Glückszeiten

Was ich bei der #spätlese14 lese.

Zeitlos

Meine Zeit hat sich umgestellt. Ich wusste es zunächst nicht, aber sie hat. Sie hat mich verlassen, die Zeit, meine liebe, alte Zeit. Sie ist weniger jetzt, und mehr. Eine neue Zeit, die so alt ist wie sie selbst. Ich laufe an ihrer Hand die alten Wege neu, die nie ein Ziel waren, denn mein Ziel ist ein Ziel, mein Weg die Zeit dorthin, auch wenn sie sich stellt, mich mit sich umstellt von der Dünkelhell zur Schunkelschwarz. Meine Dunkelheiten strömen jetzt viel früher in die Sterne, funkeln dort, torkeln dem Winter entgegen, wenn die Kerzen wieder flirrend Träume wachsen werden und die Kälte uns die Betten wärmen wird, wie dieses Uns das eitel wuchernde Wir. Selbst unter den Hellen, an diesen kleinen, kurzen Tagen aus Warten und Sehnen, schwebt die samtschmutzschwarze Nacht stets am Horizont aus Leichtsandmehl, direkt unterhalb des Zentralgestirns, das ich in diesen Zeiten den Titel Sonne neu durchschreiben lasse. Unter diesen graunachtschwarzen Himmeln, den Regentropfen, die sich nach dem Gipfelschnee der Sommer sehnen, diesen Firmamenten, die mich sanft umhüllen, tanz ich mit der Kälte und den Krähen Salsa auf vermatschten Wegen und sing‘ Lieder aus fernen Zeiten, so nah. Ich spüre Arme pulldownover, zum Tango, auf raureifen Wiesen im Zwischenschlaf, den die Träume lieben. Meine Zeit hat sich verloren in mir und schwebt sanft , an diesen kleinen, nassen Tagen, als sie sich umstellte, lang nach Mitternacht. All ihre Stunden ringelreihen mit den Sekunden, vergraben sich zu Gedanken in Tage und Äonen, fließen in Kaskaden in mein Hirn, bauen Bilder aus Nebelzärte und Schwarzkonkon zu verschwommener Klargewissheit in alle Zeit der Welt, wenn sie den Atem anhalten wird für uns. Meine Zeit hat sich umgestellt, sie behauptet, wie jedes Jahr.

Drohnenglück et cetera

Ich fliege nicht. Ich schwebe mich. Ich sitze auf einem Melkschemel im Welschkornfeld und lese. Cummings. My sweet all etcetera. Auf dem Feldweg landet eine Drohne und aus ihrem Lautsprecher erschallt die Stimme ihres Herrn. „Bis du glücklich?“ „Ich glücke, das sieht man doch“, schreie ich zurück. Ich glückste. „Und du?“ „Eine Drohne ist immer glücklich, wenn sie fliegen darf und spionieren.“ „Darf ich auf dir reiten?“, fragte ich. „Nein, du glückst.“ Die Drohne startete stinkend und entschwand, weiter spionieren. Mein Melkschemel kicherte einbeinig und tanzte Salsa mit mir. Es war schließlich ein Welschkornfeld. Ich verpackte mein Glück in einer dieser Kunststoffdosen, die auf Parties verscheuert werden und pfiff. Noch eine Drohne kam und ließ mich reiten. Wir stoben durch die Lüfte, glotzten in Akten, ritten durch USB-Schächte in Festplatten, glotzten in Schlafzimmer in denen kopuliert wurde, wanzten in die Beichtstühle der Finanzverbrecher, loopten in die Seelen der gottlosen Geistlichkeit. Wir sahen, hörten, ahnten, sammelten und wussten doch nichts. „An der Seelendrohne arbeiten wir noch“, sagte sie und gefror zu Machtschnee, geschlagen aus dem Eiweiß der Froschgesänge, im Nimmerland des toten Gottes. Ich holte mein Glück aus der Dose und las weiter. Cummings. Et cetera. Ich fliege nicht, ich schwebe mich.

Das kleine Glück

hatte Ausgang, trieb sich wohl wieder in den Gedankengossen herum, wühlte hier in Erinnerungen, stachelt dort lodernde Gier, puschte Erfüllung. Wie füllt man Glück? Mit der Spicknadel der fetten Jahre läuft der Saft der Behäbigkeit die inneren Narben hinab, schließt die Krater, streichelt die Ängste hinunter, dort wo die Wahrnehmung mit der Scham schläft und Alpe zeugt. Eine Fülle abgelutschter Theorien trudelt im Rausch der Bedeutung durch die Alleen und bedeckt die Böden mit geknackten Nüssen. Die Nussknacker seufzen im Entspannungsbad, spielen mit zuckenden Muskeln ihre Arbeit in den Schlund der Zeit. Große Sekunden tanzen um die Tentakel des kleinen Glücks, trudeln die haarigen Zustände zu Zöpfen, brezeln sie auf blanker Haut. Da hast Du großes Glück gehabt dröhnt eben jenes und frisst auch dieses kleine Glückchen, wie all seine Geschwister von Anbeginn seiner Geburt. Dürr und ausgelaugt legte sich das große Glück darnieder zu all den anderen Katastrophen, Niederlagen, Unzulänglichkeiten und seufzte laut, gierte nach Nahrung und gebar eine neues Glückchen, säugte es mit den Spitzen abgekauter Gedankenblitze und schon bald hatte es Ausgang, das kleine Glück. Komm her bleib bei mir, hei kleines, Baby, stay with me, Montag ist erst morgen, hei Du, ja Du, komm, komm, komm mit mir.

Als ob es Theater wäre

Als ob es Theater wäre
in den gleichen Kulissen
Muskelspiele und Grimassen
nur blöder inszeniert
Wo hatten sie sich vergraben
Speichel läuft beim
Schuhe küssen
Ja natürlich wären wir
natürlich gerne Sklaven
natürlich First, First
und diverse Prophten
Volksverdreher inklusive
Ich stehe auf der Bühne
drehe mich und lache
Ich weiß ich werde büßen
Es herrscht, sie herrscht, er herrscht
Was tun als Lachen
über euch Idioten
Küsst die Schühchen
und hasst
Also ob es Theater wäre
so postmodern
ohne vierte Wand
Wer mich wohl
holen wird

Kunst, Museen, Geschlechter und Verein

tl;dr

Ich war im Städel, Frankfurter Kunstverein, Heylsmuseum und dann noch im Wilhelm-Hack-Museum. An drei Tagen hintereinander weg. Ich hatte Museumsstau. Es war zu kalt vorher, ich verschnupfte die Husten und die ersten lieblichen Pollen durchzogen das Land, aber jetzt! Eigentlich eher eine Notiz an mich, aber vielleicht interessiert das auch. Irgendwie sitzt auch noch San Francisco mit im Boot, ganze ohne Blumen im Haar! Erkenntnis #hashtags und Tweetups wirken, nachhaltig und auch im Kleinen

Mission Statement!
Die Museumspädagogik wird immer besser! Online gibt es sogar Tipps, wann ein Besuch lohnt! 🙂

Werbeplakat für die Ausstellung „Kampf der Geschlechter“ des Städelmuseums über dem Holbeinsteg in Frankfurt

Ich hatte im März immer noch das Early-Bird-Ticket für „Kampf der Gechlechter“ des Städelmuseums im Ticket-Ordner, trotz des Hinweises oben. Ich wartete auf einen milden Tag, ohne Verpflichtungen, aber dieser März schien das nicht zu wollen. Also trotzte ich den Wettern, zog unter extremen Mühen das Ticket zu Weiterfahrt zu meiner Karte ab 60. Ich benutze die DB-Automaten ja nur zu diesem Zwecke und Behufe, das geht nämlich nicht online oder via Handy. Man könnte meinen, es sollten das nicht zu viele Menschen wirklich nutzen. Diese Ticketautomaten der DB sind eine Katastrophe. Seufz. Aber ich obsiegte! 14,60 € FFM Hin und zurück. Ich bemühte dabei 5 Automaten, brauchte fast 15 Minuten. Alles für die Kunst. Und mich natürlich! 🙂
Ich war vorbereitet. Seit Dezember verfolge ich die Artikel im Blog, durchforste das Digitorial. Das Städel in all seiner digitalen Pracht!

Screenshot der Städelwebsite zur Ausstellung „Kampf der Geschlechter“

Ich will gar nicht zu viel zu den Bildern sagen. Ich wollte dieses mal einfach die Kunst in mich aufnehmen, einsaugen um es irgendwann zu verwerten, #hashtaglos.
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Meine #twlys 2016

Verspätet der Rückblick auf meine #twly, 2016 in die Timline getwittert, aus dem Twitterbackup gefiltert. Vielleicht gefällt ja das ein oder andere Werk.

