbild: Rathaus Viernheim aus meinem animierten Gedicht: Träume aus Beton. Ich finde grad nix anderes, aber um dieses Rathaus wird es wohl auch gehen.

In diesem unseren Städtchen tut sich doch etwas.
Noch vor ein paar Tagen saß ich auf einer Bank in der tristen Fußgängerzone vor dem Kunsthaus (dem einzigen Ort in dem einigermaßen regelmäßig Dinge passieren, die mich interessieren, siehe den vorletzten Beitrag) und meditierte laut über den Umstand, dass die CDU, als stärkste Kraft, einen FDP-Politiker als Kandidat ins Rennen schickt und somit der aktuelle Bürgermeister wohl in seine 5. Amtszeit gewählt werden wird. Nein er ist kein Böser, aber langweilig. Nach 25 Jahren Amtszeit. Viernheim ist bekannt für sein Einkaufszentrum, diesen Bombensammler und dem Kinomörder, sonst nix. Egal.
Also Willkommen Tristess. Aber nein. Heute in der Zeitung die Meldung: „Thomas Klauder will Bürgermeister von Viernheim werden.“
Ein Grüner, aber weit weg vom Klischee. Doch. Wohl spontan entschieden. Grüne halt. Noch kein Programm, keinen Plan.
Aber ich traue ihm das zu. Ich habe ewig nicht mehr mit ihm gesprochen, was wohl an meinem stillen Rentner-Dasein liegt. Macht mal voran Leute! Das Zitat von Thomas unterschreibe ich gerne: „Ich will nicht 30 Jahre lang denselben Bürgermeister gehabt haben.“ Aber das reicht noch nicht ganz, aber ich weiß, das kannst du.
Ich will jetzt nicht auf seine Firmenwebside verlinken, aber wozu hat er hier im Blog einen Gastbeitrag zu einer Blogparade von Bianca Garde.
Social Enterprise – Wie ist Dein Arbeitsplatz der Zukunft.
Sinnig, oder? :)) Doch, er ist ein echter Grüner, nur ohne Latschen und Strickzeug.

Ich drücke die Daumen! Toi, toi, toi.

Kola Krabamba

Uralt, aber für mich passt die Story.
Ich nominiere dies für: „Blogstöckchen #DieWeltaufdemTeller“, von @sinnundverstand.

Gehacktes. Gebunden. Geformt. Gewürzt. Wiederzusammengefügt. Gebraten, scharf, medium. Kräutlein, frisch aus meinem Gärtlein der Frust. Edles Backwerk.
„Linke und rechte Hand formt einen Kreis mit Daumen und Zeigefinger“. Zwei Unzentatzen Knoblauch, samt Ringen von Zwiebeln, kross. Senfpulver und 2 Cornichons. Und dann, dann drehte er durch, zerriss seine Seele, platzte im Kragen, den ich ihm täglich nähte. Ich tröpfelte diese Sauce darüber, rot wie die Sonne im Osten, als wir uns das letzte mal liebten, vor dem Morgenschlaf. Ketchup, schrie er und schlug mich das erste mal Mal, hart und widerspruchslos.
„Ketchup“, schrie er, rannte in die Küche, riss die Türen der Schränke und Schubladen auf und dann, dann fand er meine Schande. Gaggi, Fnorr. Tüten. Fläschlein von Meinz. Dosen. Meine Augen schwollen und als die Sonne unterging, bat ich um Verzeihung, aber er ritt davon, auf seiner BMW. Gehacktes. Ich sah ihn nie wieder, und den Tag, als wir im Mäcks Gedichte fraßen. Nur Gedichte, Salsa, Country und sonst nix. Kola Krabamba.

Aleppo in Seife, behäkelte Pistolen und Tango unterm Niqab

tl;dr
Austellung „BELOW THE SURFACE“ von Adidal Abou-Chamat im Kunsthaus Viernheim 04.09. – 03.10.2020.
Öffnungszeiten: Do.+ Fr. 15:00 – 18:00 Uhr + Sa. 10:00 – 13:00 Uhr // Der Eintritt ist frei.
Anfahrt.
Fotografie, Zeichnung, Video.

Nur vorbeilaufen konnte ich nicht, dazu war das Plakat im Fenster des Kunsthauses, in diesem meinem kleinen Städtchen, zu provozierend, auf den zweiten Blick.

Austellung „BELOW THE SURFACE“ von Adidal Abou-Chamat im Kunsthaus Viernheim 04.09. – 03.10.2020.

