Das große Durcheinander

TillaPe hat einen lesenswerten Artikel geschrieben. Könnte man ausbauen, weiter daran schreiben. Das wird gerne verdrängt. Dass Künstler leben wollen. Mit allem was dazu gehört, samt Wein, Weib, Mann, Kind, Frau, Weck, Worscht, Gesang und täglich die genügende Ration Information.

Das Thema liegt mir nicht so im Magen, es trifft mich nicht unmittelbar. Vor Urzeiten schon habe ich mich entschlossen von meinem Geschreibe nicht leben zu wollen. Getreu dem Motto: Mach das, was dir am meisten Spaß macht nicht zu Deinem Beruf. Vor allem, weil ich wusste/ahnte, dass man mit Lyrik nie genug Geld verdienen könne um damit den Bierbauch anzusammeln, wie ich ihn vor mir her trage XX(. Mit einem Roman oder ähnlichem sähe das schon ganz anders aus. Da sich das alles nicht so recht rentiert (in meinem Falle) „verschenke“ publiziere ich das Zeug eben hier. Das hat aber nichts damit zu tun, dass andere Lebensentwürfe dies nicht anders machen wollen, sollen, müssen, können.

Ich verweise also nochmals auf Tillas Artikel. Der pienst nicht und schreit nicht gleich nach dem Staat.

Was mich weit darüberhinaus kirre macht ist dieses Durcheinander. Die Koalitionen, die da gebildet werden, das Absinken auf plakatives Wahlkampfniveau.

Was hat ein armer Poet oder freier Journalist mit den Pfeffersäcken auf juristischen und ach-so-kulturell-wichtigen-literatur-gedingsten Lehrstühlen pekuniär gemein? Die sitzen doch auf ihren Beamten-oder-was-auch-immer Pensionen, während andere jedem Cent hinterherhecheln müssen und was bitte hat das dann damit zu tun, dass Verlage und andere Verteiber von Information oder Kulturgütern unfähig sind neue Vertriebsstrukturen zu beherrschen und das Geschäftsmodell „Text-zwischen-die-Werbung gestreut“ z.B. nicht mehr funktioniert und Kinos albern teuer sind und CD’s fast nicht mehr finanzierbar und und und?

Was hat das bitte alles mit der Zensur im Internet zu tun? Mit sogenannten Killerspielen?

Könnten wir das bitte etwas auseinanderwurschteln?

Unterscheiden wir doch ein wenig besser zwischen der frei zugänglichen Nutzung, dem freien Austausch von Meinungen, dem Nebeneinander von Amateuren und Profis egal wo und wozu und dem Recht auf „EigenHungerStillung“ derer, die etwas verkaufen wollen, was sie selbst gemacht haben.

Unterscheiden wir auch GENAU zwischen den Begehrlichkeiten der Buch/Zeitungs/Musik/Film/TV-Industrie, deren Geschäftsgebaren In Hinsicht ihrer Zulieferer (Künstler u. Sonstigen) und deren Kunden (wir alle) und den berechtigten Ansprüchen der Kunden auf bezahlbares und der berechtigten Forderung von Künstlern.

Vielleicht sollte auch das Bild des Künstlers (u.ä, immer u.ä. nicht von den Millionären Rawling, Spielberg, Robby Williams bestimmt werden.

Und die ausübenden Künstler hab ich jetzt mal noch gar nicht beachtet. Die Geiger, die Chorsänger, die Tänzer… und was es alles so gibt.

Wie gesagt, man sollte da nicht so viel durcheinander werfen.

Das Urheberrecht hat nichts mit den Begehrlichkeiten eines Polizeistaates zu tun, der trotz letzter Niederlagen unserer NOCH nicht ist.
Nur das mal so in den Raum gestellt und jetzt mach ich Tagesradtour. So.