Kein Netz, mein Schiller, für Vereinte Nationen.

tl;dr
Ich war in Vereinte Nationen (UA) von Clemens J. Setz Premiere: So, 15. Januar 2017 im Nationaltheater Mannheim. Ich hätte besser etwas anderes gemacht. Nun denn.

„Das Netz wird zur Bühne, in der sich die Grenzen zwischen Fiktion und realem Geschehen vermischen.“
Schreiben sie da auf der Website der Schillerbühne am Goetheplatz. Hhhm, ein Thema hier ist ja  #theaterimnetz immer ‚mal wieder. Der Autor ist ein Buchpreisträger und auch Lyriker? Ja, Clemens J. Setz.

Eigentlich hätte mein Tweet gereicht, aber ich wollte doch näher darauf eingehen.


Schnell erzählt: Ein Elternpaar filmt ihre Erziehungsmaßnahmen an ihrer Tochter mit und verscherbelt die Clips auf einer Website im Netz. Wie auch immer, das macht Oskar heimlich, irgendwie.
Das Publikum bekommt aber vom Netz nichts zu sehen. Kein Netz, mein Schiller, für Vereinte Nationen. weiterlesen

Magritte in Öl getanzt. Teil Eins, zwei, drei.

Dies hier war die Eröffnung meines Magritte-Reigens und heraus kamen 3 weitere Posts!
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Zum Prolog der Trilogie „Magritte“
1 Woher kannte Magritte Windows XP?
2 Nachtgesichter gewirbelt, nicht gemalt.
3 Dies ist kein Aufsatz, Herr Report! Kurz berichte!

Seit Dezember lungert das Ticket für „Margitte“ in der Schirn im Ticketordner. Ich peilte damals Mai an, so in etwa, noch die Main-Promenade zu genießen. Gestern nun war ich in einer herrlichen „Cosi fan tutte“ im Nationaltheater Mannheim, war zu früh, schnüffelte in den Programmheften im Foyer und dann zu Hause auf der Webpage. Das neue Ballett des neuen Intendanten soll sein:

Inspiriert von den rätselhaften Bildern des belgischen Malers René Magritte lässt Thoss in Nightbook Bild, Tanz und Film ineinander übergehen.

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(Was passiert, wenn man mich einen Tag lang dem Surreal aussetzt.)

Was am Schreibtisch geschah, der Spieß in seinem Surreal!

Dreibeinige Pendler auf den U-Bahnmasten fliegen über die Häupter der Bahnhöfe. Die Papp-Pipelines der Kaffesätzer kullern in 3 Sterne Gossen. Wind bläst von unten. Flaneure fischen Gedankenfetzen aus einem Main. Dies ist sein Fluss. Kunsthallen zischen leise, saugen Blauhimmel zu den Wölkchen. Römer küssen Kaiser, sind Schirn und Schmutz. Menschen köpfchen streichelzart. Bilder knarzen leise Ölmusik in Kopfzuhörer. Die Kunst hallt durch Pfeifen, Äpfel telefonieren nicht. Flugzeuge streichen Wörtchen durch die wässrigen Lüfte, tauchen fauchend Gerölle. Liebende kesseln Leinen, ein Hund küsst chinesische Vasallen. Sosen grünen im Meer Licht. Baseschlager in Rotunden schläfern Bälle im Discofox. Xanthippe knutscht mich in der Höhle und kreischt Geile zu Gleich. Die Wirklichkeit isst Wurst hinter dem Verrat. Magritte singt als Burger. You can keep your head on. Dies ist kein Aufsatz, Herr Report! Kurz berichte! weiterlesen

Nachtgesichter gewirbelt, nicht gemalt.

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Ach da…Bühnenluft. Geknipst beim NTM Tweetup.
tl;dr
Ich war in der Tanzproduktion „Gesicht der Nacht“ im Nationaltheater Mannheim, die von Magritte inspiriert ist, dessen Bilder ich morgens sah.

Gesicht der Nacht – Frank Fannar Pedersen und Stephan Thoss Premiere: Fr, 31. März 2017 Musik von Wojciech Kilar, Ludovico Einaudi, James Brown u.a.

Ordentliche! Rezensionen finden sich beim Mannheimer Morgen, SWR2, Mainzer Allgemeine und welche die heute schon nicht mehr online sind, da war was in der Frankfurter Rundschau…seltsam

Die Choreographie „Var“ von Fannar Pedersen lasse ich hier aus. Die Rezensenten verstehe ich übrigens nicht. In unserer Aufführung erhielt „Gesicht der Nacht“ wesentlich mehr Applaus.. (Für’s Protokoll)

Wie schreibt man über Ballett? Keine Ahnung, aber ich mache es trotzdem. Nachtgesichter gewirbelt, nicht gemalt. weiterlesen

Woher kannte Magritte Windows XP?

tl:dr
Ich war der Ausstellung „Margritte – Der Verrat der Bilder“ in der Kunsthalle Schirn. Hängt dort vom 10.2. – 5.6. 2017.