Auf den ersten vorbeihetzenden war es fast eine katholische Schwester, direkt gegenüber der Apostelkirche, dabei sitzt dort eine Frau den Spagat unterm Niqab. Mit Ballettschühchen. Schon rasselte es im Hirn. All das Gehetze, Gezerre, Gemache, Getue aus den Timelines der Social Medias wirbelte. Ich will das nicht diskutieren. Macht die Frau das vielleicht gerne? Immer wieder geht mein Blick zu den Füßen und kriecht aufwärts. sucht nach dem Körper der Frau. Ist das mein innerer Voyer? Ich stelle mir die Frau im Tutu vor. Langweilig.
Feministische Ausstellung? Mögen das Frauen entscheiden, das ist so schwierig, wie die Niqab-Diskussion. Aber ich bin neugierig. Was kann Kunst da sagen? Wieder einmal hüpfe ich zur Vernissage im Kunsthaus!

Abidal Abou-Chamat „Dreaming of …“ 2014

Tatsächlich ist das Plakatbild eine Serie von 12 C-Prints. Eine Tänzerin an der Stretch-Stange. Der Titel passt zur Ausstellung. Dreaming of. Nur, wer träumt da? Ich? Die Frau unterm Niqab? Die Künstlerin? Was ist da „Below the surface“? Unter der Oberfläche? Tief unten drin? Geheimnisvoll und überraschend. „Transkulturell“ nennt Dr. Pamela Pachl die Intensionen, in ihrer Laudatio zur Vernissage, hier beim Kunstverein eingestellt. Yepp, auch bei mir machte es Bämm! Der kleine Voyer schämt sich dann im Obergeschoss, wenn auf einem Bild die Abaja weit offengerissen ist und dort zwei Kunststoff-Lappen als Brüste hängen. Provoziert!

Abidal Abou-Chamat provoziert im Kunsthaus Viernheim. Nein, das ist kein Girl von Seite 3.

Das hat dann mit kulturellem Crash nur noch vordergründig zu tun.

Die Ausstellung bearbeitet aber auch Homophobie, Kolonialismus und, ja auch Terror.
In einem berührendem Video sprechen die Mütter eines Terroropfers und der Selbstmordattentäterin. In einer fast lyrischen Sprache. Man*frau beachte das Kleid, als ob es im Schaufenster eines Klamottenladen stände, mit Taschen für den Sprengstoff.

Screenshot aus „Memory-Lines“ von Abidal Abou-Chamat

Überhaupt Bekleidung. Abidal Abou-Chamat lässt Klischees humpeln. Darf man da lachen? Kann man das Online bestellen? Für die Fastnachtsparty. Cowboy und Indianer mal anders?

So vieles noch gäbe es noch zu erzählen, aber zu lange darf ein Blogeintrag nicht werden, sonst liest Mann*frau nicht zu Ende.

Ich war jetzt schon zwei mal dort und werde noch ein paar mal. Ihr auch? Jetzt kommt schon, sooo öde ist Viernheim jetzt doch nicht.

Ein Werk muss ich noch wirklich für mich entschlüssel. Die Beschriftung seht ihr oben im Beitragsbild.

Waschen wir Aleppo wieder rein oder weg? Was weiß ich!

Aleppo in Seife. Abidal Abou-Chamat im Kunsthaus Viernheim.

Ich konnte mich fast nicht trennen. Hinter einem schwarzen Vorhang dringt Musik hervor, als wäre es vor dem Kubus von Kentridge in der Kunsthalle Mannheim. Doch ich empfinde das so. Da sind so viele Berührungspunkte zu Kentridge, meinem Seelchen nach. Tango. Ein hinreißendes Video dahinter. Zwei verhüllte Frauen tanzen in einander versenkt. Tango. Frauen. Auf einmal ist das egal, wie auch die Kleider. Desire, Verlangen, Lust. Tanz.

Noch 3 Wochen zu bestaunen! Falls jemand mit mir hinwill, meine @adresse steht im Impressum.

Screenshot aus „Desire“ , Video von Abidal Abou-Chamat im Kunsthaus Viernheim

Corona, Stühlchen, Feminismus und #umbuch

tl;dr Ich war beim Bloggertreffen der Kunsthalle Mannheim zur Ausstellung Umbruch.

