Befeuchtung

Befeuchten sie auch ihr Universum ? Sollte man dreimal täglich tun, las ich in einer dieser Zeitschriften, wie man sie nur bei Zahnärzten sieht. Ich frage mich allen Ernstes, ob es nicht in unserer Verfassung verankert sein sollte, dass wenigstens eine vernünftige Zeitung im Wartezimmer der Kassenärzte ausliegen sollte. Die Privatpatienten können sich ja was mitbringen oder noch besser vom Schofför vorlesen lassen. Diese Zahnarztlobbys könnten sich ja zu eine eigene Zeitung auflegen, dann hätten sie wenigstens etwas vernünftigeres zu tun, als dafür zu sorgen, dass die Mitglieder auch weiterhin ihre Villa im Tessin finanzieren können. Aber die Sache mit den Universen ist wirklich ein guter Tipp. Seit ich das mache, sind die Kometen leuchtender und die Meteoriten nicht so biestig, suchen sich ausschließlich unbewohnte Planeten zum Aufschlag aus, das macht auch viel mehr Spaß, wenn all die urweltlichen Biomassen zu den Sternen spritzen können, ohne dass Grosstiere wie die Dinosaurier sintemals mitfliegen und alles rot besudeln, eklig, sag ich Ihnen. Ich muss aber dennoch mal ausprobieren, ob ein gewisser Zusatz von Isopropylallohol die Wirkung nicht noch mehr verstärken könnte. Das Leben wäre dann vielleicht ein bisschen lustiger oder so. Aber ich muss Schluss machen, mein Antimaterien-Universum will mit mir in die vierte Parallelwelt gehen, es gäbe dort eine neue Sternenzuchtanlage. Na ja, also ich mach die Sterne lieber selbst, auf die gute alte Art, Sie auch ?

Wegstücke

Der Weg ist das Ziel sprach er und sank auf die Bank um zu ruhen, er war ganz malade. Dieses Haschen nach dem großen Ziel machte ihn regelmäßig fertig, vor allem an den Wochenenden. Er lief und lief den Weg entlang, denn das Laufen an sich war ja Ziel, die Bewegung, das Nie-Erstarrensollende des Eigentlichseienden. Das Leben wurde also immer zieliger, je mehr er lief, aber auch müdiger. Die Last der Reise wuchs mit jedem Schritt, je länger der Weg wurde, den sein Leben mit ihm ging. Manchmal setzte ich mich zu ihm auf die Bank, nur so, um ihn ein wenig aufzuheitern auf seinem Zielenweg. Ich wartete dann seinen Kilometerzähler, bewertete für ihn die Tiefe des Zieles und badete in seiner Gelehrsamkeit des donnernden Dauerlaufes. Es machte mir nichts aus, dass er mein flatterhaftes Wesen, das ungern nur lief um des Laufens willen, leichtschürzig verachtete. Er fragte nie, was ich sonst so machte, was sollte ich auch machen, außer ihn bewundern auf seinem Weg, der das Ziel war. Ich bewunderte ihn außerordentlich. Er musste sich keinerlei Gedanken machen über Ziele, Wünsche, Sehnsüchte. Er musste nur laufen, immer der Nase lang. Das ging mir ab.

Ich flattere immer von daher nach dahin, ganz, wie es mir in den Sinn kommt. Oft sitze ich nur so da und überlege, lasse die Gedanken in meine Tasche fallen, um sie später mit den Nüssen zusammen zu knacken. Ich fliege mit den Augen zu den Antennen auf den Hochhäusern und freue mich, wie die Menschen untereinander zu kommunizieren wissen, auch wenn sie ihr Ziel soweit weg von einander treibt. Ich habe auch Ziele, klar, ganz winzig kleine, aber so versteckt, dass ich sie immer suchen muss. Manchmal Krabbel ich in die tiefsten Ecken um mir dort Wegweiser zu basteln, oder ich werde einfach dahinein abgetrieben von der Menge, gegen die ich mich zwänge, zu meinen kleinen täglichen Zielen. Welche Freude, wenn ich wieder eines erreicht habe, und sei es nur der Weg zum Arbeitsplatz, den ich an diesem Tag so sehr versuchte nicht zu finden. Ich bin ein Mann der kleinen Ziele, mit vergessenen Wegweisern, selbstgegrabenen Wegen, Pfadefindern abhold.