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2 Nachtgesichter gewirbelt, nicht gemalt.
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Dies ist keine Ausstellungsrezension.

Kennt ihr noch? Immer beim Hochfahren angeglotzt.

Windows XP Original Desktop Hintergrund.

Genauso fühlte es sich an, wenn man die Ausstellung „Margitte, der Verrat der Bilder“ im Schnelldurchgang ansah. Blauer Himmel und Wolken aller Orten.

Screenshot der Schirn zu Magritte

Schönwetterkunst? Mitnichten. Hinterfotzige Bilder sind das, durchgenallert, wie Sasa Bings sagen würde. Surreal real, irgendwie so.
Diese berühmte „Dies ist keine Pfeife“ verballhornt im giveaway des Museumsshop.

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Glückszeiten

Was ich bei der #spätlese14 lese.

Zeitlos

Meine Zeit hat sich umgestellt. Ich wusste es zunächst nicht, aber sie hat. Sie hat mich verlassen, die Zeit, meine liebe, alte Zeit. Sie ist weniger jetzt, und mehr. Eine neue Zeit, die so alt ist wie sie selbst. Ich laufe an ihrer Hand die alten Wege neu, die nie ein Ziel waren, denn mein Ziel ist ein Ziel, mein Weg die Zeit dorthin, auch wenn sie sich stellt, mich mit sich umstellt von der Dünkelhell zur Schunkelschwarz. Meine Dunkelheiten strömen jetzt viel früher in die Sterne, funkeln dort, torkeln dem Winter entgegen, wenn die Kerzen wieder flirrend Träume wachsen werden und die Kälte uns die Betten wärmen wird, wie dieses Uns das eitel wuchernde Wir. Selbst unter den Hellen, an diesen kleinen, kurzen Tagen aus Warten und Sehnen, schwebt die samtschmutzschwarze Nacht stets am Horizont aus Leichtsandmehl, direkt unterhalb des Zentralgestirns, das ich in diesen Zeiten den Titel Sonne neu durchschreiben lasse. Unter diesen graunachtschwarzen Himmeln, den Regentropfen, die sich nach dem Gipfelschnee der Sommer sehnen, diesen Firmamenten, die mich sanft umhüllen, tanz ich mit der Kälte und den Krähen Salsa auf vermatschten Wegen und sing‘ Lieder aus fernen Zeiten, so nah. Ich spüre Arme pulldownover, zum Tango, auf raureifen Wiesen im Zwischenschlaf, den die Träume lieben. Meine Zeit hat sich verloren in mir und schwebt sanft , an diesen kleinen, nassen Tagen, als sie sich umstellte, lang nach Mitternacht. All ihre Stunden ringelreihen mit den Sekunden, vergraben sich zu Gedanken in Tage und Äonen, fließen in Kaskaden in mein Hirn, bauen Bilder aus Nebelzärte und Schwarzkonkon zu verschwommener Klargewissheit in alle Zeit der Welt, wenn sie den Atem anhalten wird für uns. Meine Zeit hat sich umgestellt, sie behauptet, wie jedes Jahr.

Drohnenglück et cetera

Ich fliege nicht. Ich schwebe mich. Ich sitze auf einem Melkschemel im Welschkornfeld und lese. Cummings. My sweet all etcetera. Auf dem Feldweg landet eine Drohne und aus ihrem Lautsprecher erschallt die Stimme ihres Herrn. „Bis du glücklich?“ „Ich glücke, das sieht man doch“, schreie ich zurück. Ich glückste. „Und du?“ „Eine Drohne ist immer glücklich, wenn sie fliegen darf und spionieren.“ „Darf ich auf dir reiten?“, fragte ich. „Nein, du glückst.“ Die Drohne startete stinkend und entschwand, weiter spionieren. Mein Melkschemel kicherte einbeinig und tanzte Salsa mit mir. Es war schließlich ein Welschkornfeld. Ich verpackte mein Glück in einer dieser Kunststoffdosen, die auf Parties verscheuert werden und pfiff. Noch eine Drohne kam und ließ mich reiten. Wir stoben durch die Lüfte, glotzten in Akten, ritten durch USB-Schächte in Festplatten, glotzten in Schlafzimmer in denen kopuliert wurde, wanzten in die Beichtstühle der Finanzverbrecher, loopten in die Seelen der gottlosen Geistlichkeit. Wir sahen, hörten, ahnten, sammelten und wussten doch nichts. „An der Seelendrohne arbeiten wir noch“, sagte sie und gefror zu Machtschnee, geschlagen aus dem Eiweiß der Froschgesänge, im Nimmerland des toten Gottes. Ich holte mein Glück aus der Dose und las weiter. Cummings. Et cetera. Ich fliege nicht, ich schwebe mich.

