Sehne, sucht, sehne

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Er fror. Die Kälte munkelte leise. Zu oft schon war er vorbei gelaufen, gefahren, gehumpelt, gehüpft. Stehen er blieb. Ein Gefühl. Wie immer in der Brust. Es suchte durch seine Augen, die Ohren, die Nase, die gerötete Hand unter den Handschuhen. Laufende Nase getupft. Was suchte er hier? Alte Gemäuer, aus dem letzten Jahrtausend und seinem kalten Krieg. Im Wald versteckt vor den Feinden, die gerade wieder zur Verfügung brüllten.

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Die Welt kältete ihn. Die Wärme aus dem Bauch kroch hoch ins Gehirn, wärmte die Sinnlichkeiten. Alle Seiten des Hirns tauschten Bilder. Er sah nur mit dem Geiste gut. Hannibal schoß ihm durch das Hirn. Hannibal mit seinen Kriegselefanten, das wären Garagen für ihn gewesen. Große Türen für große Krieger. Mit eingefrorenen Palmen und Kokosnüssen für die Kolosse. Der Partykeller unter den Bunkern für Karl den Großen, drüben von Lorsch her reitend, den Bischof von Metz im Schlepptau und seinen Kebsen. Cäsar auf einem Kamel. Carl Benz hatte dort hinten in den Quadraten noch nicht den Benzinkarren erfunden. T6 nicht R4. Cäsar mit einem bombensicheren Versteck für Cleopatra. Siegfried, aus Worms, von über dem Rhein fand hier die Kriegsdrachen der Zwerge. In einem solchen Bunker, mein Hirn.

Siegfrieds Burgunder, nein, nicht die aus Xanten von den Hunnen verjagt. Reste ihres Lager im Viernheimer Wald überwuchert. Die Shermans von Patterson jagten durch die Dünen nach Franklin.

Die Stacheln verloren, den Draht zu dem Krieg. Tod, wo ist dein Stachel, wo? Die Freiheit goss Mehl auf die Straßen. Aus der Brust rann die Sehnsucht auf die Wege kleiner Steinchen. Wärme lockte, sehnte. Das Heim. Ohne Elefanten. Nicht Benz, nein, nein. Herr Drais, auch aus den Quadraten, hatte das Rad in die Sättel gesetzt. Hier war niemand*in mehr.

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Die Sehnsucht blieb. Was hatte ich gesucht?
Mozart hat Sehnsucht mit mir. Sonst nichts.

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Entstanden auf einer „coolen“ Radtour auf dem Weg von Viernheim „Kletterwald“ gen Lampertheim-Hüttenfeld durch die ehemaligen Munintionslager der US-Army.
Inspiriert durch den Workshop „Sehnsucht an verlassenen Orten“ des Mannheimer Stadtensemble am Nationaltheater Mannheim.

Übrigens: Bernhard Schlink hat den Ort kriminalisiert in seinem „Selbs Betrug“

Mikelbower zu „Sehnsucht“ auf Twitter.

Sehnsucht auf diesem Blog. Ich bevorzuge übrigens „Das Blog“

Meine Sehnsüchte spielen miteinander

Sehnsucht nach Nebel

Sehnsucht unter Kopfhörern

Kitschen