Und ich bedauerte ihn so sehr, wie er sich müht auf seinem Dauerweg zu einem Ziel, das im Niewaresda liegt. Und sich nie freut. Und ich mit meinen alltäglichen kurzen Wegen, der sich so freut und das Leben ausruhend genießt, schäme mich dann ein wenig, aber nur wirklich wenig, nehme ihn in meinen Arm, küss ihn von fern ( wo denkt ihr hin, was jetzt käme, er weiß es ja nicht einmal ). Zum bleiben überrede ich ihn nie mehr. Sie hätten diese Augen sehen sollen beim ein und erstenmal. Also verweil ich ein wenig in seiner Wegigkeit, berausche mich an der Geschwindigkeit seines Lebens und bastle mir dabei einen Wegweiser zum nächsten Ziel. Mittagessen mit meinem Schatz, das ist das nächste Ziel, und schon rausche ich neben ihm dahin, mein Ziel liegt manchmal an seinem Weg.

Wie ich zur lyrischen Prosa und der Gedankendichte kam

Letzte Woche Montags morgens ging ich wie so oft gedankenverloren den steinigen Weg zur liebreizenden Straßenbahn. Ganz offensichtlich verlor ich aber mehr Gedanken als gewohnt, denn zum allfälligen Feierabend fand ich sie zusammen gegrollt im ausgetrockneten Straßengraben liegen. Ich blieb bei Ihnen stehen, betrachtete sie eine ganze Weile und wunderte mich doch sehr über mich, nein, nicht weil ich meine Gedanken nicht mag, sondern wie viele ich denn so verlor an einem durchaus durchschnittlichen Morgen. Mein Angebot wieder zu den anderen Gedanken zurückzukommen wurde dankend abgelehnt. Sie wollten alleine durchkommen und jemanden suchen, der sie aufnimmt, bisher seien sie von 23 Menschen bereits abgelehnt worden. Ich hörte Bitterkeit aus den schmallippigen Worten. Sie schämten sich ihrer genetischen Verschrobenheit. „Wie sollen wir je einen neuen Wirt finden, so abgedreht, wie wir sind“, seufzten sie lauter als all die überdrehten Porsches auf der nahen Autobahn. Es waren schlichte Gedanken um Drachenflieger, die Zweihörner in Fußgängerzonen suchten, um auf ihnen Schweine zu jagen, die öffentlich Rosagrinde Pulcher lasen. Was ist da schräg daran ? Achselzuckend lies ich die Gedanken liegen und wandte mich Neuen zu. Ich hatte da einige nette zur Hand, die sich um blaue Eufeusucher drehten, die zu diesem Behufe Falken trimmten und damit gewissen Frouwen erfreuen wollten, denn blauer Efeu ist fast so gesucht wie die rosa Gräler, in denen sie edles Altbier trinken ( light ). Heute morgen gab ich Acht, es hätte auch 9,3 sein können, keine Gedanken zu verlieren, als mir lächelnd ein junges Mädchen entgegenkam. Es grüßte schelmisch und fragte, ob ich hier ihren Freund gesehen hätte, er sei Drachenflieger und wolle sich hier mit ihr treffen, sie wollten Gedankenjäger verlieren, ob ich vielleicht ihre Zweihörner auf dem Rücken kratzen könne. Und das mir, auf dem Rücken, wie perfide, nicht dass ich es vorderseitig gewollt hätte, bei ihr meine ich jetzt, aber rückwärtig, nee. Ich betrat mein Nachdenk und schüttelte es kräftig durch und ging meiner Wege, streng auf Gedankendichte achtend.

Ebblwoi im Lager.

Heddas gemergd? ‚S geid lous. De Wahlkrompf. Uffbasse sach isch blous, ufbasse. Erschda daald de Koch, kennda net? No is ned sou schlimm, wie ma moand, dä is blous Minischderbräsidend vun Hessen un CDU-Voasitzenda do. Also eschda daalda die Welt oi in die CDU un vielleischd noch die FDP, wonn se schee brav is, un die Oannan. Die Linge. Also die EssbeeDee und die PDS, ähm die Lingsrumpadei mitsomd de Griene in oa Schachdl, dass ma sischs bessa merge konn, wä die bolidische Gegna sin, mä wäd hald ald, gell. Ob die aa Soze sache, wie de Bimbes-Kohl sellemols imma?
E-gal, uf jedenfall hoda uns jedzad oigedaald un uns all in Lager vapaggd, – dengda -. Des mit de roure Sogge glaabd doch koa Mensch mehh, außer de Leid, wu souwiesou CDU wähle, egal warum, haubdsach do schdeid e C vonnedroa, warum aa imma des dod schdeid.

