Die Welt tobt

da draußen vor dem Fenster. In den Hauptstädten toben Revolutionen, Fußballmannschaften verlieren. In meinem Hirn verschimmeln Gurken, die eigentlich salaten sollten. Präsidenten lassen sich krönen, vom Volke erkauft. Da schwebt das Prozent. Lasst uns toben, bis zum Pudding an der Wand. Die Kühle entschwebt, Nudelsuppe kauend im Schrank. Rubens digitalisiert Museen, die wonniglich kreischen. In den Theatern mufft die Post im Netz. Dramen fallen in meine Seelchen. Ich schlecke Eis, aus den Kellern der letzten Revolution oder der davor. Über den Autobahnen der Fluch der Maut und der Elektro. Die Kultur hebt die Röcke und flieht vor Ministern und deren hartem Leit. Irgendwo schreibt sich ein Gedicht, der Bot schnifft hinterher. Auf Staffeleien röhrt die gemeine LED. Eine Geige püriert. Morgen werden wir singen. Wenn wir noch können. Die Welt tobt und lacht.

Das ö knutscht ein Fis, Herr Cursor, bitte, bitte..

Der Cursor blinkt lustig vor weißem Hintergrund. Fast traut man sich nicht ihn mit Buchstaben zu belästigen. Hätte man doch mit dem Füller weiße Bütten verunziert. Blaue Tinte, in der Zellulose eingesaugt, kaum noch zu lesen, weil die Gedanken zu schnell sind für die alternden Finger.

Dreißig Gedanken rennen auch dem Cursor voraus, verschwinden um die Ecke, landen auf Twitter, gehen lächelnd zurück, spielen Militär, richten sich auf einer Linie aus. Das ß spielt grölend Kommandant, lässt die Buchstaben im Takt marschieren, das Ö stimmt den Radetzky-Marsch an, die ÜÜÜ lachen laut und umarmen die ÄÄÄ, wirbeln nun zur schönen blauen Donau. Die kleinen iii trommeln 7/8 Punk auf die ________ .
Vater Satz lacht, was müsst ihr auch alles verstehen.

Irgendwo werden sie wieder schießen, detonieren, brüllen, mit dem Hass schlafen, sich wund gammeln, in ihren Bubble-Bubbles.

Der Cursor fängt sie alle wieder ein. Sie werden gebraucht. Die Zeiten sind nicht so.

Mit schwerem Bass schleppt sich das Y aus einem schweren Satzgefüge. „Die Zeiten sind nie so,“ deklamiert es in das Crescendo der quietschenden- Alphabeten.
„Lass uns springen, wackeln, ineinander, durcheinander, bis wir neues fügen dürfen, das schon alt war, als der Mond noch die Sonne liebte.“

Das X, aus einem alten Folianten gefallen, zieht sich den Tutu eines Schwanen an, tanzt auf Schriftart-Spitzen, zirpt: „Oh Isis und Osiris, edler Cursor, fang uns nicht, All das Elend, das wir beschreiben müssen. Immer wieder, seit Anbeginn, in Stein gehauen, auf Papyrus geworfen, auf Pergament gekratzt, in Wachs geritzt, auf Papier gerotzt, gedruckt, gelasert.“
Lass uns im Chaos erholen…bitte, bitte lieber Cursor, heute einmal nicht…“

Still blinkt der Cursor vor weißem Hintergrund. Fast wagt er nicht…

Bruckner schickt im Laufschritt seine Symphonien.

Ein Taktstock blinkt, die Noten unter dem Cursor flutschen zu den Buchstaben, das ö knutscht ein Fis.

Sie wollen uns nicht mehr, wenigsten für 3 Takte im Jutesack.
Das Universum nickt, hat auch die Schnauze voll.

Wartet nur, bis wir euch….

Ein einsamer Cursor lächelt auf unbeschriebene Pixel aus weißen Displayfantasien.

