Ahorn, ein Horn

Ich zupfe an den Hörnern meines Einhorns. Natürlich gibt es keine Einhörner, was denken sie denn, was für ein Trottel ich bin? Ich zupfe an den Hörnern meines Einhorns. Ganz leicht, sanft, damit es nicht erwacht. Natürlich weiß ich, dass, sie wissen schon. Einhörner wachsen auf Ahörnern, den Sirups über den Eiern, die sich pfannen. Sie kuchen. Mein Hunger spickt sich frühe Würmer über dem Einhorn. Ich mag keine Ahorn. Nur Einhorn. Und der Speck, der kein Bacon ist. Neben den Eiern, die uns Hühner bescheren. Die Federn, die sie verloren, scharrend. Ich schreibe mit ihnen und der Tinte, die ich aus den Hörnern molk. Einhörner, sie wissen schon, die es nicht gibt. Gänsefedern und Saeculum sind so schillernd und keine Wunder! Hühnerfedern zupfen an den Hörnern ihres Einhorns. Und dann druckt sich Guttenberg. Meine Hörner bloggen. Das eine! Wehe, wehe, wenn sie wehen!

Collagen

Wir machen den Brecht, moon of alabama und mischen unsere Tweets, ohne Nazis und Jünger. WhatsUp FB. Castorf so postdramatic old school. Shakespeare kreischt den Postpunk aus Mozarts Requiem. #tweetup, baby. Instagram spreizt die Soundcloud. Kein Youtube im Mondteig. And the beat goes on. Sir Jagger?

Living Chrismas

(Aus Dezemberliebe)

geht dieses Jahr Montag los. Langsam kommt die Truppe zusammen. Wir machen das jetzt schon seit 3 Jahren. Living Christmas. Wie Big Brother nur live, im Stall meines Bruders, der nach der letzten Schweinepest und diesen Super-GAU von BSE die Landwirtschaft aufgab und jetzt ein Landautorenschule führt. In 2 Wochen zum fertigen Landroman.
Dabei sah es nicht gut aus, bis zur letzten Minute war unklar, ob wir das Projekt auch dieses Jahr durchziehen sollten. Wir haben nämlich ein Forum. Sie wissen schon so ein Dings im Internet zum Diskutieren. Wie in jedem Forum, fast jedem, gab’s Knatsch. Gabriel wollte dieses Jahr als hl. Geist auftreten und mich real schwängern, das heißt nicht wirklich schwängern aber mit mir öffentlich schlafen. Sagte ich schon, dass ich Maria heiße und Maria spiele?
Ich wurde bissig. Spukte und trat. Ich dachte nicht daran jemals wieder mit Gabriel zu schlafen, ob als Engel oder Geist getarnt, das war vorbei, all over now baby blue. Ich liebe Josef und ich liebe ihn, wie ich will, so oft ich will, wann ich will, von mir aus auch im Stall, aber dann wäre doch die Story am Arsch, oder?
Sagte ich schon, dass mein Mann Josef heißt und Josef spielt? Ich musste sehr grob werden und Gabriel raten, er solle sich seine Flügel anziehen und Vöglein vögeln, wenn er denn könne. Er wurde abgelenkt, ich nehme an, eine der Hirtinnen hat ihn abgelenkt, wir haben keine Hirten, wir haben Hirtinnen im gleichen kurzen Gewand und bloßen Schultern und manchmal mehr, Sex sells.
Und dann geht es Montag wieder los. Wir versammeln uns im Stall und spielen die Weihnachtsstory bis zum 24. Live improvisiert. Verkündigung (das macht Gabriel sehr anzüglich und mit hämischen Gesichtsausdruck zu Josef hin, SUPER macht er das).
Diskussionen ob wir heiraten sollen oder nicht, Eifersuchtsszenen, die dämliche Volkszählung und der schwule Herold, dem sich Josef fast nicht erwehren konnte, die Reise nach Jerusalem, mit Stühlen, so als Gag, die Herbergssuche, die Geburt ohne Kreißsaal, die heiligen 3 Könige, samt Gefolge. Außer Gabriel, Josef und mir sind das alles Komparsen aus diesem unsäglichen Kaff hier und keine KINDERARBEIT, wir verwenden eine Christmas-Barbie aus Hongkong.
Und die Viecher stammen aus den Restbeständen meines Bruders. Living Christmas. Das bringt’s. Ernährt uns schon 3 Jahre lang. Nachts kostet der Eintritt sogar 35 €. Bezahlen die Spanner, die sehen wollen, was denn Josef mit Maria wirklich treibt.
Das ist hart, nix zu treiben 24 Tage lang. Aber wir haben ja auch 2 Stunden zu am Tag, zum Duschen und so. Von 11-13 Uhr pausiert living Christmas, bis zum 24. Kommt ihr auch? Dann singen wir auch, begleitet von Puremaff. Halleluja.
Es soll dieses Jahr Döner auf dem Felde geben. Von den Lämmern der Hirtinnen und am 22.12. Kamelbraten.

