mikelbower?

Mehrere Einladungen von Tante Frieda zur Kirschtorten-Matinee.
Mehrere Einladungen zu: „Ich könne XX mal“.
Mehrere Einladungen eines Möbelhauses Kötterdinger zu testen.

Bei einer Spätlese im Theater Felina 02/2015

Bei einer Spätlese im Theater Felina 02/2015

was bin ich ?
lyriker ?
klingt wie politiker
poet ?
altertümlich oder schlimmer
dichter ?
steh ich in dünner luft auf sockeln ‚rum ?
texter ?
arbeite nicht für agenturen
gedichtemacher ?
oh nein, war nicht auf burg waldeck

bin
wortverdreher
wortverwerter
werker
wortwerker
wortwerker, jaaaa


(aus 2001)

Michael Bauer, im Netz als mikel, sonst als mike bekannt.
(Der Michael Bauern sind zu viele, man muss differenzieren.)
*1952, Rentner. Noch nicht in der beigen Phase angelangt!
Geboren in Viernheim, lebt immer noch dort, mit Unterbrechungen.
Lebt und arbeitet NICHT in Berlin, Zürich und der Provence.

Verheiratet, 3 Kinder.
Langweilig also. Keine Revalutionen. Keine Literaturbetriebsteilnahme.
Keine Festnahmen. Keine Castorenspuren. Radfahrer.

Nix mit Medien. Nur ganz wenig bepreist. Nicht der Rede wert.

Veröffentlich hier. Genau hier. Ja, im Netz.
Und zwei Bods hatte ich auch mal. Selbstverlag. iiiihhhh,
Seriösler können also hier aufhören zu lesen. Ich bin also kein echter Autor. Und genau deshalb bezeichne ich mich als solchen, sonst wär’s ja nicht langweilig genug.
(Veröffentlicht in Anthologien, Zeitschriften, 1 ausländige Veröffentlichung könnte ich ja auch hier schreiben, aber dann dächten Sie ich würde als Autor von jour zu jour freien)
Seit Januar 2009 twittere ich auch, ursprünglich als @kurzdielyrik, bis ich dem Ruf des corporate designs folgte. Mein ursprüngliches xing-Profil habe ich gelöscht, so was brauchen Arbeiter nicht, mein neues dient hauptsächlich der Recherche unter den Herrschaften.
Was ich so in die Tastatur tippe sieht man in diesem meinem Blog und meinen (elektro) Büchern.

Möge das Ich mit Euch sein.

Ein Interview mit Michael Bauer
mikelbower interviewt mikel zur Person
(Selbst ist der Mann!!)

mikelbower: Herr Bauer…

mikel: Wir waren auch schon beim Du angelangt, oder?

mikelbower: Na ja, es ist schon schwierig genug sich selbst zu interviewen, da dachte ich mir ein wenig kritische Distanz..

mikel: Blödsinn,so was gibt es doch gar nicht bei einer Selbstbetrachtung, ist doch alles nur aufgesetzt. Um den nächsten dummen Fragen vorzubeugen: Ja, ich bin ein Mann des letzten Jahrhunderts (*1952 Viernheim). Ich bin verheiratet und habe 3 Kinder (m *1975, w *1980, m *1989). Ich arbeitete in Weinheim und lebe in Viernheim. Ich schreibe im Standard-Dialekt und in meinem heimischen Vännema-Dialekt. Letzterer ist meine Muttersprache, den ersten habe ich wie alle in der Vor-Girlie-Zeit erst in der Schule gelernt. Warum soll ich nicht beide benutzen, jeder der beiden Dialekte hat seine Vorzüge.

mikelbower: (hüstelt). Wer wollte das denn wissen?

mikel: Alle. Wenn man es nicht sagt wird man dauernd danach gefragt, das nervt.

mikelbower: Wir wollten eigentlich den Grund dieser Homepage erfassen, oder?

mikel: Nur zu, dann erfasse mal (lehnt sich zurück und verschränkt die Hände).

