Die Häute der Philister und der JMStV

Als ich ein Kind war und katholischen Religionsunterricht erhielt, den ich übrigens gerne besuchte, gab es nie die vollständige Ausgabe der Bibel zu lesen. Das würden wir Kinder noch nicht alles verstehen. Natürlich gab es zu Hause eine vollständige Ausgabe der Bibel, altes und neues Testament. Ich hatte nie genügend Bücher, um meinen Lesehunger befriedigen zu können und schon früh hatte ich erkannt, dass die Dinge, die ich noch nicht verstünde am interessantesten waren, also las ich unter den zufriedenen und stolzen Augen meiner Großmutter das alte Testament auf einen Rutsch durch. (Ist übrigens allen zu empfehlen, die Bibel ist trotz allem ein hervorragendes Buch, wenn man sie jenseits der Theologie als literarisches Werk liest.) Und tatsächlich, was da alles stand. Krieg, Verrat, Inzest, reden wir jetzt nicht von Onan. Am meisten hat mich dieser Absatz fasziniert: Ich zitiere aus Bibel-Online.net in der Übersetzung der Lutherbibel von 1912. 1, Samuel , Kapitel 18, Vers 25, 26, 27:

Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keine Morgengabe, nur hundert Vorhäute von den Philistern, daß man sich räche an des Königs Feinden. Denn Saul trachtete David zu fällen durch der Philister Hand. (26) Da sagten seine Knechte David an solche Worte, und deuchte David die Sache gut, daß er des Königs Eidam würde. Und die Zeit war noch nicht aus, (27) da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und schlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, daß er des Königs Eidam würde. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe.

(Ich jagte damit im Laufe meiner Schulkarriere einigen Religionslehrern Schweißperlen auf die Stirn…)

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