Weihnacht ist, Kinder herbei.

Die Sonne peitscht den Regen durch den Schnee, fährt ihre Krallen aus und verschluckt den Mond als Hauptgang, die Sterne hat sie schon. In dieser Menschenkälte, die selbst die Wölfe heullos lässt, schlittern die Strahlen durch gengetunte Eisblumen. Dein Hauch hat sich dem Kitsch ergeben, wie der Rest. Kristallkerzen auf den Ikeakränzen aus diesem asiatischen Teil von Schweden, den die Horden des Khan nie erreichten, rote Bäckchen auf den Skulpturen, die Beuyses Bäcker aus Senfgläsern schuf und Schleifchen auf dem Klo für Sie und Ihn. Düfte aus Backmischungen und Gelingen schleifen Dosen voller schöner Essen um Papierservietten im Stil von Panasonic oder war’s gar Sony? Moxzart trifft Maffei und nuschelt mit Grönchenmaier aus den Boxen, auf denen Putten sich streichelnd thronen. Auf den Zapfen, die ich meinem Baum stahl, der nach Australien wanderte, schlaf ich mit Nadeln, die verduften in den Himmel aus Erdbeerbrei. Weihnacht ist, Kinder herbei.

Aus Dezemberliebe.

Rumpel ‚d Stilz, die alte Rampensau grölt Bachkantaten #nebel14

Es waren nur kleine Nebel heute, ich wäre gesehen worden aber bald. Zwei Meter Sicht und in warme Kapuzen eingepackt den Waldweg entlang, den ich seit Kindheit kenne. Schritt auf Schritt. Tippelgetappel und auf den Ohren Rascal Flatts. Kitsch unter Kiefern, die Nebelbläschen auf der Lunge, als ob ich den November rauchte. Mitten hinein in die Landschaft, die nach drei Kilometer an den ehemaligen Kasernen endet. Die Amis, abgezogen, als ob hier Berlin wäre. Verzogen nur nach Wiesbaden, in die Landeshauptstadt, es ist den Amis egal, dass es nicht mehr Baden-Württemberg ist, wie mir auch, wenn ich neble und nur alle 200 m die Nase putze, den Rotz laufen lasse, wie als 4 Jähriger . Es waren nur kleine Nebel heute, aber bald. Die Autos können nicht rasen, die Stille ist furchtbar, mitten in der Watte, die drei Autobahnen dröhnen so leise, als ob die stille Nacht, aber es ist Morgen und das Leben tanzt Nebel. Und dann der letzte bellende Hund verzogen, all die Nordisch Gewalkten zu Huas oder sonstwo, auf jeden Fall nicht hier und ich hohle mein Smartphone aus der Tasche und nein, ich twittere nicht.
Nur für mich in der Wolkensuppe in den Editor von Evernote. 140 Zeichen, die nicht nach Frisco reichen. Nur für mich in den Nebeln der Waldheimat, kurz vor dem Wasserwerk, fast kann man die Bisons vom Karlstern röhren hören, auch wenn sie das nie tun. Und da ist er, der Hashtag #nebel14. Und es läuft in Swiftkey, der Androide tanzt, es ist mir egal, ob ich Netz habe, ich bin meiner Nebelwolke, nur ich und der Geruch nach feuchtem Wald und Kiefern. Acht wie Nacht Hashtags sollt ihr sein, im Heid und auf der Walde.

Da vorn, ach der Erlkönig. Er hat Pause, das steht ihm zu, seit Jahrhunderten reitet er für uns #nebel14

Schneewittchen hängt an meinem Hals, singt und saugt, aber ich darf nicht küssen, verschwommen die Gestalt #nebel14

Rumpel ‚d Stilz, die alte Rampensau grölt Bachkantaten lautlos in die Nebel der Rapper, als Kiefern verkleidet #nebel14

Hänsel da Grêtöl spucken Pinien, kernen bleiche Wölkchen zu Seienden. Ein Adorno spechtet im Baum #nebel14

Märchen sägen sich Sagen aus dem Gehölz, das einst Siegfried scheute. Drachen aus Moosgarn säumen sich #nebel14

Klirrende Schwerter aus Sarazenenstahl rosten zu Zwiebelkuchenfarmen. Von Fern ragen Lebkuchen aus den Kochen der Volxmusikstars #nebel14

Dreißig Atem losen um die Mäntel der Martinis, ungerührt, geschüttelt vom Frost, der bald kommen soll. #nebel14

Tropfen schwimmen im Stroh der frühen Krippen, grippen sich zu Biotika, drüben in Walhalls Odin. Saft aus Netzen läuft rot zu Magenta #nebel14

Keine Ohrenzapfen wuchsen mir unter lichtem Haar. Keine Kristalle schollten zu Eis. Lichter winken. Der Zauber schraubt sich aus dem Stativ. Ich bette meine Füße. Das Haus seufzt und sehnt, aber freudlich lächelt der Wald.