mikelbower: Warum

mikel: (fällt ins Wort) Frag mich bloß nicht, warum ich schreibe. Ich schreibe, weil es mir so gefällt, weil ich Freude daran habe, weil es für mich so natürlich ist, wie für andere Fernseh gucken oder mit Fliegen zu fischen. Warum muss man das immer wieder daherbeten?

mikelbower: Ich wollte eigentlich nur fragen, warum Du im Internet publizierst.

mikel: (kratzt sich am Kopf) Soll ich ehrlich sein?

mikelbower: Abgekühlt?

mikel: (hebt die Handflächen nach außen). Ja. Aber diese Fragerei nach der Person geht mir auf den Zeiger.

mikelbower: DU wolltest doch, aber pschtt. Also was ist jetzt mit dem Internet?

mikel: Es ist ein einfacher, billiger und vor allem schneller Weg zu publizieren. Und weil es so ist, wird dies irgendwann der Standard sein zu veröffentlichen. Sobald es elektronisches Papier oder so etwas gibt, damit man das auch LiterART-gerecht downloaden kann um auf dem Klo weiterzulesen. Kommt bestimmt. Und ich war dann bei den Pionieren. Ha.

mikelbower: Du lehnst also den Buchmarkt ab?

mikel: Mitnichten nicht. Sollte ein Verleger unbedingt gewillt sein mich drucken zu wollen, so werde ich mich einem solchen Ruf natürlich nicht verweigern. Spaß bei Seite, mein Weihnachtsdings will ich schon gedruckt sehen ( siehe Projekte !! ). Es wird immer Bücher geben, nur wie sie hergestellt und vertrieben werden, wird sich ändern. Irgendwann wird Amazon oder ein anderer vom Händler zum Online-Verleger mutieren, ich weiß es. Mozart-Symphonien wird es weiterhin geben, nur ob auf CD bleibt abzuwarten. Ich denke all diese „Kunstwelten“ werden nur noch über das Netz vertrieben werden irgendwann. Und dann wird es eine noch größere Vielfalt geben.

mikelbower: Ist das nicht ein bisschen viel Vision, würde Dir nicht ein wenig mehr Understatement besser zu Gesichte stehen. Das klingt so, na ja, er ist halt nirgends untergekommen, also Posaunt er seine Not als Tugend durch die Gegend. „It’s not a bug, it’s feature“.

mikel: Klingt danach, ist aber nicht so. Sieh mal, ich habe mit 18 schon mein erstes Musical „Live“ geschrieben (furchtbar wars) mit 31 das 2. „Singe beim Babbln“ und noch 2 weitere Singspiele 1985 („Die Kultureignungsprüfung“ und 87 „Gesülze im Mondschein“. Seit 1993 Texte ich für Uhne Ferz, 2001 habe ich mit Susanne Mette ein BOD herausgegeben „ich träume im krautland“, aber bereits als 25-jähriger wusste ich, dass meine Zeit erst jenseits der 50 kommen würde.

mikelbower:(schadenfroh) Du bist doch längst jenseits dieses dammes.

mikel: Ja und? Durch das Netz bin ich in Berührung mit Gleichgesinnten gekommen und konnte veröffentlichen. Das spornt an, nur für die Schublade zu schreiben ist unfruchtbar. Langsam kann ich auch das schreiben, was ich will und schreibe nicht das, was ich kann. Auch und gerade deshalb schreibe ich auch weblog

mikelbower: Du liest also jetzt Deine Sachen selbst lieber als früher?

mikel: Nein. Nur wenn ich muss. Aber ja, meine Sachen gefallen mir jetzt besser, ich fühle mich reif für längere Werke

mikelbower:Oh

mikel: Man wird sehen

mikelbower:(holt sich einen Kaffee und geht ab)

mikel: Äh, danke

mikelbower:(macht das Peacezeichen und verschwindet wieder im Ordner mikelbower)