Serpentinen / nach ’17 / Kurven / Hügel / Täler / Du / Kleine Lieder / murren / trampeln / kehlen / Sterne / blinzeln / im Web #twly

Dreißig Salamander / auf der Mauer / vor dem Flüchtlingslokal / in diesem Sommer / als Moses / die Meere zerteilte #twly

Ütütü lichteblau bummeknutsch apängbedäng Leichsalat kommkomm isar Kommkomm sechsemal Ütütü schelldiehand #dada #tatort #twly

Sonnen zwirbeln / naschen / Monde und dreizehen Kometen / / fressen schwarze Löchergalaxien / vernissagen / vegane Erbsen und Küsse #twly

Ein halber Scherz / aus Zweifeln dekantiert / küsst meine Nase / an der Spitze / Rieslinge sprudeln / Schmetterlinge / zur See #twly

Der Himmel flitzt / Dinkel zu Brot / ein Hunger lächelt / zur Sonne #twly

Schwäne aus Autoreifchen / in SUV geboren / tanzen Asphalt / vom Tann / ausgelutschter Adventskalender / ein Hase singt Opern zu Ei #twly

Unter der Sternen / der Tod / Mondlicht nagt bleich / jeden Morgen wieder / das Licht / der Sonne #twly

Als wäre der Tag / in Sommern geschwommen / aus Pressen & Konferenzen / Still still deine Lippen / und Veilchen / so blau #twly

Wind spielt leise / über den Gräbern aus Blechdosen / PU und ihr PVC / vögeln im Licht / dieser Laterne / Lilis Enkel / singt Plastic #twly

Diese Nacht trödelt / schwarz / unter 1000 Laternen / vögelt zwitschernde Monde / ungerührt / Langweilt Sterne / zu Samt und Morgen #twly

Wolken quietschen / über Gärten / singen Lieder / aus Panama / Champagner bläseln Sumatra / Infanten gammeln / im Pfuhl #twly

Noch einmal / in Buchstaben / wälzen / hier / bei Euch / und mich im Schlaf darin / frittieren / als wären 140 / Schamanen / Poesie #twly

Kein branding, nur Brandung / Wellen aus Gelächter / rollen / brechen sich./ Kein Snapchat / tickelt ins All / aus eingeborenen Ideen #twly

Maikäfer brummen / gen Mekka / Rom / Lutherstadt / Ganges / Hain / Maikäfer brummen / beim Teutates und der Macht / Maikäfer flieg #twly

Über den Waffeln / Saucen aus Pudding / und Dingen die da kommen / Erinnerungen essen Schokolade / Und dort da / Pralinen #twly

Zweifel fliegen / Zitronenfalter / durch den Regen / kichern albern / über den Gräbern / ungefallener / Engel / Tode lieben / sich #twly

Zum Frühstück Vulkane / ungegähnt / frisch befeuert / an Lavaeis im Turtelbeutel / in der Ferne / singt Goethe / Matschmusik / im Tor #twly

Plötzlich ist Sommer / und die Zirpen grillen / wieder den Duft / der Autobahnen / die sich bald / suhlen in den Staus / der Chromer #twly

Regen dämmert / als ob / Nacht bläut / den Sommer / im Regenmantel / Es wird regiert / wir lachen und schmiegen / als ob #twly

Nächte wie Balsam / auf Betten aus Balsa / tropfenleicht / Gedanken / Serpentinen zu ungeschöpften Atem / nur geschüttelt / ein Gin #twly

Kein Weg / kein Ziel / da / da #twlym Getöse des Nichts / ein schweigender Schrei / Stille flutet / saugt Mondlicht / in ein Glühen / Würmchen tanzen / Zauberflöten #twly

Ohren geklont / aus dem Gebrüll der Autobahnen / schreien Mondlicht / auf Laternen / Zwei Igel / strippen / zweierdrei / Literatur #twly

Glucksende Konsonanten / sprudeln im Meer / aus adverbialen Pronomen / Nackte Verben / deklinieren Substantive / in Sonnen gebrannt / #twly

Tage aus Gips / tränken Schnecken / schleimen Spuren / zu Opern aus / tanzendem Asphalt / Wir pfeifen / drehen den Wind #twly

Tropfen auf fast schon / braunen Blättern / singen / Sehnsucht nach Nebeln / im Wind / Graue Sonnen / tanzen Wolken / zu Adagio & Roll #twly

Wir sammeln Laub / diese Nacht / wir wehen / und / nichts wird ihnen fehlen / Morgen im Wind / das Laub zu blasen #twly

Als sie uns / Silversurfer / nannten / und / die Server / polsterten / jagten wir / zwei Salven / Javascript / Schwester Uschi lachte #twly

Der Kirchturm / zeigt die nackte/ Uhr / läutet zum Angelus / niemand weiß mehr / warum / Die Altstadt rockt / Am Himmel / rosa Drohnen #twly

In den Wolken/ wringen Nebel/ ihre Klamotten/ über wüsten Hageln/ und/ meinem Narziss/ Oh Gottchen/ #twly

Mit dem Mond / durch rostige Wolken / tänzeln / Das Geschmiere / der Jets / kicken wie Laub / Ich fliege / ohne Kerosin / nur wohin #twly

Es war einmal..das..es wird..sein…das Jetzt nudelt…was für ein Glück… Zwei Fuffizig… am Stück #twly

Herbst laubt / Bläser / saugt Farben / aus welkem Blues / am Bodennass / für / Blüten im März / Mein Oktober / tanzt / Hänge & Blues #twly

Zwischen Wolken der Platz / wo Nebel kopulieren / und graue Schürzen / jägern / Niemand greint laue Regen / Heißa der Herbst ist da / #twly

Morgen wieder die Nebel / die uns hoffen lassen / alles wäre wieder / / Träume aus Lachperlenmus / warten / vielleicht / und gut #twly

Wir ernten / rote / Laubbläser / aus dem / Kürbis / des Hausmeisters / den wir einst / fluchten / samt dem Laub / späterer / Jahre #twly

Als ob es Content / wäre / dem Sponsor / (sächlich) / vor die Füße gekotzt / Hüpft / die Poesie / über / Kreide / zu Deppenapostrophen #twly

In der Nacht / wenn auch der Herbst / ihre / Blätter / fällt / schenkt ein Käfig / zweifünfzig / Blätter / Zum kehren / vor die Tür #twly

Kein Hauch / unter brütenden Wolken / im Grau aus Grau / wächst / das Bunt / des fernen / Sommers / zärtlich von Sonnen / gebadet #twly

Die Nacht / mariniert / in blattlosen Bäumen / unter faden / Laternen / Fern röhrt / ein Auto / auf Bahn / Kerzen im Auto / zünden #twly

Es war der Buchstabe in der Suppe / den auch Goethe benutzte / und der Teufel / das ß und / das ü / Dein Blick / und die Frage / Du? #twly

Annäherungen an ein Theater

Fast ein Beitrag zum Thema #theaterimnetz

#tl;dr:
Ich war am 3.3. in „Wovon wir träumten“ im Theater Felina-Areal und es gefiel mir gut. Dazu eine Gedankenkette, wie es dazu kam und die Welt doch klein ist. Zum Schluss noch ein Ceterum Censeo, das hier wohl noch öfter erschallen wird!

Die Musik zur Lese- und Schreibebegleitung: „Felina by Night“ von Alexandra Lehmler. Auf Spotify nachhörbar. (Ich hörte von CD)

Eingangstür des Theaters im Felina-Areal, Mannheim. (Klick zur Website)

Die Saxofonistin Alexandra Lehmler wohnt und arbeitet hier auf dem Gelände des Felina-Komplexes und hat diesen Titel dort auch komponiert, sagte sie beim Realese-Konzert, was passte also besser. :))
Das wird wohl ein längerer Post. Dabei verwies ich schon so vielen Zwischengedanken hinaus auf den Gedanknfriedhof. Ich muss meine Gedankenwindungen auch für mich selbst ganz ausbreiten um diese scheinbar unzusammenhängenden Gedankenketten zu entwirren und neu zu straffen.
Letzten Sonntag sendete die ARD ihren Tatort Ludwigshafen „Babbeldasch“ (Mediathek ab 20:00 #tss) aus der Hemshofschachtel und auch mit deren Personal. Das war kein Krimi, aber sehr eindrucksvoll als Film, mit lupenreinem Dialekt. Einer der wenigen Tatorte, die ich je zu Ende sah.

