Blickkultur

Mit der Kultur war das früher einfach! Man orderte z.B. einen Balthasar Neumann, der einen Hochaltar baute. Da hatte man während der Messe seinen #kultblick! Mehr brauchte der einfache Christenmensch nicht. Siehe das obige Bild aus dem Wormser Dom.
Später taufte der Papst den Bau als Basilika Minor und stellte sein Umbraculum (ganz rechts unten) auf. Seit der Säkularisation ist der Begriff unschärfer geworden, so unscharf, wie das Bild. Was es auf einmal alles gab! Die Herrscher teilten tatsächlich Kunst, Theater, Parks, et Cetera, mit dem gewöhnlichen Volk. Es gab sogar Museen! Für das Volk!.
(Streicht aus dem Posting zwölfzigtausend Zeilen. Was ich jetzt alles über Kultur zu sagen hätte und überhaupt, denn dies soll ja MEINEN Kulturblick beschreiben, denn:)

Screenshot des Archäologischen Museums Hamburg (Klick ins Bild, um zur Auslobung zu gelangen)

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Verloren und wiedergefunden , mein Kulturblick“ des Archäologischen Museums Hamburg. Sorry, der #hashtag fehlt! #kultblick.

Archäologie, Museum, gesucht, gefunden? Hatte ich doch schon mal was. 🙂 Das Museum selbst fand ich erst, als mir Fastnachter halfen… in Mainz natürlich. Also Tipp: Gut kennzeichnen, Euer Museum.

Eingang zum Isis Heiligtum in der Römerpassage Mainz
Eingang zum Isis Heiligtum in der Römerpassage Mainz

Zur Story geht es hier: Isis, Mater, Leitkultur. Wer hat den Domschatz geklaut?
Das war mein Format Weihnachtsmarkt plus, 2016! Das heißt ich versuche Dinge zu kombinieren, gerade um mich herum, altbekanntes zu betrachten, den #kultblick zu schärfen, zum Beispiel Weihnachtsmarkt mit einem Museumsbesuch zu verbinden. Was in den Städten mit Kaiserdom bestens gelingt. Sie liegen bei mir mehr oder weniger vor den Füßen! Meine letzte Kombi war Park, Museum, Weinfest, alles mit der Straßenbahn, an einem Tag!


Aber warum die Frage nach dem #kultblick? Gibt es nicht genügend professionelle Angebote, im Print, online, von Funk, Gazetten, Fernsehen?

Screenshots verschiedener Kulturnachrichten,

Wobei… Ich schrieb das ja extra schon vorab und muss hier nicht noch einmal draufhauen.
Warum geifert ihr nur so, ihr Gazetten…
Aber so sind ja nicht alle… Journalismus steht eben für den „Jour“, den Tag, ist vergänglich, wurde  früher zum Salat einpacken benutzt, der Print, am Tag danach. Wie oft denkt man dann: „Oh, da hätte ich ja auch..da müsste man mal, Mist schon vorbei“. Natürlich nutze ich diese Art der Berichterstattung. Wobei ich mich in einer anderen Blogparade bitter beschwerte, dass es bei uns keine Stadtzeitung mehr gibt. „Tennisbloggen , alla hopp!“ Mit Tanja Praske. Uups. Genau.
Damit kommen wir zum Thema „Gab es jemanden, der deine Neugierde für Kulturelles geweckt hat? Und wie informierst Du dich über Neuigkeiten?“

Ich informiere mich am liebsten via Twitter oder Facebook und liebe es zu interagieren. Tatsächlich bekam ich von den beiden „Macherinnen“ dieser Blogparade entscheidende Impulse. Als ich in Rente ging, suchte ich nach neuen Möglichkeiten die Tage zu verbringen. Ich tanzte schon eine Weile um das Theater herum, bashte. Dabei hatte ich früher (Amateur-)Theater gemacht, geschrieben.

Regieplan „Singe beim Babbln“ 1983

Jetzt aber lud das Theater Heilbronn zum Tweetup! Federführend dabei Katrin Schröder (nun von hier, dem Archäologischen Museum) aka @SchroederKatrin, damals in Heilbronn beschäftigt. Wochenlang auf Twitter dafür geworben, war ich dabei und bloggte darüber. „#relup Ein Tweetup in Heilbronn“.

Tweetup im Theater. Musste ich hin. Ich konnte mir nicht vorstellen, was die Gagamusik von Satie mit SpOn-Texten zu tun hätte und was das alles für ein Theater sei. Aber hei! Twitter! Wie lange schon wollte ich schon Twittertheater machen. Aus dem Theater hab‘ ich schon getwittert. Da frag ich nicht groß.

Mein damaliger Twitteravatar war übrigens ein Bild aus jenem „Singe beim Babbln“, ich als „König der Nacht“. #hüstel

Das lies mich zurückfinden zu meiner verlorenen Liebe „Theater“. Dieses mein Blog ist voll davon. Ich bin dankbar dafür und siehe Twitter wirkt!
Tanja Praske stellte dereinst mit den Kulturkonsorten die App für den Park Schloss Nymphenburg vor und lud mich ein, das gleiche in Schwetzingen zu tun.