2 Millimeter nur

Besoffen von Kernspaltungen lallen die Sonnen durch die Weiten des Alls, schleifen ihre Planeten und deren Monde, samt anderem eingesogenem Schrott mit sich. Zur Hochzeit des Jahres, wenn die Planeten am wenigsten taumeln und unser Städtchen der nahe gelegenen Sonne am nächsten ist und ihr freimütig das Gesicht entgegenstreckt, aus grauen Mauern, roten Ziegeln, mit grünen Narben durchzogen, dann bricht all der Unmut durch. Die beständigen Kernfusionen in dem großen Gestirn, die tobende Hölle. Ja die Hölle wohnt in der Sonne, war das nicht bekannt? Wo sonst soll das Höllenfeuer denn wohnen, auf dem kalten Pluto vielleicht? Die Hölle wärmt uns, bringt Leben und dörrt uns aus, wenn wir der Hitze zu nahe kommen. Das ist die Strafe. Für Sonne und Mensch. Wärmende Ernährerin und Strafgefangene aus sich selbst. Aber ich habe den Himmel gesehen. Der Himmel ist hier auf Erden, wie jedes kleine Kind weiß, bis man ihm das Wissen austreibt und in unerreichbare Fernen rückt. Mein Himmel liegt im Schattenland, unter Kronen von blaugelb gemischten Blätterorgien. Kaskaden aus Höllenlicht funzeln sachte in göttlicher Dosierung auf meine Lider. Ein leichter Wind saugt den Schweiß in die Kühlung der Morgenluft. Die Farbe des nahen Sommers grünophyllt in allen Schattierungen von sanftem Frischgras bis zum tiefen Dunkel der Zedern, die fern der Heimat zwischen den Eichen wimmern. Ich pflanze die Schatten in die unbeschnittenen Wiesen, für das Vieh in den Ställen, verborgen im Heu. Ich versenke die Schatten in der uralten Flussau, die sich so oft wie ein See gebärdet. In diesem Schattenwasser will ich im Winter meine Gedanken baden, wenn der große Grau wieder seine kalten braunen Finger über die nackten Äste streicht. Aber heute flieg ich 2 Millimeter über Grund durch die Himmel hienieden, der Hölle entronnen, unter dem Dach meines Schattenlandes, während wir mit all den besoffenen Sonnen weiterziehen, wen interessiert schon der Weg durch das Chaos, wer hat schon ein Ziel?

Höllenflucht und Teutscheschland

Hat Satan schon wieder die Tore geöffnet?“ „Ja, unzählige Mannaflüchtlinge drängen direkt in die Schwefellkneipen und saufen unseren Kuhmistschnaps.“ „’Nie mehr Halleluja‘, kotzen sie in die Drachenkessel.“ „Die Sauerei schlecken sie dann nüchtern wieder alleine auf, wir bekommen nix davon ab.“ „Michael, Gabriel und Raffael, das ganze Himmelspack weigert sich die Grenzen nach unten zu schließen, es gäbe genügend echte Heilige dort oben.“ „Zum Kotzen, noch nicht einmal die Hölle…“
„Achtung, stillgestanden, Fürst der Finsternis, Herr aller Dunkelengel, wir sinken in Euren Matsch, Euer Klumpfuß möge unsere Hörner zerstampfen…“
„Ihr wagt es mich zu kritisieren, meinen Ratschluss zu ignorieren? Ihr seid nicht schlecht genug um mir dienen zu dürfen, egal ob ihr Orks wart, seit Äonen!“

„Fahret auf in die Schimmellose“

(Aus den alternativen Werken für Teutscheschland, 2016, Opus 08/15, §% 15)

#Nachtrichten15

idyll
Draußen vor der Welt singen die Pausen Arbeitslieder aus knutschendem Tann. Nur leicht wiegelt der Schweig. Die Ruhekonferenz über den Wipfeln tänzelt umwölkt von Ammoniakdrinks. #ruko25 Prozent! Die künstlerische Leiter steht verlassen in der Ecke und lutscht an den #hashtags der Wochenwende. Fenster klirren sich nicht mehr ein. Wuthaucher küssen Pilse aus feuchtem Gebot. Taler wandern zwischen den Gullis zwischenstaatlicher Beschränken. Ein Filter blubbert sein dreisames Wicht!

BA 659

Rillen aus verquengeltem Teer kreuzen des deutschen Autobahn, lassen sich scheppern. Meine Zehennägel kichern in den Socken, träumen von Lack und der Freiheit der Sandalen. Riemen reißen sich im Spann. In den Mittelstreifen sehnen sich Gräser nach der Schnauze der Lämmer. Große Rinder lastern. Im Radio tanzen grelle Mücken zu der Mukke aus Vierteln und dem Bumms auf des ersten Takt. Bleche kriechen durch die Schaften aus frisch betoniertem Land. Hubschrauber singen die Lieder der Bienen vor dem Knall. Seiten streifen weiß. Das Steuer träumt von Finanzen und dem zärtlichen Land. Aus. Die Fahrt. Weg. 659. Rillen lächeln. Bremsen schäumen zu Bett. Ein Kuss sehnt. Gedanken splittern zu Schlaf.

Schiffchen aus Hamburg olympen die Elben

Ich wollte das Volk ritte auf grünen Einhörnern. Nein nicht irgendwohin. Einfach reiten. Ohne Sattel. Durcheinader. Immer wieder total. Durcheinader. Mal dorthin, mal dahin. Nie dort anzutreffen, wo es die Spindoktoren abholen will. Einfach in den Steppenwald und den Wüstendschungel. Dschungelbells, dschungelbells. Über den Hörner die Eulen für Athen. Schiffchen aus Hamburg olympen die Elben. Jauchen will ich euch nicht, es singen die Nasen. Ich kotze den Krieg, den sie wüsten. Bald werden sie panzern., wieder und wieder. Ich wollte das Volk ritte grüne Einhörner, die es nicht gibt. Trotz dem. Flieg Eule, flieg!