Hier alternative zum nachhören die Playlist des Babbeldasch-Tatorts.

Und so ganz leicht kam mir der Gedanke mich mehr mit der freien, lokalen Szene in der Kurpfalz auseinanderzusetzen und nicht immer nur zum Nationaltheater in Mannheim zu rennen. Ich war noch nie in der Hemshofschatel, das ist mir zu sehr als „Weck, Worscht und Woi“ beschrieben, obwohl Mundartschreiber-Kollege Kupferschmitt da auch als (Laien-)Autor mitmischt. Wir standen ja auch schon zusammen auf dem Treppchen. Mal sehen. Zeitraumexit habe ich auch lange vernachlässigt. Das neue Tig7 spielt derzeit nix, was mich locken könnte. Ins Theater Oliv möchte ich nach diesem „Werk“ noch nicht wieder. Dann purzelte ein Tweet von Nachtkritik.de in die Timeline


Mit den Kulturfritzen verbindet mich ja unter anderem die Blogparade #theaterimnetz
Und hatte u.a. das zur Folge 🙂


(Erklärungen hier)
Und es klapperte im Gehirn! Manchmal braucht es nur eine leicht gestrickte Website, um mich zu fangen. Und nicht eine Kampagne, keine Konferenz, keine Meta-Debatten in Berlin, wobei das natürlich auch seinen Platz hat.

Also, alles auf Anfang.
Ich ging in Rente, suchte und fand Bindungen ohne mich binden zu müssen. Ich näherte mich meiner alten Liebe Theater wieder an.
Kann man hier nachlesen.
Trotz meines Rants zu „Theater der Welt“.
Zugleich suchte ich eine Lesebühne für meine Texte. Kein Verein, keine Gruppe, die mich bindet. Das hatte ich schon, dafür tauge ich nicht. Und ich fand die Spätlese. Unermüdlich und liebevoll gepflegt und veranstaltet von Angela Wendt.
Zunächst in der Stadtbibliothek..
Dann irgendwann im Theater-Areal Felina..


Einige Zeit später saß ich zufällig in den Sofas vor der alten Feuerwache und ein junger Mann gegenüber fragte was ich denn so gerne machte und er erzählte, er würde morgen den Orlando im Felina geben…
Siehe hier „Wie es euch gefällt“.

Bilder gab es hier.
So kannte ich das Felina. Schauspielschule. Für den Marketingclub hatte ich ja schon nach Theater-Blogs recherchiert. Und fand den des Tham.

Screenshot des Blogs der Schauspielschule Mannheim

Für mich war das also eine Schauspielschule. Ist es ja auch. Aber auf dem Gelände der Felina gibt es noch mehr. Die Reste der Firma, die ihre deutsche Geschichte durchlief: Gründerzeit, Weltmarktführer, arisiert, wieder aufgebaut, verkauft und die Produktion verlagert. Büstenhalter kann man in diesem unseren Land nicht mehr kostenneutral produzieren.
Auf diesem Areal sind jetzt auch allerhand Ämter der Stadt untergebracht und eben das Theater in der ehemaligen Schreinerei. Ich las schon einige Male bei der Spätlese mit..


Guckte auch schonmal da:


Irgendwann verlinkte Angela nicht nur auf die Facebookseite der Spätlese, sondern auf die Seite des Felina-Areals, dem Spielplan. Die Spätlese war Teil des Spielplans geworden. Und bämm!

Was es da alles gibt! Das Theater ist nicht nur Auftrittsort für die Schauspielschule, sondern auch eine Bühne, wo freie Kompanien produzieren. Zum Beispiel das Neue EnsembLe, keine Amateure, gestande Profis. Tanz. Zur Enstehung hier entlang!

…..bis wir schließlich vor der ehemaligen Schreinerei der Felina-Werke in der Mannheimer Neckarstadt-Ost stehen. Vor der Tür erwartet uns schon Sascha Koal, der frisch gebackene Theatervater.

Alles ganz nach meinem Geschmack. Und ich pilgerte jetzt also auch dorthin. Hatte einen neuen Ort der Kunst gefunden.
Ich besuchte „Feste im Freien“ Also Tänzer aus den großen Häusern der Region. Genial. Zum Teil hatte ich sie ja schon mit ihren Kompagnien tanzen gesehen. Jetzt auf diesser kleinen Bühne, die direkt am Zuschauerraum grenzt, man den immer schwerer werdenden Atem hört, den Schweiß auf der Haut sieht. Tanz ist Höchstleistungssport und wirkt doch, selbst in der Nähe, so luftig leicht.
Ich sah „Himmel in der Haut“, ein Stück des Mexikaners Edgar Chías. Mit einer choreografierten Inszenierung. Wird wohl gerade Mode.Kosminski macht das mit seinen Schimmelpfenning-Stücken am NTM auch.
Meine Twittkritk: (Ich mache das machmal)


Dann zuletzt „Jáchymov – Die Macht aus der Tiefe (UA). Tanzmonument für einen vergessenen Ort“

Progarmmheft „Wovon wir träumten“.

Ich twitterte nichts. Ich wollte bloggen. Wie immer nicht rezensieren. Nur erzählen, wie ich es empfand, was ich empfand, was es mit mir machte. Es geht um Japanische Picture-Brides und ihrem nicht einfachen Leben bis hin zur Deportation in Lager nach Kriegsbeginn nach 1941. Es gibt keine Charaktere, wie wohl im Buch auch. Sprachchor herrschte vor, man hätte den Damen 2 Proben mehr zur Abstimmung gegönnt. Sehr schön immer wieder „Es waren die Frauen… von Shumona Sinha. Im düsteren Raum, durch ein Andreaskreuz aus Folie getrennt. Davor abwechselnd Einschübe in schnell übergezogene Anzugjacken. Von Hannah Arendt und…. Übergänge zu unserem Heute, mit Akten in der Hand, das verwaltete Elend. Konsequent aus weiblicher Sicht. „Die schwachen Männer“. Die Männer die gezwungen wurden politische Gründe zu erfinden, vor den Augen der Einwanderungs-Beamtin. Die Beamtin, die weiß, dass sie von den asylsuchenden Macho-Männern nicht akzeptiert wird, als Frau, aber es nicht zeigen dürfen. Das Gebashe der Mutter-Theresa-Frauen war mutig. Ein starkes Stück von Rainer Escher (Textfassung, Regie und Bühne) und der Dramaturgin Angelika Wendt (sic) über die Unmöglichkeit von Kommunikation. Das Ensemble trat beherzt auf, varierte das Spiel, was nicht einfach sein dürfte, wenn es keine Namen oder Personen gibt. Ich war beeindruckt und bedrückt.
Ich konnte nicht gleich bloggen, irgedwie zogen die Kissen und so wurde das eben auch ein Posting über den Wert eines Links und der Vernetzung im Analogen.

Kommen wir zum Fazit: Ich hätte das Felina-Theater als Profi-Kunstort früher entdeckt wenn….
Ceterum Censeo es noch soetwas wie den Meier gebe. Online. Für die Vernetzung! In meinem Post zu Bloparade „Digitale Kulturvermittlung“. Tennisbloggen , alla hopp! Im Zweiten Teil, nach unten scrollen)..

Jetzt langt’s aber, gell?

Tennisbloggen , alla hopp!

Oder: Lokal, local, de nos régions…

Tennis-Bloggen? Na ja, also das ist ja nichts Neues. In den Anfangszeiten der Bloggerei arbeitete man noch mit Trackbacks und Pingbacks, Kommentare zu einem Post im eigenen Blog, aber das war meist sehr umständlich, es gab bald Trackback-Spam und war technisch gefährlich.
Und jetzt kommt Tanja Praske und erfindet dafür in unseren Zeiten das Blogtennis. :))

Wie wäre es mit einem Blog-Tennis? Bist du Blogger, dann schnappe dir die ein oder andere Frage, schreibe dazu und verlinke mit diesem Artikel. Ich sammle alle eingehenden Beiträge im Nachtrag, frei zur Diskussion – das Thema: „Digitale Kulturvermittlung“ ist voranzubringen. Mach mit!

Eigentlich wollte ich nicht mehr mitmischen bei solchen Meta-Themen, weil sie sich sehr oft im Kreise drehen, mit den fast immer gleichen Teilnehmern, aber urplötzlich fiel mir ein, dass ich sowieso etwas bloggen wollte, passt gerade.

