Satire darf alles? #nundenn

(Amtszimmer von Bürgemeister Platter)

Bürgermeister: Michi, der Hansel vom Stadtmarketing soll hier antanzen, aber flott.

Michi: Jawoll, Chef. Kommt sofort.

Bürgermeister: Sabba, warum gibt es in unserer Stadt kein #nopegida Demo? ALLE haben sie so was, nur bei uns gibt es das nicht.

Sabba: Aber Chef, das hat doch mit Marketing nix zu tun. Sowas machen die Bürger von sich aus.

Bürgermeister: Kein Marketing, ich geb Ihnen gleich kein Marketing. Sehen Sie überall die Leerstände? Die Kinos haben auch zugemacht. Die Buchhändler ziehen ab, Bäcker gibt es schon lange keine mehr. Wo bleibt da das Marketing, hä? Da können Sie doch wenigstens so eine alberne Demo auf die Beine stellen. #flottflott Bischen Facebook und twittern, Himmel noch mal. Ihre Twitterquote ist sowieso zum Kotzen niedrig. Lumpelheim twittert 10% mehr!

Sabba: Aber wie soll ich…(verängstigt)

Bürgermeister: Mann, treten Sie den Pfaffen in den Arsch, sie sollen was tun, die wollen doch dauernd Geld für ihre Tafeln und Flüchtlinge und weiß der Kuckuck was für Gesocks. Die Muselmänner wollen doch eine Genehmigung für noch eine Moschee und die Juden brauchen einen Zuschuss für die Renovierung der Moschee.

Sabba: Aber wir haben doch auch keine #pegida, gegen was sollen wir denn dann eine #nopegida richten…(heult)

Bürgermeister: Dann leiern sie doch eine an. Der Hanselmann, zum Beispiel, der im Suff immer den Hitler und den Strauß nachmacht, den könnte man doch mal…

Sabba: Aber der ist doch in der SPD und DGB-Ortsverein-Vorsitzender. Sowas macht der nicht.

Bürgermeister: Und die Halbstarken, die immer die Bushaltestelle in der Sudetenstraße demolieren?

Sabba: Das sind doch fast alles Türken, Albaner und Weißrussen, außer dem Neffen Ihrer Frau.

Bürgermeister: (hustet) Himmelherrgottnochmal, muss man denn alles selber machen? Strengen Sie sich doch auch einmal an.

Sabba: Der Steinbock und die Uhlbach könnte man vielleicht mal anstupsen, die wollen doch immer sauberere Straßen und keine Alks am Bahnhof und Videoüberwachung, weil sich ihre Bürger immer fürchten.

Bürgermeister: Lassen Sie gefälligst meine CDP-Fraktion in Ruhe, sie Hampelmann. Das verbitte ich mir.

(Das Telefon klingelt)

Bürgermeister: Michi, was soll das, ich bin in Konferenz. Wie der Berzirkschefheini? Also gut. Wie das nächste Landesboulefest hier bei uns? Wird alles vom Land bezahlt. Genügend Sponsoren, selbstverständlich, klar doch, immer bereit. Darf ich fragen, warum wir die Ehre bekommen? Weil bei uns nicht dauernd demonstriert wird und keine Bürgerinitiative dagegen entstehen wird. Aber sicher doch, keine Spinner bei uns, alles ruhige Bürgerinnen und Bürger.

Sabba: War das….(entschüchtert leicht)

Bürgermeister: Sabba, sie Wicht, lassen Sie micht mit ihrem blöden #nopediga-Kram in Ruhe, was geht sie das überhaupt an, das ist doch kein Marketing? Man muss die Bürger und ihre Ängste ernst nehmen! Das machen wir in einer Kirche, ich treff‘ sowieso gleich den Pfarrer. Sie werden das mit dem Landesboulefest machen! Aber richtig. Hab‘ ich gerade aus dem Berzirksheini herausgequetscht. Das wird eine Sause. Wehe sie versauen das.

Sabba geht ab, Augenrollen von Michi und ihm. Kusshändchen.

(Dieser Text ist total erfunden, findet nirgendwo real statt…aber, dieser platte Text plagt mich seit heute Nacht um 3. Jetzt ist er ‚raus.)

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