Annäherungen an ein Theater

Fast ein Beitrag zum Thema #theaterimnetz

#tl;dr:
Ich war am 3.3. in „Wovon wir träumten“ im Theater Felina-Areal und es gefiel mir gut. Dazu eine Gedankenkette, wie es dazu kam und die Welt doch klein ist. Zum Schluss noch ein Ceterum Censeo, das hier wohl noch öfter erschallen wird!

Die Musik zur Lese- und Schreibebegleitung: „Felina by Night“ von Alexandra Lehmler. Auf Spotify nachhörbar. (Ich hörte von CD)

Eingangstür des Theaters im Felina-Areal, Mannheim. (Klick zur Website)

Die Saxofonistin Alexandra Lehmler wohnt und arbeitet hier auf dem Gelände des Felina-Komplexes und hat diesen Titel dort auch komponiert, sagte sie beim Realese-Konzert, was passte also besser. :))
Das wird wohl ein längerer Post. Dabei verwies ich schon so vielen Zwischengedanken hinaus auf den Gedanknfriedhof. Ich muss meine Gedankenwindungen auch für mich selbst ganz ausbreiten um diese scheinbar unzusammenhängenden Gedankenketten zu entwirren und neu zu straffen.
Letzten Sonntag sendete die ARD ihren Tatort Ludwigshafen „Babbeldasch“ (Mediathek ab 20:00 #tss) aus der Hemshofschachtel und auch mit deren Personal. Das war kein Krimi, aber sehr eindrucksvoll als Film, mit lupenreinem Dialekt. Einer der wenigen Tatorte, die ich je zu Ende sah.

Hier alternative zum nachhören die Playlist des Babbeldasch-Tatorts.

Und so ganz leicht kam mir der Gedanke mich mehr mit der freien, lokalen Szene in der Kurpfalz auseinanderzusetzen und nicht immer nur zum Nationaltheater in Mannheim zu rennen. Ich war noch nie in der Hemshofschatel, das ist mir zu sehr als „Weck, Worscht und Woi“ beschrieben, obwohl Mundartschreiber-Kollege Kupferschmitt da auch als (Laien-)Autor mitmischt. Wir standen ja auch schon zusammen auf dem Treppchen. Mal sehen. Zeitraumexit habe ich auch lange vernachlässigt. Das neue Tig7 spielt derzeit nix, was mich locken könnte. Ins Theater Oliv möchte ich nach diesem „Werk“ noch nicht wieder. Dann purzelte ein Tweet von Nachtkritik.de in die Timeline


Mit den Kulturfritzen verbindet mich ja unter anderem die Blogparade #theaterimnetz
Und hatte u.a. das zur Folge 🙂


(Erklärungen hier)
Und es klapperte im Gehirn! Manchmal braucht es nur eine leicht gestrickte Website, um mich zu fangen. Und nicht eine Kampagne, keine Konferenz, keine Meta-Debatten in Berlin, wobei das natürlich auch seinen Platz hat.

Also, alles auf Anfang.
Ich ging in Rente, suchte und fand Bindungen ohne mich binden zu müssen. Ich näherte mich meiner alten Liebe Theater wieder an.
Kann man hier nachlesen.
Trotz meines Rants zu „Theater der Welt“.
Zugleich suchte ich eine Lesebühne für meine Texte. Kein Verein, keine Gruppe, die mich bindet. Das hatte ich schon, dafür tauge ich nicht. Und ich fand die Spätlese. Unermüdlich und liebevoll gepflegt und veranstaltet von Angela Wendt.
Zunächst in der Stadtbibliothek..
Dann irgendwann im Theater-Areal Felina..


Einige Zeit später saß ich zufällig in den Sofas vor der alten Feuerwache und ein junger Mann gegenüber fragte was ich denn so gerne machte und er erzählte, er würde morgen den Orlando im Felina geben…
Siehe hier „Wie es euch gefällt“.

Bilder gab es hier.
So kannte ich das Felina. Schauspielschule. Für den Marketingclub hatte ich ja schon nach Theater-Blogs recherchiert. Und fand den des Tham.

Screenshot des Blogs der Schauspielschule Mannheim

Für mich war das also eine Schauspielschule. Ist es ja auch. Aber auf dem Gelände der Felina gibt es noch mehr. Die Reste der Firma, die ihre deutsche Geschichte durchlief: Gründerzeit, Weltmarktführer, arisiert, wieder aufgebaut, verkauft und die Produktion verlagert. Büstenhalter kann man in diesem unseren Land nicht mehr kostenneutral produzieren.
Auf diesem Areal sind jetzt auch allerhand Ämter der Stadt untergebracht und eben das Theater in der ehemaligen Schreinerei. Ich las schon einige Male bei der Spätlese mit..


Guckte auch schonmal da:


Irgendwann verlinkte Angela nicht nur auf die Facebookseite der Spätlese, sondern auf die Seite des Felina-Areals, dem Spielplan. Die Spätlese war Teil des Spielplans geworden. Und bämm!

Was es da alles gibt! Das Theater ist nicht nur Auftrittsort für die Schauspielschule, sondern auch eine Bühne, wo freie Kompanien produzieren. Zum Beispiel das Neue EnsembLe, keine Amateure, gestande Profis. Tanz. Zur Enstehung hier entlang!

…..bis wir schließlich vor der ehemaligen Schreinerei der Felina-Werke in der Mannheimer Neckarstadt-Ost stehen. Vor der Tür erwartet uns schon Sascha Koal, der frisch gebackene Theatervater.

Alles ganz nach meinem Geschmack. Und ich pilgerte jetzt also auch dorthin. Hatte einen neuen Ort der Kunst gefunden.
Ich besuchte „Feste im Freien“ Also Tänzer aus den großen Häusern der Region. Genial. Zum Teil hatte ich sie ja schon mit ihren Kompagnien tanzen gesehen. Jetzt auf diesser kleinen Bühne, die direkt am Zuschauerraum grenzt, man den immer schwerer werdenden Atem hört, den Schweiß auf der Haut sieht. Tanz ist Höchstleistungssport und wirkt doch, selbst in der Nähe, so luftig leicht.
Ich sah „Himmel in der Haut“, ein Stück des Mexikaners Edgar Chías. Mit einer choreografierten Inszenierung. Wird wohl gerade Mode.Kosminski macht das mit seinen Schimmelpfenning-Stücken am NTM auch.
Meine Twittkritk: (Ich mache das machmal)


Dann zuletzt „Jáchymov – Die Macht aus der Tiefe (UA). Tanzmonument für einen vergessenen Ort“

Progarmmheft „Wovon wir träumten“.

