Rumpel ‚d Stilz, die alte Rampensau grölt Bachkantaten #nebel14

Es waren nur kleine Nebel heute, ich wäre gesehen worden aber bald. Zwei Meter Sicht und in warme Kapuzen eingepackt den Waldweg entlang, den ich seit Kindheit kenne. Schritt auf Schritt. Tippelgetappel und auf den Ohren Rascal Flatts. Kitsch unter Kiefern, die Nebelbläschen auf der Lunge, als ob ich den November rauchte. Mitten hinein in die Landschaft, die nach drei Kilometer an den ehemaligen Kasernen endet. Die Amis, abgezogen, als ob hier Berlin wäre. Verzogen nur nach Wiesbaden, in die Landeshauptstadt, es ist den Amis egal, dass es nicht mehr Baden-Württemberg ist, wie mir auch, wenn ich neble und nur alle 200 m die Nase putze, den Rotz laufen lasse, wie als 4 Jähriger . Es waren nur kleine Nebel heute, aber bald. Die Autos können nicht rasen, die Stille ist furchtbar, mitten in der Watte, die drei Autobahnen dröhnen so leise, als ob die stille Nacht, aber es ist Morgen und das Leben tanzt Nebel. Und dann der letzte bellende Hund verzogen, all die Nordisch Gewalkten zu Huas oder sonstwo, auf jeden Fall nicht hier und ich hohle mein Smartphone aus der Tasche und nein, ich twittere nicht.
Nur für mich in der Wolkensuppe in den Editor von Evernote. 140 Zeichen, die nicht nach Frisco reichen. Nur für mich in den Nebeln der Waldheimat, kurz vor dem Wasserwerk, fast kann man die Bisons vom Karlstern röhren hören, auch wenn sie das nie tun. Und da ist er, der Hashtag #nebel14. Und es läuft in Swiftkey, der Androide tanzt, es ist mir egal, ob ich Netz habe, ich bin meiner Nebelwolke, nur ich und der Geruch nach feuchtem Wald und Kiefern. Acht wie Nacht Hashtags sollt ihr sein, im Heid und auf der Walde.

Da vorn, ach der Erlkönig. Er hat Pause, das steht ihm zu, seit Jahrhunderten reitet er für uns #nebel14

Schneewittchen hängt an meinem Hals, singt und saugt, aber ich darf nicht küssen, verschwommen die Gestalt #nebel14

Rumpel ‚d Stilz, die alte Rampensau grölt Bachkantaten lautlos in die Nebel der Rapper, als Kiefern verkleidet #nebel14

Hänsel da Grêtöl spucken Pinien, kernen bleiche Wölkchen zu Seienden. Ein Adorno spechtet im Baum #nebel14

Märchen sägen sich Sagen aus dem Gehölz, das einst Siegfried scheute. Drachen aus Moosgarn säumen sich #nebel14

Klirrende Schwerter aus Sarazenenstahl rosten zu Zwiebelkuchenfarmen. Von Fern ragen Lebkuchen aus den Kochen der Volxmusikstars #nebel14

Dreißig Atem losen um die Mäntel der Martinis, ungerührt, geschüttelt vom Frost, der bald kommen soll. #nebel14

Tropfen schwimmen im Stroh der frühen Krippen, grippen sich zu Biotika, drüben in Walhalls Odin. Saft aus Netzen läuft rot zu Magenta #nebel14

Keine Ohrenzapfen wuchsen mir unter lichtem Haar. Keine Kristalle schollten zu Eis. Lichter winken. Der Zauber schraubt sich aus dem Stativ. Ich bette meine Füße. Das Haus seufzt und sehnt, aber freudlich lächelt der Wald.