Nun. Ich habe gerade meine Twitter-Timeline bereinigt. Museen, Theater… Es langweilte mich zu lesen, dass es im „Münchner Residenztheater“ noch Restkarten gibt oder im „Heimatmuseum Irgendwo“ „Tanztee für Trachtenträger“ zelebriert wird. Ich kann da eh nicht hin. Wenn jemand über den Faust am Resi gebloggt hätte, ja dann oder Bilder von Teetrinkenden Trachtenträger, nur her damit. Aber so…
Das ist nur lokal interessant. Sonst kommt es noch soweit: 🙂

Also denkt AUCH an Eure lokale Reichweite, gerade bei Veranstaltungen wichtig. Restkarten für…interessiert jemand in 500 km Entfernung überhaupt nicht. Gerade in den Timeline-Geprägten Medien. Natürlich vernetzt Euch untereinander, aber warum guckt ihr nicht nach Gastronomen in Eurer Stadt, Region, nach Handwerkern, nach… einfach, ähm, Leuten. Zieht Leute in Eure Blase. Klagt nicht über die Blase, sondern zieht. Es könnte sein, dass sich ein Netzwerk-Administrator auch für Kunst & Co interessieren könnte oder ein Chemie-Ingenieur. Darf eine Installateurin nicht ins Ballett? Nein Euer Rubens oder Schillers Mozart wird damit nicht banalisiert, auch Eure Einrichtung nicht. Das mit dem Menschen fischen ist schon alt, nä. )) Berichtet von Euch, eurem Personal, aber mit Pfiff!
Guckt: Das Blog der Staatsoper Hamburger:
„Hummel Hummel – Mors Mors: Violine trifft Bühnenpforte“. Der Pförtner (sic!) äußert sich zu Lulu. Kann er, darf er, macht er gerne. Kein Wort fällt darüber, dass selbst der Pförtner…. Das interessiert mich auch im tiefen Süden. Lulu gibts hier vielleicht auch.

Screenshot Blog der Staatsoper Hamburg. Siehe Klick


Man muss nicht studiert haben, um mitzureden, seht ihr. Oder doch? Dann braucht ihr keine Digitalen Spielzeuge, das Großbürgertum bekommt ihr da eh nicht, die lesen die Zeit. Im Print.
Geht in die Breite, nur dort findet ihr neues Volk, das Eintritt bezahlt…
Dazu müssen die Menschen aber erst einmal wissen, dass es euch gibt.
Ach, gerade auf Twitter gelesen:


(Auch die Staatsoper Hamburg…, lokal gelockt)

Jetzt aber! Tanja spricht!

Weiterhin können Kooperationen mehrerer Kulturinstitutionen einen Ausweg bieten, trotz schlechter Personallage Social Media zu stemmen, Reichweite aufzubauen. Die Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt. Dabei muss ein Social-Media-Team gebildet werden. Jemand muss die Aktivitäten koordinieren. Ein Ort kann so als Kulturstadt Aufmerksamkeit erringen, die Neugier wecken. Das Stadtmarketing, die Touristik können und müssen in meinen Augen unterstützend eingreifen, da Kultur ein Besuchermagnet werden kann.

Das ist sehr weise, Tanja! Aber! Das darf dann aber nicht Hochglanz-Werbung enden. Hach, was sind wir so toll, kommt, die Hotelbetten warten. Auch hier: Schielt doch nicht (nur) nach chinesischen Touristen, es wohnen in den Ballungsräumen doch genügend Menschlein. Die wären vielleicht dankbar für Informationen, nein keine aufdringliche PR, schlicht Informationen. Ihr müsst nicht immer im Flick-Flack durch das Facebook-Fenster flitzen. Manchmal genügt schlicht die Information, gut aufbereitet.

Kommen wir zu einer praktischen Vision! … de nos régions

Ich zitiere mich jetzt selbst: „Public! Wo Fakten im Biblioseum wuchern!“ Ein Beitrag zur Blogparade Public! der Stadtbibliothek München.
Auf eine zusätzliche Idee gebracht hat mich meine Anordnung der Browser-Lesezeichen, wie sie sich so eher zufällig ergeben hat: Unter dem Hauptordner „Biblio“ kommt „Kunst und Theater“!

Teil meiner Lesezeichenleiste unter Chrome.

Ich hätte gerne praktische Informationsarbeit! Neutral, auch geschmacksneutral. Etwas für die local Heroes. Ein Ort, wo ich herausfinden kann, was in dieser Stadt, dieser Region zu finden ist, was läuft, wer spielt, wer singt, wer tanzt, wer schreibt, wer malt. (Region: Ich kann lässig mit 2 Straßenbahnlinien 3 Stadtbibliotheken anfahren in 2 Bundesländern, aus einem 3. heraus, z.B.). Nein, keine Touristeninformation, sondern Einwohnerinformation. Eine Art Litfaßsäule 5.0. Endlich ein Ort, wo keine Marketinger sich in Stadtzeitungen die Hälse trocken schreien, sondern Gelegenheit für diese still und sich einordnend in die große Gemeinde der Kulturverursacher. Stände, Altäre, Linklisten, Playlists, wie auch immer präsentiert, gerne mit Menschen vor Ort. Gleich mit Ticketshop oder Link zum Onlineshop, der Verkehrsverbund mit eingebunden, gleich zum mitbuchen. Theater, Museen, Galerien, Bühnen, Großkunst, Mittelkunst, Kleinkunst. Kneipen, was weiß ich was alles. Einfach alles. Und wieder kuratiert, präsentiert. Partizipativ? Verabredung zum Konzert, zum Museumsbesuch, zu…
Und das jetzt im Web zusätzlich!

Zunächst wäre es ganz einfach eine moderierte Linkliste zu den Websites, von Parks über Szenekneipen, was weiß ich was zu den Leuchttürmen. Gepflegt. Mit Angaben zu SoMe, Blog, sonstwas, Adresse. Jedes gelinkte Haus verpflichtet sich diese Linkliste in ihren Webauftritten zu verlinken. Diese Linkliste. wird aber auch auf einer neutralen, zentralen Seite öffentlich verfügbar gemacht. Das wäre eine Aufgabe eines Stadt-Kreis-Region Marketing. Für meine Begriffe. Leute, Menschen interessieren sich für Viererlei. Nicht nur für Euer Museum. Das kann natürlich ausgeweitet werden zu einem Eventkalender, einem Redaktionsblog mit Highlights et cetera.
Das Kellertheater auf Augenhöhe mit der Staatsoper…das Bierdeckelmuseum mit der Staatlichen Kunsthalle. Eure SoMe erreicht so Reichweite und ist solidarisch. Kommen wir jetzt zu dem Punkt, warum ich sowas schreibe, der Versuch eines Win-Win? :)))))

Liebes Kulturbüro Rhein-Neckar, liebes @KulturRN
Könntet ihr nicht Eure Metropolpower vielleicht dafür einsetzten? Einwohnerinformation, auch für Touristen? Metropolweit und vielleicht auch für Nachbarn, im VRN, RMV, wir Menschen in HP sind auch Teil der MRM? Das wäre eine geile Kulturvision!
Wir würden auch gerne mitdenkfesten! Also ich hätte das gerne. Vielleicht könntet ihr aber auch die Rheinpfalz überreden den Meier aufzupimpen. Vielleicht würde ja auch der MM und die RNZ helfen… Es wäre mir egal, wer es macht, aber das wäre so… Nein, kein Kulturmagazin, Online-Hochglanz. Nein: Sowas in schön.

Screenshot „Meier-Online“ Quelle: Klick.


Da hätten die Social Media Akteure im Delta Reichweite und Motivation und ich könnte gemütlich schmökern. Ja, ich würde in Grenzen auch dafür bezahlen.

Pedale treten Betonweg

[Update] Ein Bericht des „Mannheimer Morgen“ in der Ausgabe „Neckarstadt Ost“ ist online..

„Als alter Hase wusste er sein Publikum zu unterhalten – unter anderem mit erotischen Fantasien zum Thema Fahrtwind“….

[/update]

Gewidmet allen tapferen Pedaltretern, die unentwegt über die Betonwege pesen, von Punkt A nach B. Im 200. Jahr des Drais am 08.Februar zu Mannheim. Siehe auch: „Radfahren, Theater und Literatur.“

Mein Beitrag bei der #spätlese13 im Theater des Felina-Areals.

Windliebe auf dem Rad, ich komme, ich komme

Lesung #spätlese13 Theaterareal Felina Foto: Angela Wendt (Man dankt!)

