Gleich

Zeiten noch
von Oma
eingefroren
rasen durch
frisch geflickte
Nevenbahnen
in behandelte
Schalen
uralter Tränen

Terasse

Die Tage dehnen sich
drängen die Nacht
gallen und schlagen
Noch tanzt Frühling
über Beeren
Weine glühen
am Himmel weiß
Schwalben schäumen
über mein Glas
Wieviele Sommer noch
werden Wolken dröhnen
und zucken wie ich
Ein Blitz funkelt donnert
sein Lachen mich aus

Krautland

es ist schrecklich
trotz der fürcherlichen
wirtschaftlichen lage,
die uns in den abgrund führt
geht es uns immer noch viel zu gut
ist es nicht schrecklich
all das elend
und das elenend mit dem ozon – loch
und erst der lomabard – satz
uns geht’s beschissen
und trotzdem zu gut
allen außer mir
ist das nicht schrecklich

Aus: “ich träume im krautland” 2001. Weil das mit den Krautreportern gerade so in ist :)

Tierisches: Maus, Hühner, Fliegen

Meine Maus

streicht
Deinen Pixeln
entlang
spricht mit
Deinen
Bytes
ja, meine Maus

Die Hühner kratzen

wieder Runen
in den Hof
alle Gockel
sind entzückt
von ihren Künsten

Meine Fliegen

summen froschlose Hits
auf Krötenzungen
für die Störche
die Mädchen beissen
wollen

.

Karfreitag

Auch für Nichtchristen.

Überall die Kreuze
heute in aller Welt.
Ich wünsche mir
dass gar niemand
mehr gekreuzigt
wird. Niemand.
Das wünsch ich mir.
Aus politischen Gründen oder wegen einer Religion
Wegen gar nichts auch nicht gegeißelt, gepeitscht.
Oder was ihr euch sonst ausdenkt, ihr Folterer überall.
Dann hat Karfreitag
Sinn. Hört ihr? Hört!
Das ist der Sinn!
Dann tanzen wir sogar
mit den Kreuzen.
Niemand, hört ihr?
Überhaupt niemand!
Denkt noch nicht einmal
mehr daran. Das ist
einfach keine Option
mehr, auch wenn die
Oberen, die Datenfresser
es versteckt fordern
oder befehlen. Nein.
Dann hat der Karfreitag
seinen Sinn. Nie mehr
Folter, nie mehr
Kreuzigung. Ja, sag ja.
Nie mehr, nie mehr!

Zimbeln

Zwischen diesen Leben
aus Tonfragmenten
in Moll und Sax
treibt ein Mond
aus Puffreisbohnen
zwischen 3 Pfund Tod
billig vom Discounter
Wir lachen
grüne Falten
tränen Zimbeln
nach
Quicksbumm