Uff jeden Fall hodda des schoinbaa gemergd un schee oam Wocheend, wonn die Oannan all dehoam mit de Kinna orra Englscha schbiele was mim Ebblwoi ‚rum geblädd. Ählisch, im Oafng heww isch aa gedengd, dunnawerra, de Koch, do gugge mol hi, heed isch’em gaa ned zugedraud, awwa donn hewwisch des gelese un m ä is e Lischd uffgonge. Zeitung: «Apfelwein»-Verbot war faktisch schon im Juli vom Tisch Wahlkrompf, nix als Wahlkrompf. Seidm Juli, iwwalegeischemol seidm Juli waa des Thema schunn gesse. Gesse waas, Vahondlungsmasse, dass de Seehoufer was oanneres zugewwe muss. Do hewwischs gemergd! De Wahlkrompf vum Koch un soine C-Demokraade hod oagfange.

Uffbasse sach isch Eisch ufbasse! Erschde emol blous die Helfd glaawe un ned blous die Iwwaschrifde leese, bissl wu oannaschda gugge, gell!
Mache die in Zores weje nix, also ählisch. Sou, jezad gugg isch mol uf de Vänneseid vobei, no zum Haushald 2007 konn isch noch nix finne.
Was hewwisch gelese, die hewwe e paar Millione mee Schdaian griggd, klasse, awwa warum kaafe se donn doch fa drei Millione orra waans zwaa, mä wäd ald un die Zeidung ist schunn in de griene Tonn, also schun Pulva, fa e paar Millione kaafe se ähn Krom doch uff die Hack.
In Haushald heen se, sache se. In Haushald. Also, wonn isch sou haushalde deed, moine Herrn.

Ufbasse sach isch blous, ufbasse! Also wonn isch grad sou um die Dreissisch wä, do deed isch die Nas mol hinna der WII orra de Blayschdeischen vorziehe un emol in die Zeidung gugge un longsom iwwalee, ob isch des ned alles emol bezahle meesd, deed isch. Un iwwalee, was ma do dun keend.

Ufbasse sach isch Eisch un ned vagesse: S’is Wahlkrompf! Keend ma die Leid, die wu geweeld wänn wolle jo mol denoch frooche, wä des alles emol bezahle soll un ob des noudwennisch is sou e Gragels zu mache, weje nix un uns manibulian wolle, un weismache was ma fa in geile Boschd wä. Älisch, do heed isch die Nas voll un deed des mol laud in die Weld kreische.

Wonn isch ma’s sou rischidisch iwwaleg, dä Koch dringd beschdimmd koan Ebblwoi, dä hoggd doch dauand im Rheingau ‚rum bei de Winza, was aa ned schleschd is sou in Riesling, awwa Ebblwoi dringda beschdimmd koana.

Ufbasse sach isch Eisch, uffbasse. S’is Wahlkrompf, gell!

Wie jezad, die Griene wolle aa geweeld wän. Ah jo, awwa die mache ned sou in Lebbdaach weje nix, weje Sache, die schun long gesse sinn. Wädda schun noch sehe, ufbasse, gell!

Pisa liegt in Deutschland , oder?

Gehört es zur Allgemeinbildung den „Zauberlehrling“ zu kennen? Aber ja doch, bestimmt, klar wird jeder sagen, aber Heisenberg’s Unschärferelation (samt ihrer eminent wichtigen philosophischen Bedeutung und seine persönliche politische Schuld oder Unschuld), wie bitte wo ? Merken sie was ? Unsere Bildungsdefinition stimmt schon lange nicht mehr. Da steckt immer noch die großbürgerliche Bildungskakerlake dahinter. Mit technischem Kram kennt man sich nicht aus. Das machen die „niederen“ schichten. Ein Dr.-Ing. gehört da mit dazu. Glauben sie nicht? Schauen sie mal nach, wer in der Wirtschaft das sagen hat. Aha, die Wirte. Genau. Und in der Politik? Lehrer, Juristen und wieder die Wirte.

Solange es in der Gesellschaft immer noch als „fein“ gilt, die Mendelschen Gesetze nicht zu kennen und die Gesetze der Thermodynamik gar als Brechmittel bezeichnet werden dürfen, solange es Millionen von Kindern gibt, die zwar alle Pokemons auswendig können, aber das Periodensystem der Elemente noch nicht mal gezeigt bekamen (und alle finden das durchaus in Ordnung ), solange braucht sich niemand zu wundern. Gar niemand.

