Hohes Lied für meine kleinen Geister

Meine kleinen Geister sammeln Zellen im Hirn, traben durch das Herz, berauschen sich in der Lunge an reinem Sauerstoff, diffundieren durch die Haut in die Tastatur, fließen durch die Füller, bläuen Papier. Sie schreien und rauschen, tauchen, krakelen. Kleine Geister in großen Gewändern, rätseln, schwadronieren, glucksen, fürchten, lachen. Ich liebe meine kleinen Geister, sie sind wie ich. Nicht wie die großen, edlen, die verstaubt auf Sofas thronen, runzeln, stirnen, bedächtig sinnen, nur das All in Sicht, eifersüchten, göttern, Ideen zementieren, Ewigkeiten stauben, Gestirne bemöbeln, Kunst erklären, Räder erfinden. Die großen Geister besetzen, platzen im Hirn, drücken Weh, krampfen Herz, stocken Luft, kranken. Schwer ist die Welt und meine großen Geister, ach was liebe ich die kleinen. Sie rennen mit Mozart zum Bach, hüpfen über die Rolling Stones, verschwinden in der Trompete des Miles, lesen dem Grass aus Winnetou. Kleine Geister bröckeln inkorrekt, fetten fast, food und foot, kleine Geister geistern, saufen, räkeln, treiben, ritzen, lieben. Meine großen Geister erfinden sich, und die Liebe an sich. Meine kleinen Geister lieben sich und… dich, oder dich, michselbst? Kleine geistern im Gebüsch, opfern in den Archiven der großen Geister Mäusekot auf den Altären der IdeoReli-Logen, spielen Schmetter mit den Lingen. Ach so cross die Welt, wenn kleine Geister mich belieben.

hearing Händel Concerto Grossi 6, Allegro

Ich habe nichts mit dem Verein „Digitale Gesellschaft“ zu tun!

Es gibt keine homogene „Netzgemeinde“, keine allumfassende Community, keine Sphäre. Es gibt viele Gemeinschaften, Gemeinden, sonstiges im Netz. Ich bin gerne Teil der von mir ausgewählten Teile, gerade weil es hier sehr wenige Vorschriften, Vereine, Gedingse gibt, außer den Gesetzen, die überall gelten. Ich will daher jetzt schon mitteilen, dass der Verein „Digitale Gesellschaft e.V.“ in keinster Weise für mich sprechen wird, selbst wenn Teile seiner Aussagen und Taten meine Zustimmung finden. Dieser Verein spricht NICHT für alle, für mich jedenfalls nicht. Ich bin KEIN Teil dieser „Digitalen Gesellschaft“. Mir gehen diese Dominanz-Versuche der Berliner Bloggeria-Twitteria um Spreeblick, Lobo, Seemann, Passig, die Papparazis, der Riesenmaschine, der netzpolitik.org, seit Jahren auf den Geist. Schminkt Euch das ab, berennt meinetwegen den eh bescheuerten Bachmannpreis in Kärnten, aber lasst mir die Ruhe, uns restlichen die Ruhe. Es ist schlimm genug, dass wir es zuließen, das die Regierung wieder nach Berin zog. Eine „Internet-User-Vereinigung-Bloggervertretung-Twittergedingse-Sonstiges-Social-Trallala“, die in Berlin Sitz hat und von dort dominiert wird intransparent sein und wahrscheinlich nur der PR einiger weniger dienen. Lobby ist Lobby, egal von wem und von Übel!

Auf jeden Fall hat das alles NICHTS mit mir zu tun.
Ich wünsche trotzdem allen viel Spass auf dem Klassentreffen der re:publica.

Nur Himmel, sonst nix.

Über den Wolken sehe ich nur Himmel und sonst nix. Ewig blau ins grau, irgendwann wird es wohl schwarz, unreflektiert die Sonne, über dem Himmel, den sie gen NYC oder Pisa passieren, jährlich, dort wo der Mond ebbt und flutet, in Räumen, die sie Welt nannten. Ich muss nicht mehr auf Wiesen liegen und starren. Hoch, gen Himmel mit grünem Hintern und Knien, um Farben zu mischen, in die ewigen Frühlingsgefüge. Die Erdumrundungen mit der Reproduktion meines Genpools, in aller Ursprünglichkeit, feiern (ach die nachgehängten Verben, wie liebten wir sie, um die Professorentöchter und ihre Liktoren zu ärgern). Ihr wisst schon was ich meine. Doch, Sex hat was mit Fruchtbarkeit zu tun, erstaunlich nach all den Jahren, nicht wahr? Das mit den Enkeln. Doch, doch. Und das hört nie auf. Jenseits der Kinderwägen. Aber deshalb muss ich doch nicht über die Wolken. Dicht unterhalb der Gewitter mit Regenschirmen durch Cocktailbars surfen, die Ohren dicht an die Kopfhörer gepresst, die Songs der Postpubertät via Smartphone direkt aus Californien auf den Ohren. Ich schwebe gerne drei Millimeter über Grund, den Kopf in die Orte transpiriert, die trockene Nebel sumpflos wolken. Dort, wo, ach hallo, Du auch hier, ja wollte ich auch gerade sagen. Angenehm hier, nicht wahr? Drei Millimeter über Grund. Wir schwallen, schwollen zu Millimeter Vier. Draußen regnen sie Worte.

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Paradies


Die Tage
eingemacht
eingefroren
gepökelt
gesalzen
eingeschweißt
genäht
halten
nicht
nie
nur die
eingebrannten
geräucherten
zerbombten
ich küsse
dich
jetzt
nur das