Living Chrismas

(Aus Dezemberliebe)

geht dieses Jahr Montag los. Langsam kommt die Truppe zusammen. Wir machen das jetzt schon seit 3 Jahren. Living Christmas. Wie Big Brother nur live, im Stall meines Bruders, der nach der letzten Schweinepest und diesen Super-GAU von BSE die Landwirtschaft aufgab und jetzt ein Landautorenschule führt. In 2 Wochen zum fertigen Landroman.
Dabei sah es nicht gut aus, bis zur letzten Minute war unklar, ob wir das Projekt auch dieses Jahr durchziehen sollten. Wir haben nämlich ein Forum. Sie wissen schon so ein Dings im Internet zum Diskutieren. Wie in jedem Forum, fast jedem, gab’s Knatsch. Gabriel wollte dieses Jahr als hl. Geist auftreten und mich real schwängern, das heißt nicht wirklich schwängern aber mit mir öffentlich schlafen. Sagte ich schon, dass ich Maria heiße und Maria spiele?
Ich wurde bissig. Spukte und trat. Ich dachte nicht daran jemals wieder mit Gabriel zu schlafen, ob als Engel oder Geist getarnt, das war vorbei, all over now baby blue. Ich liebe Josef und ich liebe ihn, wie ich will, so oft ich will, wann ich will, von mir aus auch im Stall, aber dann wäre doch die Story am Arsch, oder?
Sagte ich schon, dass mein Mann Josef heißt und Josef spielt? Ich musste sehr grob werden und Gabriel raten, er solle sich seine Flügel anziehen und Vöglein vögeln, wenn er denn könne. Er wurde abgelenkt, ich nehme an, eine der Hirtinnen hat ihn abgelenkt, wir haben keine Hirten, wir haben Hirtinnen im gleichen kurzen Gewand und bloßen Schultern und manchmal mehr, Sex sells.
Und dann geht es Montag wieder los. Wir versammeln uns im Stall und spielen die Weihnachtsstory bis zum 24. Live improvisiert. Verkündigung (das macht Gabriel sehr anzüglich und mit hämischen Gesichtsausdruck zu Josef hin, SUPER macht er das).
Diskussionen ob wir heiraten sollen oder nicht, Eifersuchtsszenen, die dämliche Volkszählung und der schwule Herold, dem sich Josef fast nicht erwehren konnte, die Reise nach Jerusalem, mit Stühlen, so als Gag, die Herbergssuche, die Geburt ohne Kreißsaal, die heiligen 3 Könige, samt Gefolge. Außer Gabriel, Josef und mir sind das alles Komparsen aus diesem unsäglichen Kaff hier und keine KINDERARBEIT, wir verwenden eine Christmas-Barbie aus Hongkong.
Und die Viecher stammen aus den Restbeständen meines Bruders. Living Christmas. Das bringt’s. Ernährt uns schon 3 Jahre lang. Nachts kostet der Eintritt sogar 35 €. Bezahlen die Spanner, die sehen wollen, was denn Josef mit Maria wirklich treibt.
Das ist hart, nix zu treiben 24 Tage lang. Aber wir haben ja auch 2 Stunden zu am Tag, zum Duschen und so. Von 11-13 Uhr pausiert living Christmas, bis zum 24. Kommt ihr auch? Dann singen wir auch, begleitet von Puremaff. Halleluja.
Es soll dieses Jahr Döner auf dem Felde geben. Von den Lämmern der Hirtinnen und am 22.12. Kamelbraten.

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