Das kleine Glück

hatte Ausgang, trieb sich wohl wieder in den Gedankengossen herum, wühlte hier in Erinnerungen, stachelt dort lodernde Gier, puschte Erfüllung. Wie füllt man Glück? Mit der Spicknadel der fetten Jahre läuft der Saft der Behäbigkeit die inneren Narben hinab, schließt die Krater, streichelt die Ängste hinunter, dort wo die Wahrnehmung mit der Scham schläft und Alpe zeugt. Eine Fülle abgelutschter Theorien trudelt im Rausch der Bedeutung durch die Alleen und bedeckt die Böden mit geknackten Nüssen. Die Nussknacker seufzen im Entspannungsbad, spielen mit zuckenden Muskeln ihre Arbeit in den Schlund der Zeit. Große Sekunden tanzen um die Tentakel des kleinen Glücks, trudeln die haarigen Zustände zu Zöpfen, brezeln sie auf blanker Haut. Da hast Du großes Glück gehabt dröhnt eben jenes und frisst auch dieses kleine Glückchen, wie all seine Geschwister von Anbeginn seiner Geburt. Dürr und ausgelaugt legte sich das große Glück darnieder zu all den anderen Katastrophen, Niederlagen, Unzulänglichkeiten und seufzte laut, gierte nach Nahrung und gebar eine neues Glückchen, säugte es mit den Spitzen abgekauter Gedankenblitze und schon bald hatte es Ausgang, das kleine Glück. Komm her bleib bei mir, hei kleines, Baby, stay with me, Montag ist erst morgen, hei Du, ja Du, komm, komm, komm mit mir.

Als ob es Theater wäre

Als ob es Theater wäre
in den gleichen Kulissen
Muskelspiele und Grimassen
nur blöder inszeniert
Wo hatten sie sich vergraben
Speichel läuft beim
Schuhe küssen
Ja natürlich wären wir
natürlich gerne Sklaven
natürlich First, First
und diverse Prophten
Volksverdreher inklusive
Ich stehe auf der Bühne
drehe mich und lache
Ich weiß ich werde büßen
Es herrscht, sie herrscht, er herrscht
Was tun als Lachen
über euch Idioten
Küsst die Schühchen
und hasst
Also ob es Theater wäre
so postmodern
ohne vierte Wand
Wer mich wohl
holen wird

Kunst, Museen, Geschlechter und Verein

tl;dr

Ich war im Städel, Frankfurter Kunstverein, Heylsmuseum und dann noch im Wilhelm-Hack-Museum. An drei Tagen hintereinander weg. Ich hatte Museumsstau. Es war zu kalt vorher, ich verschnupfte die Husten und die ersten lieblichen Pollen durchzogen das Land, aber jetzt! Eigentlich eher eine Notiz an mich, aber vielleicht interessiert das auch. Irgendwie sitzt auch noch San Francisco mit im Boot, ganze ohne Blumen im Haar! Erkenntnis #hashtags und Tweetups wirken, nachhaltig und auch im Kleinen

Mission Statement!
Die Museumspädagogik wird immer besser! Online gibt es sogar Tipps, wann ein Besuch lohnt! 🙂

Werbeplakat für die Ausstellung „Kampf der Geschlechter“ des Städelmuseums über dem Holbeinsteg in Frankfurt

Ich hatte im März immer noch das Early-Bird-Ticket für „Kampf der Gechlechter“ des Städelmuseums im Ticket-Ordner, trotz des Hinweises oben. Ich wartete auf einen milden Tag, ohne Verpflichtungen, aber dieser März schien das nicht zu wollen. Also trotzte ich den Wettern, zog unter extremen Mühen das Ticket zu Weiterfahrt zu meiner Karte ab 60. Ich benutze die DB-Automaten ja nur zu diesem Zwecke und Behufe, das geht nämlich nicht online oder via Handy. Man könnte meinen, es sollten das nicht zu viele Menschen wirklich nutzen. Diese Ticketautomaten der DB sind eine Katastrophe. Seufz. Aber ich obsiegte! 14,60 € FFM Hin und zurück. Ich bemühte dabei 5 Automaten, brauchte fast 15 Minuten. Alles für die Kunst. Und mich natürlich! 🙂
Ich war vorbereitet. Seit Dezember verfolge ich die Artikel im Blog, durchforste das Digitorial. Das Städel in all seiner digitalen Pracht!

Screenshot der Städelwebsite zur Ausstellung „Kampf der Geschlechter“

Ich will gar nicht zu viel zu den Bildern sagen. Ich wollte dieses mal einfach die Kunst in mich aufnehmen, einsaugen um es irgendwann zu verwerten, #hashtaglos.
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