Balanzieren, bilanzieren

Da sitz‘ ich im Tempel der Buchdruckkunst und lese aus einer gedruckten Literaturzeitschrift, in einer Stadt, die fast einmal meine war, dort, wo man schon ‚mal den Dom zwei mal hundert jährig feiert.
Und es juckte unter den Fingern Gedichte zu schreiben wie dieses in diesem Buch , dass ich balanziere oder bilanziere, wie hier aber ich war eingeladen. Ich, der Elektrobüchler aus dem Netz, der es nicht erwarten kann, wann die Geräte zum lesen meiner eBooks zur Massenware werden. In einem Gebäude, über dessen Eingang ein germanisch – römischen Kaiser thront, den abgeschlagenen Kopf seines Feindes, samt dessen Gemächt, zu seinen Füßen. (Das hab ich jetzt sehr dezent erzählt, oder?) Um die Ecke der Dom, mit diesem Kopf-Präsentator im Kreuzgang. Aber niemand wollte mir etwas, es sei denn Gutes. Das hat was auf einer Nicht-Guckkastenbühne zu lesen, von Powerpoints umgeben, das abgedunkelte Publikum im Visier. Alles professionell gemanagt, mit dem berühmten Augenzwinkern, keine künstliche Besteifung der Künste. Ein Projekt, wie ich es mag.

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Signora Windows, Signoria

95, 98,
vista, sette

Läden in suburba
Kreuze über

Lukenaugen
Stürze spielen Brauen

Licht dringt
ein Lachen

Im Dunklen
spielen duUNDich

Läden donnern
schließen

Ach was rutschen wir,
doch nicht nach rechts.

Lichter lichten
leicht

Gratia plena,
benedicta….

windows, ye know, fenestra,
1,2,3.. quattro, Signora!

aus: Wortschau Sonderausgabe Nr.1, lyrischer Text von mir zu einem Druck von Jelena Smoljko. Ein Heft in Zusammenarbeit mit dem Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz und dem Gymnasium St. Katharinen, Oppenheim. Bild aufgenommen im Druckladen während der Vernissage am 1.10.2010, als der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz im anderen Raum gerade auch druckte… ;-))(Erläuterungen hier)

Im Heft sieht das dann so aus:

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Ich wollte schon (..update)

immer einmal in einem Museum bloggen. Also ich bin jetzt gerade im Kommunion-Museum in Sachsenhausen (ohne Stöffche, gell) und blogge. Bild kommt später. Ich wollte erstmal nur sagen, dass zwar Kafka, Don Alfi und Anke Gröner, samt Andrea Diener auf den Teppichen erlaufbar sind, nur kein mikelbower weit und breit. Was muss man tun, um hier betrampelt zu sein? Seufz. Kann man das in den Seminaren da lernen? :>>. Nee, ich weiß nicht ob ich so gerne besohlt werden möchte, eigentlich nicht.

Bis nachher. Ich habe Hunger!!! [Update, 15:12, 2 Stunden später]
Uff, das war knapp..So, die Links sind im Text, jetzt erst mal Bilder hochladen. Sodele, das Linke ist drin. Also, das ist eine hübsche Ausstellung da im Museum für Kommunikation: Absolut privat? Vom Tagebuch zum Weblog. (Flyer gibt es da) und das Blog zur Ausstellung da. Bemerkenstwerte Exponate wie Andrea Diener’s kaputtes Ibook wechseln mit den Tagebüchern von Kafka und den Holzblogs von Anke Gröners Opa. Ich wollte schon (..update) weiterlesen

Die Documenta 12 ist so langweilig wie ihr Logo.

Ich bin kein „Kunstkenner“, nie gewesen. Kein studierter oder monopol-erzogener. (Wie kann man nur Grönemeyer mit Beuys kreuzen wollen, 1972 mit 2007 (SIC!), siehe unten?) Es interessiert mich einfach, was da passiert, ich schaue gerne, lass‘ mich gerne anregen oder aufregen, anregen. Es ist mir im allgemeinen scheißegal, was gerade „angesagt“ ist, welcher Spinner wie viel für was ausgibt. Kunst als sichselbstauslieferndes Spekulationsobjekt ist mir wurscht. Sollen sie doch machen. Aber ich hatte die Documenta 5 im Kopf (und das Logo der 12 soll wohl zum Log der 5 anknüpfen oder sehe ich das falsch?). Meine erste wirkliche Begegnung mit (darstellender) Kunst. Ich war 20 und Soldat in Kassel. Vielleicht ist es unfair Zeiten zu vergleichen, aber die Documenta 12 konnte nichts einhalten, was ich mir davon versprochen hatte. Es wirkte alles so, so, ja, langweilig, uninspiriert, gemacht, dass etwas gemacht ist. Nichts, was mich echauffierte, anmachte, anrührte, zum Nachdenken brachte, zum lange Zuschauen verführte, zum schreiben animierte. Es wirkte wie PR, PR für den Hauptsponsor mit Weblog. OK. Der Friedrichsplatz in Mohnblüte hat was, das Reisfeld vor dem Schloss Wilhelmshöhe auch, aber sonst? Ich war 35 Jahre nicht mehr da und es werden wohl wieder 35 Jahre werden, bis mich das wieder anlockt. Dann bin ich 90 und das juckt mich nicht mehr, oder doch? Was mich wirklich zum nachdenken brachte war nicht die Kunst, sondern die Documenta selbst. Die Documenta 12 ist so langweilig wie ihr Logo. weiterlesen