Einladung zu einem Blogger-Event, öffentlich ausgeschrieben, in der Kunsthalle Mannheim. Offentsichtlich gibt es auch Online einen Umbruch. :)

Nicht der der erste Tweetup in Mannheim, aber nicht in der Kunsthalle, die war immer so online-spröde, bschäftigte sich lieber mit Löchern und Direktoren, die blau machten.
Nach Ulrike Lorenz, die Herrn Hector überredete all das Geld, das dessen Kunden mit SAP-Transaktionen mühsam verdienten in einen neuen Anbau der Kunsthalle Mannheim zu investieren. Aber Hallo, 50 Millionen! Man sollte mal etwas schreiben über das Sponsoring der SAP Gründer. TSG Hoffenheim, Museum Barberini etc. Ist aber eine andere Geschichte. Nun also ist Johan Holten da. Und wie! Ich berichtete schon im letzten Blogeintrag. Genug geschmust damit.

#openbutsafe und anderes mehr


Er nimmt auch heftig Teil an der Öffentlichkeitsarbeit (sagt auch niemand mehr) seiner Dienststätte.
#umbruch, seine erste Ausstellung als Kurator. Benutzer einer Textverarbeitung, also fast alle hier, wissen genau, was damit gemeint ist, siehe Beitragsbild. Screenshot von Open Office, nicht vom Weltmarktführer, eine neue Seite schlägt er auf. Auch im Bild: die Baugestelle, an der die Werke hängen, auf der anderen Seite :).


Zusammen mit Lena Berkler, der Online-Chefin der Kunsthalle, die auch das Treffen organisierte, danke, danke.
Ich war gespannt, wie die Corana-Maßnamen aussehen würden. Ganz einfach genial: Maske auf. Yepp. Dann Klappstühlchen auf, im korrekten Abstand und dann Maske ab. Erinnerte mich an den Karfreitagskult der katholischen Kirche: „Flectamus Genua, Levate“. Alte Kultur, gell.
So durcheilten wir die Ausstellung. Mit den Museumspädagogen. Gut so!
Zuerst korrigert Holten ganz sanft seine Altforderen. Bei der berühmten Ausstellung zur Neuen Sachlichkeit fehlten die Frauen. Blieben auch nach den Nazi-Räubern in der Versenkung, waren nicht im Kanon. Ist mir eh ein Rätsel, wie die Kunsthistoriker den ohne Kriege erstellen. Also : Das ist Großkunst, museums-geeignet, Stempel d’rauf. Egal. Ich finde die Korrektur gelungen. Gute Auswahl. Auch Lokal. Übrigens eine Auflistung gibt es auf der Seite der Kunsthalle. Umbruch 17.07.20 bis 18.10.20
Hanna Nagel interessierte mich am meisten. Lokalmadatorin einst aus Heidelberg und dann weg. Der SWR bespricht das mit Inge Herold, der stellvertretenden Direktorin (unter 3 Direktoren, männlichen!), die allzuoft auch verschwindet in der Öffentlichkeit: „Kampf um Gleichberechtigung: Ausstellungsprojekt der Kunsthalle Mannheim über Hanna Nagel“
Dann noch Anita Rée. die sich umbrachte, als Jüdin und Künstlerin. Zum Teufel mit diesen Nazis. Ihr „Bildnis von Hildegard Heise“ ist das Gesicht der Ausstellung auf Plakaten und vor dem Haus. Es gibt wieder Plakate von der Kunsthalle! Ich hab jetzt auch eins! Auf jeden Fall guckte ich beim Apré-Event im Luxx beständig auf das Gesicht und fragte mich, was mir diese stechneden Augen sagen wollen! Ich werde es noch herausfinden und hier lyrisch verkünden.

Bildnis Hildegard Heise
Auf dem Plakat am Eingang der Kunsthalle Mannheim zur Ausstellung „Umbruch“

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#openbutsafe und anderes mehr

Meine 5 Cent dazu:
Aufruf von Jörn Brunotte zur Blogparade #closedoropen – Sollen die Museen wieder öffnen? Was sagen die Museen? Was die Besucher*innen? Was sind Eure Erfahrungen?
tl;dr Keine wirkliche Antwort darauf! Stattdessen: Opa erzählt vom Corona-Kultur-Dingens.