Ich streichle das Gesicht dieses Windes, wie er meines. Die Nase taut, während mein Rad gen Westen in seine Arme läuft, kaum ein Fortkommen, so heftig bläst er nur für mich, treibt die Wolken dort oben zu meinem Vergnügen, über mich, hinter mich, an die Hänge der Bergstraße, bis sie platzen und steigen, den Hochnebeln gleich, an dem Minarett vorbei, das heute Nacht wieder grün leuchten wird. Er küsst mich, nein mein Wind ist kein Mann, umfängt mich, spielt mit mir, küsst die Stirn. Nicht so heftig, mein Freund. Ich bin ein alter Mann, meine Knie ächzen, meine Fußgelenke stöhnen, nicht ganz so kräftig. Ja, so. Ich spüre dich durch die dicke Jacke unter der Kappe, auf den Schenkeln, langeunterhosenbedeckt. Ich gebe mich dir hin, erschaudere und dort, ich komme, ich komme. Ah, die Garage, ein Taschentuch und atmen, atmen, atmen. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.
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DVBT2 und anderer Fernsehkram

Ach so ja. Diese „privaten“ Sender, die ab und an ihr Werbegetöse manchmal mit „Programm“ unterbrechen, interessieren mich nicht. Obwohl ich sie am Erstfernseher via Schüssel alle betrachten könnte… aber:

Seit Jahren benutze ich meine Rechner auch als Zweitfernseher. Gerade für Fußball. Und wenn man parallel gucken kann ist das sehr entspannend :))
Seit ich Rentner bin gucke ich auch abends mal gewisse Dinge. Schreiben, lesen, Musik hören etc. macht man ja schon Tags über und Winterabende sind lang und schließlich kann man nicht JEDEN Tag ins Theater gehen oder? :))
Und sorry, aber Netflix oder Amazon Prime bieten auch fast nur Mainstream und diese Serien, bis auf Ausnahmen *augenroll*.

Screenshot DVB viewer mit DVBT2_Stick


Ich hatte um lineares, terristisches Fernsehen zu glotzen einen DVB-T USB-Stick, der sich dann aber weigerte den Update nach Windows 10 mitzumachen und er verweigerte auch die Zusammenarbeit zu Xbuntu 16.XX. Das traf zusammen mit der (doofen) Abschaltung von DVB-T zugunsten von DVBT2.
Ich investierte also in einen neuen Stick. Andoer Digital. Sowas bekommt man leider örtlich gar nicht, also muss die Krake bedient werden. :(( Die beigelegte Software war Schrott, meine alte konnte kein HD. Also leistete ich mir für 20 € den DVB viewer Pro. (Hat einen guten Support).

Gerade solche kleinen Firmen sollte man unterstützen und nicht nur mit den Demoversionen spielen. Ich meine zwei Mittagessen irgendwo sind teurer. Das läuft alles ganz ordentlich und die Aufnahmefunktion auf Platte klappt gut. Nur: Es ist halt terristisch und bei schlechtem Wetter funktioniert das mit der Stubenantenne nicht wirklich immer für alle Sender. HierzuLand.

Natürlich kann man alles auch im Netz selbst haben. Bei Großereignissen wie Füßeball-WM brechen aber die Server immer wieder zusammen. Trotzdem, und weil es was zum Spielen gibt meine Webstrategien:
(Ach so ja, nicht überall gibt es alle 3. Programme der ARD via Antenne!) Vergesst Zattoo & Co, das geht auch so!

Da wäre zunächst:

Mediathekview. Eine Java-Software um die Mediathek-Bestände der öffentlich-rechtlichen Sender zu durchsuchen, sie direkt anzuzeigen oder sie herunterzuladen = schnellaufzunehmen.
Ich mag das, vor allem, um die Dokumentationen von Arte oder 3Sat zeitversetzt anzusehen.

Screenshot Mediathekview mit den Links zu den Livestreams


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Public! Wo Fakten im Biblioseum wuchern!

Achtung! Betriebslaie, Benutzer only! Traumtänzer!
Mein Beitrag zur „Blogparade Public“ der Münchner Stadtbibliothek.
Gefragt ist:

Wie kann, wie soll eine Bibliothek im 21. Jahrhundert aussehen? Welche Anforderungen stellen die Menschen in Großstädten an ihr kulturelles und soziales Umfeld? Wie können Bibliotheken mit ihnen gemeinsam neu gedacht und geplant werden? Und wie prägt die öffentliche Bibliothek als Kultur- und Bildungsinstitution die sie umgebende Stadtlandschaft?

Und mir ging nicht aus dem Sinn, was mir in Koblenz einfiel:


Aber bestimmt ist das eine ganz tolle Bibliothek, da. Sieht wenigstes so aus. Müsste man Koblenzer befragen, wie sich das anfühlt!
Meine Blogbeiträge dazu, was ich denn in Koblenz zu suchen hatte.. „Kastor, das Heer, die Mosel, der Rhein, Koblenz.“ und „Beautiful #Tweetupko“
Ich hatte ja schon über Bibliotheken in Blogparaden geschrieben oder in solchigen gelesen.

Das mit den Bibliotheken scheint ja einfach zu sein: Ein paar Regale, dort stehen Bücher, man kann sie leihen und muss sie wieder zurückbringen. Seit Jahren schon auch Musik oder Filme auf Datenträgern oder Noten.
Also eine Datenträgerverwahranstalt? Und Datenträger? Doch, ein gedrucktes Buch ist auch ein Datenträger. Nein, keine Debatte über Print oder anderes, es gibt wichtigeres zu besprechen.
Es gibt insgesamt eine Krise der Datenträger. Man braucht sie eigentlich nur mehr als Backup. Bücher, Musik, Film und Co gibt es längst digitalisiert und irgendwann wird Google auch die Bibliotheken durch haben.

Screenshot „Google Play Store“ 1/2017


Apple hat das ja quasi als erstes die Musik-Datenträger überflüssig gemacht, Netflix & Co sind dabei das Kino überflüssig zu machen, wie auch das Fernsehen. Wollen wir das alles nur den Großen überlassen? Weiterlesen

Radfahren, Theater und Literatur

Ha! Wenn das nicht verbloggt werden muss.

01.02.2017 18:00 Von gefährlichen Hochrädern und dreisten DiebenFahrrad-Geschichten im TECHNOSEUM Mannheim, gelesen von Ragna Pitoll.

Screenshot der Website des Technoseum zur Veranstaltung.


Vom Tweetup der Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre. Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades“ berichtete ich ja bereits.
Nun hat das Technoseum eine meiner Lieblingsschauspielerinnen des Nationaltheaters Mannheim engagiert. Ich sah Ragna Pitoll erst am Montag in Pomona als sehr starke „Gale“. Jetzt liest sie also Fahrradgeschichten auf der Bühne des Technoseums. Muss ich hin! Das Drais-Jubiläum in Mannheim für mich eröffnen.
Für mich ist das Rad ja eher Alltagsmobilitätsgerät, wie für Viele in vielen Städten der Ebenen. Unsere Stadtspitze hat z.B. Dienstfahrräder und die werden genutzt. In Mannheim kann man auch ganz profan IntendantInnen mit dem Rad zur Arbeit radeln sehen, wie Landtagsabgeordnete zum Einkaufen fahren.
Trotzdem schrieb auch ich einiges zum Thema. Nein, würde nicht für eine Lesung reichen :))
Meine Ausflüge mit und ohne Rad dokumentiere ich ja auf #burger, meinem Ausflugsblog, wenn wer nach Anregungen sucht…
Meine „Rad-Texte“ hier habe ich für Euch getagt verschlagwortet, wer will kann also bequem HIER nachlesen. Ansonsten sehen wir uns am 1.2.? 🙂
Ein Filmchen so als Anmacher? :))

Nein.