Ich twitterte nichts. Ich wollte bloggen. Wie immer nicht rezensieren. Nur erzählen, wie ich es empfand, was ich empfand, was es mit mir machte. Es geht um Japanische Picture-Brides und ihrem nicht einfachen Leben bis hin zur Deportation in Lager nach Kriegsbeginn nach 1941. Es gibt keine Charaktere, wie wohl im Buch auch. Sprachchor herrschte vor, man hätte den Damen 2 Proben mehr zur Abstimmung gegönnt. Sehr schön immer wieder „Es waren die Frauen… von Shumona Sinha. Im düsteren Raum, durch ein Andreaskreuz aus Folie getrennt. Davor abwechselnd Einschübe in schnell übergezogene Anzugjacken. Von Hannah Arendt und…. Übergänge zu unserem Heute, mit Akten in der Hand, das verwaltete Elend. Konsequent aus weiblicher Sicht. „Die schwachen Männer“. Die Männer die gezwungen wurden politische Gründe zu erfinden, vor den Augen der Einwanderungs-Beamtin. Die Beamtin, die weiß, dass sie von den asylsuchenden Macho-Männern nicht akzeptiert wird, als Frau, aber es nicht zeigen dürfen. Das Gebashe der Mutter-Theresa-Frauen war mutig. Ein starkes Stück von Rainer Escher (Textfassung, Regie und Bühne) und der Dramaturgin Angelika Wendt (sic) über die Unmöglichkeit von Kommunikation. Das Ensemble trat beherzt auf, varierte das Spiel, was nicht einfach sein dürfte, wenn es keine Namen oder Personen gibt. Ich war beeindruckt und bedrückt.
Ich konnte nicht gleich bloggen, irgedwie zogen die Kissen und so wurde das eben auch ein Posting über den Wert eines Links und der Vernetzung im Analogen.

Kommen wir zum Fazit: Ich hätte das Felina-Theater als Profi-Kunstort früher entdeckt wenn….
Ceterum Censeo es noch soetwas wie den Meier gebe. Online. Für die Vernetzung! In meinem Post zu Bloparade „Digitale Kulturvermittlung“. Tennisbloggen , alla hopp! Im Zweiten Teil, nach unten scrollen)..

Jetzt langt’s aber, gell?

Im Netzwerk der Kühlschränke

Ich kann mir nicht helfen. Das musste ich schreiben. Die Kulturfritzen veranstalten für die Schaubude Berlin auf Twitter & Co ein

#THEATERDERDINGE – DIE SCHAUBUDE BERLIN UND DIE DIGITALISIERUNG

Symbolbild Kühlschrank

Symbolbild Kühlschrank


Der Dinge?“ Das Internet der Dinge wird in Berlin auf der IFA gefühlt seit Jahrhunderten beschrieben als der sich selbst und Waren bestellende Kühlschrank. Es ist interessant, dass es scheinbar mehr als zwei Theater in Berlin gibt, glaubt man gerade den Kommentaren von http://nachtkritik.de Lesen sie nun ein Verbindungsprotokoll aus einem natürlich fiktiven Theaterkühlschrank (es gibt ja nur 2 Bühnen). Es fehlt Bier.

Protokoll an
shakehands
connected
Refrig Theatre OnTheSpree
Order on

Order!
„3 Kisten Bier“
Order denied
What?
Order denied!
What the fuck?
Benimm dich, hier ist nicht die Bühne!
Ich brauche Bier, wir haben Vorstellung!
Mit Pause!
Schenk Schaumwein aus, wie alle.
What the…. Habt ihr sie nicht mehr alle?
Theatre-Contingents for Bear dissipated!
Was? Was soll denn das?
All Theater Beer delivered to Volksbühne.
Kunst geht vor!
Was, wieso Kunst, es geht um Bier!!!!
Neues Stück! „Fick dich Senat“
Hä?
Der Intendant schmeißt Flaschen ins Publikum
auf eine Gummipuppe und die Fahne Berlins.
Ja und?
5 Stunden lang. Das verbraucht alle Kapazitäten.
Alle bekloppt.
Nachtkritik und der Tagesspiegel feiern mit.
Zusatzprotokoll shakehands connectet
Refrig Schiffbauer @Theatre OnTheSpree
Problem solved
Intendant bringt Nachschub von uns
per Boot.
Thanks, die Weigel sei mit Euch.
Protokoll hands off
Disconnected

Zusatz von Zentrale:
Das Problem ist bald gelöst.
Wir übernehmen.
Lang lebe die Künstliche Intelligenz!
Alle: Venceremos.

#wirsinddasnetz, Männerspielerin!

Wie cool ist das denn?


Ok, von vorn, soviel Content muss sein. Es gab da eine Blogparade zum Thema #theaterimnetz. Und ich schrieb einen Post dazu. „Lasset uns die Theater benetzen“. (Und irgendnwie wächst die Klickzahl davon immer weiter, ohne Bots feststellen zu können, täglich). Kennt ihr! Marc Lippuner, der Kulturfritz fing nun an, genau das umzusetzen. #theaterimnetz. Als Regisseur für Portfolio inc inszeniert er „Die Männerpielerin“ im Theater unterm Dach Berlin. Er lud unter dem Hashtag #ichbinnin ein mitzumachen in den Social-Medias ein. Dazu (unter anderem) legt er auch ein sehr beachtliches Tumblr an. Für das ganze Stück die Männerspielerin. Ich beteilige mich auch, Marc hat einiges in den Tumbrl übernommen und wohl auch in die Inszenierung selbst. Hier im Blog war #ichbinich als Animation zu sehen und genau davon prangt jetzt da oben ein Screenshot auf einer Berliner Bühne. #tusch.
Ist das nicht eine Story? Aber das geht ja noch weiter. Dieses #ichbinnin, die Selbstinszenierung hatte ich ja die ganze Zeit schon als Thema bei #ichbinhier der Blogparade der Kunsthalle Karlsruhe, samt Tweetup dazu . Es ist DAS Thema scheinbar überall. Und jetzt die Assoziationskette: Wibke Ladwig, die Webrangerin wurde auch zu Nin und nun ja, also, so als Mann, wie sollte ich da Nin sein und dann fiel mir ein dass „Ich bin“ bei mir hieß „Ich bin der König der Nacht“ in dem Musical „Singe beim Babbln‚, das ich mit Rainer Emese 1983 schrieb, inszenierte und den Impressario spielte. Und das Bild da oben zeigt mich genau bei diesem Satz. Vom Viernheimer Bürgerhaus 1983, als das Netz noch DFÜ hieß= Datenfernübertragung und die Telekom noch die Bundespost war und das Theater unter dem Dach noch in der „Zone“ lag 🙂 Zeitgleich beschäftige ich mich im hier und heute mit Dada und werde dazu auch in Leipzig lesen. Ihr wisst das ja. Ich bin mir immer noch nicht sicher was diese „Lost Generation“ um Miller, Nin mit dem Dada zu tun hatte. Marc hat auf jeden Fall ein Foto von Man Ray, dem New Yorker Dadadist mit Nin und Miller, mit übernommen und ja so ging das mit dem Swish-Ding da…. Ja also, so war das und ist das noch. In Berlin spielen sie gleich wieder die Männerspielerin, gerade, da ich das schreibe. Cool, oder? Was ich eigentlich sagen wollte: #theaterimnetz muss man machen. Einfach nur machen. Danke Marc, ein Schritt nach vorn! Cool und soweit die Zeit reichte. Wenn die Welt gut mit mir ist komme ich im April oder Mai vorbei! Man muss das machen, keine Konferenzen dazu abhalten! Obwohl…:) Ach immer dieses elend lange Storytelling, von Opa und seinen äh, nein keine Kriege, #vernetzen ist viel besser.

