Sternenwege nach Europa

Beitragsbild: Screenshot der Website „Sternenweg/Chemin des étoiles“.

Dieses Posting ist mein zweiter Beitrag zur Blogparade
“#SalonEuropa – Europa ist für mich…”
des Museums Burg Posterstein
und des Blogs KULTUR-MUSEUM-TALK von Tanja Praske.
Man kennt Tanja hier im Blog. :) Sie pflegt die Blickkultur!

Der Sternenweg:“Pilgern für den Frieden und ein weltoffenes Europa“
Zitat:

Im Mittelalter orientierten sich die Jakobspilger in Richtung Santiago de Compostela mitunter an der feinen Sternenspur der Milchstraße am nächtlichen Firmament. Unzählige Pilger haben auch in den alten Kulturlandschaften Pfalz, Saarland, Lothringen und Elsass ihre Spuren hinterlassen. Obwohl ihre Wege „versunken“ sind, erinnern noch heute Zeugnisse der Baukultur des Mittelalters, an die besondere Spiritualität jener Pilger, die sich zu einem großen Ziel aufgemacht haben. Ein Netz von wiederentdeckten Wegen durchzieht heute diese Großregion.

Ihr erinnert Euch an meinen letzten Blogpost zur Blogparade #SalonEuropa?

Elysium hauchte Europa


Ich machte darin einen ähnlichen Vorschlag!

Jakobsmuschel der Eglis St. Jean in Wisembourg. Klick ins Bild führt zum englischen Wikipedia-Eintrag.

„Einfach gemeinsam spazieren gehen, wallfahrten, in weltlichen Prozessionen und Werte deklinieren.“
Weil wieder alles zusammen gehört und eins zum anderen führt. Ich war in Speyer schon dabei es zu tun. Ich hatte das Zeichen wohl gesehen und natürlich kenne ich das Denkmal des Jakobspilgers, aber an einen größeren Zusammenhang zum Heute zog ich nicht. Ich wollte in diesem Herbst noch nach Straßburg, einkaufen. Aber ich hatte keine Lust auf das Gewusel der Großstadt. Aber Lust auf Fongreisch hatte ich schon. Also Wissembourg. Gehört zu userem Verkehrsverbund, somit kann ich es mit meiner Karte ab 60 anfahren. Bon. Ich hatte ja schon vor 10 Jahren berichtet.

France 1, inmitten der Kurpfalz, na ja.


Es gab ja nach 10 Jahren endlich wieder das Projekt „Chemin d’Art Sacré en Alsace“ zu bewundern. Sakrale Kunst in der Kirche. Was ich denn tat.
Inmitten der prächtigen Kathedrale des ehemaligen Klosters, die auch ohne Ausstellung sehr interessant ist.

Église Saints-Pierre-et-Paul. Wissembourg
Klick zur Wikipedia.

Arbeiten von Inge Panter und Luc Demissy. Extra komponiert und gemacht für diese Ausstellung an diesem Ort. Hier die Website dazu der Diözese Straßburg.
Das war sehr inspirierend. Weil die Werke tatsächlich mit der Kirche verschmelzen, leider durch Glaswände getrennt, zwar durch eine Tür zugänglich, aber eben abgeteilt. Ich nehme an, aus Sicherheitsgründen.

Ausstellung „Chemins d’art Sacré 2018“ in Wissembourg. Klick zur Website.

In der Ausstellung zur Biografie Inge Panters dann der Hinweis auf die Protestantischen Kirche St. Jean, um die Ecke. War ich noch nie. Kannste mal sehen. Also nix wie hin.
Am Kreuzgang von Peter und Paul wieder dieses Wegzeichen mit der Jakobsmuschel. Es hatte noch nicht getickt.

St. Jean in Wissembourg.
Klick zur Englischen Wikipedia.

Und ich war geplättet.
Noch eine Ausstellung. Gehört natürlich nicht zur Katholischen Ausstellung. Soweit geht die Ökumene jetzt doch nicht, gell.

Ausstellung „blessure“ von Claud Braun. Klick zu seiner Homepage.
Bis 28.10.18 könnt ihr noch hin.

