Lichte Leuchten

Ach die Leuchtung aus den Baumärkten, als ob sie die Dunkelheiten hellen könnten. Die Rentiere aus der 0.ten Dimenion, all die Wesen die Santa Klaus (ja du Niko bist gemeint, Namenskürzer)auf die Dächer treibst, den Atomströmen opfernd, was sehnen wir, lechzen nach der Sonne, die unsere achsendrehende Erde uns in der winterOBderBreitenJahreszeit verweigert. Die Fensterwesen. Ich lächle und brauche sie nicht. Deine Augen leuchten durch tausend Watt. Deine Augen, leuchten
MIR…
und der Rest ist Dekoration, call me men, yeah.

Unendlichkeiten

Wenn uns keine Berge oder Bäume im Wege stehen, dann schwärmen wir gerne von der Unendlichkeit der Meere, der Wüsten, der Wolken und wissen doch genau, dass alles endet. Auch wir selbst. Oder doch nicht? Das Zeitliche segnen, sagt man so leicht hin, wenn man den Tod umschreiben will. Ach so, das mit dem Tod. Alle Götter, die besseren zumindest, bieten ja ein Art Weiterleben, die Unendlichkeit. Das Unende. Dabei ist doch das Ende sehr wohl der Anfang. Und wie oft schrie ich schon endlich! Und wenn es nur dem Feierabend zugenickt wäre. Endlich dies, endlich das. Wer schrie denn schon unendlich, außer auf dem Höhepunkt, wenn alles unendlich sich liebt? Endlich die unendliche Liebe. Wir Menschen. Doch, auch die Menschheit wird enden, in unendlichen Fernen jedenfalls, wie einst die Dinosaurier. Nur die euklidischen Mathematiker erkennen die Unendlichkeit als Kreuzung der Parallelen an. Parallelitäten der Enden und Unenden. Jeden Tag zerschlafen wir zu einem Ende, auch wenn wir die Nacht zum Tage machen. Ich werde enden. Doch. Wer weiß wann? Dieses Blog wird enden, die Datenträger, auf dem es gespeichert ist auch. Ich weiß als Agnostiker nicht, ob es denn Götter gibt. Zu einem überwiegenden Teil meiner wachen Zeit halte ich die Möglichkeit, dass doch, für die wahrscheinlichste. Und falls meine derzeitigen Ich-Formierungen irgendwann nicht einfach abrupt enden, sondern in in eine andere Existenzebene übergehen, dann werden die das schon richten. Es wird etwas anderes sein. Komplett anders, mit neuen, möglichen Göttern eingerichtet, die es vielleicht gibt mit der gleichen Frage, ob dies denn die Endlichkeit wäre. Ich kann mir nur eine ewige Endlichkeit vorstellen. Unendlichkeiten scheinen mir unmöglich. Nicht alles ist möglich, nur die Existenz von Göttern und der Ewigkeit. Ich glaube an das „endlich, jetzt, komm“. Ich glaube an Ewigkeiten, manchmal und nie an die Unendlichkeit. Seltsam, wenn ich es recht überlege. Wie gut, dass auch dieser Post im Blog endet.

Glinnan

Glinnaboahn.
Ob noch jemand weiß, was das ist? So was hatten wir als Kinder. Einfach eine Strecke Eis, die immer weiter vergrößert wurde durch eifriges „Glinnan“ = Schlittern und dann wurde Anlauf genommen und dieser Mini-Eisbahn entlang gerutscht. So’was gab es auf Straßen und Bürgersteigen (falls vorhanden) auch auf dem Schulhof und die Lehrer schauten belustigt zu. Und wenn scheinbar niemand zusah, „glinnaten“ sie auch.
Heute gibt es überall, dem Gott, den es vielleicht gar nicht gibt sei Dank, überall Sicherheits-Beauftragte und Sicherheits-Sonstwas, die bestimmt Klage erheben würden. Elternabende müssten abgehalten werden, die Presse belästigt, Geschrei, Wehleid, Pädagogenreformiertheit.

Dabei war das sooooo schön. Was wir den Kindern von 2010 alles verweigern. Aber es gibt ja Kindergeld, Elterngeld und Pisa-Stress-Tests.

Aber keine Glinnaboahne mehr, oder sehe ich sie nur nicht mehr?

Tauet Himmel

Natürlich war ich nicht immer Agnostiker, ich wurde es einfach, legte Schicht für Schicht die anerzogenen Ringe einer katholischen Sozialisation wieder ab, mit allen Wirrungen. Doch. Natürlich bin ich geprägt. Ja und? Auf die Gefahr hin überspannt zu wirken: Ich könnte mir tatsächlich Kult in Kirchen für Agnostiker vorstellen. Mit all den kulturellen Leistungen unserer Präge-Religionen als Background. Hafiz zu Mozart! Ah… Heine an Miles Davis. Nein, kein Religions-Bashing, das hab‘ ich scheinbar jetzt auch hinter mir, obwohl das Spaß machte. Ich wollte so gerne mit all dem Guten der Religionen spielen, aber da sind dann die eifersüchtigen Götter vor. Moment, die Götter? Wohl eher die Gläubigen. Respekt! brüllt mein Hirn. Wahre den Respekt. Aber so schön wäre das. Einmal wieder das tun, was ich am besten kann: Kult-Veranstaltungen designen. Koran, Bibel, Thora, Indianer…. und Texte, meine, andere, Filme, Fotos, Bilder, …. Kunst. Musik. Eine Performance der Kulte, nicht der Kulturen, das wäre einfach, der Kulte. Selbst protestantische ….

