Radfahren, Theater und Literatur

Ha! Wenn das nicht verbloggt werden muss.

01.02.2017 18:00 Von gefährlichen Hochrädern und dreisten DiebenFahrrad-Geschichten im TECHNOSEUM Mannheim, gelesen von Ragna Pitoll.

Screenshot der Website des Technoseum zur Veranstaltung.

Vom Tweetup der Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre. Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades“ berichtete ich ja bereits.
Nun hat das Technoseum eine meiner Lieblingsschauspielerinnen des Nationaltheaters Mannheim engagiert. Ich sah Ragna Pitoll erst am Montag in Pomona als sehr starke „Gale“. Jetzt liest sie also Fahrradgeschichten auf der Bühne des Technoseums. Muss ich hin! Das Drais-Jubiläum in Mannheim für mich eröffnen.
Für mich ist das Rad ja eher Alltagsmobilitätsgerät, wie für Viele in vielen Städten der Ebenen. Unsere Stadtspitze hat z.B. Dienstfahrräder und die werden genutzt. In Mannheim kann man auch ganz profan IntendantInnen mit dem Rad zur Arbeit radeln sehen, wie Landtagsabgeordnete zum Einkaufen fahren.
Trotzdem schrieb auch ich einiges zum Thema. Nein, würde nicht für eine Lesung reichen :))
Meine Ausflüge mit und ohne Rad dokumentiere ich ja auf #burger, meinem Ausflugsblog, wenn wer nach Anregungen sucht…
Meine „Rad-Texte“ hier habe ich für Euch getagt verschlagwortet, wer will kann also bequem HIER nachlesen. Ansonsten sehen wir uns am 1.2.? 🙂
Ein Filmchen so als Anmacher? :))

Windliebe auf dem Rad, ich komme, ich komme

Ich streichle das Gesicht dieses Windes, wie er meines. Die Nase läuft, während mein Rad gen Westen in seine Arme läuft, kaum ein Fortkommen, so heftig bläst er nur für mich, treibt die Wolken dort oben zu meinem Vergnügen, über mich, hinter mich, an die Hänge der Bergstraße, bis sie platzen und steigen, den Hochnebeln gleich, an dem Minarett vorbei, das heute Nacht wieder grün leuchten wird. Er küsst mich, nein mein Wind ist kein Mann, umfängt mich, spielt mit mir. Nicht so heftig, mein Freund. Ich bin ein alter Mann, meine Knie ächzen, meine Fußgelenke stöhnen, nicht ganz so kräftig. Ja, so. Ich spüre dich durch die dicke Jacke unter der Kappe, auf den Schenkeln, langeunterhosenbedeckt. Ich gebe mich dir hin, erschaudere und dort, ich komme, ich komme. Ah, die Garage, ein Taschentuch und atmen, atmen, atmen. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.

Regen auf dem Rad (8°+)

Wolkensamen in ultramarin wandeln über die Exkremente der Einhörner und Drachenprediger. Fahrradelfen kutschen unter den Zitterpalmen zu den Küssenschlachten zwischen die Quinten im Takt. Im Bonsai der Zwetschgentrolle prallen Pflaumen. Mein Ich pflügt das heimliche Meer der Katerstiller. Kleine Giganten tauschen Stühlchen, knutschen auf gebrauchten Karriereleitern. Entzwergt gellen Riesen in die Ewigkeiten der Kataloge der Necker, Ottos schnalzen Zungen. Hirne quetschen Kommoden. Hinterbrillchen schwanen zu Hals. Wolkensamen fallen. Heim.

Nach Westen zur Sonne : mein Rad

Unter Wolken
losen Grenzen
freien Sonnen
westen Grade

Räder treten
Ich von vorn
Kilo Meilen salzen
Mehr im Ozean

Dazwischen
Fließen & Rhein
Berge weinen Kerner
franco frei Chansons

Blaue Rauten weißen
Sehnsucht pfalzt
auf Nebenflüssen
weit weit West

Dort hin hinten
tritt tritt noch
zwei Kurbel weiter
weiter weiter weiter

Bild enstanden mit der HDR-App für Android Auf einem Agrarweg von Heddesheim nach Mannheim auf dem Fahrrad geknipst, der Text scheint ein Heimat-Lied im Aufbruch zu sein

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Auto beißt Fahrrad

Die Nachrichten

Auto beißt Fahrrad
Es wurden Kinder geboren
Tyrannen thronen weiter
Der Tod erntete, wie jeden Tag
Es werden gerade Millionen Kinder gezeugt
Die Kleinen werden beschissen
Die Reichen werden reicher
Frauen haben Brüste

Das Wetter
Die Staumeldungen
Kultur am Abend: Das Abendland versinkt in Fluten aus Internet.