Der Hugo, der ein Gutsl war

Gutsl, ausgeteilt bei "Das Leben des Anderen"

Gutsl, ausgeteilt bei „Das Leben des Anderen“

Also ein „Gutsl“ ist ein Bonbon, aber mir war nach Heimatlichem. Aber von vorn …

Ich war in „Das Leben des Anderen“ von und mit Boris Ben Siegel, dem Chef des Theater Oliv, aber aufgeführt im Technoseum Mannheim, warum auch immer. Im Rahmen der Blogparade #theaterimnetz sprachen wir darüber und Mathias hatte einen Link, als er über das Theaterfestival Schwindelfrei bloggte. Ich war gespannt. Es sollte ja alles via Whatsapp laufen, was aber nur im Fatzebuch stand, die Telefonnummern wurden am Kassentischchen für einen Gruppenchat erfragt und ich staunte, wie viele da mitmachten. Die Phonnummer an Wildfremde herausgeben. Nun ja. Es ging ja um die Sicherheit der Handys. Aber ich benutze ja #ausgründen kein Whatsapp. Es konnte mir egal sein.

Tatsächlich ein Smartphone auf der Bühne, der vermeintliche Homescreen auf eine Leinwand gebeamt und es begann gut. Der Sprachtext des Einmannstückes, genau abgestimmt mit dem Text auf dem Handy mitsamt den Schwierigkeiten mit den dicken Fingern auf der Tastatur und dem Kampf mit der Autokorrektur. Ich lernte später, dass wir „nur“ die „Webapp“ von Whatsapp sahen, im Browser von einem Laptop auf eine Leinwand gebeamt. Nun ja, auch gut.

Also die Handys waren getauscht, siehe den Text in der Ankündigung und des ging los. Ein Sexist vs. Ausbeuter in der Textilbranche. Tatsächlich. Bestimmt verhandeln die Investoren in neue Fabriken über Whatsapp im Flugzeug über die Standorte und die Geldfreigabe. Bestimmt. Aber ich will nicht zu viel Spoilern. Jedenfalls endete der „Kampf“ bald und Herr Siegel leitete seine Gruppe sanft in einen Chat, der eigentlich ein Anmachspielchen war. Aha. Dazu ist also das Netz da. Ah ja. Wie immer. Und ja, die Handys der Gruppe klingelten lautstark, wenn eine neue Nachricht ankam. Ich twitterte ein paar Mal, aber es passierte ja nicht viel. Irgendwann lief der Chat dann auch ohne den Chef und der sprach nun zu uns als Mensch, nicht als Christian, den Protagonisten. Ich dachte jetzt, da käme jetzt endlich Theater, aber nein. Es kam die deutsche Moralkeule. Klammheimlich. Was der gute Mensch doch sah, im realen Leben, ohne Handy. Die Idioten chatten ja immer noch. Er trank mit einer Dame in der ersten Reihe Dosen-Hugo, warum auch immer. „Pestdramatik“, sagten sie dazu im Nationaltheater dazu, bei „Leonce und Lena“.


Uns anderen wurde als Hugo-Ersatz Gutsl ausgeteilt, die hinteren Reihen auch regelrecht damit bombardiert. Ich dachte schon daran zurückzuwerfen, von der anderen Seite der 4. Wand, aber ich war zu müde. Dann auch noch die Kritikerschelte, wegen irgendeiner Ibseninszenierung, die Herrn Siegel zu unpassend für das 19. Jahrhundert war. Ich hätte mich ja gemeldet, aber es wurde ja nur nach jemand von der Zeitung gefragt. Wie immer.
Zum Schluss, via Sprache und Text, die Frage was man von solchem (Ibsen) und dem gerade laufenden Stück halten solle. Es gab verhaltenen Applaus und als Zugabe sozusagen Hänschenklein nach einiger Browserfummelei von Youtube gekitschstreamt. Was man halt von seinem Publikum so hält und diesem Internet. So deutsch, wie gesagt.

Ich habe aber durchaus gelernt (für meine Projekte):
Text und Sprache auf der Bühne gleichberechtigt kann funktionieren, so das Publikum in der letzten Reihe das auch sehen kann und wenn man das inszeniert so will. Nur größer müsste der Text sein. Ich liege meiner Flash-Programmierung richtig.

Das hätte ein gutes Stück werden können, wenn man nicht einfach nur einen Sketch moralisiert aufgebläht hätte. Schade! Vielleicht doch den Nussknacker tanzen? 🙂

Auf ein Storify verzichte ich und blende die paar Live-Tweets hier händisch ein. Der Chat mit dem Technoseum dazu kam gut. :))


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Lasset uns die Theater benetzen!

WeiweiWasser über die Theater gefuchtelt als Teil der Blogparade #theaterimnetz, ausgerufen von… Anne Aschenbrenner, Marc Lippuner, Michael Stacheder und Reinhard Widerin … im Blog der Kulturfritzen.

Ich bin nur ein kleines Theaterbesucherlein, kein Theatermacher, das als Rentner so seinen Senf dazu gibt, manchmal.
Foto von Alice Scheerer, der @bogenfenster (Danke!) vom #schiller2go Twittern von der Bühne des Schauspielhauses im Nationaltheater Mannheim.
mikel_twittert
Ich hatte hier kommentiert, beim Vorgängerpost der zur Blogparade führte, aber man solle dann doch den Blog paraden. Bitte schön.. Ich weiß also nix wirklich, denke halt so meinen Teil und lasse Gedanken schnellen. Wenn also alles ganz anders ist, ja nun… Also ich teile meine hohlen Bauchansichten. Wenn ihr was gebrauchen könnt…

Es tat sich schon was, früher… Vom Tweetup #relup im @Theat_Heilbronn

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Missionen, digitale…. Part II

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(Eine ausufernde Antwort auf den Kommentar zum Blogpost Missionen, digitale…. Das reicht auch für einen eigenen Beitrag, wenn schon, kostet nix und hält bei guter Laune!)

„Schade, dass Sie in Ihrem Beitrag nicht auf Ihre Erfahrungen der Partizipation im Theater eingegangen sind, bestimmt hätte das die Diskussion und den Erfahrungsaustausch noch weiter angeregt. Vielleicht haben Sie bei Gelegenheit hierzu noch Ergänzungen für den Austausch zur #BesucherMacht.“

Schreibt das Blog „Marta Herfort“ an das Ende eines Kommentars zu meinem Beitrag der Blogparade #BesucherMacht aus gleichnamigen Museum. Siehe hier: Missionen, digitale…

Na dann! Als passiver Altersteilzeitler mit schleichendem Übergang in die Rente wollte ich meine alte Liebe zum Theater wieder aufnehmen und fand im Nationaltheater unserer Nachbarstadt Mannheim in 20 min Straßenbahnnähe interessante Dinge. Das Theater leistet sich eine ganze Sparte zur Partizipation: „Die Bürgerbühne.“ Man nimmt das wirklich ernst, als theatrale Komponente, nicht als sekundären Anhang, als pures Marketing-Objekt oder Pädagogik! Finde ich immer noch mutig. Siehe die Linkliste der Website!

Screenshot der Website des Nationaltheaters Mannheim.

Screenshot der Website des Nationaltheaters Mannheim.


