Hexen, Elfen, Feen, Engel #spätlese11

Mein Beitrag zur #spätlese 11

Krisen, nix als Krisen!

Dieses Jahr ist es besonders schlimm! DA sollte man ‚mal eine Studie drüber machen, ihr Pisaner! Die Ausbildung muss seit meiner Zeit drastisch dem Fürchten entgegen gegangen sein. Selbst die einfachsten Regeln, der Umgang mit dem simpelsten Handwerkzeug sind nicht mehr selbstverständlich. Was nutzt uns das sechste Update zur einheitlichen Feldtheorie? Wie, die Krise sei nur gefühlt? Gefühlt, mein HERR? Bereits die siebente Hexe ist heute volltrunken auf meinem Balkon gelandet und hat nach dem Weg in den Hartz gefragt, TROTZ GPS.

Meine Warnung, MEINE Warnung, gell. Ich wollte gerne ‚mal wissen, wer denn heutzutage Navigation lehrt. Auf dem Kirchturm sitzt seit Tagen ein Hexenpärchen und knutscht. KNUTSCHT, sonst nix. Tarnt sich als Wetterfähnchen. Ich fürchte mich davor, wenn kurz vor Mitternacht die Debütantenhexen mit den neu geschnitzten Düsenbesen angedonnert kommen. Letztes Jahr schoss eine durch das geschlossene Küchenfenster und verblödete sich nicht öffentlich zu bluten, als Hexe! Es soll sogar schon welche OHNE Kopftuch gesehen worden sein. Das ist eben DER Sicherheitsstandard seit 1494 auf allen Besen.
Über die Tänze wollen wir gar nicht reden. Hexentanz nennen sie heute diesen Ringelpietz. Kein Wunder dass WIR alles nach Halloween verlegen müssen.
Scheiße, ich fürchte, es gibt bald keine Hexen mehr, am Brocken.

Damit ich es nicht vergesse: Es spielt auch keiner mehr Feldhandball.

Auch eine Elfe muss mal Pipi

„Auch eine Elfe muss mal Pipi“, sprach Gerdlinde unbedacht, als die Elfenfee Pusta Bluma auftauchte. „Dann mach mal“, sagte sie. Vor Erstaunen musste Gerdlinde urplötzlich nicht mehr. Die grosse aufgeklärt-emanzipierte Frau, die schon 1975 „mein Bauch gehört mir“ skandierte, saß einer Elfle gegenüber, auch noch einer Fee. „Du kannst schon mal“, sagte sie. „Danke“, nickte die Elfe, und ging. Frau hörte das Wasser der Spülung rauschen und die Elfe streckte ihren Kopf zur Tür heraus. „Hast Du mal ’ne Binde?“, fragte sie. Gerdlinde konnte nur noch nicken und den Beutel zur Tür durchreichen. Jetzt menstruierte sie sogar mit einer Elfe, es wurde immer chaotischer. Die Elfe kam aus dem Bad, ging zum Schrank und genehmigte sich einen Grappa. „Das hab ich jetzt gebraucht“, grinste sie. „Meinen 3-Wünsche-Sack hab‘ ich in der Tosacna vergessen, den Goldstaub diesem Jüngling hinter Verona geschenkt und den Feenstab in einem Restaurant in Basel stehen lassen. Wenn meine Chefin das erfährt, ist für die nächsten 4 Wochen Schluss mit ‚rumelfen, dann steht Goldstaub waschen auf dem Programm.“ Sie winkte, sprach: „Danke, nächstes mal komm ich mit „3-Wünsche-Sack wieder“, und verschwand durch den Monitor des Rechners.
Gerdlinde kippte auch einen Grappa, und schrieb erstmal eine Exposè zum Thema: “ Die Normalität des Jenseitigen in der Ideenskala von Bloch“. Es wollte aber nicht so recht flutschen, sie dachte mehr an Jünglinge in Verona, Basler Restaurants und was sie sich wünschen könnte. „Auch eine Elfe muss mal Pipi“, sprach sie , wartete ängstlich ein paar Minuten und ging dann aufseufzend zum Bad.