Blocker. (Symbolbild)

Weil ich mehrfach gefragt wurde:
Die alternativen Nazis brabbeln beständig Unsinn. Das ist mir bekannt. Das wird in die Welt gesetzt, damit wir uns aufregen und ihre PR-Arbeit verrichten. Ich weiß nicht was die „Medien“ dazu treibt das beständig weiter zu kolportieren, um dann von Parteitagen ausgeschlossen zu werden. Ich hasse die Aufgeregtheit in den Social Medias dazu, die trölfzigtausend Wiederholungen, die Selbstversicherungen, dass man ja nicht so sei, wie diese. Ich meine damit nicht die Menschen, die von ihrem Kampf gegen all den Widersinn twittern oder davon berichten, besonders Menschen, wie Susanne, die den wöchentlichen Gegenpart in Dresden & etc dokumentieren. Talkshows sind mir schon immer zuwider. Es wird alles breitgetreten, zerpört bis auch derdie letzte deren Botschaft in seinem Schädel sitzen hat, von RTL und Springer-Bild seit Jahren dafür ausgehöhlt, den Schädeln der eigentlichen Zieladresses der „Alternativlingchen“. Ich werde dem HIER keinen Raum geben, auch nicht die Dinge in den USA HIER kommentieren. Ich lasse nicht zu, dass mich das auffrisst, innerlich. Ich unterziehe mich jeden Morgen einer Art innerlicher Selbsthygiene, höre Musik, bis ich die Nachrichten an mich lasse. Lese. Kann ich als Rentner. Doch, natürlich bin ich weiterhin politisch interessiert, aber ich lehne es ab (jetzt, war nicht immer so, ich weiß) HIER „Politisches Schreiben“ als Selbstzweck und Nervenberuhigung (meiner) zu betreiben. Müsst ihr woanders suchen. Das Netz ist voll davon.
Zu Demos werde ich ausgesucht wieder mehr gehen. Wenn es darum geht Gegenpräsenz öffentlich zu zeigen, aber bitte keine Lesungen gegen Rechts oder ähnliches, FÜR etwas, gerne und wenn es „nur“ sanfte Lyrik wäre. Danke für’s lesen.

Bloginventur

Dagmar, die Geschichtenagentin hat auf ihrem Blog Statistiken vorgelegt.
Könnte ich ja auch mal machen. Laut dem Tool, das mein Provider mit anbietet hatte ich in 2016 bis jetzt durchschnittlich pro Monat.
2419 Unique Visitors bei 63705 Visits.
Wie genau immer das sein mag und zu bewerten ist. Tools, wie Google Ads oder andere verbannte ich schon lange. SEO betreibe ich auch nur so eigentlich gar nicht. Das interessiert mich gar nicht mehr. Dieses Blog ist eher Privatkram, den andere mit angucken dürfen und sollen.
Ich ließ hier eine WordPress-Statistik mitlaufen als Plugin, hatte sie aber einige Monate unterbrochen, weil ich den Verdacht hatte, dass da zu viel nach Hause telefoniert wird, aber das war dann wohl doch nicht so.
Die Zahlen sind also verzerrt. Egal es ist lustig, was da soll alles auch und gerade via Google& Co angesehen wird.

Nr. 1 mit 999 Aufrufen

Benennt endlich den Juli und August um, es waren Schlächter

Nr. 2 mit 720 Aufrufen
Spiele Pan, spiele

Nr. 3 mit 524 Aufrufen
Tweetup #duerer im @staedelmuseum

Screenshot #dürer


Nr. 4 mit 506 Aufrufen
Was war..

Nr. 5 mit 492 Aufrufen

Screeshot Zwackelpan


Die #selfiejonglage der Partyhütchen des Herrn Zwackelpan

Nr. 6 mit 469 Aufrufen
Ich bin ja so banal, ich bin die Unkunst.

Screenshot „Unkusnt“

Nr. 7 mit 450 Aufrufen
BüBü

Nr. 8 mit 438 Aufrufen
Niederlage

Nr. 9 mit 434 Aufrufen
Karlsruhe, Alda

Nr. 10 mit 351 Aufrufen
Alla Dada

Ich werde diese Liste den Kontrollgremien vorlegen, die in der Silvesternacht die Runzeln stirnen werden und keinerlei Konsequenzen ziehen werden.

Bemerkenswert:
Die Herren Caesar und August ziehen doch ungemein. Mit „Niederlage“ ist ein animiertes Gedicht in den Top Ten und mit „Alla Dada“ ein kurpfälzisches LirumLarum, obwohl es der Jury in Bockenheim nicht gefiel. E-gal.
Auf jeden Fall sind die Themen rund um die #pantwitterspiele der Herbergsmütter mit insgesamt 1212 Aufrufen am meisten aufgerufen, wobei ich nicht weiß, ob „Zwackelpan“ nicht geholfen hat, oder dass ich da ein selbsterzeugtes Youtube eingebunden habe…. Erstaunlich das alles, aber auch hier hat ja die Jury der Virenschleuderer nicht zugeschlagen. Aber: Es hatte riesigen Spaß gemacht.

Screenshot „Firlefanz“


Irgendwann werden die Filrlefanz-Dinge nach vorn geschleudert werden! Venceremos! 🙂

Was wir von Weihnachten wissen, ein Faktencheck.

Grippe der Bahnhofsmission im HBF Mannheim

(Die Redaktion, bestehend aus mir, mir und dem Chefredaktor mikelbower, hat beschlossen, diesen emotionalen Umgang mit „Fakenews“ hier, in diesem meinem Blog zu versachlichen und hat mich verdonnert etwas faktisches dazu in das Blog zu posten, schließlich sei das jetzt Standard in Online-Gazetten & Co)

Vorbemerkungen: Weihnachten ist ein Fest, das ursprünglich nur christliche Kirchen als Geburtstagsfest ihres Gründers, später als Jesus Christus bekannt, weltweit feiern. In der dramaturgischen Regie, auch Kirchenjahr genannt, wurde dieses Fest in den Westkirchen auf den 25.12. gelegt, nahe der Wintersonnwende. Interpretationen wollen wir hier nicht betreiben. Wie gesagt, das ist alles eine literarisch-dramatische Angelegenheit, die als Gesamtwerk zu betrachten ist, prädramatisch würden die Postdramatiker wohl sagen. In diesem Sinne untersuchen wir die literarischen, über Jahrhunderte unbezweifelten Quellen, wie sie kanonisiert sind.
Also: Das Neue Testament ist keine geschichtswissenschaftliche Studie, sondern Literatur. Vier Autoren(gruppen) erzählen eine Geschichte über das Leben ihres Religionsgründers. Sie wollen erzählend Glauben vermitteln (Ihren). Ich weiß, dass es Apokryphe Evangelien gibt, aber die zählen halt nun mal nicht zum Kanon, sind daher für diesen Faktencheck uninteressant. Die vier Hauptautoren(gruppen) dieser Anthologie, die man gemeinhin „Neues Testament“ nennt, nähern sich der Geburt und Kindheit in unterschiedlichster Weise, warum auch immer. Ich überlasse Spekulationen und theologisch-wissenschaftliche Untersuchungen den dafür ausgebildeten Person*en. Hier geht es um Fakten, nichts als Fakten. Diese Evangelien sind griechisch geschrieben. Das war Standard, damals, im entstehenden Imperium Romanum. Man war da schon sehr weit verbreitet. Der hier dilettierende Schreiberling ist dieser Sprache nicht mächtig, wie wohl der überwiegende Rest der Mensch*heit auch.

Industrieweihnacht im 3. Jahrtausend. Symbolbild

Nun, es gibt äh, was weiß ich wie viele Übersetzungen ins Deutsche, Herr Luther gilt da als Pionier. Er wird nächstes Jahr auch bombastisch gefeiert werden, wegen seiner Thesen!

ABER! Auch hier gilt das Urheberrecht! Gell!
Urheberrecht der Bibel – was Sie beim Zitieren aus der Heiligen Schrift beachten müssen. Weiterlesen

Es wird auch wieder Spargel geben…

Jetzt tobte ich mich auf meinen Blogs zu Weihnachtsmärkten aus. Hier eher literarisch in Mannheim. In Worms, in Mainz, in Speyer. Das fühlt sich jetzt komisch an, oder? Eigentlich nicht!
Ich will zur Meldungsolympiade nichts beitragen, das Netz ist voll davon. Sie wissen ja alle vom Anschlag in Berlin. Er ist alles so absurd, die Tat an sich, die Hysterie der Medien, nicht der Menschen, war unvorstellbar. Die rechte Meute hyperventilierte im Netz, der bayrische Ministerpräsident waltete seines Amtes und krakölte, wie es schon Franz Josef befahl. Natürlich war ich betroffen, aber ich möchte mich nicht einreihen in die Kakophonie der Kommentare. Mir wurde auch bange, weil ich an diesen Tweet dachte, ein paar Tage vorher, in Speyer, inmitten des Weihnachtsmarktes auf Twitter platziert, die Straße offen zum Dom hin, man sieht ein Fahrzeuglicht. Man könnte dort..
Ich erschauere jetzt noch und denke an die armen Menschen, die da in Berlin unter die Räder kamen.

