Ach in Ur hebt ihr?

Helden gammeln
an den Stränden
der Südsee aus
digitaler Bohème
Im Netz kleine Fische
aus ungeschuppten Flattrn
Downloadgemüse an 128 bit
Gerechte Sonnen
grinsen Flatrates
in die Wellen hinter
den Firewalls
Das Volk klickt
Fähnchen in den
Wikis die nach
britischem Petroleum
riechen und ja
Google läuft auch
nicht auf Batterien

(entstanden auf einem Netbook via wLan im Timescafe Viernheim mit einem Smartphone daneben, das mit einem Bluetooth Headset Jazz an die Ohren lieferte. Gekauft, die CD ruht zu Hause, wie heißt diese Krankheit?)

im Netz noch zwei
Revolutionen
Suren surren

(Netzpolitik in Ur ist schwierig, man verhebt sich leicht)

Innensinfonie

Diese Töne im Hirn
die keine Note
beschreiben kann
kein Takt umreißen
ohne jeden Kontrapunkt
sprengen meine Worte
dich ich nie schrieb
in diese stumme Melodie
doch ich höre

Mannheim Mainz IC 2216

Gnädige Nebel bedecken die Türme der chemischen Fabrik, die Ebene schiebt sich dem Fluss entlang, Zeitungen rascheln, die Pads wischen die Smartphones, Tastaturen klappern, die abgernteten Weinberge hüsteln Restalkohl aus den Rieslingblättern der rheinhessischen Hügeln, die sich rheinen. Durch die Kopfhörer stöpseln Notenwolken in die Stammzellen der mozartschen Popgehirne. Kreditkarten knipsen Handytickets, Telefone säuseln Geliebte, Kollegen sezieren, alte Männer seufzen junge Damen. Dome türmen Prälatensehnsüchte, Schiffe hornen Nebel.

Narren Art

Sei nicht närrisch. Du Narr. Narrhaft.
Ich gestehe: Ich bin ein Narr.
Nichts zu lachen. Ausgelacht.
Ich : bin : närrisch.
Durchgehend // geöffnet.
Täglich : Der Narr.
Trotz lacht.
Mein Mund.
Auf meine Kappe.

Zeitdusche

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Zur Enstehung: Die Analoguhr fand ich im Beispielordner meines Flash-Tools Swishmax, das Gedicht stammt aus der Datenbank von 2003 und eigentlich fand ich nur heraus, dass mein Headset des HTC ins Netbook passt. Also startete ich swish, frisierte etwas herum, nahm mit dem Audiograbber den Sound nach mp3 auf und das wurde daraus

Träume aus Beton


Ich wollte einmal das Umfeld beim Schreiben dokumentieren und knipste die Umgebung. Ich saß im Timescafé Viernheim, wie so oft, hinter mir das hässliche Rathaus, vor dem zur Zeit ein Zelt für die Sommerbühne steht, dort war der Barmann für den Cocktail-Abend platziert und vor mir wuchs das Blau um die Apostelkirche. Nicht im Bild links die Banken Viernheims ;-)