Sträßchen

Eigentlich nur eine Notiz an mich selbst, damit ich mich erinnern kann. Dieses Sträßchen von Schwetzingen nach Heidelberg-Grenzhof ist etwas ganz besonderes. Genau da kann man die gesamte Bergstrasse sehen, von dem Anstieg aus dem Kraichgau bei Leimen über Heidelberg, das Schloss in der Abendsonne angeklitzert, Dossenheim, die Strahlenburg zu Schriesheim dann die Wachenburg in Weinheim schemenhaft nur noch, die Starkenburg in Heppenheim im Dunst zu weit weg und ganz hinten thront der höchste Berg, der Melibokus mit der versteckten Burg Auerbach, fast schon in den Vororten von Darmstadt. Und fast sieht man nur den Wald, oben an den Hängen, die hässlichen Wunden der Porphyrwerke und nicht die Massen in der Ebene. Luftig leicht sieht das aus, so in 5 km Entfernung. Dabei ist das eine Großstadt von bestimmt 300000 Einwohnern, in 2 Bundesländern und x Gemeinden, mit 2 Weinanbaugebieten. Doch, dieses Sträßchen ist einzigartig. Den Geist geleert, frisch aufgefühlt, die Seele im Schlossgarten von Schwetzingen gebaumelt, der Garten ist für mich meditativ erlaufbar wie ein überproportionierter Kreuzgang, doch ich habe schon in Häusern mit solchem gelebt. Und nach diesem Sträßchen, diesem besonderen, in Edingen gleich an den Neckar und am Treidelpfad entlang in mein pittoreskes Ladenburg, der übernächsten Nachbarstadt,in dem ich jetzt diesen Text schreibe, in der Abendsonne, ein Bier. 3 Stunden früher Feierabend gemacht und gefühlt 2 Tage Urlaub verlebt. Vor der Pseudo-Moschee in Schwetzingen ins Netbook gedichtet. Doch. Aber dieses Sträßchen hat was. Versteckt in der Ebene, von hinten befeuert von den Türmen des Großkraftwerkes in Mannheim, auf der S-Bahn-Brücke nach Edingen der direkte Blick in die andere Richtung auf den Vikoriaturm am Mannheimer Hauptbahnhof, die Schlöte der BASF erahnend. Aber das sieht man da nahe dem Grenzhof nicht, weil der Blick nach rechts zu Ruine am Neckar geht, dem Glanz der Kurpfalz, nach dem Garten des Kurfürsten. Doch, das hat was. Auf der Heimfahrt gleich, werde ich 500 m vor meiner Wohnung die Grenzsteine passieren, zwischen Baden und Hessen, sie tragen die Wappen der ehemahligen Großmächte Kurpfalz und Kurmainz. In der Abendsonne werden auch sie glänzen, was bedeutet eitler Ruhm des gestern. Gerade steiegn im Osten alte Mächte wieder zur Weltgeltung auf, aber wen interessiert das im Augenblick?

ungefiltert Gedicht-Fragmente vor der Moschee entstanden..

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