Kubin im Hack

tl;dr
Ausstellung „Die andere Seite – Erzählungen des Unbewussten“ Alfred Kubin und andere. Ludwig-Hack-Museum Ludwigshafen. 25.5. – 13.8. 2017. Fan-tast-isch!

Update Informationen zum #hackwalk_02 eingefügt!


Bei 33° mit dem Rad nach Ludwigshafen. Der Rhein glitzerte übrigens grün, gestern. Tipp: Museen sind der Kunst wegen klimatisiert! 🙂
Wer jetzt meinen Sermon nicht ganz lesen will, was schade wäre, ihr verpasstest was, das Fernsehen war auch schon da. (SWR Aktuell Rheinland.Pfalz vom 23.05.2017 3 min)

Das Absurde scheint gerade in Mode zu sein, tagtäglich liefern die Anstalten und Geräte reale Absurditäten zu Hauf. Dem Trend folgen wohl die Museen, kommt mir so vor. Ich schrieb ja schon zu Nolde in Wiesbaden und Magritte in der Schirn..
Wie schreibt das Hack in seinem Flyer zur Ausstellung?

… den Zeitgeist der Jahrhundertwende … zeichnet sich durch eine allgemeine Verunsicherung aus. Das Vertrauen in Fortschritt und Zukunft wird abgelöst vom Glauben an den allmählichen Zerfall der Gesellschaft …

Das Hack zeigt Kubin. Grafiken, die beeindrucken, gar nicht museal wirken. Noch eine dieser heutigen Absurditäten:

Screenshot der Website der Pinakotheken. Sammlung Alfred Kubin.

Antje Lange schreibt dazu in ihrer Kulturpostille, die ich ausdrücklich empfehle:

Die Besucherinnen und Besucher der digitalen Sammlung der Pinakotheken bekommen für den gesamten Bestand der Modernen Kunst und Gegenwartskunst lediglich Platzhalter zu sehen. Schaut man in die sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Instagram, so hat die Praxis und die digitale Realität das starre Urheberrecht längst überholt: Dort werden im Sekundentakt Aufnahmen mit Bildern von urheberrechtlich geschützten Kunstwerken verbreitet, von Privatleuten allerdings. Den Museen selber wird dies allerdings rechtlich unmöglich gemacht. Wir verlieren den Anschluss an unsere Besucherinnen und Besucher.

Schon in Wiesbaden sprach der Direktor des Museum Wiesbaden das an:

Sehr interessant dazu das Statement des Direktors. Er war immer mehr fasziniert, was die Menschen in „seinem“ Museum alles auf Instagram ins Netz stellten. Also hob er für das Museum das Fotografierverbot auf, kommuniziert auch ggfs mit den Nutzern und wertet aus, was wie geknipst wird, erhält dadurch auch Hinweise für künftige Projekte.

Das Hack veranstaltet daher auch „Instawalks“, deren Ergebnisse ich auf Instagram nicht so recht finde, die Hashtagüberfrachtung ist mir zu breit. Ich bin zu blöd für Instagram. Hier ein Screenshot mit Link zu einem Bild von Ilona Schäfer.

#instapic von Ilona Schäfer auf Instagram mit einem Werk von Chiharu Shiota

Inzwischen lernte ich demütig, dass der #hackwalk_02 erst gestern, am 29.5 stattfand. Ich konnte also gar nichts finden. Sonst sind doch diese Events immer vor der Eröffnung. 🙂 Aber es ist halt #dieandereseite. Man findet jetzt unter #hackwalk_02 beste Bilder. Ich begann heute auch meinen Instagram-Account zu reaktivieren, die App zu erkunden. Mal sehen!

Um den Absuridäten des Netzes zu entgehen, geht nach Ludwigshafen und guckt euch das Absurde in der Kunst an. Haltet die Augen offen bei der Anfahrt. Ludwigshafen selbst bietet live ganz absurde Dinge. Den Hauptbahnhof samt „U-Straßen-Bahn“ z.B. sollte man sich gönnen! Aber das Hackmuseum ist vom Feinsten, doch!
Nicht nur Kubin ist zu sehen. Das ist eine richtig gute Ausstellung mit vielen Aspekten. Man sollte das „Wasserhäuschen“ „Sans titre (Le Refuge)“ von Stéphane Thidet gesehen haben. Man steht im Trockenen, aber im Häuschen regnet es. Wirklich. Man schaudert und die Bedeutung wird klar. Es ist politisch, ohne ein Wort darüber zu verlieren und TATA. Der Künstler stellt sein Werke selbst ins Netz, samt Film, um das nachzuvollziehen, das Schaudern! Hier bitte schön:
Sans titre (Le Refuge) im Netz!

Screenshot der Seite von Stéphane Thidet (Klick)

Wieder und wieder frage ich mich, warum gerade Museen Links zu den ausgestellten Künstlern so scheuen. Immer muss man das googeln.
Guckt wer noch ausstellt:
Thomas Feuerstein.
Dorota Jurczak
Henrique Oliveira
Daniel Roth
Markus Schinwald
Chiharu Shiota
Das macht doch Lust hinzugehen. Nein, niemand will das statt dessen sehen, aber nicht jeder kann mit dem Rad nach Lumbehafe fahren, der Entfernung wegen.
Aber jetzt noch der Knaller. Ein Link zu Hans Op de Beeck. Ein fantastischer Film aus animierten Aquarellen. der in Breitband im Museum läuft und der ist für euch vollständig im Netz, vom Künstler dort eingestellt. Danke!
Night Time von Hans Op de Beeck
Link zu „Night-Time“ von Hans Op de Beeck auf seiner Werke-Page.

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