Ich will nur ein Beispiel herausnehmen.

Wenn heute in der Mittelstufe eines Gymnasiums zum ersten mal ein Drama besprochen wird, haben die Kids schon tausende von Dramen gesehen, von der Sesamstraße bis zum Kettensägenvideo. Keiner hat es ihnen erklärt, kein Leibniz Regeln definiert. Learning by watching. Unser Kulturbetrieb missachtet seit einem Jahrhundert die „Medien“. Film, Funk und Fernsehen, kommt im Schulplan nicht vor. Aber die schulen müssen ans Netz. Dabei weiß ein Deutschlehrer heute noch nicht, wie man einen Film bespricht, oder gar eine Nachrichtensendung semantisch überprüft. Merken sie was ?

Unser Bildungshochmut ( die Amis haben keine Kultur, haben sie nicht, aber wir! ) ist es, der uns in den Bildungsnotstand treibt. Die Kinder lesen nicht, jaulen immer neue Verbände. Sie sollen „gute“ Bücher lesen, man meint zumeist langweilige damit, und keiner sagt ihnen was das sei, die Alten haben sie nämlich auch nicht gelesen! Sie müssen nicht lesen. Ja warum denn nicht? Weil es anderes gibt. Und das ist nicht a priori minderwertiger. Die Technik zumindest nicht, wohl aber der Inhalt. Hitler ist durch konsequente Ausnutzung aller medialen Mittel an die Macht gekommen. Haben wir daraus gelernt?

Zur Zeit wandelt sich das wieder einmal dramatisch. Man schreibt wieder. Zwar nur Mails und Shortmessages, aber man schreibt. Es gibt sogar schon Literaturwettbewerbe dafür. Es gibt sogar Poetry-Slams. Hat es die offizielle Schulpolitik, haben wir Wähler es schon gemerkt? Nein.

Auch die nächste Generation wird den Zauberlehrling lernen und alle neuen Elemente des Periodensystems staunend Günther Jauch überlassen.

Postscriptum: Der Zauberlehrling ist mein Lieblingsgedicht und Wirte, Juristen und Lehrer sind ehrenwerte Leute mit ebensolchen Berufen.

Warum sollte irgendwer Lyrik lesen ?

Ich frage mich, was treibt Leute Lyrik zu lesen, oder besser, warum sollten sie denn ? Ich schreibe, also lese Ich. Aber sonst ? Warum sollte jemand Lyrik lesen?

Die Frage verunsichert mich. Ich könnte mich jetzt in höhere Sphären begeben, zu denen mir doch niemand folgt, am allerwenigsten ich selbst. Nein so ganz irdisch, warum soll jemand Lyrik lesen, es muss ja nicht meine sein. Es gibt ja genug andere, bessere ?

Die Erstbegegnung mit Lyrik ist heute auf die schulische Ebene beschränkt, wenn überhaupt und dort kommt es sooo auf den Lehrer an, dass ein Großteil der Schüler eher abgeschreckt wird. Die paar Zeilen auswendig gelernter Verse bilden nur einen äußerst rudimentären Zugang zur Welt der Poesie ( auswendig lernen ist nichts schlechtes, um mich nicht misszuverstehen, nur kein Zugang zur Welt der Poesie ). Genau zur gleichen Zeit setzt paradoxerweise ein anderes Phänomen ein : Die Hormone treiben und die Major Companies der Musikbranche schlagen zu. Gesungene Lyrik ( ja, das ist sie, auch wenns den Damenherren „ernsthaften“ Lyriker nicht passt ) nimmt einen großen Teil der Gefühlswelt der Jugendlichen ein. Die Barden singen immer noch. Ungehemmt. Ohne Hemmung. Und die armen Lyriker träumen von auflagen > 1000, da lacht Elton John doch. Warum hört jemand einen Song von Rod Steward oder Chris de Burgh ? Genau. Aus dem gleichen fast nicht zu artikulierenden Grund sollte man Lyrik lesen.

Um sich emotional auf etwas einzulassen, auf die Gedanken und vorallem die Gefühle anderer, sich zu stimulieren, selbst Gedanken zu spinnen, einen Teil seines Menschseins neu deuten zu können, kann Lyrik fast noch besser denn die „singenden“ Barden. Im allgemeinen ist heutige Lyrik, so wie ich sie mag, sehr kompakt, sehr verdichtet. Keine Weltdeutung mehr. Eher Andeutungen. Zum Weiterdenken. Nichts passt in unsere Welt der Schnelligkeit mehr als diese Kurzformen der Poesie. Kurz, prägnant, mit Dauereffekt ausgestattet. Sie lassen die Seele fliegen. Auch in düstere Tiefen, wenns denn sein muss.