Bürgerbühne bedeutet dort: Laie trifft auf Profi und sie machen etwas zusammen.
In Workshops, Spielclubs kann man tanzen, spielen, gemeinsam Stücke ansehen und besprechen, alles spartenübergreifend, auch für Kinder und Jugendliche. In den Inszenierungen der Bürgerbühne gibt das Theater ein Thema vor, man sucht dazu Menschen, castet und führt Regie. Nämlich: Die Story aus dem Leben der „Darsteller“, vom Regieteam in literarische Sprache gebracht, dramatisch umgesetzt und hier auch als Inszenierung im Spielplan des Schauspiels verankert und verkauft, wie den Schiller oder Verdi auch. Oder aber von der Oper & spartenübergreifend das Geräuschorchester. Der erste Versuch „Geräuschorchester #1″ – Mannheimer Bürgerbühne“ war durchaus beeindruckend siehe hier den Trailer auf Youtube. Das ergibt dann durchaus „Theater“, ich besuchte eben gerade die laufende Produktion „High-Voltage“, bei der ein „Kollege“ aus dem Marketing-Club mitmacht. Das ist sehr ordentlich gemacht! (Empfehlung!).
Das ist geerdetes Theater mit Anspruch! Community-Bildung, letztendlich auch Kundenbindung. Win-Win. Da gibt es keine postdramatischen Halbgötter, die Abonnenten durch die 4. Wand zerren um sie auf der Bühne mit Brecht zu Shakespeare remixen, es ist eine theatralische Annäherung von beiden Seiten der 4. Wand.
Worauf ich hinaus will! Das Besondere daran: Man macht etwas zusammen! Da gibt es keine „Besuchermacht und Kämpfe“, die Deutungshoheiten im Theater intern kann ich nur ahnen …
Das ist alles Top-Down, aber wer weiß, vielleicht gibt es auch einmal Bottom-up? Nein, über Aufführungspraxis würde ich mich ungern streiten oder im Museum über „Ist das Kunst, oder kann das weg?“. Nein, nein.
[Off topic: Um das einmal ironisch an die vielen medialen Sozialisten in meinen Timelines zu melden, die sich mühen müssen für ihre Kunden: Das Theater hat Contentmaschinen (man nannte sie früher Autoren) seit Jahrhunderten und Storytelling? Hahaha, Theater ist seit Jahrtausenden multimediales Storytelling, mal daran gedacht? Die Auszubildenden von DM machen irgendwie Theaterworkshops mit z.B. …Ähm, sorry, geht ja schon weiter.]
Deren Bürgerbühnen, Volksbühnen & Cie gibt es viele und also gab es in Mannheim das 2. Bürgerbühnenfestivalsiehe Nachtkrikik.de („Ermächtigung als ästhetische Praxis“ 🙂 . Konsequent lud die Marketingabteilung zu einem Marketing-Club (die Originallinks des Theaters sind wohl im Relaunch der Seite ertrunken), der da hieß: „Club der Mouseclicker- und Face-to-Face-Blicker“. Ja, das ist ein Name 🙂
Meine Erfahrungen habe ich direkt anschließend hier beschrieben. Gilt nachzutragen, dass für die Marketing-Profis das Gehetzte in das nächste Festival bereits begonnen hatte und doch zwei zauberhafte #schiller2go Walk & Music bereitstellte. Längst vor dem Städel hier bereits die Idee nicht nur Twitter, sondern auch Facebook, Instagramm & Co mit einzubeziehen. Ein Schillerfestival im Social Media, wenn das nix ist. Und ja, den Club, den ich für diese Spielzeit gebucht hatte, hier lyrisch verortet, verließ ich dramatisch wegen Inkompatibilitäten mit anderen Mitgliedern. Die Kritiken des Abgangs waren nicht immer gut. 🙂 Ich erwähne das nur, damit mir klar ist, dass solche Dinge gruppendynamisch nicht immer einfach sind. Also Warnung für das Kommende.
Ja, Tanja, der Hinweis auf den Link hätte genügt, aber ich hatte urplötzlich Ideen, als der Kommentar von „Marta Herford“ kam. Übrigens sehr gelächelt über die unkonventionelle Namensgebung. Das sind unangeforderte, selbstfahrende Ego-Brainstormings:)

Assoziation 1:
Meine erstmalige eigene, nicht verschulte Begegnung mit Kunst hatte ich überwältigend als Grundwehrdienstler in Kassel während der Dokumenta 5., siehe hier. Die Orangerie in der Kasseler Aue war damals ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, wie es sie zu Tausenden in der alten Republik gab, mit Matratzen & @all. In einer dieser spontanen Diskussionen zur Dokumenta, ob sie denn revolutionär genug wäre oder doch nur eine Ausgeburt des reaktionären und imperialistischen über dreißigjährigen Establishments sagte ein Mädchen (11. Klasse sintemals). „Für mich sind Museen Wohnzimmer für alle, wo auch den Werktätigen, wie uns (ihr Vater war Prof. 🙂 ) Kunst zugänglich ist. Freier Eintritt für alle!“ … Wohnzimmer!

Assoziation 2:

Jacques Outin, begnadeter Lyriker und Mensch, mit dem ich im gleichen Verein auch schon las, vermacht seine Sammlung der Kunsthalle Mannheim (der medial gebeutelten, wg. Direktor, Loch und Neubau) und im Vorgriff darauf gab es eine doppelt kuratierte Ausstellung. Ein Teil Jacques, ein Teil der Kunsthallen-Moderator. Für mich eine faszinierende Ausstellung, weil eben auch die Distanz zum Privaten gebrochen war, ein nicht-bildender Künstler auch sein Ego mitkuratierte …. privat und museumskuratiert.

Assoziation 3:

Mir geht es dabei, wie so oft, vor allem um die Gespräche über Kunst und zu Kunst, mit Künstlern etc., auch von Nichtprofis. Das täte allen Premierenfeiern und Vernissagen gut, wo zu meist nur in den eigenen Kreisen geredet wird, kaum durchmischt wird. Was sagt man auch zum anwesenden Künstler, außer „Gefällt mir, #iLike“ oder gar zu einer noch ausgepumpten Schauspielerin? Das hat so oft den Geschmack von „Elternabend“ …#ächzt

Ihr wisst, was jetzt kommt. Mein Vorschlag und ich weiß noch nicht einmal, ob der neu ist. Das muss nicht Bürgermuseum heißen. #besuchermacht wäre für meine Begriffe dann ein ganz hervorragender Slogan. Einfach ‚mal machen, sich trauen. Ein Wohnzimmer in einer Ausstellung, ZUSAMMEN kuratiert, von gecasteten „Bürgern“ und den Profis. Wenn ich die Gesellschafterliste des Marta so durchlese, gäbe es ganz transparent auch die Möglichkeit das „Wohnzimmer“ mit zu designen. #zaunpfahl. Lokal und vor Ort. Theater und Museum eint, dass da Mensch hingehen muss, um das Original zu erleben. Keine digitale Sammlung, kein Livestream wird es wirklich wiedergeben können, was nicht heißt, man solle das nicht machen, das ist als Ergänzung bestimmt sehr nützlich. #besuchermacht als Prozess, einmalig zu einer bestimmten Ausstellung, als wandelnde Dauerausstellung und innerhalb des Museums als etablierte, budgetierte Abteilung, oder wie das da heißt.