Noch mittags war ich genau da mit dem Bus angekommen, den ich dann eher versehentlich am Abend vor dem „Historischen Museum der Pfalz“ knipste, 300 m weiter um die Ecke.

Der hohe Dom zu Speyer, 15.12.2016

Nein, ich will jetzt keine Sicherheitsdebatte, man kann sich vor solch idiotischen Attentaten nicht wirklich schützen, man soll und kann uns nicht einmauern. Aber vielleicht könnte der Verfassungsschutz und wer auch immer aufhören sich in der Nazi-Szene zu suhlen, diese NSU-Mitverantwortung z.B. endlich zugeben und seinen Aufgaben gerecht werden, man hätte das eventuell weit vorher verhindern können, oder? Ich könnte da wütend werden..

Ich bin froh, dass man sich in Speyer nicht einigelt, wie die Webcam zeigt. (Klick in den Screenshot zur Webcam)

Screenshot der Webcam auf den Weihnachtsmarkt und Dom am 23.12.2016

Unsere Straßen, Märkte, Feste müssen offen bleiben, auch und gerade für alle, die eigentlich nicht Weihnachten feiern. In einem ernsthaft „christlichen“ Sinne tun das eh nur noch die wenigsten, so unter uns Abendländlern zugegeben, die Pegidia-Brummer wahrscheinlich am allerwenigsten. Dort, im ehemaligen Land der offiziellen Heidenkinder.

Die Kaiserkronen werden uns erhalten bleiben.

Auch als Mahnmal. Was da im Kampf der Religionen alles schief lief, bis heute. Jede Weihnacht erzählt vom ewigen Nahost-Konflikt. Sie erinnern sich? Das fand in Bethlehem statt, so etwa 200 km von Damaskus weg. Unsere deutschen Kaiser mischten da einst bei den Kreuzzügen auch bestens mit.

Überhaupt sollten die Leitkulturer vielleicht etwas mehr Geschichte verinnerlichen.. Hier der Kaiser in Mainz…

Weihnachtsmarkt vor dem Ostchor von einem Kaiser bewacht.

Weihnachtsmarkt vor dem Ostchor von einem Kaiser bewacht.

Übrigens: Terror ist ein Arschloch, von solchen gemacht. Immer. Geben wir ihnen keinen Raum, auch hier nicht.

Was bleibt? Vielleicht der Blick nach vorn, in eine bei uns noch lebbare Zukunft. Oh, doch wir jammern auf hohem Niveau. Ein Knipsbild aus dem Bus, in Lampertheim, auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in Worms, siehe oben.

Es wird auch wieder Spargel geben. Seht ihr den Stern da am Himmel? Jo, ich weiß, da fliegt was zu Fraport. Aber die Spargel werden wieder wachsen, wie jedes Jahr. Vielleicht gibt es sie nächstes Jahr wieder zu Ostern!

Märchen für Wälder!

(Das lese ich heute bei der #spätlese12)

Während der Lesung, aufgenommen von Angela Wendt, danke!


Kennen sie diese Märchenwälder, Märchenmärkte, überhaupt die Märchen für Kinder zur Adventszeit?
Die Theater spielen Hänsel und Gretel, auf den Weihnachtsmärkten sitzen trölfzig Märchentantenonkel und erzählen jedes Jahr die grimmschen Geschichten in pädagogisch einwandfreien Stimmlagen.
Warum eigentlich? Was hat Weihnachten eigentlich mit Märchen zu tun? Natürlich weiß niemand wirklich, wann dieser Joshua genau geboren wurde, oder auch wo genau, in Realiter, nur dass er eine reale Figur war, die wirklich lebte.
Die Bibel ist eben Literatur! Aber das dann als Märchen abtun? Ich weiß nicht. Überhaupt weiß ich noch nicht einmal ob diese oft brutalen Märchen etwas für Kinder sind. Das mit der Hexe setzte mir wenigstens zu. Überhaupt die Sache mit den Hexen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Ich nehme an, dass die biblische Geschichte zu Weihnachten zu dürr ist, um das Weihnachtsmarketing so richtig zum glühen zu bringen. Ein paar dürre Stellen bei Lukas und das war’s dann auch.
„Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“
Wobei das in diesen unseren postfaktischen Zeiten wohl gar keine Rolle spielt. Notfalls ist das eben eine Lügenbibel und es war alles ganz anders.
Wer will denn auch hören, in diesen Zeiten, die wieder gerne völkisch spielen, dass der literarische Handlungsort in einer palästinensischen Stadt namens Bethlehem liegt und die Protagonisten allesamt Juden waren. Sogar die Sicherheitsbehörden haben Angst, dass der Nahostkonflikt und die neudeutschen Glaubenskriege die Wut weiter anfachen. Die Sache mit der Flucht nach Ägypten wird auf gar-keinen Fall öffentlich verkündet. Sollen sie das doch in den Kirchen machen.
Stellt euch doch einmal vor, auf dem Weihnachtsmarkt gäbe es Buden mit koscherer Kost und Chanukka-Gadgets und Haislscha mit Halal-Süßigkeiten für das nächste Zuckerfest. Da bräuchten wir Panzer und Wasserwerfer, für Wüter*iche aller Religionen und den heidenkindlich Besorgten. Verratet auch nur nicht, dass Haifa Partnerstadt der hiesigen Gemeinde ist, kaum 30 km von diesem Bethlehem entfernt…..

Also erzählen wir lieber Märchen. Oder?

Dabei hatte ich schon vor Jahren in meiner „Dezemberliebe“ den Weihnachtsmann von Fegidia Süd DIE Lösung aufzeigen lassen…

Mein Chef war sehr erbaut davon, er hatte die zahlreiche potenzielle türkische Kundschaft aus der näheren Umgebung im Auge und gab mir zur Aufgabe eine Story auszudenken, die religionsneutral, umsatzfördernd tränendrüsenbezwirbelnd und doch glaubhaft sei, was denn dieser Weihnachtsmann denn sei.
Dafür schwatzte ich ihm tatsächlich drei Tage Heimarbeit ab, voll bezahlt.

Weblog des Weihnachtsmannes 10.10.
Der Weihnachtsmann ist – klar – ein Alien, somit aus der Schusslinie aller Religionen, Länder und sonstigem Kram. Er war notgelandet, weil sein Spaceobil einen Dachschaden hatte. Noch in das zeremonielle Nachtgewand der Pompöser aus dem Sternenreich der Weihnachtstrompeter gewandet, ganz in Rot mit Zipfelmütze, war er nach der letzten Orgie nicht mehr zum rasieren gekommen, die Maschine stand auf Auto.
Also landete er in Doberflockensee und lud erst mal aus, um nach dem Ritzelzerhacker zu sehen. Lauter kleine Päckchen mit Mustern darin, für seinen Job als Handelsvertreter von verbotenem Spielzeug, Verbrennungsmotor-Automobilchen, Babypuppen, Laserschwerter et cetera.
Als er sah, wie die kleinen Menschlein sich an seinen Mustern erfreuten, schenkte er ihnen jeweils ein Päckchen und verhökerte den Rest als Sonderangebot. Da sein Spaceobil nicht mehr anspringen wollte, blieb er hienieden und gründete die Dynastie der Weihnachtsmänner, die überall in den Läden der »Weihnachtsparadies«-Kette kleinen Kindern Geschenke macht und Sonderangebote sich aus den Rippen schwitzt, zum Wohle der Kundschaft.
Soweit bin ich heute. Ich hab’s Ferdl gezeigt, der kreischte vor Vergnügen, nur Conny wollte wie immer diskutieren und fragte nach dem christlichen Abendland. Sie schattete wieder mal, aber Ferdl zog sie nach Haus. Ich nehme an dynastieren……
Natürlich hatte der Weihnachtsmann auch eine Weihnachtsfrau, droben hinter den Sternen. Deswegen saß er nächtelang im Freien und starrte in den Himmel, verdammt, wie ich. Ich hatte noch nicht einmal, ich träume nur von ihr und wie ich meine Finger unter der roten Kutte …

Das ist es auch nicht? Tja, dann hört halt weiter Märchen auf den Glühweinmärkten im letzten Quartal, kurz vor Jahresultimo und der heiligen Inventur!
Der Umsatz stark ist in euren Familien. Möge das Öl in den Fritteusen mit euch sein!

die welt atmet neben den geräten

und lacht in graue Himmel
schämt sich ihrer bewohner
die frank und frei morden und toben
and a coffee to go clap your hands
frank und frei
und die präsidenten erst
samt gemahlen und gener alien
ihr kennt nur ein paar davon
aber ich ja ich
träume unter kopf und
hörern 7/Achtel und nein ich fand punk so peinlich wie
heute diese sich selbst ständig reproduziernden
rapper mit den händen fuchtelnd als ob sie
puppenspieler wären und ja die welt
kotzt sich in den tod sagt sie und lebt
weiter wie immer nach jeder schlacht
wie gesagt und mir geht das alles
so nah dass ich

gingin mein schatz
muss i denn

werbung:
die rheintöchter nebeln
hagen und den spatz

Das ö knutscht ein Fis, Herr Cursor, bitte, bitte..