Ceterum censeo: delete yes, no, abort? ok

Mein Rad fusst

Es läuft unter den schwarzen Tasten entlang. Zwei mal Pi. Der Durchmesser antwortet nicht. Ein Stamm fällt vom Apfel, weitet sich. Mein Schwein innert den Hund. Die frühen Menschen vögeln die Gallen zur Nacht. Ein Schiff pflügt durch die Gene, Mais van der Santa-Mons dringt Soda in der Fabrik der Baden, bis Anni. Lin entert Reis. Die Brandung applaust. Auf. Ich hacke Worte zu Mulch. Eine Tasse landet, ach der Flug. Birnen glühen Fäden. Nudeln taschen Maul. Esel tippen Lot. To. Mein Rat zu Fuße. Weiße spielen Moll. Ich taste.

#Assoziationen zu „Nigerian Marketplace“ von Oscar Peterson.

Transportmittel

Ein Aufruf an die Fahrradindustrie!

Wann wird das Fahrrad wieder zum Transportmittel, auch in der Fertigung? Wenigstens in den Ebenen.

Hei der Radsport ist tot, wurde zu Tode gedopt. Ihr könnt jetzt wieder Räder für die Msase produzieren um von Punkt A nach B zu gelangen. Bei jedem Wetter.

Ihr konkurriert ab sofort gegen das Auto UND den ÖPNV!

Kamerafahrten

Seit Dienstag fahr‘ ich jetzt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Morgens um 4:45 noch mit Handschuhen bewaffnet. Ich weiß nicht warum, aber dieses Jahr erlebe ich das viel bewusster. Innerlich ist alles eine konzentrierte Kamerafahrt. Nebenbei entstehen Kommentare dazu. Nicht unbedingt das unbewusste Füttern des lyrischen Ichs, wie sonst, sondern eher Klartext. Irgendwie hätte ich beständig Lust zu filmen und doch wieder nicht, will alles für mich behalten. Heute Morgen zum Beispiel der Feldhase, der fast 600 m (gefühlt) im Funzellicht des trafo-driven Bike-light (eine tolle Satzkonstruktion, oder?) den sonst tiefverdunkelten Betonweg vor mir her wirbelte, bevor er als Pseudo-Albino (gesehen-gefühlt) in das Erdbeerfeld nach rechts abdüste. Weiter vorn kommt dann der Komplex eine großen Spedition und jeden Morgen sehe ich in einem Fenster, wie dort inzwischen ist es 4:58, jemand Power-Points an die Leinwand drischt. Und dann das Kiosk am Westbahnhof (selbsternannt, Straßenbahnhaltestelle). Jeden Morgen kommt Rentner K. ( J? F.?) mit seinem Protzkarren direkt vor das Kiosk gefahren, käuft die Zeitung mit den vier Buchstaben und fährt die , (hhhm,) 8 m nicht etwa rückwärts zurück, sondern wendet mit viel Aufwand. Erst an der nächsten Ampel holt er mich ein, spielt mit seinen Scheinwerfern fangen mit meinem Rucksack, zeichnet Schatten in das Stahlbad (so heißt die Haltestelle da). Und dann der Heimweg! Ich kann dank günstiger Lagen der Heim-, wie der Arbeitswelt zueinander tatsächlich nur über „Feldwege“ nach Hause fahren. Trotz der zusammengelegt 70000 Einwohner unserer Städtchen und dem 300000er Klotz Mannheim im Anschluss daran, dessen Fußgängerzone ähnlich „ländlich“ erweitert erreichbar wäre, per Fahrrad natürlich. Die Heimfahrt ist dieser Tage eine Kakophonie in Weiß. Es blüht so sehr, dass es schon fast kitschig wirkt. Ein endloses Band weißer Blüten zeichnet mir was auf die Strasse, den Weg? Ich weiß es noch nicht. Es wächst. Innerhalb, dort, wo die Kamerafahrten gespeichert werden, kommentiert, ausgewertet, geschnitten. Es wird Zeit die Handschuhe für morgen zu richten. Kamera ab, Action!

Tief steht sie die Sonne


Es ist lästig in langen Hosen Fahrrad zu fahren und geschlossenen Schuhen, aber der September neigt zur Kühle dem Abend entgegen. Also beschloss mikel einen Schirm zu erstehen im Oberzentrum Heidelberg (nur noch 17 km entfernt dank neuer Abkürzungen), weil morgen vielleicht das Oberzentrum Mannheim mit offenen Sonntagsläden lockt und Jazz und so. Ich meine ich hätte das auch im hiesigen Zentrum erledigen können, bei 4 Minuten Anfahrt, aber was ist dies für eine Entfernung an solch sonnig-herbstlichem Nachmittag. Und so erstand ich im allseits geehrten Geschäft Woolworth einen Schirm für 2.99. Äh Euro. Ich pflege Schirme IMMER in Strassenbahnen zu vergessen, Tief steht sie die Sonne weiterlesen