Nur so mein Senf …

Und wegen der Digitalität: Warum gibt es keine Online-Abteilung eines etablierten Museums, das angekaufte Online-Kunst als Exponate im Netz und vielleicht im Museum zeigt? So viele Videokünstler und andere es gibt! Möge die Macht mit ihnen sein oder das Auftragswerk … :))

#schiller2go #walk

fresh
Mein 3. Theater-Tweetup. Quasi zu Hause, dieses Mal. Zum Einsatzpunkt hätte ich die 4,5 km fast laufen können. Das war aber ein Event des Nationaltheaters Mannheim und ergo war das nicht einfach ein Tweetup, sonder ganz nachpostmodern ein „Schiller-Mashup aus Instameet-Tweetup-Bloggerwalk“ und das ganz legal! Zu Ehren der 18. Mannheimer Schillertage. In Kooperation mit den Instagramers Mannheim. Und das hat Maren Rottler und ihre Damen vom Theater-Marketing gekonnt ausgelotet und unaufgeregt gemanagt. (Danke, danke!)
Im Gegensatz zu den beiden Theater-Tweetups in Heilbronn und Koblenz keine Probenbeobachtung einer Produktion, was sicher auch seinen Reiz hat, sondern wirklich ein „Walk“. Vier Stunden und einige Kilometer lang, mit viel Zeit sich zu unterhalten, warum auch die Vorstellungsrunde ausfallen konnte.
Zuerst die Spielstätten in der ehemaligen Ami-Kaserne Benjamin Franklin Village, die aufgegeben der Konversion harrt. Eine Geisterstadt, als ob die Aliens die Menschen dort abgesogen hätten. Interessant wie ganz anders die „Instagrammer“ sich Themen im Livestream wirklich bildlich näheren, der Text dahinter verschwindet. Ein gemächliches Gelaufe auch an meinen Erinnerungen (ich berichtete) entlang, als das Gelände fast offen war, an die „Ami-Messen“ dort, die NCO-Clubs, den Whiskey und die Kippen aus der PX. Dann die Fahrt mit der 5, formerly known as „OEG“, eigentlich mein ganz alltäglicher Weg in die Innenstadt. Wirklich interessant eingeführt und wegbegleitet von einer der Dramaturginnen des Festivals Lea Gerschwitz, klar, verständlich, kompetent. Nie vergessen: Alle DramaturgInnen sind Nachfolger Schillers, gell. Von ihm geführt worden zu sein wäre bestimmt anstrengender gewesen, bei all dem Genius! 🙂 Bermerkenswert auch die Beiträge aus Weimar, Recklinghausen (vom Schnawwl) und Berlin, siehe das „Storify“, unten verlinkt. Und so kamen Castorfs Räuber auch zum tragen…dank der Kulturfritzen und ihrem Guerilla-Marketing.

Und in diesem Schreibmoment hat Julia ihren Blogpost auf Facebook angekündigt und dem habe ich wenig hinzuzufügen, also lest bei ihr doch gerne weiter!

Vielleicht nur soviel: Unser „Schillerexperte“ Alexander Wischniewski ist zertifizierter Mannheim-Stadtführer, oder wie man das nennt und auch Theatermitarbeiter. Die Vielfalt an Talenten im Marketing des Nationaltheaters ist bemerkenswert! 🙂 Und irgendwie hatte das alles etwas von „Vanitas“. Der morbide Charme der verlassenen Kasernen und dann der Gang durch Mannheim. Die Wohnsitze des Herrn Schiller sind fast alle unbekannt, er war ja auf der Flucht vor seinem schwäbischen Herrn. Die „Zuneigung“ der Mannheimer zu der jetzigen Hauptstadt Stuttgart nahm wohl da ihren Anlauf. Und ja, wie immer der Hinweis von Alexander an fast jedem Ort: „Zerstört im 2. Weltkrieg“, wie ganz Mannheim und da rennen wieder Narren durch die Gegend und heben den Arm. :(( Ja, das Nationaltheater war auch zusammengebombt und wurde über einem Luftschutzbunker neu aufgebaut. Bleibt wie immer die Frage, warum bauten die Mannheimer ihre Schillerbühne am Goetheplatz? Aber gut ist jetzt. Am Montag gibt es den 2. Teil #schiller2go #music. Ich werde berichten.
Das Theater hat auch ein Storify erstellt, bitte folgt uns doch nach, wie viele live , wir waren zwischendurch sogar „TTT“: Twitter-Trending-Topic.
story_walk

#waschtag

(Aus der Reihe Twittertheater #unvollendetfurchtbar)
Ein Pro log.
Und jetzt @all, freaks, folks, Arschlöcher, Frauen, Männer und @Euch Normalos für heute nochmal: „Die luschdigen Weiber von Windsor“, Oper! Da wird nicht mitgeklatscht. Keine Sternenspritzer, die Kripo wacht!
Der #hashtag lautet #waschtag Mit dubble u. Ach Jungspunde, das Ende von VW, am Anfang, der cashtag war gestern! Merkt euch das, ihr habt das auch via WhatsFrapp bekommen und wtf sonst wo. Also das ist eine SM-Theaterproduktion. Die Tweetup-Groupies kommen noch, die Instagramer seilen noch zwischen die Vorhänge. Vorsicht, dort hat der Wagnerverband immer noch Heckendrohnen aus dem Ring versteckt. Irgendwo verkauft der Castorfclone Anstecker für den BaalFaustRichard, den er unter der Bettdecke schrieb. Der ausgestopfte Peymann ist desinifiziert und kann auch von Kindern wieder benutzt werden. Und wer nicht tweetet fliegt ‚raus. Retweets gelten nur im 10-er Pack. Facebook muss man nicht extra bemühen, alles wird automatisch dorthin gepostet, wo es Zuckerman will, vielleicht lest ihr euch ja mal selbst, dann sagt uns Bescheid. Fax Nummer steht im Impressum, ihr könnt mich und hallo das Introjingle, mein Gott jetzt sagt die Dirigentin wieder Over-Türe statt Intro. Sie hat schon wieder den #hashtag vergessen. Wisst ihr was? Ich schmeiße hin.

Vergessen Sie nicht ihr Handy wieder einzuschalten!

(Aus der Reihe Twittertheater #unvollendetfurchtbar)
Vergessen Sie nicht ihr Handy wieder einzuschalten. Hat Sie je irgendwer daran erinnert? Dauernd und überall werden wir daran erinnert es auszuschalten. Damit nix klingelt, nichts dröhnt, damit im Halbdunkel der Bühnen und Säle die Kunst alleine schwebt und küsst, drangsaliert, damit alleine alles von oben kommt, dort droben, wo die Kunst alleint und uns teilhabt an der Muse und dero Anapage. Und niemand sagt, dass wir es danach wieder einschalten dürfen. So lange es keine Apps gäbe, die es uns erlaubten, an der Gaderobe, kurz danach, im Rausch der Sinne, Karten, oh Verzeihung, gnäfrau, Tickets für das nächste Ding online booken könnten, wo wir wieder das Handy ausschalten müssen, weil es doch stört.
Und dann wird auf den Bühnen wieder gefochten und aus Musketen geschossen. Bomben fallen nie auf den Bühnen, es sei denn die echten. Aber das sind dann Angriffe auf die Kultur, barbarisch.
Es finden auch nie Feuergefechte statt, aber gerne Degen-Gedingse. Die Laser-Schwerter der Yedi-Ritter im Atomgestöber des Todesterns sind so Theater mit Video.
Vergessen Sie nicht nicht ihr Handy wieder einzuschalten. Es könnte sein, dass Wagner anruft, weil ihn Mozart küssen wollte. Und keine Nachtkritik via Twitter & Co. Das kennt der Peymann nicht oder was es der Paymen? Vergessen Sie nicht ihr Handy wieder einzuschalten und es zu benutzen. Gleich sofort. #hashdentag

#TweetupKo Besuch der alten Dame

Ballett, die geheimnisvolle Welt, fast in sich geschlossen. Dem Sport ähnlich ist es eine junge Welt. Tänzerinnen sind zu schnell für eine Galaxy Kamera, so kommt Bewegung ins Bild.