Wahnsinn. Der Adventskranz aus Stacheldraht, das Kreuz vor Gold zu Lampedusa. Das Sternbild hinter dem Altar mit den Zeichen der Weltreligionen. Der Halbmond, das Kreuz, der Davidstern ….
Guckt das Vimeo-Video dazu. Da sind die Werke alle gezeigt, in einer anderen Kirche.
Ich saß fast eine Stunde alleine in der Kirche und fand keine Worte um zu schreiben. Es passte alles zusammen, die zwei Ausstellungen, die Werke, die Geschicht der Kirchen und des elsässichen Wissembourg.
Es war später geworden, als ich dachte.
Draußen vor der Kirche dann wieder das Sternenzeichen, siehe oben, das Linksbild. Es gibt ja kein Roaming mehr in der EU, wenigstens bei meinem Provider. Die „böse EU“ hat das vollbracht, ja, ja. Und ich googlte. Ja natürlich, in Mainz hatte ich es auch letzthin auf dem Weg nach Eltville gesehen. Mainz, Speyer, Wissembourg. Ich pilgerte unwissentlich. Für den Frieden und Europa. Ich, das Heidenkind.
Es machte in der warmen Herbstsonne nichts 90 min auf den Zug zu warten, da war was kaputt. Ich sinnierte, vielleicht werde ich das blogen. Vielleicht.
Es war ja Weinlesefest in Neustadt. Aus Wissembourg kommend, bevor ich die S-Bahn nach Mannheim nahm, ließ ich meinen Durst noch von der Feuerwehr löschen, wie immer.
Natürlich ist auch Neustadt Teil des Sternenweges zum Frieden und Europa.
Hälste im Kopp nicht aus. War kalt da bei den Haiselscher, aber ich war fröhlich, nein nicht wegen der Schorle und dem Steak von der Feuerwehr.

Getränkekarte des Weinhauses Feuerwehr zum Deutschen Weinlesefest in Neustadt / Weinstraße 2018

Die Pfalz wohlt

Nur ein Fake weiter
wo die Hühner brunsen
und sie die Hüte hüten
aus Alu und der Bronze
der Naziglocken
sitzt
Slevogt und
malt Riesling
in mein Glas
und das zählt
nur das

denkt ihr

Oana geit noch
alla hopp
awwa donn

Bella Ciao

De Summa war braun

De Wind krawwld
de Ärm entlong
faschd keend ma
frian e bissl blouß
Was fa in Summa
moine Damen und oh Herr
Im Biergaade hod noch
finf Minude die Schorle
gekocht
Alles war braun
sogar de Rase im Park
Faschd koa Migge
fa die Veggl im Himml
Blouß dabbische Weschbe
uff moim Schmäslbrod
Awaa jezad hots jo
gereiad
vielleischd soga Härn
fa die Krischa
hiwwe wie driwwe
Griene Bledda
schmatze wia
beim Drobse
im leischde
Wind

Elysium hauchte Europa

Beitragsbild: Schatten des Kreuzes im Chor des Speyrer Doms.
Unbezahlte Werbung für die Europäische Idee!
(Und für: Speyer, Burg Posterstein etc..)

Oder „Im Schatten des Kreuzes“.

Dieses Posting ist Teil der Blogparade
“#SalonEuropa – Europa ist für mich…”
des Museums Burg Posterstein
und des Blogs KULTUR-MUSEUM-TALK von Tanja Praske.
Man kennt Tanja hier im Blog. :) Sie pflegt die Blickkultur!

Plakat der Ausstellung #SalonEuropa des Museums Burg Posterstein.

Das ist ein sehr, sehr interessantes Projekt, diese Ausstellung. Sie zeigt als Exponate, was in den SocialMedias zum #hashtag #SalonEuropa geschrieben wird und eben auf salon-europa.eu Auch diese Blogparade. Ich bin gespannt, wie das Experiment ausgeht. Wie werden die Besucherzahlen sein, im Web und vor Ort?
Auf Youtube gibt es einen Bericht zur Vernissage der Ausstellung.

Was Europa für mich ist? So in den #saloneuropa gebloggt?
Das dauert, setzt Euch, in der Küche sind auch noch Stühle. Ist zwar nur ein Wohnzimmer, kein Salon, aber herzlichst und so weiter. Winkt hier im Blog bekannten und unbekannten Gesichtern zu. Die Speyrer Brezel sind köstlich, nicht wahr, der Schampus ein Domsekt aus Pfälzer Riesling (brut) und in Neustadt/Weinstraße als Flaschengärung produziert, ein paar Kilometer pfalzaufwärts.