Jörn Brunotte hatte mich eingeladen, aber ich wusste nicht, ob ich mitmachen sollte, könnte. Seit Monaten ist mein Mobilitätsbereich orthopädisch leicht gestört und Kulturdinge schlecht möglich. Aber langsam wird das wieder. Meine erste Erkundung brach ich ab. Einer Idee zur Corona-Aktion zu #closedbutopen der Herbergsmütter und der Staatlichen Kunsthalle folgend wollte ich eine Idee zu einem Theaterstück nachgehen, in Folge einer Corona-Aktion des Wiener Burgtheaters.

Theater, Salat und Tivoli – Prolog


Ich wollte vor Ort gehen, nach Worms, aber das Leben sprang mich mit der Realität an. Fast fand ein Mord statt. Die Museen in Worms blieben unbesucht. Da hatte ich keine Lust mehr.

Heute Morgen dann der Tweet und meine Antwort:

Hhhm. Ich habe keine Ahnung, wie Museen von Innen funktionieren. Also das ohne Kunst. Das Unternehmerische. Die Entscheidung, ob das Budget so etwas zulässt, der eingeschränkte Modus kostet vielleicht mehr, als das einbringt! ETC. Ich formuliere um:
„Wann und warum gehe ich als Besucher in ein wieder eröffnetes Museum“
Als erstes Kriterium, auch zu „normalen“ Zeiten ist für mich die Umgebung wichtig.
(Siehe Titelbild)
Gibt es etwas zu futtern, zu trinken, zumindest in der Umgebung, ist das eigene Cafe offen? Informationen die man sich zumeist ergoogeln muss. In diesen Zeiten noch viel mehr. Kann ich das mit etwas verbinden? Dinge, die vernetzt sein sollten, seufz, aber das liegt in den Budgets der Häuser wohl nicht drin. Das Draußen vor dem Tor ….
Ich war Neugierig, was mein „Hausmuseum“, die Kunsthalle Mannheim macht. Ich würde etwas zu futtern finden. Der ÖPNV funktionierte wieder, wie gewohnt, angenehm leer.

Aus dem Fenster der OEG das Mannheimer Schloss geknipst. Die Uni. Next Stop dann Kunsthalle.

Neugierig war ich auf die Ausstellung „Walker Evans revisited“, die man sehr gut im Web erleben kann, als Teil der „Biennale für aktuelle Fotografie“. Neugierig war ich wegen der Digitalen Veranstaltungen, während der Schließung. (Siehste Anke!) Urplötzlich fuhr die Kunsthalle ein Digitales Programm hoch, das ich verfolgte. Da sprangen alle quasi ins Kalte Wasser. Voran der Direktor, omnipräsent wie immer, als Schnellsprecher manchmal kaum verständlich, Mitarbeiter, die dieses Zoom nicht wirklich beherrschten, furchtbare Hacks, Menschen, die ihre Englischkenntnisse überschätzten. In der Hektik vergessen, das man vielleicht auch die anderen Museen hätte beteiligen können. Aber trotzdem. Im Nachhinein: Respekt, es versucht zu haben. Das musste alles aus dem Homeoffice gemanaget und auch durchgeführt werden!
Für die Museen geschrieben:
– Digitale museumspädagogische Arbeit, jenseits der Online-Bilder, wirkt! (Bei mir wenigstens)
– Digitale museumspädagogische Arbeit sollte beibehalten werden und unhektisch durchdacht und geübt werden. (Meine ich)

Der Besuch war angenehm, kaum Beeinträchtigungen. Aufgeräumt, die Uhr läuft wieder. Die Litfaßsäule lachte und spiegelte, siehe oben.

Corona-Litfaßsäule aus der Kunsthalle Mannheim. Ich hätte gerne gewusst, welcher*in Designer*in das so gestaltet hat.

Natürlich waren die Original-Bilder wirkungsvoller als all die Webbilder. (Btw. haben Fotografieren auch eine Aura?) Aber ohne das Wirken im Web wäre ich nicht gekommen, könnte nicht innerlich nacharbeiten.

So als nächstes sind die Frankfurter dran. Liebighaus und Schirn. Die Bahn fährt wieder, wenn sie denn fährt, zu futtern finde ich, der Bahnhof ist ja nah. Digital sind die ja immer top, mit ihren Digitals. :)

KKW am Rhein #wastingtimewithart – abgebrochen

Selbstgeknipst das Titelbild: Plakat zur Ausstellung „AKKU – junge figurative Malerei aus der Sammlung Paschertz“ im Museum Heylshof 2017, war gut, die Ausstellung! Passte grad so gut.