Tweetup beim Theater Koblenz zu der ersten Hauptprobe Probe von:

„Der Besuch der alten Dame“ Ballett von Steffen Fuchs nach Dürrenmatt.
Mit Musik von Frédéric Chopin, Camille Saint-Saëns, Paul Hindemith und Henryk Górecki.
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Twitter-Theater


Diesen text als pdf downloaden
(Überlegungen, auf Sehnsüchten beruhend, ausgelöst durch den Tweetup im Theater Heilbronn, siehe hier.)

Theater!

Ein uraltes Format. Einst das Leitmedium. Es gab ja kein anderes. Hat den Buchdruck, das Radio, den Film, das Fernsehen überlebt. In zich Variationen. Und doch ist es elitär. Muss seit eh und je vom Souverän gestützt werden, wenigstens bei uns. Auch wenn der Souverän, zumindest steuertechnisch, das Volk ist. Aber im Prinzip könnte heute jeder ins Theater gehen. Theater war meine erste Liebe. Ich spielte und schrieb.
Und dann kam das Regietheater, das oft sehr grausam mit den Autoren umspringt, die Lust professionell zu schreiben ging, auch angesichts der Verdienstmöglichkeiten. Und ich ließ es, wandte mich der Lyrik zu, dem Dialekt, fern ab des Betriebs. Langsam aber sicher gibt es eine Wiederannäherung. Und die Lust zu schreiben. Nicht mehr zu inszenieren, zu spielen. Kein Amateurtheater mehr.
Und dann kam Twitter.

Ich wollte Twittertheater, siehe hier und das nicht nur wegen der Twittertheater-Woche. Interaktiv. Mit drei Ebenen: Bühne samt Twitterwall (eine Einblendung der Tweets auf Leinwand oder ähnlichem), Twittern aus dem Publikum, Twittern weltweit, per #Hashtag (ein Schlagwort, zum Auffinden von Tweets zum gleichen Thema.)

Was ist letztendlich die Faszination von Theater? Reale Menschen agieren in Echtzeit, es bringt Menschen in einem Raum zueinander.
Was ist die Faszination von Twitter? Menschen schreiben in Echtzeit, agieren (manchmal) weltweit miteinander. Und manche machen eine Kunst daraus, bemühen sich zu mindest darum.
Das uralte Medium Theater öffnet sich den neuen interaktiven Medien in elitärer Form, weil alles live, transparent geschieht und doch weltweit ist. Keine statische Verfilmung, keine Fernsehübertragung, was natürlich genauso möglich wäre. Twittern als literarische Spontan-Kunstform.

Wenn denn Theater Menschen real zusammenbringt, als Kunstform und die Welt draußen soll teilhaben, dann müssen Twitterer AUF die Bühne, als Person und in Echtzeit via Smartphone, Rechner, Tablet, das entscheidet das Bühnenbild. Facebook etc. scheidet für meine Begriffe aus rechtlichen Gründen aus, da sich das Netzwerk Urheberrechte an den Veröffentlichungen in den AGBs vorbehält und auch als Kunstform weniger taugt, die Begrenzung auf 140 Zeichen von Twitter ist alleine eine Herausforderung. . Aber Teilhabe via Social Media kann nicht „geschrieben“ werden. Verabschieden wir uns von einem „genialen“ Autor. Es lebe die Regie, die Dramaturgie und das Social Network.

Twittertheater wäre daher eine Art Spektakel. Feste Größe dabei: Twitterer auf der Bühne, die live dazu schreiben. Als Kunstform, immer in der Gefahr auch zu scheitern, dem Sport ähnlich. Die dramatische Spannung im vorher, in der Vorstellung und danach.

Die Idee von Christian Marten-Molnár in Heilbronn zu Satie Texte von Sibylle Berg zu spielen brachte mich auch weiter! (Siehe hier)

Die erste Ebene, die Ideengebung bringt das Theater. Egal ob Musik, Text, Ballett, Performance, was auch immer.

Die zweite Ebene bringen die engagierten Twitterer ein, mit fest vom Theater eröffneten Accounts auf einer Twitterwall auf der Bühne. (Ich könnte mir vorstellen, dass die Firma Twitter, Inc. durchaus gerne kooperiert, dies offiziell macht.) Und die erste Ebene interagiert mit der Zweiten, in dem im Wechsel mit den Vorstellungen (wahllos?) ausgesuchte Tweets vorgelesen werden, stellt sie damit auf eine Stufe.

(Die Tweets werden archiviert und zweitverwertet. (Steht so im Vertrag mit den Twitterern. Ich schlage vor den Autoren-Twitterern die eigentlichen Rechte zu belassen, dem Theater aber eine zeitlich begrenzte Verwertungsrechte einzuräumen, aber bin ich Jurist? Wie auch immer. Gedruckt als Buch, als eBook, gedruckt auf einer Paperwall im Foyer???? Als Analogbotschaft.de etc.)

Die dritte Ebene ist eine Twitterwall für den #Hashtag weltweit. (Überwacht, damit notfalls bei Missbrauch (politisch, homophob oder Ähnliches) abgeschaltet / gefiltert werden kann.

Da dies hier ja keine theaterwissenschaftliche (oder sonstwissenschaftliche) Abhandlung sein soll und will, sondern nur eine Anregung, skizziere ich einfach einmal ein Spektakel, von dem ich nicht annehme, dass es zustande kommt, einfach als Verdeutlichung!

Was ist eine Bühne anderes als ein dreidimensionaler Monitor?
Also ist die Bühne umrahmt, wie heute auf Websites üblich. Links und rechts als „Sidebars“ die Twitterwalls. Oberhalb der „Header“ auch eine „Leinwand“ auf der Werbung für das Theater läuft. Trailer für kommende Veranstaltungen, alte Inszenierungen etc. Ein Liveticker mit Meldungen, wie bei CNN, in meinem Fall wären es Meldungen zur politischen Lage im Elbenland. Immer durchbrochen mit einem Bild eines Brust abhörenden Menschen.

Auf der Bühne ein Großraumbüro, in dem 5 Twitterer an Rechner mit dem Gesicht zum Publikum sitzen. Auf einem Sockel steht als „Denkmal“ DER Dichter und deklamiert in hohlem Pathos Gedichte, allen voran die Glocke und populäre Zitate wie: „Das ist des Pudels Kern“, „Pappenheimer“, „Da steh ich nun, ich arme Tor.“. Zu seinen Füßen zwei „moderne PoetInnen“, klein gekuschelt, auf Kindergartenstühlchen die korrespondierende surreale/gaga Gedichte aus dem Netz deklamieren, im Stil der 20iger. Sollte ich das wirklich machen, wären welche von mir dabei :)) (Rechte klären nicht vergessen).

