#relup Ein Tweetup in Heilbronn.

Besuch einer Hauptprobe zu:
Relache – Heute keine Vorstellung
Musiktheaterabend von Erik Satie
Kooperationsprojekt mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn

Tweetup im Theater. Musste ich hin. Ich konnte mir nicht vorstellen, was die Gagamusik von Satie mit SpOn-Texten zu tun hätte und was das alles für ein Theater sei. Aber hei! Twitter! Wie lange schon wollte ich schon Twittertheater machen. Aus dem Theater hab‘ ich schon getwittert. Da frag ich nicht groß.
Ich erkläre das Tweetup gar nicht erst. Es steht auf der Homepage des Theaters, das Gott sei Dank nicht KätchenKnorr-Arena heißt, trotz bestimmt schmalem Budget :)) Kommt einem so, wenn man über Hoffenheim dorthin fährt, nach Heilbronn. Aber das klingt so spröde auf der offiziellen Theater-Seite, dabei hat @SchroederKatrin (Online/Presse&Co, Theater Heilbronn) seit Wochen auf Twitter getrommelt. Der Regisseur Christian Marten-Molnár folgt mir als @Kultureller auf Twitter, das ausführende Orchester twittert als @WKO_Heilbronn.
Das läuft schon recht smart, waren ja auch über 20 Leute da.

(Das Theater hat alle Tweets in einer Storify zusammengefasst, kann man also alle nachlesen. Meine Tweets gibt es hier. Zur Datenredundaz beitragend wird das hier nicht wiederholt!)

Ich verwahrte also meine Vorurteile in den Tiefen meines Rucksacks und ließ mich einfach überraschen.
Ganz schnell merkte ich, dass mir das gefiel. Kein umgekrempelter Klassiker, zur Unkenntlichkeit theaterregiert, sondern schräge Musik zu den Artikeln von Sibylle Berg, die auf einmal wirkten, herausgerissen aus dem SpOn-Umfeld zwischen (ihhh) Fleischhauer, Augstein und Sascha Lobo.
Sie twitterte später sogar mit mir. Das Ganze dezent-komisch umgesetzt, die Texte formidabel gespielt, nicht gelesen.

Vom Dramtaurgen Johannes Frohnsdorf klug eingewießen und knackig schnell hintergrundgebrieft teilte uns der Regisseur ein: Zuschauerraum, Orchestergraben, Seitenbühne=Backstage. Natürlich ging ich seitwärts. Lies mich baumeln. Und twitterte und dann kam es: Die Bergschen Verächtlichungen von „normalen Arbeitnehmern“, ein Lieblingsthema von ihr auf SpOn. Ich hatte ja schon hier auf dem Blog gemeckert. (Die Kommentare sind wegen Spam gerade zu, ich ziehe das demnächst nach WordPress um).

Aber gespielt wirkte das! Nur! Ich twitterte sofort:

Doch, natürlich gab es Rechner Backstage. Mit Theatersoftware, hhm, mein innerer Nerd wüsste da auch mal genauer… Sei’s drum. Arbeit ohne Computer gibt es seit Ende der 60iger Jahre nicht mehr. Auch wenn das noch via Lochstreifen, Lochkarten, ging und dann am Terminal. Und mein Vorurteil plärrte; „Keine Ahnung von der Arbeitswelt“.

Aber genau vor mir saß die Requisite. Mit Sicherheitsschuhen. Aufmerksam, fit. Und ertrugen uns Twitterer. Ich weiß doch noch, wie das ist, wenn man von hinten bei der Arbeit beobachtet wird. Sicherheitsschuhe, keine Helme :))

Ich rief mich zur Ordnung. Nach 3 Wochen im Ruhestand kroch der alte Sicherheitstrill hoch. Ich suchte nach Arbeitsanweisungen und es klickte! Das ist alles Arbeit, für die Theaterleute, sie ließen uns an ihrer Arbeit teilhaben, die ihnen offensichtlich Spaß machte. Mich hätte wirklich interessiert, was die Backstage-Truppe von dem Getweete hielt, die Schauspieler.
Ich fragte mich sowieso, ob die Truppe in den Unterbrechungen, während sie warteten, einfach gut d’rauf waren, oder ob das eine Sondervorstellung für uns war. Ich schätze die waren alle älter als ich. :)) Deutlich hörte ich jemanden das Esse-Musse-Wassa zur Stimmblildung murmeln. Nein, ich will jetzt gar nichts wissen, von Theater-Tarif-Verträgen, Arbeitszeiten. Das Theater Heilbronn gewährte uns eine Stunde Einblick in seine Arbeit. Was ich hoch einschätze. War gut. Hat Laune gemacht. Auch wenn ich mich als Teil einer Inszenierung fühlte. Außen die Twitterer, innen das probende Volk. Teil einer PR-Kampagne. Warum auch nicht? Win-Win.

Ich wäre ja jetzt versucht nach Berlin zur @nachtkritik https://twitter.com/nachtkritik zu fahren (ich wurde heftigst aufgefordert), wo Frau Schröder (siehe oben) etwas über Tweetups erzählt, aber nein. Ich habe so viel vor, die nächste Zeit, im Mai sind 2 Lesungen, es kocht was in der Nachbarschaft und ich hätte da endlich eine durchschlagende Idee für mein Twittertheater! Ich melde mich hier, wenn das wirklich tragfähig ist!

Danke für einen schönen Tag, Theater Heilbronn, samt Crew.