Screenshot der Website des Dombauvereins Speyer. (Klick ins Bild zue Website)

Europa? Schlägt man die Zeitung auf und liest im Sportteil bei den Fußballern, dass sie nach Europa wollen, als ob sie sonst in den Wolken spielten, sie meinen einen Wettbewerb der UEFA, da lockt das Geld. Darum geht es hier wohl aber nicht.
Also Europa mit Allem und in Echt. Der Kontinent, der keiner ist. Aber Eurasien ist wohl auch nicht gemeint. Wo hört es auf, wo fängt es an, dort im Osten, wo Asien beginnt. Also, bei mir endet Europa nicht, gell liebes Museum Posterstein. :)
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Räuber

Provenienzforschung ist in aller Munde. Fast überall werden die Archive der Museen durchforstet, nachgesehen, was fehlt und wo sein könnte. Niemand weiß warum das gerade jetzt so gehypt ist. Vielleicht, weil der Fall Gurlitt nachhaltig Staub aufwirbelte? .

Treffpunkt: Historisches Museums in Frankfurt. (Klick zur Website“

In Frankfurt taten sich vier Museen zusammen: Das Historische Museum, das Museum Angewandte Kunst, das Museum Judengasse und das Weltkulturen Museum und konzipierten die Ausstellung „Gekauft.Gesammelt.Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum“ und luden zum Community-Event.
Welch eine kleinteilige Puzzelarbeit. Herauszufinden, wem denn was gehörte, wo die Dinge abgeblieben sind, viele der Eigentümer flohen ja oder wurden ermordet, von staatswegen. Interessante Details und immer wieder im Inneren das Wort: Räuber. Diese verdammte NS-Zeit als Zeit der Räuber und Schlächter. Das sagte niemand beim Event, das drängte sich innerlich einmal mehr auf. Es war trotzdem ein sehr entspanntes Event, dank der Begleitung der Online-Macher*innen und führenden Kuratorinnen. Beeindruckend generell der Online-Aktivitäten des Jüdischen Museums. Ich war mit dabei im Jüdischen Museum und im Historischen Museum an einem dieser heißen Tage.
Ein Tweet des Jüdischen Museums zu Chanukka-Leuchtern:
„#RaubgutFrankfurt Zwei Chanukka-Leuchter, zwei Objektgeschichten, die viel über den Umgang mit #Judaica, über Raub im #Nationalsozialismus und Kunsthandel erzählen.“ Es zeigt mich, während ich meinen Tweet vorbereitete.
Mein Tweet:“Kein #chankkakitsch 😃1909 gestiftet dem @histmus 1922 an Jüdisches Museum, von der Gestapo gestohlen, an @histmus zurückgegeben. Per Magistratsbeschluss an das Jüdische Museum. #RaubgutFrankfurtDesgleichen hier, mein Griff zum Smartphone:“#raubgutfrankfurt Unscheinbares Objekt, spannende Geschichte: diese Besamim-Büchse kaufte das @histmus in den 1950ern von einem zwielichtigen Kunsthändler. 1988 ging es an das neu gegründete Jüdische Museum.“
Für mich verblüffend die Story von der „Rettung“ der Kristallnachnacht-Raubgüter:
Tafel zu #raubgutfrankfurt im Historischen Museum Frankfurt
Immer wieder tönte es innerlich: Räuber!
Wir waren fleißig, es gibt viel zu sehen im Social Web. (Auf Facebook bin ich ja nicht mehr.)
Einen Überblick unserer Aktivitäten auf Twitter gibt es hier #Hashtag #raubgutfrankfurt. (Storify gibt es ja nicht mehr.)
Der englische Hash „#LootedartFrankfurt“ ergibt das.
Fast interessanter „#LootedartFrankfurt“ auf Instagram.
Und „#raubgutfrankfurt“ ebendort.

Ich traf neue Menschen, Bekannte und vor allem auch längst Bekannte nun persönlich. Es war gut. Das Event, nicht die Sache mit den Räubern.
Ich sollt einmal Urlaub in Frankfurt machen um all die Museen dort zu besuchen. Ehrlich.

Museum Judengasse in Frankfurt. (Klick zur Website)

Hoimad


Hoimaddischda
schreiwe se gän
un Brauchtum
wie gebrauchte
Unnahose
blouß weil isch
aa uf Vennemarisch
schreib seit bal
zwanzisch
Joar ins Internetz
dem Neiland sescht se
s’Geli gell
isch deed aa klingonisch
woann isch keend
Moi Hoimad is wu
moi Wlan is un
isch aa pälzisch schreib
bei mä driwwedrunne
im zweite Schdock
orra
in Salzburg
vun mä aus
aa in Bejing
ins Internetz
bei mä dehoam

Unter den Bogen gehimmelt

(Ich war in der Ausstellung „Zum Bilde verführt, Visualisierungversuche eines verlorenen Klosters im Museum des Welterbe Areals Kloster Lorsch und versuchte anschließend meine eigenen Gedanken zu suchen, mich der mythischen Umgebung nicht hinzugeben, in Gregorianischen Chorälen zu ertrinken, suchte Menschen. Zur Einweihung der Kirche kam Karl der Große, Papst Leos IX. war auch da. Gegenüber ließ der Abt die Starkenburg bauen. Mehr zu Lorsch im Ausflugsblog)