Die rheinische Linie KK Karlsruhe-Köln ergänzt, dazwischen gesetzt: Worms. Auch ein Dom im Ort. Und was für einer!
Ich hatte einfach genug und wollte wieder raus, aus meiner Coronahöhle. Radfahren geht kreuzweise immer noch nicht. Also ÖPNV. Ging gut. Maske auf und ab. Mir war nach Meer, dieses Jahr. Hatte ich vor. Nun ja, was erzähle ich Euch. Dann wenigstens Wasser. Ladenburg, wie so oft schon. Nun, 10 km, geht doch noch , oder? Einfach auf einer Bank sitzen und dem Neckar zusehen, wie er das Wasser gen Rheine schiebt und in den Niederlanden ins Meer. Dösen, sinnieren, alte Männer ohne Maske von der Bank abweisen, das Anti-Corona-Geschwurbel wegwischen. Man kann mit diesen Kleinföpsen nicht diskutieren.


Sinnieren. Staunen ob der vielen Radfahrer. In der Masse kenne ich das dort nicht. Viele, viele Pendler dabei. Es wird Zeit, dass der Radschnellweg von Heidelberg nach Mannheim gebaut wird. Sinnieren. Geschichte wirken lassen, an meine Geschichte mit den Nibelungen denken. Ihr kennt das ja.

Illegales Theater am Brückentag #WastingTimeWithArt


War da nicht was mit Worms? Den Nibelungen dort? Ok. Ladenburg ist die Nachbarstadt unseres südlichen Nachbardorfes und Worms die westliche. Mit noch mehr Wasser, dem Rhein. Und die Nibelungenstadt, wie eine jeder* weiß. Ladenburg, eine römisches Kartell, Worms, uralt, war schon eine keltische Stadt, als die Römer kamen, mit ihnen der Wein am Rhein. Und! Die Wormser Bischöfe residierten in Ladenburg. Krach mit den Bürgern dort. War Sitte am Rhein. Speyer in Bruchsal, Mainz in Aschaffenburg, Köln in Bonn. Könnte man auch mal Betrachtungen anstellen. Wenn die Bibliotheken wieder offen sind. Dann beschloss ich Worms zu besuchen, mit dem Bus, der fährt von uns aus direkt. 26 km in 59 min. Mit dem Rad wäre ich fast genauso schnell. In der Rheinstraße ausgestiegen. Das wird noch wichtig. Hinunter an die Rheinpromenade, die Snippets ausgepackt und das erste Bild für meine Nibelungenspiele.


Eigentlich wollte ich im Hagenbräu (sic!) etwas essen, aber ein Massenpulk an Rädern kreischte heran, es klang nach reichlich Aperol, gespritzt. Sowas ertrage ich nach der Ruhe der Isolation noch nicht.
Der Backfischfest, das auch ausfällt umgebaust zum Autokino. Seltsames Aussehen. Na ja, sogar das NTM spielt dort den Urfaust als Singspiel. Hhm.
Also lief ich zur Stadt hoch, der Rheinstraße entlang, in einer Seitenstraße eine große Ansammlung von großen Männern, mit grimmigem Gesicht, als ob Söldner warteten. (Sic!)
In der Fußgängerzone, die an einem Samstag kaum besucht war, dabei hat Worms 80000 Einwohner und ein riesiges Rheinhessisches Hinterland. Der Winzerbrunnen.


Der Drache mit der Traube im Maul. Hat mir schon immer gefallen, die Idee. Unblutige Fantasy.
Ich hatte Hunger, weiter, weiter.
Natürlich Luther-Hier-stehe-ich. Ich bin gespannt, was nächstes Jahr abgeht. 500 Jahre Reichstag. Das Museum im Andreasstift will das kritisch würdigen. Gut so. Entmystifizieren. Das Museum hatte schon zu. Man kann nicht alles haben.
https://www.instagram.com/p/CA0SqTIIz5Q/
Dann der Dom. Am Tor mit Barbarossa-Bild, dem original Standort des Streits der Königinnen aus dem Nibelungenlied.


Er war trist und leer, Domplatz. Worms nach seiner Zeit gebeutelt in twölfzig Kriegen, keine Kaiser mehr und jetzt von Corona. Die Nibelungenfestspiele abgesagt.
Ich fand dann noch ein Thai-Kiosk zum speisen, beschloss Nicht ab Rheinstraße, sondern ab HBF den Bus zu nehmen. Am Bahnhof mittelstarke Polizeipräsenz. Irgendwie gereizte Stimmung. Im Bus überlegte ich, aus Soldidarität mit den Wormsern meine Nibelungenspielchen auszusetzen. Verschob die Entscheidung auf den Pfingstmorgen, vielleicht erhielt ich geistige Erleuchtung.

