Unendlichkeiten

Wenn uns keine Berge oder Bäume im Wege stehen, dann schwärmen wir gerne von der Unendlichkeit der Meere, der Wüsten, der Wolken und wissen doch genau, dass alles endet. Auch wir selbst. Oder doch nicht? Das Zeitliche segnen, sagt man so leicht hin, wenn man den Tod umschreiben will. Ach so, das mit dem Tod. Alle Götter, die besseren zumindest, bieten ja ein Art Weiterleben, die Unendlichkeit. Das Unende. Dabei ist doch das Ende sehr wohl der Anfang. Und wie oft schrie ich schon endlich! Und wenn es nur dem Feierabend zugenickt wäre. Endlich dies, endlich das. Wer schrie denn schon unendlich, außer auf dem Höhepunkt, wenn alles unendlich sich liebt? Endlich die unendliche Liebe. Wir Menschen. Doch, auch die Menschheit wird enden, in unendlichen Fernen jedenfalls, wie einst die Dinosaurier. Nur die euklidischen Mathematiker erkennen die Unendlichkeit als Kreuzung der Parallelen an. Parallelitäten der Enden und Unenden. Jeden Tag zerschlafen wir zu einem Ende, auch wenn wir die Nacht zum Tage machen. Ich werde enden. Doch. Wer weiß wann? Dieses Blog wird enden, die Datenträger, auf dem es gespeichert ist auch. Ich weiß als Agnostiker nicht, ob es denn Götter gibt. Zu einem überwiegenden Teil meiner wachen Zeit halte ich die Möglichkeit, dass doch, für die wahrscheinlichste. Und falls meine derzeitigen Ich-Formierungen irgendwann nicht einfach abrupt enden, sondern in in eine andere Existenzebene übergehen, dann werden die das schon richten. Es wird etwas anderes sein. Komplett anders, mit neuen, möglichen Göttern eingerichtet, die es vielleicht gibt mit der gleichen Frage, ob dies denn die Endlichkeit wäre. Ich kann mir nur eine ewige Endlichkeit vorstellen. Unendlichkeiten scheinen mir unmöglich. Nicht alles ist möglich, nur die Existenz von Göttern und der Ewigkeit. Ich glaube an das „endlich, jetzt, komm“. Ich glaube an Ewigkeiten, manchmal und nie an die Unendlichkeit. Seltsam, wenn ich es recht überlege. Wie gut, dass auch dieser Post im Blog endet.