Lorsch 1

Die Tonsur
in den Altar
gefräst in den
Hintern des Abtes
mit der Mitra
getanzt unter
dem Krummstab
Buchen und Staben
aus Pergamenten gefressen
zu Ehren dieses
und seiner Mutter
Gloria sei et cetera
Aeternum
ha ha ha
Unter den Bogen gehimmelt weiterlesen

Ent­mys­ti­fi­zie­rt 1968

Mythos 1968. (Willkürlich aus der Erinnerung herausgefischte Dinge, längst nicht vollständig.)
Außerhalb der Gymnasien und Hochschulen tat sich auch so manches. Quelle.
1968 saß die NPD in 7 Landtagen. In Baden-Württemberg mit fast 10 %. Quelle.
Die Jahreshitparade 1968 wurde von Heintje mit Mama angeführt. Er hielt auch Platz 2 und 4. Quelle.
Bundeskanzler einer großen Koalition war Kurt Georg Kiesinger. Ehemaliges NSDAP Mitglied. Quelle.
Finanzminister war der CSU-Vorsitzende Franz Joseph Strauß. Quelle.
Am 21.8.1968 besetzten Truppen des Warschauer Pakts die Tschechoslowakei. Quelle.
In Rom verbietet der Papst die Pille. Enzyklika Humanae Vitae. Quelle.
Agent Orange der Firmen Monsanto, Dow Chemicls und Mobay (Gemeinschaftsunternehmung von Monsanto und Bayer AG) wurde 1968 auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges in Massen versprüht. Quelle.
In Leipzig wird die Universitätskirche von Staats wegen gesprengt. Quelle.

Also solche Dinge will die CSU 2018 mit einer Konservativen Bürgerlichen Revolution wegwischen. Quelle.
Man sollte das Jahr entmystifizieren, damit die Dobrinds & Co ihr Gefasel anders begründen müssen.

Ich war 16, hatte meinen ersten Ferienjob für 3,60 / Stunde in Mannheim-Käfertal und begann häufiger zu schreiben. Im späten August nach dem Ende des Prager Frühlings, nach Feierabend, die Amerikaner fuhren ihre Panzermassen zu einem Großmanöver der Nato auf der nahen Autobahn, wg Prag.

(Ohne Titel)
Der Tag ist schön, mir ist es heiß,
Die Straße dampft, ein Panzer rollt vorbei,
Es ist kein Krieg,
Nein
Nur die Beschützer
Die Arbeit rollt auf Panzerrädern

Ein Krankenwagen rollt vorbei,
Nein,
Es ist nichts dabei,
Der Mann lebt weiter
Ohne Beine.

Und alles fährt der Arbeit zu,
In Auto, Fahrrad, Straßenbahn,
Und überall der gleiche Ausdruck,
Müde, Pessimismus, Optimismus, Masse.

Ich rolle auch, die Sonne sticht.
Schildkröten ziehen vor mir her
Ihre Auspuffgase nehmen mir die Luft
Ich kann nicht mehr.

Ich habs satt, es kotzt mich an
Ich kanns nicht mehr ertragen!
Ich gehe in die schöne, weiße Vorstadtapo – Theke
ich bekomme meinen Shit – High.

Ich freue mich und plötzlich sehen die Gesichter anders aus.
Sie sehen mich an und lächeln hold.
Ein freundliches Gesicht gibt Zyankali seinen Ratten.

Für mich und viele andere war 1969 mit Woodstock wichtiger. Doch.