Der kleine Rasenmäher hat mitten im Winter große Angst

Es war einmal ein kleiner Rasenmäher, der hörte zu seinem Erstaunen fürchterliche Musik. „Dimm dann do, Dimm dann do, dumm dann dimm dann, dimm dann do“. Immer wieder, Gelächterfetzen flogen zu ihm, samt leeren Schnaps, -Bier und Weinflaschen. Sein Papa war verschnupft und Mama auch seit Tagen erkältet, also schickten sie ihn als verständige Eltern „selbst gucken, gefälligst“, ihre Ruhe heischend in experimenteller Pädagogik investierend, in die große weite Welt, das Geheimnis zu lüften. Mit dröhnendem Motor (die Geister der heimlichen Angst vertreibend) holperte er über den gefrorenen Rasen unter blauem Narrenhimmel auf die Strasse zu und zuckte zusammen.
DAS war also der Krieg, von dem die alte Sense, die früher immer die Wiese gemäht hatte berichtete. Wiese sagte man damals zu den Rasen und Heu, statt Biomüll. Geschosse trafen seinen Handlauf, den Auffangkorb, sogar den den Tankdeckel. Kleine Menschen fielen über ihn her und sammelten unter Gejohle die Geschosse ein und jubelten über neue „Gutsel“.
Der kleine Rasenmäher geriet in Panik und fuhr schnurstracks den Bordstein hinab, überschlug sich und landete in den Händen einer Hexe! So oft hatte Mama ihm gedroht, er würde noch in den Händen einer Hexe landen. Vor lauter Angst wurde ihm der Tank leck und er rinnsalte 2 Liter edlen Supers auf den langen Rock der Hexe, die ihn schnell wieder losließ und in Richtung Rasen schubste. Er hörte sie nur leise „Scheiße“ rufen und laut „Helau“ grölen.

Mit schwindenden Sinnen und kaum noch Sprit im Tank stand er leise Öl weinend und zitternd am Straßenrand, als sich die johlende Menge verzog und er das Gespräch wildfremder Menschen vernahm: „Jetzt nehmen sie sogar Rasenmäher mit in den Zug, das hätte es früher nicht gegeben, da waren nur Tiere erlaubt, die Fasnacht verroht immer mehr“.

Schnell fuhr der kleine Rasenmäher in den Schuppen und hoffte die Tiere kämen nicht hinterher mit ihren hohen Beinen, gepanzerten Hufen und diesem ekelhaft stinkenden „Knotteln“, wie Mama immer sagte.

Auf Fasnacht konnte er lässig verzichten. Er müsste nur noch herausfinden, wann genau das jedes Jahr wäre, dann könnte er sich im Schuppen verstecken und die Fasnacht, Fasnacht sein lassen.

Sei ein Engel

“Sei ein Engel und spinn mir ein Bier”. “Sag noch einmal -sei ein Engel- zu mir, EINMAL und ich reiß’ auch noch die Wurzel Deines Einhorns aus deinem Weichhirn, ich BIN ein Engel.” “Engel gibt es sowenig wie Einhörener, das wussten schon meine Vorfahren, die Drachenältesten.” “Gebt Ruhe, wie soll ich die Hölle sonst heizen? Spei weiter Feuer, ich bezahl dich gut, Du hattest heute schon 34 Trolle.” “Elfenmännchen, ich brauch ein Elfenmännchen.” “Ruhe im Puff, Papa kommt.”
“…..und so sang der Engelschor seine Weisen in das Halleluja der hohen Tannen, bis auch der letzte Schnee von den Bäumchen gefallen war und alle kleinen Kinder sich auf die Ostern freuen konnten.”
“Nacht Kinder, so brav, brav. Vorgelesen die ältesten. Gut’s Nächtle, träumet süß”
“Hex, hex, alle Geister, Tatort erscheine” “Leiser, Drache, leiser, wo kommt er her?” “Draußen, von Duisburg tönt es her.” “Danke, Tante Elis, für den Mini-TV, danke, Elisabeth.”