Zeitlos

Meine Zeit hat sich umgestellt. Ich wußte es zunächst nicht, aber sie hat. Sie hat mich verlassen, die Zeit, meine liebe, alte Zeit. Sie ist weniger jetzt, und mehr. Eine neue Zeit, die so alt ist wie sie selbst. Ich laufe an ihrer Hand die alten Wege neu, die nie ein Ziel waren, denn mein Ziel ist ein Ziel, mein Weg die Zeit dorthin, auch wenn sie sich stellt, mich mit sich umstellt von der Dünkelhell zur Schunkelschwarz. Meine Dunkelheiten strömen jetzt viel früher in die Sterne, funkeln dort, torkeln dem Winter entgegen, wenn die Kerzen wieder flirrend Träume wachsen werden und die Kälte uns die Betten wärmen wird, wie dieses Uns das eitel wuchernde Wir. Selbst unter den Hellen, an diesen kleinen, kurzen Tagen aus Warten und Sehnen, schwebt die samtschmutzschwarze Nacht stets am Horizont aus Leichtsandmehl, direkt unterhalb des Zentralgestirns, das ich in diesen Zeiten den Titel Sonne neu durchschreiben lasse. Unter diesen graunachtschwarzen Himmeln, den Regentropfen, die sich nach dem Gipfelschnee der Sommer sehnen, diesen Firmamenten, die mich sanft umhüllen, tanz ich mit der Kälte und den Krähen Salsa auf vermatschten Wegen und sing‘ Lieder aus fernen Zeiten, so nah. Ich spüre Arme pulldownover, zum Tango, auf rauhreifen Wiesen im Zwischenschlaf, den die Träume lieben. Meine Zeit hat sich verloren in mir und schwebt sanft , an diesen kleinen, nassen Tagen, als sie sich umstellte, lang nach Mitternacht. All ihre Stunden ringelreihen mit den Sekunden, vergraben sich zu Gedanken in Tage und Äonen, fliessen in Kaskaden in mein Hirn, bauen Bilder aus Nebelzärte und Schwarzkonkon zu verschwommener Klargewissheit in alle Zeit der Welt, wenn sie den Atem anhalten wird für uns. Meine Zeit hat sich umgestellt, sie behauptet, wie jedes Jahr.

Böse, der, die, das

Ich werde es herausfinden. Bestimmt! Wäre doch gelacht, wenn niemand weiß, wo das Böse sich versteckt hält. Der Böse, die Böse, das Böse. Bis wir wieder genau wissen, wo das Böse ist, wo der Böse, die Böse seine Grenze hat, die ihre. Wenn wir wieder echte Mauern haben und Sonntagsreden für die Schwestern und Brüder drüben und so weiter. Wenn wir unsere bösen Nazis, zu denen NIE die unseren gehörten, wenn wir also keine Nazis mehr haben, auf die wir alles schieben können, die das Böse waren und die Böse und der Böse. Wenn wir also das Böse in uns nicht mehr beichten können und die Absolution lächerlich wirkt. Wir werden sie bebomben, die Bösen, das Böse und der Böse in uns ist egal. Ich werde es herausfinden, wer da böse ist.
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Wie das Gute? Der Gute bin ich und die Gute weiß das schon und das Gute daran?

Interkontinentalraketen

Der Friede kam sehr lange aus den den Silos der Interkontinetalraketen, der Angst vor den Wasserstoffbomben, der atomaren Vernichtung allen Lebens hier. Das Vergessen der Angst ist unser aller Feind. Sie kriegen wieder konventionell. Panzer, Uzzis, Scheißgerümpel. Milizen, Gotteskrieger, Gazisten beiderlei, Dummgelichter, Krimsektwichser, Weltmächte, deutsches Einerleigeschwätz.

Warum zeigt niemand das rote Telefon? Und droht endlich wieder!

Die Silos sind nicht leer.

Und Amazon ist so böse wie Google und die eBooks zerstören das Abendland wie fehlender Musikunterricht.

Was flieht ihr, ihr Narren? Homo homini lupus!