Als Einlagen Musik-Performance wie z.B. von Dorothé Hahne (siehe hier). Seitlich im Büro der „Vorgesetzte“ der Twitterer, der ab und zu „kontrolliert“ und Tweets vorliest.

Aus dem Publikum, via Eintrittskarte ausgelost ein Zuschauer, der Tweets von der #Hashtag Twitterwall vorliest.

Falls Pressevertreter anwesend sind, werden sie auf die Pressebank auf der Bühne ganz hinten gebeten.

Im Hintergrund druckt jemand die Tweets aus und legt die Blätter den Tweetern auf den Schreibtisch in einen Ablagekorb.

Dauernd unterwegs ein/e Maler/in, die Schnellporträts erstellt und in einem Rucksack aufbewahrt. Maf Räderscheidt würde das bestimmt können :))

Dazwischen ein Fußballer, der unerklärt im Vordergrund ab und an einen Ball über die Bühne treibt.

Geleitet wird das Ganze vom Inspizient, der offen sichtbar das „Stück“ via Mikrofon laut lenkt und die einzelnen Gigs für alle hörbar aufruft.

Und ewig zieht die Tweet-Karawane der Twitterwall entlang.

Ab und zu wird in die Twitterwalls Werbung eingeblendet, aber als reales Schild, von der Bühnentechnik davor gehalten. Ich würde „echte“ Werbung von (lokalen) Sponsoren bevorzugen, müsste doch machbar sein.

Das Ganze als Allegorie der Reizüberflutung im Netz. Alles auf einem Bildschirm. Es ist unmöglich alles zu sehen, zu hören zu verarbeiten, man ist gezwungen zu selektieren.
Ein Stück, wie einige von meinen, die keinerlei roten Faden haben, ähnlich meinen Gedichten, die nur Aufhänger für das eigene Kopfkino sein sollen.

Ich würde dafür eine Zeit von 60 Minuten veranschlagen. Danach gibt es eine 2.Halbzeit. Die Muisk-Performance lockt als Rattenfänger das Publikum ins Foyer. Das Bühnenpersonal geht mit, es wird dort leise weiterdeklamiert, durch das Publikum wandernd. Die Tweeter verkaufen ihre Tweet, wie die signierten Porträts der/die Maler auch.

Die Werbeschilder werden durch das Publikum durch das Publikum getragen.

Nach ca 45 Minuten erklärt der Inspizient das Schauspiel für beendet. Das Personal verlässt das Foyer. Stille kehrt ein.

Und jetzt weiß ich nicht, ob so etwas funktionieren könnte. 🙂

#relup Ein Tweetup in Heilbronn.

Besuch einer Hauptprobe zu:
Relache – Heute keine Vorstellung
Musiktheaterabend von Erik Satie
Kooperationsprojekt mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn

Tweetup im Theater. Musste ich hin. Ich konnte mir nicht vorstellen, was die Gagamusik von Satie mit SpOn-Texten zu tun hätte und was das alles für ein Theater sei. Aber hei! Twitter! Wie lange schon wollte ich schon Twittertheater machen. Aus dem Theater hab‘ ich schon getwittert. Da frag ich nicht groß.
Ich erkläre das Tweetup gar nicht erst. Es steht auf der Homepage des Theaters, das Gott sei Dank nicht KätchenKnorr-Arena heißt, trotz bestimmt schmalem Budget :)) Kommt einem so, wenn man über Hoffenheim dorthin fährt, nach Heilbronn. Aber das klingt so spröde auf der offiziellen Theater-Seite, dabei hat @SchroederKatrin (Online/Presse&Co, Theater Heilbronn) seit Wochen auf Twitter getrommelt. Der Regisseur Christian Marten-Molnár folgt mir als @Kultureller auf Twitter, das ausführende Orchester twittert als @WKO_Heilbronn.
Das läuft schon recht smart, waren ja auch über 20 Leute da.

(Das Theater hat alle Tweets in einer Storify zusammengefasst, kann man also alle nachlesen. Meine Tweets gibt es hier. Zur Datenredundaz beitragend wird das hier nicht wiederholt!)

Ich verwahrte also meine Vorurteile in den Tiefen meines Rucksacks und ließ mich einfach überraschen.
Ganz schnell merkte ich, dass mir das gefiel. Kein umgekrempelter Klassiker, zur Unkenntlichkeit theaterregiert, sondern schräge Musik zu den Artikeln von Sibylle Berg, die auf einmal wirkten, herausgerissen aus dem SpOn-Umfeld zwischen (ihhh) Fleischhauer, Augstein und Sascha Lobo.
Sie twitterte später sogar mit mir. Das Ganze dezent-komisch umgesetzt, die Texte formidabel gespielt, nicht gelesen.

Vom Dramtaurgen Johannes Frohnsdorf klug eingewießen und knackig schnell hintergrundgebrieft teilte uns der Regisseur ein: Zuschauerraum, Orchestergraben, Seitenbühne=Backstage. Natürlich ging ich seitwärts. Lies mich baumeln. Und twitterte und dann kam es: Die Bergschen Verächtlichungen von „normalen Arbeitnehmern“, ein Lieblingsthema von ihr auf SpOn. Ich hatte ja schon hier auf dem Blog gemeckert. (Die Kommentare sind wegen Spam gerade zu, ich ziehe das demnächst nach WordPress um).

Aber gespielt wirkte das! Nur! Ich twitterte sofort:

Doch, natürlich gab es Rechner Backstage. Mit Theatersoftware, hhm, mein innerer Nerd wüsste da auch mal genauer… Sei’s drum. Arbeit ohne Computer gibt es seit Ende der 60iger Jahre nicht mehr. Auch wenn das noch via Lochstreifen, Lochkarten, ging und dann am Terminal. Und mein Vorurteil plärrte; „Keine Ahnung von der Arbeitswelt“.

Aber genau vor mir saß die Requisite. Mit Sicherheitsschuhen. Aufmerksam, fit. Und ertrugen uns Twitterer. Ich weiß doch noch, wie das ist, wenn man von hinten bei der Arbeit beobachtet wird. Sicherheitsschuhe, keine Helme :))

Ich rief mich zur Ordnung. Nach 3 Wochen im Ruhestand kroch der alte Sicherheitstrill hoch. Ich suchte nach Arbeitsanweisungen und es klickte! Das ist alles Arbeit, für die Theaterleute, sie ließen uns an ihrer Arbeit teilhaben, die ihnen offensichtlich Spaß machte. Mich hätte wirklich interessiert, was die Backstage-Truppe von dem Getweete hielt, die Schauspieler.
Ich fragte mich sowieso, ob die Truppe in den Unterbrechungen, während sie warteten, einfach gut d’rauf waren, oder ob das eine Sondervorstellung für uns war. Ich schätze die waren alle älter als ich. :)) Deutlich hörte ich jemanden das Esse-Musse-Wassa zur Stimmblildung murmeln. Nein, ich will jetzt gar nichts wissen, von Theater-Tarif-Verträgen, Arbeitszeiten. Das Theater Heilbronn gewährte uns eine Stunde Einblick in seine Arbeit. Was ich hoch einschätze. War gut. Hat Laune gemacht. Auch wenn ich mich als Teil einer Inszenierung fühlte. Außen die Twitterer, innen das probende Volk. Teil einer PR-Kampagne. Warum auch nicht? Win-Win.