Am Pfingstmorgen dann diese Meldung:
Bei Auseinandersetzungen vor einem Gastronomiebetrieb in der Rheinstraße in Worms sind am Samstagnachmittag mindestens 8 Personen verletzt worden

Nein, da lief ich an einem Beihnahe Mord vorbei, ohne es zu bemerken und jetzt wollte ich den Mord an Segfried veralberlich bloggen? Nee, geht gar nicht.
Vielleicht fällt mir für #wastingtimewithart noch etwas anderes ein!

Illegales Theater am Brückentag #WastingTimeWithArt

Was bisher geschah..

KK #WastingTimeWithArt


Sie riefen mich kurz nach Mitternacht an. Alte Bekannte. Keine Namen. Corona-Frustierte. In diesem Fall Corona-Theaterfrustrierte. Kein Theater spielte, nirgendwo. Nur Streams, Streams, Streams. Menschen, die auch nicht in ihren Autos sitzen wollten um ein Livestream auf Parkplätzen zu sehen. In einem alten Forum hatten sie sich getroffen und wollten dann eben selbst Theater spielen. Heimlich, illegal, auf einer offenen Bühne. In der Dämmerung, die ja auch in diesen schrecklichen Virenzeiten so spät einsetzt. Improvisieren wollten sie, vor Ort den Plot erarbeiten. Ihren Kindern hatten sie die Spielzeugautos weggenommen, wollten vielleicht sogar Autokino spielen. Klappte nicht wirklich. Es waren zu viele gekommen. Weit über 50, in diesem unseren kleinen Park. Einige der Frustigen erinnerten sich an mich, dass ich vor Unzeiten Theater schrieb und inszenierte, sogar spielte. Für Amateure. „Das war vor mehr als 30 Jahren“, murmelte ich. Nebenan wohnte. Als Rentner wohl verfügbar sei. Bügerbühnen erfahren.

Also jetzt: Ich als König der Nacht in: „Singe beim Babbln“
Klick zu Blogbeitrag.

Ich sollte ihnen helfen. Vielleicht einen Parcour erstellen im Park, mit Stationen, wie es die Profis für die Amateurtheater gerne produzieren, ihr kennt das ja. Wie früher in den Stationsspielen im Zeltlager.
Nur mit einem Traingsanzug über dem Pyjama rannte ich ‚rüber, hatte meine Snippets dabei, warum weiß ich nicht mehr, sah die Meute und erfasste sofort, dass wie üblich die Corona-Spinner dabei waren, braune Spinner mittendrin und schrie laut: „Flieht, ihr Narren“, die Kontrolleure kommen. „Närrinnen“, rief sie, ihr wisst schon wer. Und sie flohen. Einer verlor sogar seinen Schuh, samt unbenutzter Maske. Meine Snippets fielen mir aus der Hand und bildeten das Beitragsbild. Der Frauenschuh lag auf dem Männerschuh. Ich staunte. „Flieht, Närrinnen und Narrhalesen“, flüsterte ich.
„Flieht ihr Narren“ Oh. Närrinnen. Mit dem Frauenschuh aus der Kunsthalle Karlsruhe. Klick ins Bild zum Original.

Ich grölte vor Lachen, kam runter. „Schalt dein bescheuertes Forum ab“, sagte ich dem Anrufer, der nicht geflohen war. „Geht nicht“, sagte er, „da ist mein Chef und ihr Hausarzt mit dabei, du kennst sie ja, bitte mach was, die rasieren mein Nerven.“ Ich sah ihn an, an ihm vorbei und da war dieses Brücklein über nichts, das früher in seligen Tulpenschauzeiten ein künstliches Bächlein überspannte. Ich hatte einen neuen Siegfriedsbrunnen gefunden. „Wir werden Nibelungenspiele abhalten“, sprach ich mehr zu mir, „die echten in Worms fallen ja auch aus. Mord am Brückentag“. Ich nickte, pfiff das Tulpenlied ,ging und nahm die Snippets mit. „Frauenschuh“, winkte ich, lief ‚rüber. Der Schlaf fiel schnell in dieser Nacht.