In Darmstadt aufgelesen


War eine hübsche Lesung. Doch. Silke las aus der Geigerin. Ungewohnt langsam, nicht atemlos, einem Roman angepasst, leider nur den Anfang, dabei hat der Text, den man eher Novelle nennen sollte, solch einen fulminanten Schluss, auch wenn er vorhersehbar ist, kennt man Silke ;D.
Eric Giebel präsentierte seinen Gedichtszyklus „resonanzraum bitterfeld“.
Starke Bilder, kristallklar, keine nebulöse Martina-Weber-Lyrik, wie man sie aus Darmstadt erwarten könnte ;-), knallhart, kenntnisreich und doch sinnlich. Von Bitterfeld zur Fawwerik in Ludwigshafen, was mich begeisterte. Chemische Formeln im Poem!!!! Vor allem mit Kopien zum mitlesen. Tat wohl. Aber, bitte man muss sich doch nicht entschuldigen, wenn man im Netz recherchiert. Im Literaturhaus wohl doch? :>>
Aber Kurt Drawert als Moderator ist eine Fehlbesetzung. Er führt nicht zum Autor, sonder stellt sich vor ihn, lässt das Publikum nicht direkt kommunizieren, produziert sein literarisches Über-Ich, immer mit dem leichten Oberlehrer-Blickwinkel des scheinbar Allwissenden.
Es ist seltsam, wieder einmal Autoren zu begegnen, deren Texte nicht im Netz vorliegen, in Erics Fall zwar als Kopie auf meinem Schreibtisch, aber kein Link dazu. Hhhm. Aber eine schöne Lesung war es und lustig beim apres-Griechen… Die letzte Lesung vorher in Darmstadt war für mich eine von Hilde Domin. Hhhm.