Libreka und die Affenschaukel

Zun?chst m?chte ich mich bedanken, dass Hanser den freien Download der Affenschaukel von Herta Müller via Libreka m?glich machte. So kam ich auch in den Genuss die Prosa der Nobelpreistr?gerin zu genie?en. Nein, ich m?chte jetzt nicht den Roman rezensieren, das werden in den n?chsten Tagen viele tun, Berufenere/Selbstberufene oder haben es bereits getan. Nur so viel: Das wird nicht mein letzter Text sein, den ich von Herta Müller lesen werde, sie schreibt eine grandiose Sprache. Der Zweck des freien Downloads, mein Interesse zu wecken, ist also erreicht. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Ja. Aber vielleicht interessiert meine Meinung doch.

Ich verbinde mit dem Wort „Buch“ den Begriff Text, vielleicht noch Bild. Es ist mir in allgemeinen egal, ob der Text in einem Taschenbuch oder Hardcover steht oder als Datei zu mir kommt. M?glichst bequem zu lesen sollte es sein, ja. Aber als Leser ist mir das Cover oder die tats?chlich gew?hlte Textart oder anderer „Designer“-Kram eigentlich wurscht. Ich will lesen. Gut, andere Menschlein sehen das anders, aber bei mir steht absolut der Text im Vordergrund. Also sollte ich doch jetzt glücklich sein. Der neueste Roman der aktuellen Nobelpreistr?gerin steht mir zur Verfügung, mit der Adobe Digital Edition (siehe Bild) geht das Lesen auch bequem von statten und doch:
ICH werde mir eine DRM-geschützte Bibliothek nicht zulegen, schon gar nicht zu einem Preis, zu dem ich auch den Originaltext auf dem Datentr?ger Papier erstehen kann. Liberka hat offensichtlich Probleme, siehe dieses PDF hier. Ich muss da nicht nachkarten. Das k?nnte man auch besser machen, was bleibt ist das DRM. Nein, ich will nicht m?glichst kostenlos lesen. Ich würde gerne Texte in meine digitale Bibliothek laden und dafür „vernünftige“ und angemessene Preise bezahlen, schlie?lich f?llt für den Vetreiber/Verlag das ganze Print-Handling samt Risiko der „?berdruckung“ weg. Ja es werden gedruckte Texte zu Makulatur manchmal, siehe hier.
Und wenn es denn geht und es endlich ein Leseger?t gibt, dass nicht an einen C 64 erinnert und nicht soviel kostet wie ein Netbook, werde ich nie im Leben Texte mit DRM kaufen mit Meldung auf den Servern von Adobe? Ich habe das gerade getestet. Was geht Adobe an, was ich wann und wo lese? Ach da guckt niemand nach? Glaubt ihr ich sei so naiv? Und wo bitte ist jetzt der Text auf der Platte? Vor mir selbst versteckt und wenn ich jetzt auf dem Notebook weiterlesen will oder am Firmenrechner den Kollegen neues zeigen? Vergesst es.

Kein DRM, keine Zwangsadaption an eine Plattform, wie mit dem Kindle, wo die Amazone auch schon einmal einfach Texte l?scht zum Beispiel. Ich will Texte kaufen k?nnen oder auch frei herunterladen, egal ob via Rechner oder UMTS von Servern meiner Wahl, Texte meiner Wahl auf Leseger?te meiner Wahl. Ich m?chte diese Texte verleihen k?nnen, wenn ich sie denn gekauft habe auch wieder verkaufen k?nnen. Wenn schon.

Doch Google ist eine Krake und es ist nicht in Ordnung einfach gescannte Bücher online zu stellen, aber genau wie die Google-Buchsuche stelle ich mir das vor. Eine gigantische digitale Bibliothek, auf die ich jederzeit Zugriff habe, gerne auch mit fairem Obulus für die Autoren/Lektoren/Geldvorleger und Vermittler. Und Google ist da auf einem guten Weg, ich wollte es w?re jemand anders. Aber sorry, Liberka und ?hnliches sind Totgeburten, digitale Buchclubs ala Bertelsmann. Nein, so wird das nichts, nicht mit mir. Sorry und trotzdem noch einmal danke für den freien Download, der unendlich kompliziert war, samt Rechnung über Null-Euro.

Interessante Links dazu:
DRM erkl?rt auf Wikipedia
Die Zukunft des Buches auf Netpolitik.org
Die doppelte Zukunft des Buches auf Perlentaucher
Zum Thema von mir hier auf emMBee
Meine digitale Bibliothek zum freien Download mit der Bitte um eine Spende.