Das Paradies, Susa, Mentales Gelb und die App


Ich war einmal mehr in Bonn, wo die Helena ruht. Die Bundeskunsthalle lockte schon lange mit der Ausstellung „Iran – Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste.“

Bundeskunsthalle: Screenshot der Website zu der Ausstellung „Iran – Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste.

Eine fantastische Ausstellung mit zum Teil wahnsinnig gut erhaltenen Exponaten, da funkelt das Gold aus Jahrtausenden, Specksteinskulpturen brillieren, Jahrtausende alte Trinkgefäße aus Bitumen, Glasartefakte fast genauso alt. Von den alten Städten Susa und Uruk ist die Rede, den Widersachern von Babylon, von den Kleinstaaten bis hin zum persischen Weltreich.

Man kann gar nicht alles beschreiben. Ich bin froh das alles gesehen zu haben. Es ist eine Sache zu wissen, dass da eine uralte Zivilisation bis ins Heute reicht, eine andere es zu sehen. Guckt hier, aus dem Vimeo-Kanal der Bundeskunsthalle.

Die Ausstellung war gut beschriftet, aufgelockert mit Erklärvideos und Computersimulationen, Aufnahmen von Gärten und Geschichtslektionen, wer wo wann Krieg gegen wen führte. Das geht da schon seit Jahrtausenden so. Nein, das war bei uns später auch nicht besser!
Ich hatte mir sogar einen Audio-Guide mitgenommen, die Ausstellung war gut besucht, fast alle in meinem Alter ++. Die Kampfladies mit den Stühlchen inklusive, die 5 cm vor der Glasscheibe alles ganz nahe sehen mussten, egal ob die anderen auch etwas sehen wollten, so konnte man nach dem erhaschten Blick auf die Kommentarnummer wenigstens mitbekommen was man über die Köpfe hinweg sah. Ja, ja, unsere Generation, die mal so klang:

Na ja…

Wirklich fantastisch, die Ausstellung meine ich. Leider fing es an zu regnen und der Spaßfaktor beim Besuch des Persischen Gartens war nicht so hoch.

Aufschrift am Pavillon im Musemshof.

Obwohl doch Zitronen wuchsen.

Zitronen in Bonn #persischegärten

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Ich könnte mir durchaus vorstellen da einen Tag zu verbringen, an Hafiz zu denken und selbst zu dichten. Immerhin weiß ich jetzt, dass Paradies schlicht das Altpersische Wort für Garten ist. Das mit der App behandeln wir später!

Denn jetzt kommt’s:
Auf einer Säule des benachbarten Kunstmuseums Bonn Websäulenreklame wie im alten römischen Bonn:

Auf den Säulen des Kunstmuseums Bonn.

Es gibt Kombikarten. Auf der Website der Bundeskunsthalle habe ich das eben erst entdeckt. Muss man aufklappen, ganz unten.

Auf der Kunstmuseumseite steht, dass man anrufen soll, wegen der Kombipreise.

Jetzt hab ich das kapiert! Die Kunsthalle hat ein modulares Eintrittssystem, pro Ausstellung, die gerade läuft, ist bei vielen reinen Ausstellungshallen so. Macht auch für Einheimische Sinn. Vielleicht könnte man das aber prominenter herausstellen mit den Kombikarten. Das dürfte auch schwierig sein im Shop darzustellen. Wäre aufwendig. Asche auf mein Haupt.

Also:

Übrigens, dieses Museum vernetzt sich wirklich mit anderen, auch wenn das Online nicht ‚rüber kommt. Da gibt es eine ganze Wand mit Plakaten von wirklichen vielen Ausstellungen außerhaus, kenne ich sonst nicht. Finde ich sehr gut! Und dann das. Gilt aber nur für die Originalkarte. Die Versuche sich zu helfen sind da. Vielleicht gibt es eine zentrale Museumshilfestelle, die das professionell machen könnte? Bezahlt!

Ständer im Kunstmuseum Bonn

Ich war schwer beeindruckt! So betonklotzig das Museum von außen daher kommt, im Inneren ist es fast filigran, verwinkelt, verspielt mit fast Hollywoodreifen Showtreppen.

#showtime #dassindtreppen

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Sogar witzig! Was wurden wir (zu Recht) im Arbeitsschutz getrimmt die Handläufe zu benutzen. Spätestens nach einem schweren Arbeitsunfall eines Kollegen auf eine simplen Treppe beherzigten wir das! (Das war im Kunstmuseum. Instagram hat via GPS dann Kunsthalle eingefügt…)

Kunst für den Fasi!

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Übrigens war das Museum unterbesucht! Wenigstens waren aber jüngere Menschen da, ganze Familien mit fröhlichen Kindern, die nicht das erste Mal da waren!
Die Kico-Ausstellung hat mich übrigens mehr berührt als die frühen Richter-Bilder, die Daueraustellung nur kurz durchlaufen und noch heute morgen galt:

Um 16:00 war nach 5 Stunden der Schädel voll. Aufs Dach musste ich aber, trotz Niesel.

Kommen wir zur App!
Auf Twitter und anderen Kanälen diskutieren Verantwortliche über den Sinn und Unsinn von Museumsapps.
Nun, die Iran-Ausstellung hat eine. Als ich im Paradiesgarten saß und mit dem Audioguide die Musik hören wollte, war das doch sehr quäksig also holte ich das Handy heraus, installierte die App und dann sagte man mir, das das viele MB wären für so ein mobiles Datenvolümchen, also lies ich das. Ich hätte es zu Hause vorladen sollen. Aber im Nachhinein ging das auch nicht.

Screenshot auf dem Androiden

Nächstes Mal werde ich wenigstens den Guide zu Hause laden, falls wieder Powerbesucher sich drängen, der Sound im Bluetoothkopfhörer wäre schon besser.

Screenshot Guide vom Androiden

Aber das könnte man auf der Responsive Website darstellen. Wlan vorausgesetzt.In Bingen hatte ich das ja auch so gemacht, weil die App nicht funktionierte. Ansonsten bietet die App sonst nicht viel Mehrwert, wie gesagt, die Website täte es auch. Für mich müsste die App nicht sein, es sei denn man könnte darüber das Ticket kaufen und dort auch vorzeigen, aber das dürfte kosten, es sei denn so eine Museumszentrale würde das regeln. 🙂

Nur so viel dazu.

Ich werde wieder nach Bonn fahren, vielleicht schon bald!

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