Stellungen

(Ein amateurhafter Vergleich zweier Skulpturen-Kurationen im Kunstforum Ingelheim und der Kunsthalle Mannheim)
Beitragsbild: „Dan Graham (*1942) Two Intersecting Sine Waves“ 2017 Eine Auftragsarbeit für den Eingangsbereich der Kunsthalle Mannheim, bezahlt aus den Einnahmen des Museumsshops, den das Werk jetzt verdeckt :). Inzwischen liebe ich dieses Werk, wie Mannheim selbst ja auch erst mit dem zweiten Blick Schönheiten frei gibt. Je nach Wetter und Tageszeit spiegelt es die Umwelt anders. Am 12.08.2018 16:36 spiegelt sich mein Rad vor dem Friedrichsplatz mit Straße und im Hintergrund das Jugendstilensemble, das Atrium der Kunsthalle spiegelt den Wasserturm, dahinter lockt die Kunsthalle selbst in Mesh gehüllt (Video).
Ich leistete mir für die Kunsthalle eine Jahreskarte, im Vorverkauf für 25 €. Jetzt fühlt sich das an, wie in London. Ich kann rein, wann ich will und so oft ich will. Nein, ich muss das nicht jedes mal bloggen. Bereits gebloggtes von der (neuen) Kunsthalle findet ihr hier. Am Freitag war ich zur Bloggerführung in Ingelheim. Siehe den letzten Beitrag.
Im Gespräch kamen wir auf die Art der Präsentation und ich fühlte mich dort wohl und äußerte auch, dass die Skulpturen in Mannheim doch wesentlich wilder, nur so umher, stünden. Das musste ich überprüfen. Dank der Jahreskarte entdecke ich die Kunsthalle langsam. Den Kentridge-Kubus hatte ich ja schon verbloggt. Die Kuben 2 und 4 – die mit den Skulpturen- nur durchschlendert. Also gut!
Die Präsentation in Ingelheim (Beispiel).

Im Köpfe-Saal

Und Kubus 2 in der Kunsthalle Mannheim.
Skulpturen in der Kunsthalle Mannheim.

Sieht wild und zufällig aus, ist es aber nicht. Wie gesagt, in Mannheim immer auf den zweiten Blick. Die Stellungen bilden Menschengruppen. Gemäß dem Motto der Direktion: Stadt in der Stadt. Wie sagte Ulrike Lorenz, die Direktorin der Kunsthalle noch, im Blog MusErMeKu „Wir sind nicht die Nationalgalerie, wir sind kein Tempel der Kunst. Bei uns wird Kunst nicht zelebriert, sondern zur Diskussion gestellt.“
Dann passt das. Ich lief wohl 20 Minuten umher. Tatsächlich bezieht auch die Mannheimer Ausstellung die Umgebung mit ein, der Friedrichsplatz mit Wasserturm ist integrativer Teil. Genau solche Menschenansammlungen sieht man durch die Fenster unten im Wasserturmpark umherstehen und wandeln. Noch mehr in der nahen Fußgängerzone, den Planken. Gruppen vor dem Konzerthaus Rosengarten direkt gegenüber, im Foyer des nahen Nationaltheaters.
Nehmen wir Rodins Eva. In Ingelheim steht ein der 8 Abgüsse aus dem Städelmuseum in Frankfurt. Ich fotografierte sie nicht. Schön präsentiert! Im Städelblog kann man das nachvollziehen. In der Online-Sammlung der Kunsthalle Mannheim auch. Guck!. Tatsächlich steht sie in Kubus 2 so:
„Eva“ von Auguste Rodin in der Kunsthalle Mannheim.

Dunkel vor der Hitze strahlenden Stadt, als ob sie sich der Welt da draußen schämt. Verstärkt wird der Eindruck durch Kristof Kinteras Revolution direkt daneben. Ein Rabauke, der beständig seinen Kopf an die Wand schlägt. Für mich DAS Kunstwerk, das meinen Zustand angesichts der Weltlage im Augenblick am ehesten beschreibt.
Screenshot von Instagram. Klick ins Bild führt zu dem Filmchen.

Kubus 2 ist für mich eine sehr politische Kuratierung, wie so oft in diesem neuen Haus, ohne marktschreierisch Ideologie zu vermitteln. Hier im Kubus.
Also beliebig ist das nicht. Man versucht Geschichten zu schreiben. Was soll ich dagegen haben, so als Krixler.
Aber der Giacometti und seine Kollegen in Ingelheim wirken auch. Cooler. Distanzierter. Das Hirn auf die Kunst bezogen.
,Giacometti und Co in Ingelheim

Die Kunsthalle schloss bald, ich hatte Hunger und dürstete.
Ich fuhr dieses mal den Kilometer an den Neckar, der durch die Stadt fließt, der Rhein nur daran vorbei um zu sinnieren und twitterte.
Screenshot Twitter

Fazit: Beide Kurationen haben was, regen mich zum denken an, bereichern mich. Warum soll alles gleich sein? Das Leben und die Kunst sind so reich an Varianten. Ich fühlte mich wohl am Neckarstrand und ein Gedanke grinste mich.
Nein, das wird nie geschehen, aber mir würde das gefallen: Eine Sonderausstellung in der Kunsthalle Mannheim mit Werken der Mannheimer Galerie der Münchner Pinakotheken. Die Sammlung der Wittelsbacher Mannheimer Kurfürsten. Das Schloss zur Sammlung liegt ja auch um die Ecke. Das wäre auch politisch. Und wie. :)