Südwind

Wenn der Westwind
von Frankreich her
dicke Wolken
über die Hitze bläst
mischt er die Sehnsucht
nach Düften mit ein
Nur wenn der Südwind
mein Freund aus Kindertagen
meine Spucke den Rhein
entlang nach Norden treibt
blick ich in den rosa
Abendhimmel
den der Kitschgott
an die Skyline sprüht
exakt für mein Gemüt

2 Gedanken zu „Südwind“

  1. Sehr interessantes Gedicht! Ich interessiere mich auch sehr für relativierende Heimat- und Naturmetaphern. Das Übergewicht der Künstlichkeit am Ende wird vom Reim auf „Gemüt“ abgefangen

    1. Danke!
      Ja, das ist ein Thema, das mich seit Jahrzehnten umtreibt. Vor allem der Heimatbegriff. Im Dialekt fast immer tödlich an der Grenze zum Kitsch und Tümelei. Verbraucht und verbrannt, eigentlich an der „Heimatfront“. Zur Zeit ringe ich um Worte um eine Radtour von Mörlenbach mit der fast „Auenland“-Landschaft über das mittelalterliche Weinheim samt Reben und der Rheinau-Landschaft von Lampertheim an den Rhein, wo die „Industrieromantik“ der BASF auf der anderen Seite im Abendlich zu verdauen ist und das im Nibelungenland :)))

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