Wir, die wir keinem Gott
anhängen weil wir vielleicht
keinen gefunden haben
also wir, wir, könnten
vielleicht übersetzen
damit sie einander verstehen
oder zum Grill einladen
gerne auch vegan und
wir werden schon etwas
finden, was uns allen schmeckt
und was halt allen erlaubt ist
zunächsteinmal
Wir könnten auch zusammen
singen und tanzen
dichten und trinken
was auch immer
wir möchten
manche vielleicht
auch küssen und mehr
Wir könnten dann die Liebenden
beschützen vor dem Missmut
könnten wir alles tun
und aufhören uns zu fürchten
dass sie uns zu ihrer Gottheit
zwängen oder schlimmeres
könnten wir tun
und trauern um Charlie
aber sorry, ich brumme lieber
summt doch mit:
je suit mois
Kleine Renditen
heulen am Ufer
der Zinsen
schluchzen Eis
aus Muttermilch
die Gedichte
die ich in
Deinen Index
aus pursten
Aktienbütten
ritzte schämten
sich zu purem
Gold
Wieder der Gang
zu den Maschinen
Gewehren und dem Tod
aus Millionen Gebeten
zertreten im Sand
gerotzter Worte
auf Straßen
Hass mein Hase
ist noch geiler
als Sex grölt
die Liebe und
schält Sonnenbrillen
aus dem Geblubber
der Agitprop und
den Gesängen
dummgeiler Götter
die es nicht gibt
Und weil es im Dezember andere sind, die demonstrieren, mein ’96iger Text wieder und wieder…
Weil heute in Berlin wieder eine Demo gegen Judenhass ist. Weil das wieder und wieder notwendig ist und eigentlich nichts nutzt. Weil in Darmstadt ein Fußballtrainer der 2. Bundeslige seine Spieler bestraft, indem sie ein rosa Trikot, mit der Aufschrift “Tussi” tragen müssen und die ganzen Antihomophobie-Sprüche des DFB nichts nützen, weil die heuchlerische Springerpresse das getreulich missachtet. Und weil, weil, weil ich die Erinnerung auch brauche.
“Hört nicht fort, lauft nicht fort, disputiert halt mit”. Aus dem Jahr 1996 ein Text von mir für die Gruppe “Uhne Ferz”. Im Viernheimer Dialekt. Auch zum anhören.
Dischbediern
Un wonn se wia dischbediern
daß beim Adolf alles bessa wa
Un wonn se wia dischbediern
daß alle Schwule ufg’henkt kän
Un wonn se wia dischbediern
daß die Waiwa in die Kisch kän
R E F R A I N:
Hä net fort, laaf net fort
Dischpedier halt mit
Saach laut was de dengscht
wonn’s soi muß , donn kreisch laut
no, no, no…
Un wonn se wia dischbediern
daß die Polacke all vagaast kän
Un wonn se wia dischbediern
daß die Bimbos doch im Busch bleiwe solle
Un wonn se wia dischbediern
daß alle Tirke hom gschafft kän
R E F R A I N
Un wonn se wia dischbediern
daß Autofahrn dem Wald nix mescht
Un wonn se wia dischbediern
daß Mill sortiern was fa Dumme is
Un wonn se wia dischbediern
daß noch kona ‘sOzonloch g’sehe hot
R E F R A I N
Un wonn se wia dischbediern
daß Auslänna vabrenne sou vakährt net wä
Un wonn se wia dischbediern
daß Poltitik blouß was fa die onnan wä
Un wonn se wia dischbediern
daß alle Arbeitslose faul wän
R E F R A I N
Un wonn se wia dischbediern
daß Kinna un Waiwa ab un zu Priggl brauche
Un wonn se wia dischbediern
daß es des beim Adolf net gewwe hät
Un wonn se wia dischbediern
daß Sie alles bezahle meeste
Als die Tannen
fichten und
Nordmänner
Wichtel liebten
die Kuchen
noch lebten
gebar ein
Kängeruh
Beutel mit
Elchen und PE
unter den
Palmen von
Bethlehem
und Trompeten
mauerten Jericho
kataloge
waren einst
advent ankunft
der sehnsuchts
schaffer
spielzeug
als ob man
wünsche
kaufen könnte
oder träume
die zählen
zählen statt
zahlen
ach das wären
kataloge
gedichte sagte
ich später
dazu
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