Ahorn, ein Horn

Ich zupfe an den Hörnern meines Einhorns. Natürlich gibt es keine Einhörner, was denken sie denn, was für ein Trottel ich bin? Ich zupfe an den Hörnern meines Einhorns. Ganz leicht, sanft, damit es nicht erwacht. Natürlich weiß ich, dass, sie wissen schon. Einhörner wachsen auf Ahörnern, den Sirups über den Eiern, die sich pfannen. Sie kuchen. Mein Hunger spickt sich frühe Würmer über dem Einhorn. Ich mag keine Ahorn. Nur Einhorn. Und der Speck, der kein Bacon ist. Neben den Eiern, die uns Hühner bescheren. Die Federn, die sie verloren, scharrend. Ich schreibe mit ihnen und der Tinte, die ich aus den Hörnern molk. Einhörner, sie wissen schon, die es nicht gibt. Gänsefedern und Saeculum sind so schillernd und keine Wunder! Hühnerfedern zupfen an den Hörnern ihres Einhorns. Und dann druckt sich Guttenberg. Meine Hörner bloggen. Das eine! Wehe, wehe, wenn sie wehen!

Collagen

Wir machen den Brecht, moon of alabama und mischen unsere Tweets, ohne Nazis und Jünger. WhatsUp FB. Castorf so postdramatic old school. Shakespeare kreischt den Postpunk aus Mozarts Requiem. #tweetup, baby. Instagram spreizt die Soundcloud. Kein Youtube im Mondteig. And the beat goes on. Sir Jagger?

Living Chrismas

(Aus Dezemberliebe)

geht dieses Jahr Montag los. Langsam kommt die Truppe zusammen. Wir machen das jetzt schon seit 3 Jahren. Living Christmas. Wie Big Brother nur live, im Stall meines Bruders, der nach der letzten Schweinepest und diesen Super-GAU von BSE die Landwirtschaft aufgab und jetzt ein Landautorenschule führt. In 2 Wochen zum fertigen Landroman.
Dabei sah es nicht gut aus, bis zur letzten Minute war unklar, ob wir das Projekt auch dieses Jahr durchziehen sollten. Wir haben nämlich ein Forum. Sie wissen schon so ein Dings im Internet zum Diskutieren. Wie in jedem Forum, fast jedem, gab’s Knatsch. Gabriel wollte dieses Jahr als hl. Geist auftreten und mich real schwängern, das heißt nicht wirklich schwängern aber mit mir öffentlich schlafen. Sagte ich schon, dass ich Maria heiße und Maria spiele?
Ich wurde bissig. Spukte und trat. Ich dachte nicht daran jemals wieder mit Gabriel zu schlafen, ob als Engel oder Geist getarnt, das war vorbei, all over now baby blue. Ich liebe Josef und ich liebe ihn, wie ich will, so oft ich will, wann ich will, von mir aus auch im Stall, aber dann wäre doch die Story am Arsch, oder?
Sagte ich schon, dass mein Mann Josef heißt und Josef spielt? Ich musste sehr grob werden und Gabriel raten, er solle sich seine Flügel anziehen und Vöglein vögeln, wenn er denn könne. Er wurde abgelenkt, ich nehme an, eine der Hirtinnen hat ihn abgelenkt, wir haben keine Hirten, wir haben Hirtinnen im gleichen kurzen Gewand und bloßen Schultern und manchmal mehr, Sex sells.
Und dann geht es Montag wieder los. Wir versammeln uns im Stall und spielen die Weihnachtsstory bis zum 24. Live improvisiert. Verkündigung (das macht Gabriel sehr anzüglich und mit hämischen Gesichtsausdruck zu Josef hin, SUPER macht er das).
Diskussionen ob wir heiraten sollen oder nicht, Eifersuchtsszenen, die dämliche Volkszählung und der schwule Herold, dem sich Josef fast nicht erwehren konnte, die Reise nach Jerusalem, mit Stühlen, so als Gag, die Herbergssuche, die Geburt ohne Kreißsaal, die heiligen 3 Könige, samt Gefolge. Außer Gabriel, Josef und mir sind das alles Komparsen aus diesem unsäglichen Kaff hier und keine KINDERARBEIT, wir verwenden eine Christmas-Barbie aus Hongkong.
Und die Viecher stammen aus den Restbeständen meines Bruders. Living Christmas. Das bringt’s. Ernährt uns schon 3 Jahre lang. Nachts kostet der Eintritt sogar 35 €. Bezahlen die Spanner, die sehen wollen, was denn Josef mit Maria wirklich treibt.
Das ist hart, nix zu treiben 24 Tage lang. Aber wir haben ja auch 2 Stunden zu am Tag, zum Duschen und so. Von 11-13 Uhr pausiert living Christmas, bis zum 24. Kommt ihr auch? Dann singen wir auch, begleitet von Puremaff. Halleluja.
Es soll dieses Jahr Döner auf dem Felde geben. Von den Lämmern der Hirtinnen und am 22.12. Kamelbraten.