Darum sollte man Lyrik lesen. Es hilft fliegen, in Dimensionen des Menschseins jenseits des Kommerz und anderer schlecht zu verarbeitender Dinge.

Wer sich auf Lyrik einlässt gewinnt seinem Menschseins eine weiter Seite ab. Fügt eine Facette hinzu. Kurz, knapp, ( im Gegensatz zu anderen Genres ) angedeutet, Geheimnisse nicht lüftend, sondern in Gedankengänge bringend. Darum lese auf alle fälle ICH welche. Kann ich nur weiter empfehlen.

Keineswegs, weil ich welche schreibe. Das ist denn dann eine andere Geschichte, sprach dieser….

Was ist Lyrik?

Das definiere ich für mich wie folgt. Wie gesagt das gilt zunächst nur für MICH. Dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern eine Definition für MICH als Autor.

Lyrik ist das „virtuelle fotografieren“ von Empfindungen, Gedankengängen, Gefühlen, Wertungen, Gewichtungen, Aushebelungen, Neuordnungen, im Gehirn zu Worten „weiterverarbeitet“ und verdichtet, von Ballast befreit, komprimiert ( = verdichtet ) zu „Wortverbindungen“, nachfolgend Gedichte genannt.

Die Form ergibt sich aus der Verarbeitung, zeigt den Fluss der Gedanken, folgt deren Rythmen. Der Inhalt diktiert die Form. Die Aussage dominiert alles. Der Grad der Verdichtung richtet sich ausschließlich am Inhalt aus. Eine statistisch-statische Verarbeitung erfolgt nur im Unterbewussten. Konstruktionen lehne ich für mich ab. Nachbearbeitungen nur in Zeitnähe.

Lyrik lebt von Bildern, gibt Tiefe wieder, regt zu Tiefe an. Je tiefer die „Gänge“ sind, desto „lyrischer“ die Lyrik, wobei Tiefe nicht Unverständnis implementiert, sozusagen Ungüte der Lyrik darstellt. Nicht treudeutsche „Bierernsthaftigkeit“ ist gemeint, nein, Verständnisstiefe, eindringen in die Sache, die Dinge, die Welten. Und wenn Lachen angesagt ist, oder Zynik, dann ist es so, auch in der Form.

Die Formen der Lyrik sind so vielfältig, wie ihre Protagonisten, so vielfältig wie ihre Leser oder noch besser Leser / Hörer.

Lyrik ist gut, wenn Leser/in sich im Gedicht wiederfindet, die Gedankentiefe spürt und sich auf den Wellen der Verdichtung zu eigenen Gedankengängen, Empfindungen, Gefühlen „genötigt“ fühlt.

Ich staune über die Meister der starren Formen, bewundere sie, achte sie. Ich vermag mich der Fron der starren Form allerdings nicht zu beugen. Das muss ich zu oft. Mich der starren form beugen. Mich anpassen, dem Zeitgeist frönen, einordnen, im Rhythmus unserer Sekundengeschichte mitpendeln, einordnen.

Wenn ich schreibe, will ich frei sein. Nur meinen Gedankengängen folgen, mein Inneres aushorchen, die Dummheiten der Welt wiederkäuen und ausspucken, wenn es geht, befreit lachen, am liebsten über mich und meine Schreiberei.

Ich habe Probleme mit Worten wie Kunst, Lyrik, Literatur. Das sind Schubladen, große Worte, oft aufgeblasen, aufgebauscht, unverdichtet, am Leben vorbei, bar jeder Realität. Wichtig für die Kritik. Kritiker/in braucht Anhaltspunkte zum vergleichen. Zum Schreiben braucht man das nicht.

Kunst wird zur Kunst, weil irgendjemand sagt : das ist Kunst. Lyrik zur Lyrik, weil…

So definiert ist meine „Geschreibe“ Lyrik. Weil ich es so nenne. Empfindet mein Leser/Kritiker auch so, ist das Werk gut, wenn nicht auch gut. Es gibt noch mehr Leser und noch mehr Dichter…..http://www.wortsetzung.de/forum99 oder http://www.webring-lyrik.de oder siehe Links……