Das verbloggte ich dann als „Die Gärten des Carl Theodor #lustwandeln“. Schwetzingen, hier um die Ecke, wurde wie die (englischen) Gärten und Parks in München von Friedrich Ludwig Sckell geplant im Auftrag seines Chefs Carl Theodor, der Herr über die Pfalz und später auch Bayern. Ich lernte dabei, dass diese Parks mehr sind als Staffage für mich, um darin Lyrik zu schreiben. Ich „sammle“ inzwischen Orte, an denen Sckell auch wirkte und Parks erschuf, auch das blogge ich, allerdings auf #burger. Mein #kultblick hatte sich stark erweitert.
Jetzt wisst ihr, warum ich hier mitbloggen musste! 🙂
Zwei weitere Aktionen regten mich sehr an. Wieder Online-Aktionen. Auch als Tipp zur Nachahmung! Mein Blickwinkel, mein #kultblick wurde wiederum erweitert. Crossover House und Klassik. Superflu und Orchester des Nationaltheaters Mannheim.


Diese unselige Trennung zwischen U und E in Deutschland scheint sich auch in Schland aufzulösen. Und Barbara Volkwein aka @ucation ist Schuld.
Im Blog liest sich das so: „Super Flu – was? Aber Hallo! #grooveup“
Da begegneten sich im ältesten kommunalen Theater in Deutschland Oper- und Clubszene, Menschen sahen eine Opernbühne das erste mal. Und ohne Social-Media Aktion wäre ich nie im Leben hingegangen, hätte es wahrscheinlich nicht wahr genommen . Jetzt warte ich auf den neuen Gig im Oktober.

Ich fahre nachher zur #spätlese17. Eine offene Lesebühne, wie es sie viele gibt. (Manchmal mach‘ ich mir Kultur einfach selbst 🙂 )

Während der Lesung, aufgenommen von Angela Wendt, danke!

Seit einiger Zeit findet sie im Theater Felina-Areal statt, einem Theater der freien Szene. Dadurch kam ich in Berührung mit der freien Szene, vor allem der professionellen freien Tanzszene. Ein Gewinn. Ich bloggte das hier. Man sieht: Partizipation wirkt!

Etwas neu finden lassen, bzw. neu denken lassen hat mich die Aktion #wirziehnfallera der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und der Herbergsmütter. Ich erwähnte das näher im Geifer-Post. Sie wurde in dem Zeit-Artikel nämlich direkt angegriffen. Sie hat mich sensiblisiert noch mehr auf meine Umgebung zu achten, sie neu zu bewerten, Wert zu schätzen. Die Kunst im Alltag zu suchen, zu finden, die Alltagskunst, den Alltag als und mit Kunst zu gestalten und der Kunstbegriff ist da sehr weit zu sehen. Aus Gründen bin ich dabei kochen neu wieder zu lernen, tagtäglich. Ich empfinde dies z.B. angeregt durch die Aktion als Kultur!

Ich könnte noch viel mehr erwähnen, erzählen, aber lest doch in einer anderen Blogparade, was ich diesen Sommer tat.
Als der Sommer 17 wurde.

Das war’s. Verloren und wiedergefunden. Und was ist mit nie gehabt? Sollte ich mir nicht von den Kulturinstitutionen etwas wünschen? Nun. Es gibt einen (Groß-)Teil der Menschen, die nie mit „institutioneller Kultur“ in Berührung kamen, egal wo sie oder oihre Eltern geboren wurden. Viele davon gehen jetzt in Rente, wenn erst die Babyboomer in den „Ruhestand“ gehen sind das Legionen. Findet ihr einen Weg sie zu euch zu locken, ihnen vermitteln zu können, das all diese Pracht auch für sie da ist, nur auf sie wartet? Das man das erleben kann ohne studiert zu haben? Findet ihr Worte, Aktionen, Antworten für sie? Hhhm, ich hätte eine Idee! Redet ihr nicht dauernd von Influenzern und meint damit Youtube-Stars? Gilt bei den Jungen bestimmt und bei den Babyboomern, den neuen Alten? Wie wäre es mit Radio? Nein, nicht den Kulturradios, den Radios mit den 60, 0, 80iger Songs? Mit den Schlager Radios? Nein nicht die Fischer im Städel, aber die Radios selbst. Ich traf im Odenwald eine Frau, die bestimmt etwas dazu weiß. Nur so als Tipp. Hinaus in die Welt, zu den Menschen. „Kunst, Twitter und der Odenwald“.

Ach ja, schreibt irgendwer einmal einen Wettbewerb für Agenturen aus, die einen Ersatz für das Wort „Kultureinrichtung“ finden sollen?

3 Gedanken zu „Blickkultur“

  1. Lieber Michael,

    was für eine Tour de Force durch die digital-analoge Kulturwelt! Es freut mich ungemein, dass dir das Lustwandeln in Nymphenburg und mehr noch in Schwetzigen den Blick für Englische Landschaftsgärten, ihre Komponiertheit und Gedankenwelt, schärfte!

    Schon verrückt bei dir Aktionen zu lesen, die auch ich im Web verfolgte und dann dabei festzustellen, dass das stellenweise schon recht lange her ist.

    Hach, tatsächlich hast du vorgeschlagene Fragen aufgegriffen und bietest viel Denkstoff für „Kulturinstitutionen“ (schon sehr sperrig und begrenzend), wie wäre es mit Kulturhäuser … puh … auch Denkstoff 😉 – also, nochmals MERCI!

    Herzlich,
    Tanja

  2. Lieber Michael,
    ganz lieben Dank für diesen herrlichen #Kultblick! Ich freu mich, dass digital-analoge Events Dir Kulturangebote näher bringen und Dich außerdem noch in Kultureinrichtungen – okey, ein Wettbewerb für Begrifflichkeiten wäre bestimmt eine spannende Sache 😉 – holt! Natürlich bin ich ganz begeistert, dass Du immer noch unseren #relup Tweetup am Theater Heilbronn so gut in Erinnerung hast! Wunderbar!
    Vielen Dank und Grüße aus Hamburg
    Katrin
    Archäologisches Museum Hamburg

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