#IseeNolde im Museum Wiesbaden

(Listening „Pictures at an Exhibition„)

tl;dr
Meetup zur Ausstellung der „Internationalen Tage Ingelheim“ „Emil Nolde, Die Grotesken“ im Museum Wiesbaden. 30.4. – 9.7.2017.

Museum Wiesbaden, leicht verbaustellt, Plakat zu „Emil Nolde, die Grotesken.“

Museum Wiesbaden? Nie gehört! Wiesbaden liegt irgendwie im Abseits, von der Politik abgsehen. Dabei ist es unsere Landeshauptstadt. Meist komme ich nur bis Biebrich auf dem Weg nach Eltville. Ich muss halt mit der Straßenbahn zunächst nach BaWü (Mannheim), dann linksrheinisch durch das Rheinland-Pfälzische Rheinhesssen bis nach Mainz, um mit der S8 dann wieder über den Rhein zu setzen, zur Ex-Nassauischen Hauptstadt Wiesbaden, mit allem kaiserlichen Preußenprotz gesegnet. Seltsam diese Bundesländerei. Jetzt ist das sogar ein Landesmuseum, in Wiesbaden. (Anmerkung für mich -> Endlich das renovierte Landesmuseum in Darmstadt besuchen.) Wir in Hessen. Ja, ja. 🙂 Aber das wird noch besser!
Schon lange folge ich auf Twitter den Internationalen Tagen Ingelheim (Rheinland-Pfalz), ein Geschenk der Böhringer an ihren Standort. Feine Sache. Wollte ich immer schon hin. In Ingelheim ist aber das Ausstellungs-Rathaus geschlossen, wegen Umbau. Also zog man 2017 die 20 km rheinaufwärts nach Wiesbaden. Was schert die Kunst Ländergrenzen!

Ich war dabei!

Das ist ein hübsches Museum. In der Bibliothek Stärkungen und Einführungen.

Einführung zur Austellung „Die Grotesken“ im Museum Wiesbaden.

Von links: Dr. Ulrich Luckhardt Kurator de Ausstellung und Chef der Ingelheimer Tage. (der sich ganz auf seinen Vortrag später konzentriert) Stefan Hirtz von Artefakt Berlin, die Agentur der Ingelheimer Tage, Dr. Alexander Klar, Direktor Museum Wiesbaden. Alles transparent und klar kommuniziert. Für das Museum das erste Meetup. Sehr interessant dazu das Statement des Direktors. Er war immer mehr fasziniert, was die Menschen in „seinem“ Museum alles auf Instagram ins Netz stellten. Also hob er für das Museum das Fotografierverbot auf, kommuniziert auch ggfs mit den Nutzern und wertet aus, was wie geknipst wird, erhält dadurch auch Hinweise für künftige Projekte. Das Museum Wiesbaden ist in Virtualien angekommen, wird dort noch Wege gehen und wir waren wohl die ersten offiziellen Verteter aus diesem Neuland.

Pressemappe und Begleitbuch zu „Emil Nolde Die Grotesken“ Ingelheimer Tage im Museum Wiesbaden

Wie die Presse auch, bekamen wir Mappe und Begleitbuch. Das ist sonst nicht üblich und ich bedanke mich sehr!

Start zur Ausstellung.

Gekonnt, locker, wissend führte uns Herr Luckhardt fast eine dreiviertel Stunde. Zeigte uns die Facetten des Schaffens, erläuterte Techniken, wie das Nass-in-Nass, was mich an längst vergangene Zeiten in der Industrie erinnerte 🙂 . Wies auf die Einmaligkeiten hin, bezogen auf die Entstehungszeit. Fasziniert hat mich vor allem die Bergriesen, das Nolde, noch als Autodidakt, mit viel zu kleinen Pinseln im vorletzten Jahrhundert auf die Leinwand brachte.

Eine Serie von „Postkarten“ waren so erfolgreich, dass Nolde sich ein Kunststudium leisten konnte.


Vor allem die „Igers“-Instgrammer waren in ihrem Element.


Ich war sehr überrascht, wie „grotesk“ Nolde wirklich malte, kannte ich doch nur die „Blumenbilder“. Wie „grotesk“ auch seine Einschätzung, dass er als aktiver Nazi ein „germanisches“ Werk schüfe. Natürlich belegten die Nazis ihn mit Berufsverbot und seine Werke wurden als „entartet“ verleumdet, wie von so vielen anderen und doch blieb er Nazi. Grotesk. Dieses Nazi-Zeug verstand ich nie, bin froh, dass ich es nicht erleben musste. Aber gerade wieder kommt dieses Gedankengut immer unverblümter auf die politische Agenda. Ich verstehe es wirklich nicht. Wie konnte man, wie Nolde, so ein Werk schaffen und Nazi sein?


Eine überraschende Ausstellung, die den Besuch lohnt!
Wir hatten noch freien Zutritt zu den anderen Abteilungen des Hauses, begaben uns in einer spontanen Führung seitens der Presseabteilung in die Merian-Ausstellung Das ist ja ein Zweispartenhaus mit „Natur“. Dort sprach gerade der Kurator voller Leidenschaft und ich lernte viel, aber ich wollte den Nolde im Kopf nicht verschütten lassen. Zu zweit pilgerten wir durch das Haus, sprachen über Apps in München, Gärten, Skell, die Bundeskunsthalle.. dem #lustwandeln. Angenehme Menschen lernte ich auch einmal in Person kennen. Irgendwie hat das dann doch immer etwas von Klassentreffen. 🙂
Faszinierend auch der abrupte Übergang von dem „Kunstteil“ zum „Naturteil“
In einer Art Leuchtgallerie, der verstorbenen, ausgestellten Künstlern, erst Beuys..


und dann direkt dahinter der Eisbär.

Es ist ein riesiger Musentempel. Da gibt es noch viel zu sehen, vorgemerkt für trübe Tage…

Museum Wiesbaden

Danke für die Einladung an Museum Wiesbaden Internationale Tage Ingelheim Artefakt-Berlin.

2 Gedanken zu „#IseeNolde im Museum Wiesbaden“

  1. Was ein schöner Beitrag! Locker-flockig und dabei sehr informativ geschrieben. Klasse. Ich war ja leider zu spät gekommen und hatte die Einführungsrede verpasst. Danke also für die Infos, die ich durch deinen Beitrag erhalten habe. Bis zum nächsten Meetup!

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