Ich wäre ja jetzt versucht nach Berlin zur @nachtkritik https://twitter.com/nachtkritik zu fahren (ich wurde heftigst aufgefordert), wo Frau Schröder (siehe oben) etwas über Tweetups erzählt, aber nein. Ich habe so viel vor, die nächste Zeit, im Mai sind 2 Lesungen, es kocht was in der Nachbarschaft und ich hätte da endlich eine durchschlagende Idee für mein Twittertheater! Ich melde mich hier, wenn das wirklich tragfähig ist!

Danke für einen schönen Tag, Theater Heilbronn, samt Crew.

#ttw13

Dies sollte eigentlich ein Kommentar bei Nachtkritik.de werden, aber der Text scheint zu lange zu sein. Also stelle ich ihn hier ein! Zur Vorgeschichte und dem Artikel mit allen Erklärungen geht es hier:
„5 Tage, 5 Theater, 5 Stücke – die erste Twitter-Theater-Woche Second Stage“

Vorab: Ich habe vor Jahrzehnten Theater geschrieben. Für Amateure. Die großen Häuser interessierten mich immer weniger, zu viel Selbstreferenz, Arroganz in den 80igern. Irgendwann ist Mensch auch nicht mehr in der Lage abends oft Theater zu sehen und morgens früh zu arbeiten. Ich entfernte Theater aus meinem Leben. Bald werde ich in Rente gehen und die Zeit ist wieder da. Und siehe da: Ich entdecke auf den Spielplänen der Theater viele Dinge, die mich interessierten. (Ich wohne in der Metropolregion Rhein-Neckar und erreiche zwei 3-Spartenhäuser mit der Straßenbahn). Und ich twittere, gern und viel, schon im zweiten Account. Und da kommt die #ttw13. Genau das was ich zu dieser Wiederannäherung gut gebrauchen könnte. Ich begann in Bochum mitzulesen, streifte Berlin und Hannover und meine Vorurteile wurden bestätigt: Können die (noch?) nicht. Das waren Klassentreffen oder Alumnitreffen. In Hannover twitterte man den Text. Hallo? Aus dem Zusammenhang gerissene Sätze? Aber das Residenztheater in München machte dann alles richtig. Spass, Information, die Regie miteingebunden, der Text im Ursprung im Netz frei verfügbar, der gelungene Versuch „kultiges“ mit Nussecken zu etablieren, nichts war aufgesetzt. Aber die Hauptsache war der Tweetup. Einfach Menschen mit Smartphones in die vorhandene Statistenmenge unterzubringen und mit Steckdosen & Freibier zu versorgen. Genial. So weit man das per Tweetverfolgung mitbekommen kann.
Also ich wurde neugierg auf „Die Flegeljahre“.
Aber alle Vorurteile sind noch nicht weg. Geistig sehe ich die Hornbrillen deutscher Nation, die genau dies als den Untergang des theatralen Abendlandes sehen. Spass ist unernst und die Welt ist eben schlecht. Oder liege ich da auch falsch?
Interessant in diesem Zuhammenhang: Wieweit lässt sich das professionelle (und nicht gerade üppig dafür bezahlte) Personal der Theater mit dem „Zuschauer“ ein, der ja „Amateur“ ist, nichts vom erstudiertem Theater versteht, dem das „epische Theater“ von Brecht oder nicht lyrisch egal ist, zunächst, der einfach ins Theater geht, als bezahlte Abendunterhaltung (sic!)? Will man wirklich wissen, wie der dann mittätige „Zuschauer“ denn tickt? Wie wird Theater interaktiv erlebt? Darf man einfach so twittern, auch wenn das gar nicht „offiziell“ ist. Ich mache so etwas schon. :)) Nehme meine Timeline mit,wenn auch nicht ins Theater, stelle vor, was ich erlebe, kommentiere. Nicht dauernd sondern punktuell.
Was sagt die professionelle Kritik dazu? Oder auch hier die Nachtkritiker, die auf einmal Konkurrenz in der Deutungshoheit bekommen? Kreti und Pleti äußern Dinge, wie zum Beispiel dieser Kommentar von WEM?
[update 15.12. :] Ich lache Tränen, genau so dachte ich es mir, die FAZ hat nix verstanden und nennt mich „jemand“ Siehe hier![/update]
Vorschläge habe ich ja schon getwittert. Sind im Hash #ttw13 nachzulesen. Nur noch einer: Ich hätte gerne eine „Kultur-Serie“ in einem Tweet-Ereignis. Musik (ganz weit gesehen), Oper, Jazz, Hipp-Hopp, Theater, Ballett, Kunst, Performance, was auch immer, von mir aus auch via Radio oder Fernsehen mitverbreitet (live UND medial). Damit nicht nur #tatort oder #esc die trending Topics erreicht oder der Fußball.
Aber vielleicht (die Vorurteile verbreiten sich gerade wieder) ist genau dies ja erwünscht. Die „Hoch“-Kultur bleibt lieber unter sich, schön nach Sparten getrennt, bis die Demographie gnadenlos zuschlägt und die Finanzierung deselben in den Schuldenbergen der öffentlichen Hände ganz implodiert.
Aber was solls: #ttw13 war ein rasend interessantes Experiment. Danke dafür. Und die Hoffnung bleibt.

Twitter-Theater

Twitter-Theater: Beamer, Mensch am Rechner, go, live! Public. Das wärs. Öffentliches twittern. Eintritt? Aktion? Crossover? #begeistert

twitterte ich sorglos vor mich hin. Das war einfach eine Schnapsidee, einfach so hingesagt und ja, seitdem lässt mich das nicht mehr los. Es ist auf einmal mehr als eine Schnapsidee, das hat Potential.
Ich sehe es vor mir. Ein Mensch sitzt an einem Rechner auf einer Guckkastenbühne. Das Publikum sieht live seine Tweets auf Leinwand und sonstige (Netz)-Aktivitäten (Blog?) und die agierende Person nur mit dem Rücken. Die Stimme der handelnden Person kommt nur via Skype über die Lautsprecher. Interaktion mit anderen gibt es nur als Twitter-Replies / Mails. Eine Story gibt es via youtube. (vorgedrehte Teile / Musik / Tanz).
Der Mensch dort ist nicht unglücklich, nicht einsam, obwohl allein oder doch zutiefst einsam? Ich will weder ein Umjubeln des Netzes und seiner Interaktivitäten, noch das Gegenteil, die Ankündigung der entmenschlichten Kommunikation darstellen, sondern zweifeln lassen, lachen lassen, heulen lassen. Und das tatsächlich interaktiv.
Die Tweets des Schauspieler sind zwar im Stück vorgegeben, aber sie werden jede Vorstellung wieder ins Netz gesetzt und das Netz kann mitlesen. Mitreden, mitfühlen, mitlachen und das alles darf nur das zahlende Publikum, denn nur das wird gefollowt, kann lesbare Replies setzen. wLan müsste es geben.

Ob ich mir das antun soll? Eigentlich wäre das etwas für eine freie Theater-Kompanie.
Ich muss nachdenken, setzen lassen. Nein, so ganz neu ist das nicht. Schon bei meinem ersten Stück 1970 arbeitet ich mit (Dia-) Projektionen und interaktiven Elementen.

Hhhm.