Nein, das wäre zu anstrengend, man würde mich zerreißen. Aber schade, was könnte das schön werden. Wenn man das offen gestalten könnte, kein Wishi-Washi.

Multi-Kulti.

Schon gut, ich träume mir das halt ganz privat. Ich hör ja schon auf.
Tauet Himmel… merkt ihr was? Das wäre der erste Titel der Performance…
Aber nein, wir gehen ja in die andere Richtung, Islamopobie, Christen-Verfolgung, Antisemitismus….

Tauet Himmel, bitte!

Märkte der Saison

Ich war an diesem Wochenende mehr en passant auf den Weihnachtsmärkten in Neustadt/Weinstraße und Ladenburg, eigentlich der Literatur wegen unterwegs. (Ich berichtete.) Ich werde mich noch 2 mal mit Twitterern in Konstanz und Speyer auf solchen Festen treffen.(offtopic: Blogger sind natürlich auch willkommen, falls wer/werin kommen will, einfach Link klicken) Das ist natürlich etwas anderes. Und doch: Eigentlich liegt genau darin der Sinn solcher Märkte, einfach begegnen. Etwas Helles in die ewige Dunkelheit zu bringen. Der Kälte zu trotzen. Und doch hätte ich dort oft etwas weniger Licht, weniger Baumschmuck-Lichterketten, den Mut den eigenen Dunkelheiten besser zu trauen. Ladenburg, die älteste rechtsrheinische deutsche STADT, rechts, bietet natürlich für solche Märkte genau die pittoreske Kulisse, die so typisch erscheint. Ich fühle mich auch wohl da, werde ich doch nächsten Sonntag dort lesen, aber ich frage mich oft, wie könnte ein Weihnachtsmarkt (u.ä.) in unseren modernen Betonwüsten aussehen, dass es passt und wir uns wohlfühlten im kalten Freien? Ich stelle mir gerade den Platz in der Mitte von Mannheim-Vogelstang vor. Eine durch und durch hässliche Banlieu. DAS wäre eine Herausforderung für Künstler aller Art. Wie könnte ein solcher Markt aussehen, ohne das Viertel abzureisen?
Etwa so? Wie ich es da beschrieb?

Diese Bunker aus dem 2. Weltkrieg besprühen wir mit Weihnachtsbäumen. Malen brennende Kerzen und Strohsterne darauf. Sonst nichts. Nur Bäume, Kerzen und Stroh. Die Stadt werden wir bemalen, jeden Fetzen hässlichen Beton zum Weihnachtsmuseum gestalten. Auf offener Straße ganzjährig und durchgehend wird die Illusion der Weihnacht die Stadt beherrschen, die Fantasielosigkeit übertünchen mit der Ausgeburt der Volksseele. Kerzen im Aprilwetter, Kerzen im Wüstensommer, Kerzen im Novembernebel auf Bäumen mit Sternen, die nicht leuchten, nur strohen. Die Farbe wird abblättern durch die Attacken des sauren Regens und der gnadenlosen Sonne samt ihren ultravioletten Kindern. Blass werden die Strohsterne den Weihnachtsfrieden einfordern, jeden Tag, jede Sekunde, die im Dämmerlicht der frühen Morgen im Bus tickt. Die alltägliche Weihnacht spiegelt sich im Rinnstein und den Öllachen im Hafen. Auf den helltürkis geblässten Bäumen der verlassenen Landebahnen der ReinerAir hüpfen fröhliche Kinder, lassen ihre Rotznase wehen im Wind. Und die ersten Betonruinen werden von harzigem Holz überduftet, das die Enkel der Weihnachtsmänner über all den Beton ziehen, als Fachwerk deuten, auf das die Sterne leuchten. Weihnachtsbäume sieht man nur noch selten, selbst im Dezember, draußen, wenn es endlich wieder stürmt und auf die Gerechten schneit.

Es sollte doch möglich sein, auch Betonwüsten zu gestalten? Oder doch nicht? Die Idee lässt mich nicht los.. auch wenn ich gerne den Weg von MAF Räderscheid mit ihren Klangfarben des Glühweins mit ginge… doch.

Kerze brennt, erst 1

Die Christen unter uns stecken morgen eine Kerze an und feiern den ersten Advent. Das sei ihnen gegönnt, wir Agnostiker feiern hier auf diesem Blog längst Urstände, seit es früher dunkel wird. All die christlich-jüdischen Bevölkerungen, die nur noch am Rande diese ihre Leidkultur streifen, seit zich Jahren keine Kirche von innen sahen, verwandeln dafür unsere Innenstädte in Lichterbaum-Arenen, denn sie haben ihren Ursprung längst verloren. Wir Agnostiker trauern für sie, um sie, nein, wir missionieren nicht. Unseren Weg muss man lachend entlang schlittern, von ganz alleine finden, wir zählen nicht, wir erheben keine Steuern. Trotzdem, wenn all die Lichterketten aus Steuertöpfen finanziert, der Krise wegen, weil unsere Banken jeden Cent zum Entzocken brauchen, wenn die Ketten also endlich um 23 ½ Uhr ihren Leuchten Schweigen heucheln, dann könnte man doch vielleicht gemeinsam Kerzen entzünden, auf Bananenblättern und Salsa tanzen, ach nein? So scha-de, so.. scha-de. Eigentlich mag ich sie sehr, die Christinnen, also gut, die Christen auch.