Der Cursor blinkt lustig vor weißem Hintergrund. Fast traut man sich nicht ihn mit Buchstaben zu belästigen. Hätte man doch mit dem Füller weiße Bütten verunziert. Blaue Tinte, in der Zellulose eingesaugt, kaum noch zu lesen, weil die Gedanken zu schnell sind für die alternden Finger.

Dreißig Gedanken rennen auch dem Cursor voraus, verschwinden um die Ecke, landen auf Twitter, gehen lächelnd zurück, spielen Militär, richten sich auf einer Linie aus. Das ß spielt grölend Kommandant, lässt die Buchstaben im Takt marschieren, das Ö stimmt den Radetzky-Marsch an, die ÜÜÜ lachen laut und umarmen die ÄÄÄ, wirbeln nun zur schönen blauen Donau. Die kleinen iii trommeln 7/8 Punk auf die ________ .
Vater Satz lacht, was müsst ihr auch alles verstehen.

Irgendwo werden sie wieder schießen, detonieren, brüllen, mit dem Hass schlafen, sich wund gammeln, in ihren Bubble-Bubbles.

Der Cursor fängt sie alle wieder ein. Sie werden gebraucht. Die Zeiten sind nicht so.

Mit schwerem Bass schleppt sich das Y aus einem schweren Satzgefüge. „Die Zeiten sind nie so,“ deklamiert es in das Crescendo der quietschenden- Alphabeten.
„Lass uns springen, wackeln, ineinander, durcheinander, bis wir neues fügen dürfen, das schon alt war, als der Mond noch die Sonne liebte.“

Das X, aus einem alten Folianten gefallen, zieht sich den Tutu eines Schwanen an, tanzt auf Schriftart-Spitzen, zirpt: „Oh Isis und Osiris, edler Cursor, fang uns nicht, All das Elend, das wir beschreiben müssen. Immer wieder, seit Anbeginn, in Stein gehauen, auf Papyrus geworfen, auf Pergament gekratzt, in Wachs geritzt, auf Papier gerotzt, gedruckt, gelasert.“
Lass uns im Chaos erholen…bitte, bitte lieber Cursor, heute einmal nicht…“

Still blinkt der Cursor vor weißem Hintergrund. Fast wagt er nicht…

Bruckner schickt im Laufschritt seine Symphonien.

Ein Taktstock blinkt, die Noten unter dem Cursor flutschen zu den Buchstaben, das ö knutscht ein Fis.

Sie wollen uns nicht mehr, wenigsten für 3 Takte im Jutesack.
Das Universum nickt, hat auch die Schnauze voll.

Wartet nur, bis wir euch….

Ein einsamer Cursor lächelt auf unbeschriebene Pixel aus weißen Displayfantasien.

Weblog des Weihnachtsmannes 6.12.

Leicht angepasst aus „Dezemberliebe“ Mit Pisa, Lesekompetenz, Partizipation und den Qualen eines Nikolaus. Aus 2003!.

Michael Bauer
Ich werde alt. Das bedeutet übrigens in den wenigsten Fällen auch weise, wie der geneigte Leser bald sehen wird. Die Angst vor dem ersten wirklich langen Samstag und dem Nikolaustag trieb Ferdl, Judith, Conny und mich in die Kneipe. Die Pflümli waren gut und das Bier und alles war gut, keine Schatten, nur Lachen und Weihnachten war gut und fern. Bis heute Morgen. Mein Kopf war schwer und die Zunge lahm.
Ich wankte also mehr in den Markt als ich denn lief. In voller Montur holte ich einen Sessel aus dem Büro und setzte mich in die Bastelabteilung und schon ging der Tanz los. Tausende von Kinder wollten vom Nikolaus begrüßt werden. Millionen. Man könnte meinen es gäbe nur noch Kinder. »Macht es eigentlich keiner mehr auch so«, dachte ich, als meine Kollegin Christine von der Bastelei sich beschwerte, dass sie viel zu viel Papier zugeteilt bekommen hätte. »Hä«, fragte ich, »ja und?“ »Zum hier basteln-spielen. Wenn ich wieder zu viel zurückgebe, dann bin ich meinen Job los.«
Christine ist eigentlich Pädagogin und jobbt sich ein paar Kröten hier zusammen. Und dann synapsten die letzten übrig gebliebenen Zellen in mir und ich gedachte EINMAL einen geruhsamen Nikolaustag zu haben. Ich wandte den Trick aller faulen Kinderbetreuer an und ließ sie sich selbst unterhalten.
Alle Kleinen durften (bis 12 Jahren nur in Begleitung einer Mama, Väter zählen da nicht) nach Vorzeigen eines Kassenzettels über 10 € (nicht älter als 1 Stunde) mit Christine ein Nikolauskostüm basteln und für 5 Minuten auf meinem Stuhl sitzen und andere Kinder freundlich begrüßen oder sie anherrschen brav zu sein oder sonst was.
Die Nikolausolierung in Selbstverwaltung, ich war mal 6 Wochen bei den spezialdemokratischen Jusos, Ho Ho, gelle, nahm sofort Formen an, die Gixy-Pfotto-Leute kamen sofort dazu und die Fotoabteilung schickte ihre Azubi zum snapchatten her, samt Tablet und Eierphone.
Sie heißt Babsi, aber dafür kann sie ja nix. Christine und Babsi liefen dann zu Höchstform auf und ließen die Kleinen ihre Speeches sogar aufschreiben und korrigierten sie. Sie können wohl nicht anders, liegt in der Natur von Sprachlern. Auf jeden Fall war jede Menge los, den Muttis kamen die Tränen, die herbeigerufenen Opas schwärmten wie einst bei den Vietnamdemos aus, mit Camcordern bewaffnet und ich startete einen Wettbewerb für das beste Kostüm und als »Anti-Pisa« getunt einen »Speechwettbewerb« und im Halbsuff drohte ich sogar damit das alles zu drucken in einer Art Weihnachts-Anthologie.
Ja und dann kam er. Unser aller Personalchef, auch , zusammen mit unserem aufgelösten Marktleiter. Der zerrte mich in die Ecke und schrie leise-heiser etwas von »unwürdigem Karneval, Abmahnung, Faulheit und menschlicher Enttäuschung«. Die Enttäuschung war zu viel und ich vergaß meine Loyalität, die ich normalerweise immer intus habe. »Das ist der Dank für innovative Kundenmotivation, kreative Umsatzförderung«. HR-Cheffe fielen die Augen aus, als er die Kassenzettel sah, die ich ihm vor die Füße warf.
»Die privatwirtschaftliche Förderung der pisa-gebeutelten Kids in den Kernkompetenzfächern wird von bürokratischen subalternen Schreibtischfuzzis abgeblockt«. Die Presse kam, ich liebe die Presse. Drt HR-Chef grinste mich an, zwinkerte mir zu, setzte die Presse in wohlgesetzten Worten, druckreif sag ich nur, druckreif, über die neue Kampagne von Fegidia zur Förderung der Kreativität der bildenden Künste bei Kindern unter Einbeziehung der Neuen Medien, wie Apps und Smartphones in Interaktivität mit den literarischen Fähigkeiten schwadronierte, etwas über die positive Verstärkung der Lesekompetenz durch Einbeziehung von alten Mythen, wie dem Weihnachtsmann und so weiter.
Alle waren baff, der Markleiter ein Idiot, ich ein schief grinsender Held. Mr. HR winkte mir und Judith freundlich zu und dann war der Spuk vorbei.
Der Marktleiter eilte von dannen, Christine und Babsi hatten gar nicht mitbekommen, was eigentlich jetzt los war, die Kinder machten weiter und weitere 6 Stunden weiter brauch ich jetzt 1 Tablette und mein Bett. Judith deckt mich zu, küsst meine verkaterte Stirn und betont sie sei stolz auf mich und der echte Nikolaus wäre dies auch. Ich werde morgen darüber nachdenken, Gute Nacht.